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© WWF
Souvenirs von denen man die Finger lassen sollte


von LSternus
25.10.2014
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Diese Souvenirs haben einen hohen Preis, egal wie viel man dafür gezahlt hat, denn den Preis zahlen andere.


Ich spreche hier von Urlaubssouvenirs, welche aus bedrohten Tier – und Pflanzenarten gefertigt wurden. Ausgestopfte Tiere, Schlangenleder, eingelegt Reptilen, exotische Federn – alles Mitbringsel deren Einfuhr nach Deutschland oft verboten ist und die mindesten einem Tier das Leben gekostet haben, im günstigsten Fall, denn es handelt sich dabei fast immer um gefährdete oder bedrohte Arten.


Zwischen 2008 und 2013 beschlagnahmte der Zoll rund 500.000 geschützte Tiere und Pflanzen, bzw. Erzeugnisse aus diesen Arten, welche als Andenken nach Deutschland gebracht werden sollten.


Dabei handelt es sich oft nicht einmal um Schmuggelware im engeren Sinne, denn die meisten Urlauber kaufen unbewusst diese Produkte, sind sich daher auch nicht bewusst, dass sie erstens eine Straftat begehen und zweitens einen katastrophalen Raubbau an der Natur am Laufen halten. Darunter finden sich dann oft Dinge wie getrocknete Meerestiere, Muschel, Korallen, oder Lederproduckte bei denen man als Laie nicht sofort erkennt, dass diese beispielsweise aus Krokodilleder bestehen.


Allen die sich gerne mal exotische Souvenirs gönnen, sich bis lange aber keine Gedanken über mögliche Konsequenzen gemacht haben (ich rechne nicht damit dass diese Leute in der Community registriert sind ;)) möchte ich an dieser Stelle folgendes mitteilen:


Unwissenheit schützt nicht vor Strafe, aber was noch viel wichtiger ist, für ein Ökosystem macht es keinen Unterschied ob ihr böse Hintergedanken hattet oder nicht. Ihr finanziert und fördert einen massiven und absolut verehrenden Raubbau an der Natur und bringt damit unzählige Arten und ganze Ökosysteme in Gefahr. Der einzige Unterschied wird vermutlich der sein, dass die Strafe nicht ganz so hoch ausfallen wird, als für jemanden der wissentlich gefährdete Tiere schmuggelt, aber vorbestraft wegen der illegalen Einfuhr geschützter Arten seid ihr dann trotzdem. Informiert euch, sucht euch Rat, Links befinden sich bei meinen Quellen. Und falls ich euch dennoch nicht sicher seit ob das was auf dem Ladentisch vor euch liegt, nicht doch eine Geschützte Art ist, dann lasst es lieber liegen und macht an Stelle dessen ein paar schöne Fotos, druckt sie aus und hängt sie euch als Bilder an die Wand.


Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch die die ganz genau wissen, dass sie eine Straftat begehen und die sich nicht für einfache Urlaubsouvenirs interessieren. Hier geht es dann in der Regel um Statussymbole, wie ausgestopfte Großkatzen, seltene Vögel, Haiflossensuppe.
 

Ein kurzer Einwurf zur Haiflossensuppe: Ich war vor kurzen auf meiner Abifahrt in Kroatien. Dort waren wir auch im Meeresbiologeschen Zentrum auf der Insel Krk um dort zu schnorcheln und dort habe ich etwas ungeheuer interessantes erfahren. Der Verzehr von Haiflossensuppe ist seit kurzem in China verboten, gilt dafür an der New Yorker Börse als Statussymbol.
 

Aber zurück zum Thema. Zahlungskräftige Kunden kaufen ihre Waren nicht bei kleinen Einzelhändlern. Sie vergeben Aufträge, sei es ein Tigerkopf oder einen lebend Affen als exotisches Haustier. Zwischen Tierfänger und Käufer stehen noch skrupellose Zwischenhändler und Schmuggler.


Ähnlich verhält es sich mit fragwürdiger und oft ebenso wirkungsloser Medizin, wie zerstoßene Nashornhörner oder Bärengalle.


All jenen die für Profit und Status bereit sind, einen ganzen Planeten zu opfern, möchte ich mitteilen: Ist es euch wirklich wert ganze Ökosysteme zu opfern, um des schnöden Status Willen? Wenn ja, sage ich euch, und ich glaube ich spreche hier für die gesamte Community, wir werden nicht aufhören euch das Leben schwer zu machen und wir werden um jeden einzelnen Tiger und um jedes Nashorn kämpfen.


