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"Wir alle haben eine Verantwortung für alle Menschen!"


von Sarah25
08.10.2012
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Joschka Knuth ist 19 Jahre alt. Er kommt aus Eckernförde (Schleswig-Holstein) und geht auf die dortige Waldorfschule. Aber er ist nicht irgendein Schüler. Neben der Schule, seiner Arbeit und dem Sport hat er ein ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, nicht nur gegenüber seinen nächsten Mitmenschen sondern gegenüber allen Menschen auf der Welt. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass er aktiv bei der lokalen Agenda21 Gruppe und der lokalen Global Marshall Plan Initiative mitwirkt. Doch sein größtes Projekt ist ein anderes. Dank ihm wird seine Heimatstadt nun zur nördlichsten und gleichzeitig 100. Fairtrade-Stadt Deutschlands!

Ich hatte das Glück ihn bei einem Fairtrade-Kaffee kennenzulernen und ihn für die WWF-Jugend zu interviewen. Dabei wurde mir klar, dass es selbst im hohen Norden Deutschlands engagierte Menschen gibt ;) Aber lest selbst...

Sarah: Joschka, du hast das Vorhaben Fairtrade-Stadt zu werden in Eckernförde initiiert. Wie bist du auf die Idee gekommen, deine Heimatstadt zur Fairtrade-Stadt zu machen?

Joschka: Das war eine ganz spontane Idee. Im Zuge meiner Projektarbeit für die Schule habe ich etwas zum Thema Fairtrade gemacht und habe gesehen, dass man seine Stadt zur Fairtrade-Stadt machen kann. Da habe ich mir gedacht, dass wär eine gute Idee für Eckernförde und habe das in Angriff genommen.

Sarah: Das hört sich klasse an! Und wieso interessiert dich das Thema Fairtrade?

Joschka: Ich denke wir alle haben eine Verantwortung für alle Menschen auf der Erde, der wir zu häufig aber nicht gerecht werden, und Fairtrade ist, denke ich, eine gute Möglichkeit, einen Schritt hin zu einer gerechteren Welt zu machen.

Sarah: Und warum denkst du, dass das Fairtrade-Siegel wichtig ist?

Joschka: Neben der Möglichkeit unserer Verantwortung gerecht zu werden, bietet das Vorhandensein eines solchen Siegels die Möglichkeit bei immer mehr Menschen das Bewusstsein für globale Zusammenhänge und Verantwortung zu schärfen oder sogar erst schaffen.

Sarah: Ja, das Siegel ist wichtig. Mir selbst dient es beim Einkauf als Wegweiser. Aber warum sind Fairtrade-Städte wichtig?

Joschka: Wenn eine Stadt einen solchen Titel führt, steigert das natürlich die Aufmerksamkeit für den fairen Gedanken. Ich verknüpfe das mit der Hoffnung, dass die Menschen bewusster einkaufen.

Sarah: Gibt es auch negative Aspekte von Fairtrade?

Joschka: Wenn wir uns die Entwicklung dieses Siegels anschauen, dann zeigt sich, dass es mittlerweile zu den Standardprodukten bei einigen großen Einkaufsketten gehört, bei denen ich doch Zweifel an der wirklichen Fairness hätte. Genauso bei Produkcten wie zum Beispiel Fairtrade-Rosen, die einem natürlich vorgaukeln, dass man etwas Faires kauft, wobei es natürlich deutlich fairer wäre, besonders unter Anbetracht des Wasserverbrauchs, diese in Europa anzubauen. Im Allgemeinen müssten wir also auch Fairtrade-Produkte auf ihre Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit überprüfen.

 

                                          Das Fairtrade-Stadt-Siegel für Eckernförde

Sarah: Nochmal zurück zur Fairtrade-Stadt: Wie kann eine Stadt diesen Titel erhalten?

