Fair, sozial, umweltbewusst!


Shop till


you drop


© WWF
Umweltbewusst? Ja, bitte! So leben? Nein, danke.


von midori
23.01.2013
33
1
100 P

Ich möchte wirklich voller Überzeugung behaupten, dass wir alle hier - die gesamte WWF Jugend Community - ein sehr umbeweltbewusstes Völkchen sind. Ganz logisch, möchte man meinen. Immerhin ist dies hier der beste Ort für Jugendliche, die gemeinsam etwas für den Umweltschutz erreichen wollen. Dennoch würde ich nicht soweit gehen, zu behaupten, dass wir auch alle umweltgerecht leben. Eine etwas kühne und wagemutige Unterstellung. Was hat es damit auf sich?

Lasst es mich mit den Worten von Andreas Diekmann erklären. Dieser Herr ist ein bekannter deutscher Soziologie und neben der empirischen Sozialforschung und der Spieltheorie liegt die Umweltsoziologie in seinem Fokus. Für Andreas Diekmann sind Umweltprobleme ganz klare Resulate eines fehlangepassten Verhaltens der Gesellschaft. Der Forscher stellt sich nun folgende Frage: Fördert positives Umweltbewusstsein automatisch auch umweltgerechtes Verhalten?


© Dado Galdieri / WWF-Canon

Gleich zu Beginn das ernüchternde Ergebnis: empirische Studien haben bewiesen, dass der Zusammenhang zwischen Umwelteinstellung und Umweltverhalten schwach ausgeprägt ist. Obwohl dem Menschen die Problemlage also bekannt ist, handelt er dennoch unvernünftig und nicht umweltgerecht. Nun stellt sich die Frage - ist dem Menschen die Problemlage bekannt oder ist sie ihm auch bewusst?

An dieser Stelle ist eine Definition des Begriffs Umweltbewusstsein sicherlich hilfreich. Umweltbewusstsein umfasst alle Situationswahrnehmungen, emotionalen Reaktionen, Kognitions- und Wissensbestände, Einstellungen zu politischen Maßnahmen im Bereich des Umweltschutzes sowie grundlegende Werteorientierungen.

 

© agrarfoto.com / WWF

Fakt ist: auch umweltbewusste Menschen handeln mitunter zuwider ihrem Wissensstand. Davon möchte ich die Mitglieder der Community nicht ausschließen. Das Umweltverhalten in verschiedenen Lebensbereichen ist vielschichtig und heterogen. So kaufe ich zwar gewissenhaft Lebensmittel aus ökologischem Landbau, fahre aber dennoch mit dem Auto zum Discounter, weil ich die schweren Einkaufstüten nicht durch die Stadt tragen möchte oder weil das Auto mich einfach flexibler werden lässt. Ich bin mir sicher, so einige von euch trinken morgens gern ihre Tasse Kaffee, obwohl wir hier alle am besten wissen, wieviele Liter Wasser eigentlich in einer Tasse Kaffee stecken.

Ein aktuelles Beispiel: die Energiewende. Klar, wir wollen den Ausstieg aus der Atomkraft, denn nur der Übergang in die Erneuerbaren Energien ist auf Dauer nachhaltig und vor allem sicher. Aber dafür mehr Geld bezahlen? Oder gar eine riesige Stromtrasse im Dorf erdulden? Da hört das Umweltbewusstsein dann doch auf. Darum können sich andere kümmern. Wir sind natürlich nicht dagegen, aber wir sind auch nicht so sehr dafür, dass wir jubelnd in die Luft springen und unser Geld und unsere Zeit hierfür hergeben.

