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Wie nachhaltig ist C&A´s "Nachhaltigkeit"?


von Ronja96
26.06.2015
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Primark, H&M, C&A- so könnte eine normale „Shoppingtour“ von Jugendlichen aussehen. Mit prall gefüllten Tüten verlassen sie gut gelaunt die umsatzstarken Läden und schmieden schon neue Pläne für ihren nächsten Besuch bei Primark und Co.

Es scheint, als würden sie keinen Gedanken daran verschwenden, wo und vor allem wie ihre Mode hergestellt wird. Doch laut einer Studie von Grennpeace sind sich viele Jugendliche der Problematik bei der Herstellung und Verarbeitung von Textilien bewusst. Diese sind sich oftmals darüber im Klaren, dass die Arbeiter, welche die Textilien herstellen, keinesfalls fair bezahlt werden, sowie dass Umweltschäden durch Chemikalien bei der Gewinnung von Baumwolle entstehen. Trotz dieses Wissens nehmen sie die Produktionsbedingungen konventioneller Mode in Kauf, da diese wesentlich billiger sei, als „grüne Mode“. Hinzu kommt, dass für etwa 70% der Jugendlichen Secondhand-Kleidung keine gute Alternative zum Kauf von neuen Textilien sei, da diese Kleidung schon abgetragen ist. Dennoch sehen einige Experten den Wunsch junger Leute, nachhaltige und fair produzierte Mode, zu kaufen. Jedoch sei es für Jugendliche ein Problem, dass es nur wenig Auswahl an „grüner“ Kleidung gebe und diese zudem auch zu teuer sei.

Doch verkaufen H&M und C&A wirklich nur die eben angesprochene konventionelle Mode? Schließlich wirbt C&A schon seit Längerem mit dem Slogan „Nachhaltigkeit“ und H&M“ hat vermehrt Klamotten mit grünem Schildchen, welches die Aufschrift „Conscious“, also „Bewusstsein“ trägt, am Bügel hängen. Ist es also doch nicht so verkehrt bei H&M und C&A zu kaufen? Aber kann es denn sein, diese Produkte aus Biobaumwolle genauso billig anbieten wie den Rest des Sortiments?

Werfen wir zunächst einen Blick auf C&A. Bereits im Jahr 2013 verkaufte C&A 110 Millionen Produkte aus Biobaumwolle, möchte diesen Anteil jedoch noch massiv steigern, sodass spätestens ab 2020 das gesamte Sortiment nur noch aus Biobaumwolle besteht. Und auch Thosten Rolfes,der Leiter der Kommunikation von C&A Europa bestätigt dieses Ziel und stellt dar, dass in der Kleidung, die mit dem Slogan „Nachhaltigkeit“ beworben wird, 100% Biobaumwolle steckt. Dabei gebe es also keinen Mix aus konventioneller und Biobaumwolle. Des Weiteren würden sie den Preis bewusst niedrig halten, damit nachhaltigere Mode nicht teurer ist also konventionelle. Doch leider hat die Sache einen kleinen Haken: Das „nachhaltige“ Sortiment besteht zwar wirklich aus 100% Biobaumwolle, aber die Siegel, die auf dem Etikett zu finden sind, sind weniger streng als beispielsweise die, die bei armedangels zu finden sind. Etwa 80% des Sortiments sind nach den Kriterien des OCS (Organic Content Standard) zertifiziert. Diese kontrollieren den Anteil biologischer Fasern in den Artikeln, berücksichtigen dabei jedoch nicht den Umgang mit Chemikalien, soziale Kriterien oder Produktionsprozesse. Die übrig gebliebenen 20% werden nach den wesentlich strengeren GOTS-Richtlinien (Global Organic Textile Standard) geprüft. Dieses Siegel verspricht konsequent ökologische und sozial verträgliche Textilien. Dies beinhaltet bessere Arbeitsbedingungen, die Aufbereitung von Abwasser, keine Verwendung von Gentechnik, einen mindestens 70%gen Anteil von Fasern aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft sowie den Ausschluss von umwelt- und gesundheitsschädlichen Chemikalien in allen Produktionsprozessen.

