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Sojafuttermittel und Klimwandel?


von TaniaTukan
19.11.2012
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Soja - eine Pflanze auf Vormarsch. Laut Wikipedia wurden im Jahr 2010 über 261,6 Mio. Tonnen Soja geerntet, die weltweite Anbaufläche dafür betrug ca. 103 Mio. Hektar.

Ich möchte hier keine neuen oder alten Fakten über diese Pflanze aufreihen sondern viel mehr an eurem Wissen teilhaben, denn ich habe folgendes Problem:
Wenn es um Fleisch und Klimawandel geht, ist die erste Begründung, dass Soja als Futter angebaut wird – die Folgen sind bekannt.
Ich habe in den letzten Monaten zwei Menschen getroffen, die in der Agrarindustrie arbeiten bzw. Gearbeitet haben und mit ihnen darüber diskutiert – und zu meinem großen Erstaunen einen völlig neuen Denkanstoß bekommen:
Soja an sich würde gar nicht als Futter angebaut – dafür sei es viel zu teuer.

Tatsächlich findet sich Soja, oder besser gesagt das Sojaöl, heutzutage in so gut wie jedem Lebensmittel, was industriell hergestellt wird und eine bestimmte Konsistenz haben soll, von geschichteten Puddings über alle möglichen Gebäcke, Aufschnitte und Aufstriche bis hin zu Nutella und Eis.
Meist wissen wir überhaupt nicht, wo genau jetzt Soja drin ist, denn auf der Inhaltsstoffeliste erscheint nicht immer der uns geläufige Name sondern Lecithin, Miso und Tempeh, auch hinter Pflanzenöl, pflanzliche Proteine und Emulgatoren versteckt sich häufig Soja – die Liste könnte noch weiter gehen.
Ich überprüfe seitdem interessehalber alle Fertigprodukte auf seine Inhaltsstoffe und habe festgestellt, dass Soja wirklich fast überall drin ist.

Das ist ja an sich nicht schlecht, schließlich werden dieser aus Asien stammenden Öl- und Hirsepfalnze alle möglichen positiven Eigenschaften nachgesagt. Leider ist es aber auch, gemeinsam mit Mais, Nummer 1 der gentechnisch veränderten Lebensmittel.

Und Soja, Fleisch und Klimawandel? Wie selbst auf Wikipedia nachlesbar, wird der Großteil der Sojaproduktion (über 90%) gepresst. Die 20% Öl, die dabei herauskommen werden ohne Zweifel hauptsächlich von uns, der westlichen Welt, verzehrt, laut Wikipedia größtenteils in Form von Salat- und Kochöl, sowie Brat- und Backfett.
Die 80% Rest ergeben eine Art Mehl, was ins Tierfutter gemischt wird – zu meinem Erstaunen (wieder handelt es sich um Wikipediaangaben)werden Hühner am meisten mit Sojamehl gefüttert (46%), auf Schwein und Rind hingegen entfallen jeweils nur 20-25%.

Ich bin selbst Vegetarierin, aus Umwelt- und Klimagründen und habe vor ein, zwei Wochen die Freuden des Kochens mit Tofu entdeckt.
Wenn mich jemand fragt, wieso ich Vegetarierin bin, dann nenne ich immer zuerst den Klimagrund – aber es hat sich mir aus den beschriebenen Gründen ein stiller Zweifel ob des Zusammenhangs Soja-Tierfutter und Klimawandel eingeschlichen und würde mich über tiefgreifenderes Wissen oder nützliche Links freuen.

Quelle Bild: http://www.nutritionnel.com/le-soja.html

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Kommentare (5)
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11.12.2012
Carinaa hat geschrieben:
Erstmal: toller Bericht!
Ich hätte nicht gedacht das der Sojaanbau so eine wichtige Rolle spielt!
Ich überlege es mir jetzt auch, ob ich Vegitariern werde, habe es eine zeit lang auch geschafft..
28.11.2012
TaniaTukan hat geschrieben:
Auf den Seiten vom WWF über Fleisch und Klima ist ebenfalls der Zusammenhang beschreiben:
http://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/fleisch/
http://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/fleisch/soja-als-futtermittel/
Es wäre schön wenn jemand aus dem WWF-Team dazu Stellung nehmen könnte...
28.11.2012
TaniaTukan hat geschrieben:
@Stoffie: klar bleibt ein zu hoher Fleischkonsum soja hin oder her klimaschädlich, denn der Wasser- und CO2-Ausstoß ist davon unberührt weiterhin extrem hoch.
28.11.2012
Stoffie hat geschrieben:
ich muss mich den anderern anschließen: gedacht habe ich das auch immer. allerdings das argument ich bin vergetarier um den klimawandel aufzuhalten gilt doch immer noch oder?
schließlich muss ja auch anderes futter für tiere angebaut werden...
19.11.2012
Schimon hat geschrieben:
Auf Rind und Schwein JEWEILS so heißt es. sodass es einen beträchtlichen Unterschied ausmacht. Da vor der starken Sojaproduktion (bevor 1970) weiterentwickelte Grasarten wie Weizen, Gerste und Schrot aus Raps verwendet wurden, finden diese Zutaten je nach Betrieb auch heute noch neben dem Sojamehl Verwendung.
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