Das ist leider die bittere Realität. Einerseits umweltbewusst, andererseits zu kurzsichtig und nicht bereit "Opfer" für eine Verbesserung zu erbringen, die noch einige Jahre auf sich warten lässt. Den Beweis bringt uns eine aktuelle Studie zum Umweltbewusstsein der Deutschen, die Umweltminister Altmaier am Freitag in Berlin vorgestellt hat. Demnach betrachten mehr als ein Drittel der Deutschen Umwelt- und Klimaschutz als wichtigstes Thema unserer Zeit. Nach dieser Einschätzung der Befragten rangiert das Umweltbewusstsein damit auf Platz zwei, ganz knapp nach Wirtschafts- und Finanzpolitik.

Ein Grund zur Freude, möchte man meinen. Die Studie belegt allerdings auch, dass die Bereitschaft, umweltfreundlich zu handeln, abnimmt. Vor allem Personen, die wirtschaftliche und soziale Probleme als primär erachten, stellen den Umweltschutz hintenan und und gaben an, der Umweltschutz müsse eingeschränkt werden.

Rund 20 Prozent der Befragten beziehen Ökostrom oder unterstützen erneuerbare Energien. Stromsparen ist aber schon lange nicht mehr im Trend. Das Konsumverhalten der Deutschen zeigt leider kein anderes Bild. Nachhaltigkeitsthemen spielen bei den Befragten nur eine untergeordnete Rolle. Grade einmal 6 Prozent der Befragten gaben an, Bioanbau und fairen Handel beim Kauf von Lebensmittel zu berücksichtigen.


© agrarfoto.com / WWF

Für die anstehende Energiewende bedeutet das vor allem eins, möchte man den Worten Peter Altmaiers Glauben schenken: die Energiewende müsse mit Blick auf den wirtschaftlichen Fokus vor allem preisgünstig gestaltet werden. Finanzielle Anreize oder Förderprogramme, die gezielt den ökologischen Konsum ankurben sollen, haben momentan keine Chance auf Verwirklichung. Stattdessen will man auf eine bessere Verbraucherinformation setzen.

Ist das nicht ein Paradoxon? Haben wir nicht eben gelernt, dass mehr Wissen über die ökologischen Probleme unserer Zeit nicht unbedingt zu umweltfreundlicherem Verhalten führen muss? Wozu also Verbraucher informieren? Umweltgerechtes Verhalten kennt viele Motive. Momentan befinden wir uns hier noch auf einer recht bescheidenen Ebene, denn zumeist wird umweltgerechtes Verhalten durch Überzeugung, finanzielle Mittel oder Zwang erreicht.


© National Geographic Stock / Medford Taylor / WWF

Wir müssen es schaffen, vom grünen Trend zur handlungsorientierenden Leitidee zu gelangen. Umweltbewusstsein und umweltgerechtes Verhalten müssen in den Köpfen und vor allem in den Herzen der Menschen verankert werden. Persönliche Betroffenheit ist eines der besten Argumentationsmittel in jeder Hinsicht. Und betroffen sind wir alle. Vielleicht noch nicht überall und vielleicht noch nicht jetzt. Aber schneller als uns lieb ist, wenn wir nicht endlich die Kehrtwende schaffen.

"Naturland" und der "Weltladen Dachverband e.V." haben gemeinsam im Rahmen der Kampagne "Öko + fair ernährt mehr!" eine Guerilla Aktion auf einem Wochenmarkt gestartet. Die Idee? Das fiktive Unternehmen "Agraprofit" hat ein innovatives Verkaufskonzept: billige Produkte und zugleich volle Transparenz der Produktkette. Damit halten die jungen Männer auch nicht hinterm Berg. Schokolade? Ja klar, aber nur mit Kinderarbeit!

