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Zu Lande, zu Wasser und in der Luft: Der Reiseweg eines T-Shirts.


von eska
05.05.2009 - 10:37h
10 P

Unsere Klamotten sind echte Globetrotter. Das ist kein Geheimnis. Bis sie bei uns auf dem Ladentisch liegen, durchwandern sie einen komplexen Herstellungsprozess, der über jede Menge Landesgrenzen, von Kontinent zu Kontinent und tausende Kilometer weit um den Globus führt. Dabei verschlingen sie eine Menge Ressourcen und machen den Einsatz von Pestiziden, Dünge- und Färbemitteln nötig - von der Ausbeutung der Arbeiterschaft ganz zu schweigen. Und selbst wenn sie schon längst bei uns im Schrank liegen, geht der Rohstoffverbrauch weiter. Waschen, Trocknen und Bügeln, ergänzen den "ökologischen Rucksack".

Ein kleiner Film mit einer großen Message zeichnet diesen Weg nach: Rebel with a Cause. Wie kam es zu diesem Film? Wer steckt dahinter? Nachwuchsfilmer Kristian Labusga steht der WWF Jugend Rede und Antwort.

alt

Worum geht es in deinem Film?

Kristian: Der Animationsfilm Rebel With A Cause stellt die Reise eines T-Shirts dar. Angefangen bei den Baumwolllfeldern in Texas über die weitere Verarbeitung in Indien, Taiwan und China legt das T-Shirt einen langen Weg zurück und geht durch viele Hände. Die Auswirkungen sind vielschichtig und komplex, die Preise niedrig. Der aufwendige Produktionsweg und der Tragezyklus lassen das T-Shirt virtuell schwerer werden. Der ökologische Rucksack – dieser beschreibt die Menge aller Ressourcen, die in einem Produkt stecken – wächst auf bis zu fünf Tonnen an. Ist das T-Shirt aus der Mode, so landet es zumeist in der Altkleidersammlung. Es geht auf die zweite Reise, nach Afrika, Südamerika oder Asien. Dort wird es auf Altkleidermärkten noch einmal verkauft. Die Afrikaner nennen es Mitumba, „Das Hemd des toten Weißen“, denn sie können es sich nicht vorstellen, dass jemand Kleidung wegwirft, die so gut erhalten ist. Somit tragen die Menschen selbst Altkleider und produzieren in Textilfabriken neue T-Shirts für den westlichen Markt.

Wie kamst du auf die Idee, einen Film über T-Shirts zu drehen?

Kristian:  Rebel with a Cause war meine Abschlussarbeit an der Hochschule der Medien Stuttgart. Ich wollte damals einen kurzen Animationsfilm produzieren, der sich mit einem aktuellen Thema beschäftigt und ein wenig "aufklärt". Meine besondere Beziehung zum T-Shirt als Werbefläche für die eigene Meinung sowie eine Ausstellung in Berlin mit dem Titel "Globalisierung 2.0" haben mir bei der Ideenfindung und Entscheidung geholfen.

Wie lange haben Recherche und Produktion gedauert?

Kristian: Die gesamte Produktionsphase hat ca. 4 Monate betragen. Dabei entfallen ca. 2 Monate auf Recherche inkl. Storyboard und Texten, 1 Monat Produktion (Grafik, Animation, Sprachaufnahmen, Musik) und 1 Monat auf die schriftliche Ausarbeitung der Diplomarbeit.

Welches Feedback hast du auf den Film bekommen?

Kristian: Das Feedback war durchaus positiv. Der Film lief mittlerweile auf 13 Festivals, u.a. in Spanien, Portugal, Tschechien, Schweiz und Australien.
Außerdem wurde er für das Computer Animation Festival auf der Siggraph 2009 ausgewählt. Die Siggraph zählt zu den wichtigsten Veranstaltungen im Bereich Computergrafik. Die Auswahl für Festivals ist natürlich eine große Bestätigung der eigenen Arbeit und eine Möglichkeit, seinen Film einem größerem Publikum zu präsentieren.

Achtest du beim Kauf jetzt mehr auf ökokorrekte und oder faire Produkte als vorher?

Kristian: Natürlich schaut man auch genauer hin. Man wird heutzutage aber wohl kaum ein T-Shirt finden, das nicht in China, Taiwan oder Thailand produziert wurde. Wie bei anderen Produkten gibt es auch hier verschiedene Zertifikat, die so genannte "saubere Kleidung" kennzeichnen.

Welche Tipps für den "korrekten" Einkauf kannst du geben?


Kristian: Es ist nicht mehr leicht, ökologisch und fair zu handeln bzw. einzukaufen, es fehlt auch oft die Zeit, sich über bestimmte Dinge zu informieren. Trotzdem sollte man den Konsum als solches auch in gewissen Massen hinterfragen, denn hinter einem unglaublich billigem Angebot stecken oft auch billige Löhne, schlechte Arbeitsbedingungen, etc.
Das Internet bietet zahlreiche Möglichkeiten, sich über Produkte, Produktion und Dienstleistungen zu informieren. Ein gutes Bespiel hierfür ist "The Story of Stuff", das den heutigen Produktionsprozess sehr schön veranschaulicht.
 

alt
Auf was verzichtest du (bzw. würdest du verzichten), um unsere Welt ein bisschen zu retten?

Kristian: Ich glaube es sind oft auch die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. Ich versuche viel mit dem Fahrrad zu fahren, Stromverbrauch zu reduzieren, nicht unbedingt jeden Tag Fleisch zu essen, unnötigen Müll (Verpackungen, etc.) zu vermeiden. Hört sich alles nicht so spannend an, ist im Kern aber sehr effektiv.

Dankeschön für das Gespräch!

altKristian Labusga, geboren am 20.04.1981, studierte bis 2008 an der HdM in Stuttgart und arbeitet heute für verschiedene Agenturen und Kunden.

Alle Infos zu seinem Film: Rebel with a Cause

 

 

 

 

Zum Anschauen:

rebel with a cause from Kristian Labusga on Vimeo.

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Kommentare (1)
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02.07.2011 17:29
kulturforscherin hat geschrieben:
Ich habe schon einmal einen Bericht über den Weg gelesen, den ein am Ende zum Verkauf stehendes T-Shirt im Laufe seiner Produktionszeit durchquert und war schon damals geschockt über die Oberflächlichkeit der Menschen gegenüber der Natur, die sie während des Produktionsprozesses an den Tag legen.
Dabei ging es um ein weißes Basic-Shirt von H&M, was schließlich für fünf Euro in allen europäischen Ländern zu finden ist. Seit dem achte ich sehr darauf, welche Kleidungsstücke in meinem Schrank hängen dürfen (:
Was mich aber bei dieser Problematik schon immer am meisten getroffen hat, sind die zwischenmenschlichen Beziehungen, die auf sozialer Ebene bewusst ausgenutzt werden.
Während der Produktion müssen die Arbeiter in unmenschlichen Verhältnissen voran kommen. Beispielsweise dürfen sie 18 Stunden lang (in Entwicklungsländern ein vollkommen normal gesehener Arbeitstag) keine Flüssigkeit, geschweige denn Nahrung zu sich nehmen, damit der Arbeitsprozess nicht von einem Toilettengang unterbrochen wird.
Wieder einmal ein Beweis dafür, dass die Menschen sich nicht nur an der Natur und den Tieren vergreifen. Wenn's nötig ist, dann trifft es eben auch unsere Mitmenschen.

Übrigens : Unglaublich schönes, gelungenes und vor allem kreatives Video, was den eigentlichen Inhalt konkret vermittelt.
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