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Wir haben alles - Andere haben nichts


von RichardParker
27.09.2015
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Halllo meine Lieben,

ich bin mir sicher, dass dieses Szenario für viele von euch nichts Unbekanntes ist:

Sagen wir ihr geht mit einer Freundin oder einem Freund in Stadt und wollt eigentlich ja nur mal schauen, nichts kaufen. Manchmal schaffen wir es sogar und bleiben standhaft, aber in den meisten Fällen erliegt man dann doch diesem einen Spiel, Film, Kleid, Buch etc.

Im Zeitalter der Werbung und der Medien ist es auch viel schwerer geworden, zu etwas nein zu sagen. Aber nicht nur die Medien lassen den Konsum explodieren, sondern auch der gesellschaftliche Wohlstand. Wer Arbeit hat, bekommt Geld und mit Geld konsumiert man. Deutschland ist ein sehr reiches Land und man ist sich gar nicht mehr über den Wert von seinem Hab und Gut im Klaren.

Angesichts der vielen Flüchtlinge, die zu uns kommen, holt es uns auf den Boden der Tatsachen zurück. Wenn uns kalt ist ziehen wir eine Jacke an oder drehen die Heizung auf. Wenn wir krank sind nehmen wir Medikamente oder gehen zum Arzt. Bildung wird zumindest in der Theorie in Deutschland jedem zu Teil.

Und dann kommen da Menschen zu uns, die nichts weiter haben, als das was sie am Lieb tragen. Viele sind traumatisiert, sie haben in ihrer Heimat alles aufgeben, um in Sicherheit leben zu können. Viel wollen auch in ihr Land zurückkehren, wenn sich die Krisen legen. Aber Asylsuchende sind voll und ganz von Fremden abhängig, darüber machen wir uns keine Gedanken. Sie geben ihr Schicksal in die Hände anderer.

Natürlich ist der Ansturm auch ein Risiko, in Bezug auf den weltweiten Terrorismus und die Gewalt. Aber darüber hinaus dürfen wir nicht vergessen, dass die meisten zu uns kommen, weil ihr Leben in der Heimat bedroht ist. Ihr Leben ist vollständig aus den Fugen geraten. Deutschland ist der sichere Hafen, weil wir 70 Jahre keinen Krieg mehr hatten. 

Warum schreibe ich darüber? Weil die Politik den Klimawandel bereits mit in die Reihe der Ursachen aufgenommen hat und weil mich der Massenkonsum stört. Man kauft einen Film obwohl man bereits hunderte andere hat und eh weiß, dass man ihn nur einmal, zweimal anschaut und dann vergammeln sie im Schrank. Ähnlich ist es mit CDs, Spielen, Büchern...

Ich muss mir da auch an meine eigene Nase fassen, gerade bei technischen Sachen. Da kaufe ich dann schon mal Ohrstöpsel, obwohl ich noch intakte habe. Bei Filmen, da bin ich ganz ehrlich, überlege ich es mir mittlerweile sehr genau, ob ich sie wirklich brauche. Aber bei Büchern, Kosmetik und Schreibwaren sitzt mir dann schon eher der Konsumteufel auf der Schulter und ich kaufe mir die eine oder andere überflüssige Sache...

Bei Musik bin ich mittlerweile dazu übergangen sie online zu kaufen und auf eine Musikmediathek auf meinem Laptop zu laden, weil mir sehr häufig einzelne Lieder gefallen und absoluter Wahnsinn wäre immer nur Single-Alben zu kaufen. Bei Büchern bin etwas zwigespalten. Ich finde E-Reader ungemein praktisch für Reisen, aber trotzdem halte ich noch gerne ein echtes Buch in der Hand.

Es ist schwierig ein Mittelmaß zu finden, zu entscheiden, was unnötig ist und was nicht. Wir alle haben eigene Wertvorstellungen. Trotzdem finde ich es wichtig immer mal wieder eine Bilanz für sich ganz persönlich zu ziehen und sich zu fragen, ob man dieses eine Kleidungsstück, Spiel, Buch, diese Ohrstöpsel wirklich braucht.

Und vielleicht auch bedenken, dass es uns mehr als gut geht und das wir jetzt für die da sind, die unsere Hilfe brauchen, um wieder ins Leben zu finden.