Und? Habt ihr vor Entsetzen nur noch mit dem Kopf schütteln können? Unglaublich, oder? Aber zugleich gibt dieses Video Hoffnung. Denn nicht alle Menschen kaufen diese Produkte. Die billigen Preise kommen nicht gegen ihr Bewusstsein an. Und das gibt mir Hoffnung und das sollte euch auch Hoffnung geben. Wir müssen weitermachen, denn wir sind auf einem guten Weg! Ihr alle hier, jeder einzelne von euch, beweist Tag für Tag, dass die Jugend dem Umweltschutz eben doch die nötige Aufmerksamkeit schenkt. Und das ist klasse so! :o)

Keiner von uns kann perfekt sein. Wenn ihr früh gern eine Tasse Kaffee trinkt, dann bleibt dabei. Aber achtet auf fair gehandelten Kaffee. Und wenn ihr unbedingt mit dem Auto zum Einkaufen fahren müsst, dann erledigt doch gleich noch ein paar mehr Dinge in der Stadt! Jeder von uns kann seinen Beitrag leisten.

Umweltbewusst? Ja, bitte! So  leben? Kein Problem! ;o)

*************************************************************************************************************
Quellen:
TAZ.de, Umweltbewusstseinsstudie 2012, Block, Thomas, Aber so  leben? Nein danke!, aufgerufen am 23.01.2013.
Diekmann, Andreas, Umweltsoziologie, Opladen, Westdt. Verlag, 1996.
Titelbild © Budi Suryansyah/ WWF Indonesien
 

Weiterempfehlen

Kommentare (32)
Um einen Kommentar zu schreiben einfach registrieren oder einloggen.
Sortieren nach Aktualität:
11.10.2015
Pizzashop24 hat geschrieben:
Also ich muss mal hinzufügen: ja es stimmt wir sollten alle bewusster handeln und uns für die “bessere“ Variante entscheiden sooft es geht. Aber man darf dabei nie sich selbst vergessen! Manchmal ist es wichtiger einfach das zu machen was mehr Spaß macht! Wenn ihr anderer Meinung seit müsst ihr versuchen mich zu überzeugen ;)
Ich höre mir gerne was anderes an xD
09.03.2013
Ms.Smarty hat geschrieben:
Das ist krass. Die Leute hören, dass die Schokolade für 0,39? aus Kinderarbeit ist und kaufen das trotzdem. Aber allerdings sind ja auch nicht alle dafür, das zu kaufen.
Aber z.B. Rittersport Schokolade kostet im Laden 85 Cent und die Bioschokolade im Lidl kostet bloß 39 Cent. Die kaufe ich immer:). Das lohnt sich für mich dann auch. Ich habe Bioschokolade und muss nicht mein ganzes Taschengeld ausgeben.

Aber danke, dass du mir die Augen geöffnet hast.
13.02.2013
RonjaJanina hat geschrieben:
Danke für diesen Bericht!
03.02.2013
Puma hat geschrieben:
@ilovecats:ich mag deinen Link,aber jetzt will ich diese Schoki unbedingt haben.und das is nich so gut... :) xD
und den artikel von peets link find ich gut.mal sehen,wie lange sie durchhält.wir lesen die zeit,also kann ich ja mal gucken. :)
30.01.2013
ilovecats hat geschrieben:
Toller Artikel, interessantes Video. Extrem, wie die Leute wirklich was über Kinderarbeit hören und dann eiskalt trotzdem zugreifen. Ich denke, die glauben einfach: "Wenn die das so offen zugeben, dann kann es ja nichts Schlimmes sein." Und dann sehen sie die Preise und jeder Rest von Gewissen ist dahin. Also meine absolute Lieblingsschokolade zum Beispiel ist fair trade: http://www.zotter.at/de/das-ist-zotter.html
Kleiner Tipp für die Naschkatzen hier ;)
28.01.2013
micah hat geschrieben:
@Uli: Ich weiß, dass meine ganzen Kanadaflüge unverzeilich sind, ich habe deswegen auch ein rabenschwarzes Gewissen und genau deswegen meinte ich ja, ich schließe mich da selber gar nicht aus. Trotzdem denke ich ein gewisser grad an Strenge ist schon nötig, um den Leuten klar zu machen, dass ein paar Petitionen unterschreiben und Biogemüse kaufen eben nicht reicht und den Langstreckenflug nicht entschuldigt. Dein Artikel fängt da super an - aber am Ende kommt dann doch wieder der Wohlfühlsatz nach dem Motto - ich bin Mitglied bei der WWF Jugend, damit mache ich alles richtig und darf dafür mit gutem Gewissen einmal im Jahr nach Hawaii fliegen. Und das will ich einfach so nicht stehen lassen.