Und wir haben unsere guten Gründe. Wer geglaubt hat Mensch und Natur würde unabhängig voneinander existieren hat sich geirrt. Ich rede nicht vom Klimawandel, nicht von Überflutungen, nicht von Stürmen, von nichts was man auf zukünftige Generationen abwälzen könnte. Der Zusammenbruch eines Ökosystems hat unmittelbare Auswirkungen auf das hier und jetzt und auch auf den Menschen.


Ein ebenso reales wie erschreckendes Beispiel ist der Fall der bolivianischen Fleckenkatze. Zum Unglück dieser Katze ist ihr Fell in Europa sehr begehrt, was zu einer intensiven Bejagung führte. Mit der Dezimierung dieser Katzen geriet das ökologische Gleichgewicht aus den Fugen. Ihre Hauptbeute, eine Rattenart begann sich in Übermaß zu vermehren. Tragischer Weise kann diese Rattenart Viren auf Menschen übertragen und löste eine Seuche aus, welche mehr als 2000 Menschen das Leben kostete.


Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der Umweltschutz auch im Urlaub im Dienst ist. Und auch hier gilt: Wissen ist Macht. Ratgeber und Broschüren werden fast überall angeboten. WWF, IFAW, Zoll und auch das Bundesfinanzministerium bieten sie kostenlos an, inklusive Handyapps.


Wer sich noch einmal persönlich informieren möchte kann, das unter anderem beim Informations – und Wissenschaftsmanagement des Zoll tun.
Mo. – Fr. von 8:00 – 17:00


Carusufer 3 – 5
01099 Dresden
Tel.: 0351/44834 – 510
Fax: 0351/44834 – 590
E – Mail: info.privat@zoll.de


Alle Angaben sind öffentlich und stehen unteranderem für jeden frei zugänglich auf der kostenlosen Infobroschüre des Bundesministeriums der Finanzen.


Ich bedanke mich fürs lesen und bitte euch die Links gerade an die weiter zu leiten, die mit Umweltschutz nicht so viel am Hut haben.


Links und Quellen:


www.artenschutz-online.de
www.bundesfinanzministerium.de
www.ifaw.org
www.wwf.de 

Alle Bilder habe ich selbst gemacht, aufgenommen im Deutschen Zollmuseum, Hamburg.
 

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Kommentare (6)
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12.11.2014
Sarahliebtsingen hat geschrieben:
Huhu,
meine Frage zu dem Bericht wäre noch, gehören die mini Strandmuscheln die man an der Nordsee kaufen kann, dazu? Weil die Tierchen sind ja schon tot, oder die Muscheln leer.
Und was ist mit den Rauschhörmuscheln?

Falls nicht werde ich in Zukunft drauf achten.

Liebe Grüße Sarah
27.10.2014
OekoTiger hat geschrieben:
Guter Bericht!
26.10.2014
Julia99 hat geschrieben:
Guter Bericht und ich finde er ist auch sehr gut geschrieben :)
Danke :)
26.10.2014
midori hat geschrieben:
Vom WWF gibt es übrigens auch einen Souvenirführer, in dem nochmal alle Pflanzen und Tiere stehen, die man besser nicht in den Koffer packen sollte ;o)

http://www.wwf.de/aktiv-werden/tipps-fuer-den-alltag/umweltvertraeglich-reisen/wwf-souvenirfuehrer/

Danke @LSternus für das wichtige Thema!
26.10.2014
Ria2000 hat geschrieben:
Schöner artikel, cool! :)
Ja, das mit solchen Souveniers ist echt schlimm, manche Leute kaufen sich im Urlaub irgendwas und denken nicht im Mindesten daran, WAS genau siesiech da jetzt gekauft haben - eben z.B. Schalen von bedrohten Muscheln, eine Schale aus geschütztem Tropenhopz oder einen Zahn von einem geilderten Hai!
Wenn man sich im Urlaub etwas kauft, muss man extrem darauf achten, as was es besteht!
25.10.2014
LSternus hat geschrieben:
Eigentlich wollte ich noch einige Bilder in den Bericht einbauen, dies scheint aber aktuell nicht zu funktionieren.
Ich entschuldige mich dafür und hoffe, dass ich die Bilder später nachträglich einfügen kann.
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