Konsum lässt uns nicht nur die Verletzlichkeit unserers Planeten vergessen, sondern auch unsere Solidarität. Das Leben und der Frieden sind genauso wenig käuflich, wie eine unbeschädigte Erde.

Titelbild: 


http://urbanshit.de/kunstlerwettbewerb-zum-thema-anti-konsum/

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Kommentare (10)
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12.11.2015
IgelLiebhaber hat geschrieben:
Unnötig einzukaufen fällt mir zusehends immer leichter. Nicht ganz so einfach dagegen ist es, immer fair, Bio und vor allem kunststoffarm einzukaufen. Selbst im Bioladen ist immer noch viel Plastik vorhanden. Auch Waren, die äußerlich in Pappe verpackt sind, enthalten oft zusätzlich noch eine Kunststoffschale und/oder -folie. Da geht noch was.
01.10.2015
simondominik hat geschrieben:
Ich kann nur zustimmen. Ich als Schüler kaufe zwar jetzt nicht unbedingt Bücher oder so aber zum Beispiel : ich hole mir fast regelmäßig morgens Chips für die schule, obwohl ich Brot dabei habe.Sprich ich kaufe mir etwas obwohl ich weiß,ich habe zu dem Zeitpunkt keinen Hunger. Oder Videospiele. Ich kaufe mir eine neue Konsole, weil die alte kaputt ist,dazu aber spiele, die ich selbst heute nicht angefangen habe.

Geld verliert für uns an Wert.Und viele wollen alles sofort. Vor allem kleine Jungs :D,spreche aus Erfahrung :D Wir leben halt in der zeit des Konsums
01.10.2015
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Du triffst es ziemlich auf den Punkt. Ich kenne das von mir selbst, vor allem bei Kleidung. Ich nehme mir immer wieder vor hauptsächlich fairtrade Kleidung zu kaufen und besitze inzwischen auch einige Teile. Aber wenn man dann mit den Freundinnen einkaufen ist und man sieht den einen tollen Pulli...naja, ihr wisst wahrscheinlich worauf ich hinaus will :/
Man muss irgendwo seine Grenzen setzen und ich versuche sie bei mir persönlich so weit wie möglich in richtung "Nachhaltig" zu verschieben. Auch wenn ich mir bewusst bin, dass ich noch viel umweltfreundlicher leben könnte.
01.10.2015
LaLoba hat geschrieben:
Seit ich im Gymnasium den Schwerpunkt Gestaltung und Medientechnik hatte, fällt mir auch viel häufiger auf, mit welchen subtilen Mitteln uns Werbung beeinflusst bzw. beeinflussen soll. Das gute ist, je mehr wir uns Gedanken darüber machen, desto weniger kann uns Werbung beeinflussen. Man sollte eben immer erst einmal den Kopf einschalten, bevor man etwas kauft und sich fragen, ob man es wirklich braucht. Häufig hilft es, eine Nacht darüber zu schlafen und am nächsten Tag ist das Verlangen gar nicht mehr so groß.
Aber ja, auch ich erwische mich immer wieder dabei, wie ich sinnlose Sachen gekauft habe. Wobei ich hier Bücher und Musik ein schwieriges Thema finde. Mir ist es immer auch wichtig, die Künstler zu unterstützen und deswegen kaufe ich mir auch mal eine CD, wenn mir die Musik wirklich gefällt. Klar geht es auch, die Lieder einzeln zu kaufen, aber dann sollte man sie auch wirklich kaufen, sonst hat der Künstler nämlich nichts davon. Und in die Buch-EReader Diskussion steige ich jetzt lieber nicht ein ;-)
28.09.2015
Buchenblatt hat geschrieben:
Sehr schöner Artikel. Genau aus dem Grund habe ich mir als 2. Selbstverpflichtung beim 2°Campus gesetzt, möglichst wenig und wenn dann möglichst faire Kleidung zu kaufen.
Bei Büchern versuche ich immer zuerst jemanden zu finden, der mir das Buch leihen kann. Das ist leider besonders bei englischen Büchern relativ schwer. Aber gut, dass du uns nochmal daran erinnerst, dass das alles unnötig Ressourcen vergeudet.