PS: Der Artikel aus Peters Link spricht mir aus der Seele.
26.01.2013
Peet hat geschrieben:
Hier ist übrigens ein Artikel gena zu diesem Thema: http://www.zeit.de/2013/05/Lebensstil-Nachhaltig-Oekologisch-Fair-Bewusst
26.01.2013
Alyeska hat geschrieben:
Schockierend ist nicht nur, wie gut die Männer diese Sachen an den Mann bringen, am schockierendsten ist, dass Leute, die darüber informiert wurden, sowas dann auch noch kaufen!
26.01.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
26.01.2013
Nick97 hat geschrieben:
erschreckend wie viele leute trotz der angesprochenen punkte dennoch diese waren kaufen würden. amn muss heutzutage wohl einfach nur einen anzug haben und gut überzeugen können , dann wird man wohl auch den größten mist los. aber wenigstens waren einige leute skeptisch
25.01.2013
Peet hat geschrieben:
@Uli: Das hat nichts mit Strenge zu tun und auch nicht damit, ob wir selber igendwo hin fliegen oder nicht. Ich behaupte auch nicht von mir umweltbewusst zu leben. Du hast ja den Artikel geschrieben. Aber wenn es schon eine solche Diskussion gibt, muss eben auch ehrlich gesagt werden, dass wir nicht umweltbewusst leben. Ob es eine Utopie ist eine Welt zu haben, die umweltfreundlich handelt, kann ich nicht sagen. Ggf. wird diese Utopie früher oder später zwangsweise kommen. Wir geben ja momentan alles dafür, dies zu einer Realität zu machen.
25.01.2013
Puma hat geschrieben:
geile aktion,muss man sagen.dass die immer gerade das aufgezählt haben,was man eigentlich vermeiden möchte find ich auch iwie witzig.aber nur so führt man die realität vor augen.aber es haben meiner meinung nach trotzdem erschreckend viele leute was gekauft.
25.01.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Vom Eingestehen des Fehlers bis zum Ändern des Lebensstills ist es ein weiter weiter Weg......

Ich kann mich Zerschmetterling komplett anschließen.
Sich seinen Fehlern bewusst werden, anfangen Dinge zu ändern und dann immer weiter machen. Dinge auf die ich nicht verzichten kann, durch besser Alternativen ersetzen und anderes gänzlich weglassen.
Die Welt hat sich nicht an einem Tag erschaffen, wir können sie auch nicht an einem Tag ändern. Aber wir müssen anfangen, und dass besser vorgestern als gestern.

Jaich bin nach Afrika geflogen und wir sind mit einem Fahrzeug durch die Länger gefahren. Aber, wir haben auf einem Gasherd gekocht, hatten tagelang keinen Strom zu Verfügung und das Salzwasser aus der Dusche kam aus nem Wassertank. Das Holz fürs Lagerfeuer haben wir in Dörfern am Straßenrand gekauft usw usw.
Wo Schatten ist, ist auch immer Licht.

Wo ich Peter absolut verstehen kann, ist die Tatsache, dass viele vieles von sich behaupten zB naturverbunden zu sein, aber keine Ahnung haben vorüber sie reden. Tiere sind süß ber sie sind auch - teilweise - Jäger und damit töten sie. Wirklich süß finde ich das nicht, aber so ist es eben. Ein kranker Elefant sondert sich von der Gruppe ab um diese nicht zu gefährden. In Afrika hat mein Herz geblutet als wir so einen einsamen und kranken Elefanten gesehen haben. Aber das ist eben die Natur. Sie sondert aus, damit der Sträkere und der Gesundere seine Gene weitergibt und das Gleichgewicht zwischen Jägern und Beute stabil bleibt. In der Natur gibt es nur selten Platz für Mitgefühl.

