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© WWF
Sharing Economy: Teilen und Leben


von Peet
03.07.2013
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So geht es nicht weiter. Der Living Planet Report des WWF Deutschland hat nachgewiesen, dass wir bis zum Jahr 2030 einen zweiten Planeten bräuchten, um unseren Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken. Ein Umdenken muss her. Die Sharing Economy ist ein Ansatz in die richtige Richtung.

Wir können zwar alles gleichzeitig besitzen - aber nicht alles gleichzeitig nutzen. Das Motto muss also lauten: Teilen und leihen. Die Grundidee ist nicht neu, sondern immer schon ein Teil der Gesellschaft gewesen. Aber die Idee wird zunehmend digital.

Die App Stuffle bietet einen virtuellen Flohmarkt, der den Nutzern lokal, schnell und mobil den Austausch von Gegenständen ermöglicht. Adrian Korte von Stuffle, erklärt wie die App funktioniert: Ein Produkt wird fotografiert, mit 140 Zeichen beschrieben und bekommt einen Preis. Andere Nutzer können innerhalb von Sekunden sehen, was in ihrem Umkreis angeboten wird. In kürzester Zeit entstehen so kleine Transaktionen, die alten Waren ein neues Leben geben. Was nicht mehr gebraucht wurde, hat nun wieder einen Wert. „Lustigerweise“, so Korte, „werden innerhalb der App prozentual gesehen am häufigsten iPhones verkauft, die via iPhone fotografiert werden – unmittelbar gefolgt von Kleidung.“

Korte gibt zwar zu, dass der ökologische Gedanke bei der Entwicklung eher einen geringeren Ansatz gespielt hat. Dennoch ist auch er umso erfreuter, dass sich durch den Ansatz der Lokalität und des Teilens automatisch eine Reduzierung des ökologischen Fußabdruckes ergibt. „Der Verzicht auf große Wege ermöglicht zudem den emissionsfreien Transport.“, sagt Korte.

Ein Auto – statt acht

Stuffle ist auch nur ein Beispiel von vielen in diesem Bereich. Ob leihdirwas.de, frents.com oder die boomenden Car-Sharing-Angebote sie alle verbinden die Stichworte teilen und ökologischer Fußabdruck. Wir besitzen kein Auto mehr, wir leihen es uns. Ermöglicht wird das mit der Verbindung zur mobilen Welt. Schnell ein Auto leihen und sehen wo es steht? Ganz einfach via App.

Vor allem jüngere Menschen, mit mittlerem bis höherem Einkommen nutzen bisher die Sharing Economy.
„Nicht nur Besitz und materielle Werte, sondern gute Sozialbeziehungen und Umweltqualität sind für diese Menschen wichtig“, sagt Professor Harald Heinrichs von der Universität Lüneburg. Sie seien offen „für alternative Besitz- und Nutzungsformen und praktizieren diese.“ Und wenn man bedenke, „dass beispielsweise ein Car-Sharing-Auto rund acht private PKW ersetzt, ist klar, dass es betriebs- und volkswirtschaftliche Effekte und damit verbunden auch Ressourceneinsparungseffekte gibt.“

Rasenmäher ja, Zahnbürste nein

„Allgemein lässt sich sagen, dass Gebrauchsgüter geeigneter sind als Verbrauchsgüter“, sagt Heinrichs. Bohrmaschine und Rasenmäher ja, Zahnbürste und Unterwäsche nein. Ob die Sharing Economy zukünftig dazu beitragen wird, dass sich der ökologische Fußabdruck reduziert, bleibt momentan noch offen. Bislang ist ungeklärt „inwieweit es umweltbelastende Verschiebungseffekte geben kann“, sagt Heinrichs. Denn das eingesparte Geld für das Leihen einer Bohrmaschine kann schnell in einem Billigflug nach Mallorca gehen - und somit wäre für die Umwelt nicht viel gewonnen.

Die Frage bleibt nur, ob wir dazu bereit sind und ob die Politik die richtigen Anreize setzt. „Die Stadt Seoul beweist, dass es geht“, sagt Heinrichs. „Sie hat sich jüngst das Leitbild der Sharing City gegeben und will die Perspektive strategisch nutzen“. Auch das Stuffle-Team blickt mit seiner App zuversichtlich in die Zukunft. Denn mittlerweile sind rund 250.000 Menschen bei Stuffle registriert, Tendenz steigend.