Wir haben jetzt ein paar Kleidungsstücke und einen Cityroller an Flüchtlinge bei uns nebenan gespendet. Ich denke die meisten von uns haben irgendetwas, was sie nicht mehr brauchen, was aber trotzdem noch heile ist und funktioniert und es gibt andere, die genau das brauchen. Wenn jeder etwas mithilft, dann geht es auch diesen Menschen bald besser.
28.09.2015
Hummelelfe hat geschrieben:
Leider wird meist der meiste Ramsch zu Geld gemacht, indem eine überzeugende Werbung gemacht wird. Das wird dann aufgrund der "tollen" Werbung oft verkauft :(

Ich schaue mir Werbung eigentlich ganz gere an, aber meine Mutter nimmt fast nie eine mit, weil man sonst immer etwas findet, was man eigentlich nicht braucht, z.B. eine 2. Jacke.
28.09.2015
Cookie hat geschrieben:
Ja eigentlich will man gar nichts kaufen, aber dann ist da dieses Supersonderangebot... :/

Was ich manchmal mache, wenn ich einfach ein bisschen bummeln gehen will, ohne was zu kaufen: Ich nehm einfach kein Geld mit, dann kann ich auch keins ausgeben. ;-)
An Büchern ist echt schwer vorbeizugehen, aber ich leihe sie mir meistens in der Bücherei oder kaufe sie gebraucht. Für Filme hat mein Freund zum Glück Netflix. Aber bei Klamotten ist es manchmal echt schwer. Ich bekomme zwar oft gebrauchte Sachen von meiner Cousine, aber wenn ich etwas bestimmtes grade dringend brauche, kauf ich es meistens doch irgendwo, wo es billig ist, weil ich mir bio und fair trade bei Klamotten einfach nicht leisten kann.
28.09.2015
midori hat geschrieben:
Hach... wenn ich das so lese, könnte ich alles unterschreiben. Und normalerweise habe ich mich auch ganz gut im Griff. Bücher kaufe ich bspw. nur noch meine allerliebsten, weil die einfach gern im Regal stehen haben möchte - der Rest wird auf dem Ereader gelesen.

Aber bei Klamotten werde ich immer mal wieder schwach. Klar, ich habe Sachen von armedangels, vegane Schuhe und einen veganen Mantel aus Recyclingmaterial... aber bei schönen Blusen kann ich einfach nie vorbeigehen :( Das passiert eher selten, aber trotzdem kommt es vor. Und dann freue ich mich einerseits über meine neuen Sachen, aber andererseits habe ich voll das schlechte Gewissen. Es ist eben auch mist, dass viele der schönen Sachen und Schnitte einfach nicht in fairtrade und bio erhältlich sind.

Ansonsten achte ich eigentlich sehr penibel darauf, nicht mehr zu kaufen, als sein muss. Vor allem was technische Geräte anbelangt.
28.09.2015
Bjarne2000 hat geschrieben:
Da fällt mir wieder ein Werbeslogan ein, den ich hier mal irgentwo für eine Shoppingmeile gelesen habe:
"Brauche nichts. Will alles." (sinngemäß übersetzt)
Muss man da noch irgentwas zu sagen?...
27.09.2015
BlueLikeTheSky hat geschrieben:
Sehr wahr! Schöner Artikel und ein letzter Satz, der es sehr gut auf den Punkt bringt! :) Ich versuche auch bereits, meinen Konsum zu reduzieren, um der Umwelt etwas Gutes zu tun. Ein übermäßiger Konsum ist umweltschädlicher als viele denken! Ressourcen wie Energie und Wasser werden für die Produktion verbraucht und viele Abgase wie CO² werden freigesetzt. Daher versuche ich, Vieles nur noch Second Hand zu kaufen, da man noch gute Sachen einfach weiterbenutzen kann, ohne Ressourcen zu verbrauchen :) Ich hoffe, dass in Zukunft mehr Menschen darauf achten, weniger zu konsumieren. (Dabei denke ich vor allem an Menschen aus meinem Umfeld, die eigentlich nicht so sensibel für Umweltschutz sind :D) Gut, dass du darauf aufmerksam machst! :)
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