Ok, jetzt bin ich doch etwas vom Thema abgekommen :)
25.01.2013
midori hat geschrieben:
@Peter und Meike

Ich finde schon, dass ihr in dieser Hinsicht etwas zu streng mit anderen und auch mit euch selbst seid. Immerhin seid ihr auch beide nach Kanada und/oder in die USA geflogen... mehrmals.

Ich halte es für unmöglich in einer Welt wie dieser zu 100 Prozent umweltfreundlich zu leben. Klar, wenn man in einer großen Stadt wohnt und locker mit dem Rad zur Arbeit fahren kann, mag das schon sein. Aber mir bleibt bspw. nur der Zug zur Universität. Der ist immernoch umweltfreundlicher als das Auto, verschmutzt aber trotzdem die Umwelt.

Wenn ich wirklich vollkommen umweltfreundlich leben wollte, dann müsste ich mir irgendwo einen kleinen Bauernhof auf dem Land suchen und mein Gemüse selbst anbauen, denn selbst wenn ich mir meine Lebensmittel auf dem Markt oder im Bioladen kaufe, sind sie dorthin transportiert worden. Und ganz bestimmt nicht mit dem Fahrrad.

Davon mal abgesehen verbrauchen wir alle Unmengen Strom. Wir können von Glück reden, dass die Energiewende jetzt endlich auch umgesetzt wird, sonst hätten wir hier alle ziemlich viel Dreck am Stecken, so oft und lange wie wir in der Community unterwegs sind! ;o)

Was ich damit sagen will - man soll sich bestmöglich bemühen, das größte rauszuholen und so umweltfreundlich wie nur möglich zu leben. Aber wenn man ernsthaft meint, 100 Prozent wären kein Ding, dann muss man sich wohl eine Höhle in der Wildnis suchen. Und das ist in der Tat ein Rückschritt.
25.01.2013
micah hat geschrieben:
Wollte ungefähr das gleiche sagen wie Peter. Ich fände es sehr deprimierend, wenn man in einer postmodernen Gesellschaft nicht zu 100% umweltfreundlich leben könnte. Das hieße ja, dass wir zwangsläufig unseren Planeten zerstören werden und müssen, denn es ist anders nicht möglich!

Das glaube ich aber nicht. Es ist sehr wohl möglich. Es ist nur mit unserem momentanen Lebensstil nicht möglich. Und die Gründe, dass wir diesen Lebensstil nicht ändern, sind Faulheit, Bequemlichkeit, Luxusdenken und gesellschaftlicher Druck. Nichts anderes. Ich will mich da selber gar nicht ausnehmen, ich bin dessen genauso schuldig wie jeder andere hier. Aber das einzusehen ist der erste Weg zur Besserung, und ich werde die Diskussion hier als Anstoß nehmen meinen Lebensstil weiter zu hinterfragen.