Bild: © Peter Jelinek

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Kommentare (7)
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14.07.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Die Idee find ich super, werd ich doch gleich mal ausprobieren.
10.07.2013
Peet hat geschrieben:
@Jonas: Immer eine Woche, danach findet man sowas auch oft auf Youtube. Danke für den Tipp!
09.07.2013
Jonas_Kittel hat geschrieben:
http://www.ardmediathek.de/swr-fernsehen-rp/im-gruenen/die-oekonomie-des-teilens?documentId=15766774

Ich habe noch einen tollen Link gefunden, weiß aber nicht, wie lange das Video online bleibt.
07.07.2013
Morgentau hat geschrieben:
Der Artikel ist wirklich interessant. Meiner Meinung nach ist Teilen ein unumgänglicher Weg zu einer nachhaltigen Lebensweise. Was ich auch gut finde, sind sog. Kleiderbibliotheken: feine Klamotten braucht man ja nicht gerade oft. Also bieten diese "Bibliotheken" solche Kleidung gegen eine Gebühr zum Leihen. Wenn man sie nicht mehr braucht, gibt man sie zurück, dann wird sie gewaschen und ggf. repariert. So etwas ist toll, weil man a) mehr Platz im eigenen Schrank hat, b) mehr Auswahl hat (man kann theoretisch jedes Mal etwas Neues tragen) und c) alles mehrfach verwendet wird und umweltschonend ist.
@Jonas_Kittel: das finde ich auch sehr interessant. Mal sehen, ob sich so etwas durchsetzt.
03.07.2013
Peet hat geschrieben:
@Jonas: Danke für den interessanten Kommentar. Ich bin gespannt, inwiefern hier die Sharing Economy in der Mitte der Gesellschaft ankommt.
03.07.2013
Jonas_Kittel hat geschrieben:
Hallo Peet,
das ist echt ein interessanter Artikel. Vor 2 Wochen habe ich auf der Effekte in Karlsruhe eine Projektgruppe entdeckt, die genau dieses Thema aufgegriffen und mit dieser Idee gearbeitet hat. Es war das Projekt EfficientCity vom Heißenberg-Gymnasium in Bruchsal. Die Gruppe hat einen Fragebogen erstellt der auf die Thematik abgezielt hat, was man persönlich tauschen würde /möchte und was eben nicht. Dabei kam grob gesagt heraus, dass das Badezimmer mit den Utensilien (wie du es ja auch angesprochen hast) nicht geteilt werden möchte genauso wie der Kleiderschrank. Also genau das, was du beschreibst. Eine Ausnahme, die aus der Reihe fiel war jedoch die Kaffee-maschine, die die Befragten nicht bereit waren zu teilen. Bei näherem Nachfragen stellte sich jedoch heraus, dass sie diese mit einem Freund oder Bekannten sehr wohl teilen würden. Das Team entwickelte dann eine Art "Wohngemeinschaft", in der es unterschiedliche Parzellen gibt, die sich gemeinsam die Küche und das Wohnzimmer teilten. Das steigert erheblich den Wohnkomfort, da beispielsweise eine bessere Couch oder eine hochwertigere Kaffeemaschine angeschafft werden kann, da die Kosten eben geteilt werden.
Ein interessanter Ansatz, wie ich finde, da man ja durch das teilen einerseits den Komfort steigert, die Kosten senkt und auch die Umwelt schont, da nur eines anstatt 6 oder mehr Wohnzimmer beheizt werden müssen, und natürlich entfallen auch die Herstellungsenergieen für die Produkte die eingespart werden können.
03.07.2013
Marcel hat geschrieben:
Ich finde dieses Thema extrem spannend. Sharing ist ein Teil meiner Zukunftsvorstellungen, so wie ich mir die Welt von morgen wünsche. Neben den Vorteilen für's Klima, gerade in Sachen Mobilität und Transport, hätte diese neue Kultur auch einen sozialen Effekt: Die Menschen würden wieder mehr miteinander ins Gespräch kommen, sich untereinander kennen lernen. Man könnte etwa in einem Mietshaus richtige Sharing-Gemeinschaften gründen. Das spart Geld, Emissionen und Platz. Ich bin gespannt, wann unsere Gesellschaft hier mutiger wird.

Danke für diesen tollen Artikel, Peter!
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