Joschka: Es gibt fünf Kriterien, die zu erfüllen sind. Zum einen muss sich eine Steuerungsgruppe bilden, die das ganze Vorhaben in der Sadt koordiniert. Dann muss die Sadt einen Beschluss fassen, Fairtrade-Stadt zu werden und das heißt das Vorhaben muss politisch abgesegnet sein. Als drittes Kriterium muss eine gewisse Anzahl an Geschäften und Gastronomiebetrieben jeweils zwei Produkte anbieten, die das Fairtrade-Siegel besitzen, beispielsweise in Eckernförde fünf Geschäfte und drei Gastronomiebetriebe. Das richtet sich nach der Einwohnerzahl. Das vierte Kriterium besagt, dass sich Schulen, Vereine und Kirchen oder andere Institutionen an dem Vorhaben beteiligen. Die können zum Beispiel Bildungsaktivitäten durchführen. Schlussendlich müssen regionale Medien viermal jährlich über Fortschritte und Aktivitäten dieses Vorhabens berichten.

Sarah: Gab es Schwierigkeiten oder Rückschläge bei dem Vorhaben Fairtrade-Stadt zu werden?

Joschka: In Eckernförde gab es eigentlich keine Schwierigkeiten. Das einzige was sich als kompliziert erwiesen hat, war in den Schulen und Vereinen die Durchführung der Bildungsaktivitäten zu organisieren und zu kontrollieren.

Sarah: Am 20. Oktober wird Eckernförde nun endlich als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet. Wie geht es dann weiter?

Joschka: Wir haben schon einige Ideen in der Hinterhand, die wir jetzt natürlich nicht alle direkt umsetzen wollen und können, da wir ja in den nächsten Jahren das Thema fortlaufend aktuell halten wollen. Was in näherer Zukunft geplant ist sind faire Schokoladen als Präsent für die Weihnachtszeit und nächstes Jahr eine faire Stadtrallye für Schüler und Touristen beispielsweise.

Sarah: Hört sich gut an. Und was kann jeder von uns machen, um die Welt ein bisschen zu verbessern?

Joschka: Hinsichtlich Fairtrade seinen eigenen Einkauf überdenken und natürlich bevorzugt auf Produkte aus faierem und regionalen Handel zurückgreifen und das nicht nur bei Nahrung sondern auch bei sonstigen Produkten: Kleidung, Hauhaltsgegenstände etc.
Und auch sonst natürlich möglicht mal den Alltag überdenken.Ddas heißt: Kann ich nicht auch auf's Fahrrad zurückgreifen? Wie viel Wasser brauche ich und wie effizient heize ich eigentlich mein Haus? Und grundsätzlich sollten wir uns immer die Frage nach Effizienz und Verantwortung stellen.

Sarah: Und zuletzt: Was möchtest du unserer Generation mit auf den Weg geben?

Joschka: Wir stehen am Scheideweg was die Entwicklung der Erde und der Menschheit betrifft und in beiden Fällen ist es an uns, dass diese keine allzu große nachhaltige Schädigung erfahren. Wir müssen aufhören ein egoistisches Leben nach dem Sinnbild “Nach mir die Sinnflut” zu leben, sondern müssen Wege suchen und wahrnehmen sowohl mit der Erde als auch mit den Menschen verantwortungsvoll umzugehen.

Dein Interesse an Fairtrade-Städten ist geweckt? Dann schau mal auf die Internetseite! Oder noch besser: Du möchtest gleich ans Werk gehen und auch deine Stadt zur Fairtrade-Stadt machen? Schau dir mal den Aktionsleidfaden an!
Vielleicht willst du ja noch einen anderen Bericht zum Thema lesen? Hier geht es zu Janines Bericht über Fairtrade-Städte! Und mehr über Fairtrade in Eckernförde gibt's hier!

 

 

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Kommentare (4)
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Sortieren nach Aktualität:
20.10.2012
Meelyn hat geschrieben:
Ich schließe mich an: Danke für das gute Interview. Mich selbst hat es auch angeregt aufmerksamer beim Einkaufen zu sein.
09.10.2012
Mijaui hat geschrieben:
Echt cool, wie engagiert viele sind;)
09.10.2012
LSternus hat geschrieben:
Schönes Interview. Ich find Fairtrade super. Es ist schade, dass die meisten Menschen sich kaum dafür interessieren, zumindest die meisten die ich kenne.
09.10.2012
Marcel hat geschrieben:
Danke für dieses tolle Interview! Ich finde es großartig, dass es doch immer wieder viele Menschen gibt, die sich für eine gute Sache engagieren!
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