Und @Zerschmetterling: Sorry, aber einmal im Jahr nach Hawaii fliegen ist ganz sicher nicht "drin", wenn man umweltfreundlich leben will - so ein Langstreckenflug verbraucht locker dein komplettes CO2 Budget für mehrere Jahre! Die gute Nachricht: Man muss ja nicht auf Urlaub verzichten. Mit dem Rad an die Nordsee wäre da eine gute Alternative :)
24.01.2013
Peet hat geschrieben:
@Uli: Natürlich ist es möglich in einer postmodernen Gesellschaft so zu leben, nur sind wir dazu einfach nicht bereit - mehr braucht dazu eigentlich auch nicht gesagt zu werden. Niemand will auf irgendwas verzichten und somit sind wir wieder am Anfang der Geschichte. Im Endeffekt könnte auch das ganze Wirtschaftsmodell hinterfragt werden bzw. zwangsläufig muss es das sogar, um überhaupt noch Bestand zu haben.
24.01.2013
Zerschmetterling hat geschrieben:
Wirklich schöner Artikel, der eine traurige Wahrheit offenbart.
Es stimmt. Viele wissen, was sie tun und ändern könnten, um umweltbewusster zu leben, tun es aber nicht. Das ist schon traurig.
Es geht meiner Meinung auch nicht darum, von jetzt auf gleich sein ganzes Leben umzukrämpeln. Aber Schritt für Schritt, unaufhörlich, immer umweltbewusster zu leben.
So machen wir das in meiner Familie auch.
Von der Umstellung auf BIO-Fleisch, bis zu der Umstellung, jetzt nur noch strengzertifiziertes (Demeter;Bioland) Biofleisch zu kaufen. Von Ernährung bis zum weiteren Lebensstil, wollen wir uns immer weiter verbessern.
Aber da geht es vielleicht auch schon weiter:
Wenn die Menschen es vom Kopf her verstanden haben, es sie aber am Herzen nicht kümmert, dann bleiben sie bei ihren umweltschädlichen Verhalten.
Aber ich LIEBE die Natur und die Tiere, vom ganzen Herzen. Die Natur ist Teil meiner Heimat und die Tiere sind meine Freunde. Und deswegen setzte ich persönlich, alles daran mich stetig weiter zu verbessern. Natürlich lebe auch ich nicht zu hundert Prozent umweltfreundlich. Aber, wie schon beschrieben, habe ich einen Weg eingeschlagen, der, desto weiter ich gehe, umso umweltfreundlicher wird.

Des weiteren glaube ich aber auch, das aktiver Umweltschutz nicht unbeidngt mit Verzicht einher gehen muss. Gut, im gewissen Rahmen schon. Wenn jemand zum Beispiel sein Essverhalten umstellen müsste. Dann bedeutet es für einige vlt. schon ein Verzicht, wenn sie nur noch ein mal in der Woche Fleisch essen. Man darf auch mit dem Auto in die Stadt fahren. Und auch (Groß-)Einkäufe mit dem Auto erledigen, um sich, um bei deinem Beispiel zu bleiben, nicht mit den schweren Tüten rumplagen zu müssen. Dann gibt es aber auch einen Grund für den PKW. Es geht dabei auch nur darum, es nicht zu übetreiben. Nicht das Auto zu nehmen, wenn man zu Fuß nur 5-10 Minuten braucht.
Wenn man ein mal im Jahr mit dem Flieger in den Urlaub fliegt, darf man sich das auch können. Der andere Weg nach Hawaii ist auch viel umständlicher. Kritisch wird es, wenn man zum Vielflieger mutiert. Wobei auch Damen wie Jane Goodall Vielfliegerinnen sind. Und ihr möchte ich in dem Zusammenhang, in dem sie reist, auch keine Vorwürfe machen.
Mülltrennung, Plastiktüten wiederverwenden, FCS, MSC, Recycling, Fairtrade, Bio ... - das sind alles, im Einzelnen, Kleinigkeiten, die aber zusammengenommen Großes bewirken.

Also ein Hoch auf deine letzte Aussage:
>Umweltbewusst? Ja, bitte! So leben? Kein Problem!<

Peace :)
24.01.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
24.01.2013
midori hat geschrieben:
@Peter

Die Antwort hat uns sogar die Ernährungsgruppe des 2ºCampus geliefert. Es verbraucht wohl im großen und ganzen mehr CO2 wenn man Fleisch isst, statt exotisches Obst. Darüber bin ich ganz glücklich ;)

@Meike

Ich denke, man darf nicht zu streng sein. Ein Leben in einer postmodernen Gesellschaft erlaubt einfach kein zu hundert Prozent umweltfreundliches Leben. Deshalb: so viel wie möglich ist eine gute Variante :)
24.01.2013
micah hat geschrieben:
Guter Bericht und genau das, was ich schon lange denke. Allerdings würde ich sagen, du bist noch viel zu vorsichtig. Es ist nicht der eine oder andere von uns, der ab und zu nicht ganz umweltbewusst lebt. Ich würde sagen, keiner von uns lebt so, wie man eigentlich leben müsste. Und wir alle wissen das. Und die allermeisten von uns sind in ihrem Lebensstil sogar meilenweit davon entfernt, umweltgerecht zu leben. Biofleisch kaufen alleine reicht eben nicht ansatzweise aus.