Mit dem Verkauf von Biobaumwolle fördert und unterstützt C&A jedoch auch Kleinbauern in Indien. Nach Angaben von C&A werden diese ausgebildet, ihnen wird ein höherer Gewinn ermöglicht und sie werden mit Saatgut versorgt, welches keine Gentechnik enthält.

Bei H&M hingegen ist der Anteil an Biobaumwolle deutlich geringer als bei C&A. Nur etwa 13% des Sortiments besteht aus Biobaumwolle, jedoch gab das Unternehmen an, diesen Anteil zu erhöhen. Diese Artikel sind mit dem grünen Schildchen „Conscious“ gekennzeichnet. Zur Zeit setzt H&M eher auf recycelte Baumwolle. Das bedeutet, dass das Unternehmen seinen Kunden anbietet ihre alte Kleidung in einem beliebigen Shop von H&M abzugeben (dabei ist es egal, ob dieses Produkt vorher bei H&M gekauft wurde oder woanders). Der Kunde erhält dafür 15% Rabatt auf seinen nächsten Einkauf. Die abgegebene Kleidung der Kunden wird anschließend geprüft und je nach Zustand an einen Secondhand-Shop abgegeben, als Putzlappen oder Dammstoff weiterverarbeitet oder als neues Garn versponnen. Zum Teil wird der recycelte Stoff auch in der Kleidung der „Conscious“-Kollektion verwendet.

Neben diesen Angeboten an recycelter Baumwolle und Biobaumwolle haben beide Unternehmen der „Detox-Verpflichtung", eine Kampagne von Greenpeace, zugesagt. „Detox“ bedeutet so viel wie „entgiften“. Das Entgiften bezieht sich hierbei auf die Modeartikel und bedeutet, dass bei der Herstellung und Produktion von Mode keine Chemikalien verwendet werden. Bis spätestens zum 1.Januar 2020 sollen die Unternehmen, welche der „Detox-Verpflichtung“ zugesagt haben, nachkommen, und alle giftigen Chemikalien aus ihren Produktionsprozessen eliminiert haben.

https://www.youtube.com/watch?v=yqgrrzbOYbA&feature=youtu.be

Hier könnt ihr sehen, welche Unternehmen auch die "Detox-Verpflichtung" eingegangen ist, und ob sie sich bereits für die "Entgiftung" einsetzen.

 

Textquellen:

http://enorm-magazin.de/gruen-denken-bei-primark-kaufen

https://news.utopia.de/ratgeber/biobaumwolle-discounter-preise/

http://enorm-magazin.de/der-faire-preis

http://www.greenpeace.org/austria/detox-catwalk/

Bildquellen:

Titelbild:https://www.flickr.com/photos/28964535@N08/4105800021/in/photolist-7fPiix-b81juk-k1UVzp-efFYGi-aceBmi-qMRFzy-8SN2TY-gdV6S-7zapdi-ipDah3-9Vws85-tRPDnx-pTbaCv-7qe16r-q27byF-FPQDY-rEcSHj-qnbDnU-pHMWu7-mtNB6x-2geHaf-nuegVt-c9LHDw-fimoaK-oAGnK1-aS4hr2-5WdFBg-7M48Fx-7XTaDP-8k9WKP-83YXEz-qsfz73-9QtHFb-qqShvq-aCGqDG-cyWBPU-rHDPWN-e4QPjd-9HB6Ko-9TmWGL-BTUDQ-ASssS-icipHE-ffN4L2-cyVMFf-9rAMbA-oyKsmn-pFLZzE-fpQF4H-9xnLka (4.November 2009 von thinkreatil)

 

 

 

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Kommentare (13)
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17.09.2015
Hummelelfe hat geschrieben:
Gut rechercherter Bericht!

Ich shoppe nicht besonders gerne, aber wenn ich mal was brauch', dann achte ich auf die Herkunft, Marke. Ich finde, dass man sich in umweltfreundlichen Klamotten viel besser fühlt.

