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Primark...Teil 2... Zahlen und Fakten


von Orcara
25.05.2016
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30 P

In diesem Artikel findet ihr genauere Informationen über Primark. Wenn man andere Menschen von seiner eigenen (und in diesem Fall richtigen!) Meinung überzeugen möchte, helfen zur Untermauerung der eigenen Argumente feste Zahlen und Fakten. Dazu habe ich noch einmal im Internet recherchiert.

Unsere Meinung: ganz klar! "Wir sind gegen den verantwortungslosen Billigkonsum von Textilien!" Unsere Argumente:

 

1. Die Näherinnen haben ein sehr schlechtes Leben*

- Sie bekommen viel zu wenig Lohn um ein normales Leben oberhalb der Armutsgrenze zu führen.

- manchmal müssen auch Kinder arbeiten und haben keine Chanche Bildung zu bekommen. Die Analphabetisierungsrate nimmt zu und das bringt noch mehr Probleme mit sich

- Sie müssen bis zu 12 Stunden pro Tag und 7 Tage die Woche bis zur absoluten Erschöpfung arbeiten, denn man droht ihnen, dass sie sonst ihre Arbeit verlieren.

- 2013 kam es in Bangladesch zum Einsturz einer Textilfabrik in Sabhar mit 1127 Toten und 2438 Verletzten. Auch Primark hatte dort produzieren lassen. 

- im Juni 2014 wurden von Kunden in den Waschzetteln der T-shirts eingenähte Hilferufe von asiatischen Arbeiterinnen entdeckt. Ende Juni veröffentlichte Primark das Ergebnis einer Studie, die besagt dass es sich bei mindestens zwei der bis dahin drei gefundenen Hilferufe um Fälschungen handeln soll.

Wenn man sich das jetzt mal vorstellen muss: 12 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche ohne ein befriedigendes Ergebnis schuften zu müssen! Das kann man nicht mal mit 12 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche Mathematikunterricht gleichsetzen! Und wenn jetzt die Leute sagen: "Aber Nähen macht doch Spass.", naja, manchen Leuten macht auch Mathe Spass. Aber dauerhaft bestimmt nicht. Und erst recht nicht wenn man kaum Genug Geld zum (Über-)Leben hat, und gezwungen ist diesen Beruf auszuüben, weil man keine Alternativen hat. 

 

2. Es sind extrem schädliche Chemikalien im Gebrauch**

 

In einer aktuellen Studie warnt Greenpeace vor Chemikalien in Kindermode. Insgesamt wurden 82 Kleidungsstücke im Labor untersucht. Die Produkte stammten sowohl von preiswerten Marken wie Primark, teureren Marken wie Adidas als auch vermeintlichen Edelmarken wie Burberry. 

 

Phthalate

-werden als Weichmacher für Kunststoffe verwendet

-sind vo der EU als schädigend für die Fortpflanzung eingestuft (Nachweis an Tierveruchen :( )

-können die Schilddrüse und die Leber schädigen

-wurden von Greenpeace in einem hierzulande vertriebenem Primark T-shirt entdeckt. Es wurden 11 Gramm der Phthlats PEHP pro Klioramm eines KinderT-shirts gefunden! In Kinderspielzeug ist nur weniger als ein Zehntel dieses gemessenen Wertes erlaubt.

 

PFC (Perfluoroctansulfonat)

-gilt als krebserregend

-wirkt sich negativ auf die männliche Fruchtbarkeit aus

-darf seit 2006  EU-weit nur in Form eines Mikrogrammes pro Quadratmeter Stoff enthalten sein

-wurde von Greenpeace in Adidas-Schwimmsachen gefuden. Die Konzentration lag bei 15, 3 Mikrogramm pro Quadratmeter! 

 

Zinnorganische Verbindungen

-können laut des Bundesinstitutes für Risikobewertung das Immun- und Hormonsystem des Menschen gefährden

-wurden von Greenpeace in sechs Kinderprodukten nachgewiesen. Die Werte überstiegen zwar keinen EU-Grenzwert, aber teilweise die Grenzen die sich die Hersteller selbst auferlegt hatten. Wie beispielsweise in Puma-Schuhen. Es sollte nur ein Milligramm Dioctyltin pro Kilogramm enthalten sein, doch es waren bis zu 369 Milligramm!

 

Antimon

-kann in großen Mengen schädlich für für Leber, Nieren, Herz und Nervensystem sein

-ist nur in geringen Mengen enthalten. Ein untersuchter Adidas-Schwimmanzug wieß einen Wert von 293 Milligramm pro Kilogramm auf. Das ist jedoch weit weniger als für Spielzeug erlaubt ist (560 Milligramm pro Kilogramm).

 

NPE  (Nonylphenolethoxylate)

-werden unter anderem in Reinigungsmitteln verwendet.