Trotzdem sollte das natürlich kein Grund sein, aufzugeben, sondern im Gegenteil den eigenen Lebensstil ganz genau zu hinterfragen und zu überlegen, was man noch besser machen kann. Und vor allem mal all das zu hinterfragen, von dem man im ersten Moment denkt, das kann ich nicht aufgeben!
24.01.2013
Peet hat geschrieben:
Noch eine Sache: @Uli: Wenn du exotisches Obst isst, könnte ich auch fragen. Warum dann nicht lieber regionales bio Fleisch, und saisonales Obst? Denn jedes mal die Sachen aus Costa Rica etc. importieren ist ja auch nicht wirklich ökologisch, wie du schon bemerkt hast. Mich würde einmal die Rechnung interessieren, die zeigt, was besser wäre.
24.01.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
24.01.2013
Peet hat geschrieben:
Ging um das Thema Klamotten etc. ;)
24.01.2013
midori hat geschrieben:
@Peter

Ehrlich gesagt.. ne! :D Aber das ist auch heute noch so. Vielleicht nicht mehr unbedingt im Lebensmittelbereich, wenn das damals unsere Diskussion betraf. Aber ich würde trotzdem gern einmal im meinem Leben nach Afrika fliegen, obwohl ich weiß, dass es viel CO2 verbraucht.

Ich kaufe mir auch ständig exotisches Obst, denn wenn ich schon vegetarisch lebe, dann möchte ich wenigstens vielfältig leben und mit Obst ist es bei uns im Winter nun einfach mal nicht so weit her.... :D
23.01.2013
Peet hat geschrieben:
Danke, Uli. Schöner Bericht. Genau das predige ich ja auch immer...Selbige zum Thema Natur/Wildlife. Jeder fühlt sich so naturverbunden, aber niemand weiß, was dies überhaupt bedeutet...Tiere sind so süß aber wenn sie sich gegenseitig futtern ist das schrecklich. Immer wieder gut bei Facebook oder im realen Leben im Zoo zu beobachten. ;)

Aber Uli. Kannst Du Dich noch an die eine Diskussion mit mir erinnern, wo Du mal meintest: Ich will mir ja auch mal was gönnen?! ;) Will jetzt hier nicht so ins Detail gehen...
23.01.2013
Sandsturm hat geschrieben:
Sehr schöner Artikel.
Umweltbewusst? Immer! So leben? Wann immer es geht.
23.01.2013
regentag hat geschrieben:
Super Artikel!

Die Beispiele, die du gebracht hast, stimmen total. Jedes kleine Dorf regt sich darüber auf, wenn ein Windkraftwerk drei Kilometer entfernt gebaut werden soll... und über die Gegenargumente kann man sich nur tot lachen. Da heißt es, der Schatten des Windrads würde Depressionen hervorrufen... aha.