98% meiner Klasse ist das aber egal. Mode ist für sie wichtiger als Umweltschutz :(
find' ich schade

aber ein paar Umweltschützer im Thema Klamotten gibt es wohl doch ;-P
06.07.2015
Maike11 hat geschrieben:
Danke für den Bericht ;)
Bei mir ist es so, dass ich einfach versuche wenig Klamotten zu kaufen. Ich habe t Shirts teilweise schon seit 3 Jahren und sie sehen immer noch gut aus. Ein Vorteil ist natürlich, dass ich nicht mehr wachse :)

Ich muss mich demnächst auch mal auf die Suche nach einem Second Hand Laden in der Umgebung machen und mir ein eigenes Bild davon machen.
05.07.2015
regentag hat geschrieben:
Super Artikel :) Danke für die Infos. Günstige ökologische Mode anzubieten ist natürlich toll, aber ich finde es gar nicht mal so schlecht, wenn die Mode auch etwas mehr kostet. Dadurch wirkt man auch dem Konsum- und Wegwerfgedanken entgegen. Primark ist dafür der Inbegriff: Die Klamotten sind so billig, dass es im Grunde egal ist, ob man sie einmal anzieht und dann wegwirft und sich neue kauft, oder ob man sie wäscht und nochmal anzieht. Gar nicht unterstützenswert.
Aber trotz allem: ich bin von C&A positiv überrascht. Mit der Entscheidung, wofür man sein Geld ausgibt, kann man das Angebot beeinflussen.
05.07.2015
Franzichen hat geschrieben:
Toller und aufklärender Bericht! :)
30.06.2015
hirscher33 hat geschrieben:
Viel schlimmer finde ich es das Primark Kinderarbeit fördert ... Klasse Bericht :)
29.06.2015
Ronja96 hat geschrieben:
@Felix_der_Blaue: Danke für denn Tipp! Also Primark macht auf jeden Fall auch bei der "Detox-Verpflichtung" mit.
28.06.2015
Felix_der_Blaue hat geschrieben:
Super Bericht und sehr interessant, ich kann mich in diesem Sinne meinen Vorkommentatoren nur anschließen!
Aber da du am Anfang auch Primark erwähnt hast, weißt du (oder sonst jemand), wie es da mit der Achtgabe auf die Umwelt und die Menschen aussieht? Das würde mich nämlich auch sehr interessieren :)
27.06.2015
johannesS hat geschrieben:
Vielen dank für diesen Bericht. Habe bisher immer gedacht, dass C&A bzw. H&M so überhaupt nicht für "Umweltschonende Mode" einsetzten!
27.06.2015
RichardParker hat geschrieben:
Danke für den ausführlichen und interessanten Bericht. Ich finde es gut, dass C&A sich trotz des Haken um nachhaltige Kleidung bemüht, dass ist immerhin ein Anfang. Grüne Kleidung ist im Kommen, ich bin zuversichtlich!
26.06.2015
Luke24 hat geschrieben:
Ein sehr interessanter Bericht und insbesondere eine sehr gute Gegenüberstellung der Unternehmen H&M sowie C&A.
Ich persönlich halte es für sehr schwierig, Menschen davon zu überzeugen, Second-Hand-Artikel zu erwerben. Die Vorgehensweise von C&A scheint mir da schon was vielversprechender, auch wenn die Zertifizierung derzeit noch größtenteils nach nicht allzu strengen Richtlinien erfolgt.
So oder so. Es bleibt zu hoffen, dass sowohl für Verbraucher als auch für Anbieter zunehmend soziale und ökologische Gesichtspunkte in den Fokus rücken.
26.06.2015
Cookie hat geschrieben:
Danke für den tollen ausführlichen Bericht!
Dass Problem, dass es an Geld für armedangels fehlt, kenne ich leider auch, aber das für so viele Leute Second Hand Läden keine Alternative sind, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Dort kann man oft richtig tolle Sachen finden.
Gut zu wissen, was genau man sich unter der "Nachhaltigkeit" der Unternehmen so vorstellen kann. Ich denke, das ist zwar noch nicht genug, aber immerhin schon mal ein Anfang.
26.06.2015
Jayfeather hat geschrieben:
Super Bericht!!
Hab mich schon öfter gefragt, wie viel an C&As Nachhaltigkeit dran ist. Aber ich finde, das hört sich echt schon gut an :) Auch, wenn man natürlich immer noch was verbessern kann.
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