-wurden durch Greenpeace in einem Burberry T-shirt gefunden. Und zwar rund 0,8 Gramm pro Kilogramm

-sind für den Menschen nach bisherigen Erkentnissen nicht schädlich. ABER ->

-können in den Wasserkreislauf gelangen, sich dort anreichern und den Hormonhaushalt von Lebewesen wie Fischen stören!

 

Also: Auch wenn es den Menschen nicht immer schadet, so kann es doch Folgen für andere Lebewesen haben, die vielleicht auch noch gar nicht alle erforscht sind! Noch schlimmer ist, dass man aufgrund der hohen Chemiekonzentrationen in der Kleidung davon ausgehen muss, dass bei der Herstellung noch mehr Chemie im Spiel war (wie zum Beispiel die hochgiftigen Pflanzenschutzmittel der Baumwolle). Alle diese schrecklichen Chemikalien werden achtlos in die Flüsse geleitet und zerstören dort Biotope, die sich in 100 Jahren nicht mehr davon erholen und regenerieren können!

 

 

3. Die Transportwege sind extrem lang

 

An dieser Stelle kann man doch die Leute, die man gerade auf das Thema aufmerksam machen will, selbst mal ausrechnen lassen wie weit es von den Ländern in denen einige Stoffe hergestellt werden (z.B. in Amerika) bis nach Indien und dann zu uns ist. Wie werden sich die Textilien wohl fortbewegt haben? Mit den Abgasen vom Schweröl der Containerschiffe? Konnte man noch "die tollen Streifen"*** von den Flugzeugen am Himmel sehen? Oder waren zwischendurch auch mal monsterähnliche Lkw's unterwegs, hm?

 Immer mehr Menschen fallen auf diesen Betrug mit den Billigpreisen herein und sind begeisert von Primark und anderer billiger oder verantwortungsloser Mode.

Doch wir müssen das ändern! Wir müssen darüber diskutieren! Wir müssen darüber informieren! 

 

Ich habe schon versucht mit drei meiner Freunde darüber zu sprechen. Es ist oft sehr schwer und die Menschen wollen die schlechten Dinge gar nicht hören und sich weiterhin einbildem dass sie nichts Falsches tun. Doch ich werde es weiter versuchen und würde mich freuen wenn DU Dich anschließt. Wir bilden dann das "NEIN!" und kämpfen gegen das "WIR WOLLEN KAUFEN!"

 

 

 

 

 

 

 

 

Bist du dabei?

 

 

 

 

 

 

 

(

 

Ich biete alle drei Teile der Berichtreihe als Inhalt für einen Vortrag oder ein Schulreferat an)

 Hier kommt ihr zu:

Teil 1

Teil 3

 

 

(*=Quelle: Wikipedia)

(**=Quelle: DIE ZEIT online)

(***Für mich sind die Streifen von den Abgasen der Flugzeuge Narben am Gesicht des Himmels...)

 

 

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Kommentare (6)
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30.05.2016
Hawkeye hat geschrieben:
Super toller Bericht! Ich kann nicht mehr viel ungenanntes sagen, deswegen einfach ein " Primark ist scheisse". Alle Leute die sagen wollen, das kann man auch anders ausdrücken, oder "wie artikulierst du dich ?" haben keine Ahnung, denn es gibt keine bessere Beschreibung dafür. Toller Bericht, echt.


Und gute Zeichnungen, sollten dies deine sein ;D
28.05.2016
Greenlife hat geschrieben:
Toller Bericht, erschreckende Fackten! Man denkt immer, man weiß schon alles, aber duch diesen Artikel habe ich eindeutig dazugelernt. Freue mich auf Teil 3!
27.05.2016
Orcara hat geschrieben:
Von solchen guten Alternativen wird mein dritter Bericht ja handeln :)
27.05.2016
GiuliaMag hat geschrieben:
Bei H&M und co wird es wohl nicht anders aussehen....

Bin beim 2°Campus dabei und wir haben alle eine Selbstverpflichtung ausgemacht, meine ist, nur Sustainable und Second Hand Klamotten zu kaufen.
Klappt total super! Kennt ihr Kleiderkreisel?
Meine Klamotten kaufe ich fast nur noch dort :)
26.05.2016
Noah02 hat geschrieben:
Ich habe einmal bei Primark gekauft , weil ich mir darüber garnicht viele Gedanken gemacht habe. Aber in diesem Laden stinkt es krass nach Chemie und alles ist aus 100% Polyester! Und dann habe ich mich auch mal über die Herstellung informiert...
Deine Fakten bringen das nochmal auf den Punkt: Primark ist ungesund und menschenunwürdig. Interessanter Bericht :)
25.05.2016
LydiSophia hat geschrieben:
Guter Bericht!
Ich finde es echt schlimm, unter welchen Umständen die Leute arbeiten müssen :(
Und dass so viele Chemikalien, die die Umwelt so stark belasten, genutzt werden, denkt man gar nicht.
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