Was mich auch wirklich erschreckt hat, ist, dass nur 6% der Menschen auf die Herkunft und Produktionsweise der Lebensmittel achten?! Kaum zu glauben...
Ich finde es traurig, wie wenig unsere guten Vorsätze im Vergleich zum Geld zählen. Wie kann man diese Mentalität ändern?
Aber wenigstens reagieren die Leute in dem Video menschlich und kaufen keine Eier aus Käfighaltung und Schokolade aus Kinderhänden. Schade, dass nicht alle Lebensmittelproduzenten so transparent sind.
Das wäre doch mal eine Idee: So wie jetzt auf Zigarettenpackungen kaputte Zähne und Raucherlungen abgebildet werden, sollten die Lebensmittelverpackungen Bilder aus der Produktionskette zeigen! Da würden viele Menschen sicher zweimal überlegen, bevor sie etwas in ihren Einkaufswagen legen.... Leider nicht besonders realistisch :)
23.01.2013
MaRyLoU hat geschrieben:
Ganz schön erschreckend :O Mit sowas rechnet man ja nun wirklich nicht, wenn immer mehr Leute von dem Thema wissen und informiert sind. Doch wenn bei sich selber genauer hinsieht, merkt man auch Kleinigkeiten, die dem Umweltbewusstsein widersprechen. Und dabei denke ich, dass wir uns in der Community schon mehr als andere bemühen...

Auf jeden fall danke für den Artikel ;)
23.01.2013
weltenretterin16 hat geschrieben:
Wie du gesagt hast, war es einfach nur erschreckend, die reaktion der meisten leute zu sehen!! ich finde das zeigt vor allem das es allein daran liegt wie überzeugend die leute rüberkommen, das die kunden ihnen im wahrsten sinne des wortes alles abkaufen..
selbst der satz "durch diese ausbeutungsprozesse" wird überhört, weil die verkäufer "symphatisch" sind.
da vermutet man ja schon, wer das alles wirklich macht...

aber gut, das es auch welche gab, die die vorstellung so absurd fanden, dass sie es nicht geglaubt haben. das gibt hoffnung!!
guter bericht!
23.01.2013
Juliaaa hat geschrieben:
GENAU das habe ich mich heute gefragt. Richtig guter Bericht :-)
23.01.2013
LSternus hat geschrieben:
Also ganz ehrlich, 100% öko krieg ich nicht hin. Ich versuch aber so viel wie möglich umzustellen.
Auch kleine Dinge verändern etwas wenn genug es tun und man muss auch nicht alles auf einmal wollen.
23.01.2013
BirgitEichmann hat geschrieben:
Liebe Midori,
danke für den gelungenen Artikel, der ist echt klasse geworden! Nun bin ich gespannt auf weiter Kommentare.
Login
E-Mail


Passwort


Kostenlos registrieren
Mitglied werden
Könnte dir auch gefallen
Aktionstag Blauer Engel
Aktionstag Blauer Engel
Letzte Woche wurde ich eingeladen, Teil vom „ Aktionstag Blauer Engel“ zu sein, Einb... weiter lesen
Wasser - Hahn oder Flasche?
Wasser - Hahn oder Flasche?
Wasser, Wasser, Wasser Wasser ist das wohl wichigste Grundnahrungsmittel des Menschen. Erst... weiter lesen
Fairtrade-Schools Fachtagung in Münster
Fairtrade-Schools Fachtagun...
Leben verändern durch Wandel im Handel In Münster fand am 21.4.2016 eine Facht... weiter lesen
Regionale Produkte sind besser!
Regionale Produkte sind bes...
Ich wollte mal ein Thema ansprechen, was ich persönlich für sehr wichtig halte. M... weiter lesen
Baumfreundlich ins neue Schuljahr starten (und andere Tipps rund ums Papier)
Baumfreundlich ins neue Sch...
Die Schüler in Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen müsse... weiter lesen
Deine Ansprechpartner
Marcel
Marcel Gluschak
WWF Jugend Community Manager
zum Profil
Luise
Luise Neßler
WWF Jugend Community Moderatorin
zum Profil
MarcelB
Marcel Brüssow
WWF Jugend Redaktion
zum Profil
Ronja96
Ronja Post
WWF Jugend Aktionsteamer
zum Profil
HannahFee
Hannah Fesseler
hilft dir bei technischen Fragen
zum Profil
AndreaRentschler
Andrea Rentschler
hilft dir bei Fragen zur WWF Jugend Mitgliedschaft
zum Profil
NicoleB
Nicole Barth
hilft dir bei Fragen rund um die WWF Jugend Camps
zum Profil