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Primark...Teil 1... die Menschen


von Orcara
23.05.2016
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Ich gehe nicht gerne in Einkaufszentren. Doch als ich einmal mit meiner Mutter dort war, viel uns etwas auf: Man sah auffallend viele Menschen mit einem Papierbeutel herumlaufen, auf dem in großen blauen Buchstaben "PRIMARK" stand. Irgendwann wurden wir dann neugierig und suchten nach diesem Geschäft. Es war nicht schwer zu finden. Die Menschen häuften sich dort schon und stopften alle beinahe wahllos Klamotten in ihre großen Papiertüten; alles war spottbillig. Kein Wunder also dass die Tüten größer waren als in den meisten "normalen" Geschäften. Man konnte auch kaum atmen, so stark roch es nach Chemie. Mir war schon nach kürzester Zeit klar: Ich wollte hier wieder raus!

Mir gingen die Gedanken eine ganze Weile im Kopf herum. Mir war klar, dass bei diesen Billigpreisen nichts Gutes dahinerstehen konnte. Später besuchte ich eine Ausstellung im Hygienemuseum in Dresden. Sie hieß: "Fast Fashion, die Schattenseiten der Modeindustrie". Da wurde mein Bild von der ganzen Sache komplett...

Ich sah auf Videos die Armut der Näherinnen, der Einsturz einer Textilfabrik in Sabhar, wobei über 1100 Menschen ums Leben kamen und es mehr als 2400 Verletzte gab, und das Leid der Menschen und der Umwelt durch die hohe chemische Belastung. Es werden dort hochgiftige Pflanzenschutzmittel verwendet die in den meisten anderen Ländern schon lange strengstens verboten sind. Von den Farb und Bleichmitteln ganz zu schweigen... (Weitere Fakten folgen in Teil 2 über Textilindustrie)

 Als ich später eine Freundin traf, die gerade von einem "Shoppingwochenende" in der Großstadt zurückgekommem war und sie mir ihre "coolen neuen Klamotten " zeigte, war ich zutiefst von ihr enttäuscht. Sie erzähle mir, dass sie T-shirts für nur 50 Cent bekommen hat. Ich hätte ihr Gesicht fotographieren müssen, als ich ihr sagte, dass den Preis dafür ein anderer Mensch bezahlen musste**...

Es liegt an uns allen, die Leute darüber aufzuklären und diesem gedankenlosen Billigkomsum und der Wegwerfmentalität ein Ende zu bereiten!***

 Hier kommt ihr zu 

 Teil 2

 

Teil 3

 

(*Die Ausstellung war nicht direkt auf PRIMARK bezogen. Auch die weiteren Fakten gelten nicht ausschließlich für PRIMARK)

(**nach Hubertus Thiermeyer, Landesfachbereichsleiter Handel derVereinten Dienstleistungsgewerkschaft in Bayern:„Wer ein T-Shirt für zwei Euro kauft, muss wissen, dass jemand anderes den Preis dafür bezahlen muss.“)

(***Ideen dafür folgen in Teil 3 über Textilindustrie)

 

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Kommentare (14)
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02.06.2016
Orcara hat geschrieben:
Jap, es waren Papiertaschen. Aber das ist ja die gleiche Sache wie bei McDonalds und vielen ähnlichen Unternehmen: Nette Hülle, böser Inhalt
30.05.2016
Hawkeye hat geschrieben:
Hey.Und nun bei dem 1.Artikel angelangt. Auch hier, großes Lob an dich. Wirklich gut. Nur eine Anmerkung/ Frage : Hatten die Leute echt PAPIERtaschen in den Händen, oder doch eher Plastik. Würde mich wundern wenn die echt aus Papier wären, dann hätten sie ja irgendwas richtig gemacht, noch besser ja Stoff...

Ach ja, es gibt echt ein Hygienemuseum, krass...
29.05.2016
thogie hat geschrieben:
Hi danke für den tollen Bericht,
leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass auch wenn man die Leute mit Bildern etc. darauf hinweist, die meisten allein am Preis nicht zu fairer Mode umschwenken. Aber es darf nicht aufgegeben werden! Schade, dass China, Afrika, Indien soweit weg ist, sonst könnten die Leute die Armut direkt erleben :-( "Lustigerweise" produzieren auch die teureren Marken wie Tom Tailor in den selben Produktionshallen.
LG Thomas
28.05.2016
Affen.Brot.Baum hat geschrieben:
Ich liebe deine Primark-Reihe. Danke dafür.
Ich war aufgrund des Artikels noch viel motivierter auch in die Fast Fashion- Ausstellung zu gehen. Eine großartige Ausstellung.

((:
28.05.2016
ViviE7 hat geschrieben:
Ich war zwar noch nicht bei PRIMARK, kenne aber auch andere solche Labels. Echt übel! Bin da ganz eurer Meinung! Allerdings stellt sich mir die Frage, was man dagegen tun kann. Denn die Leute, die Artikel wie diesen schreiben bzw. lesen sind ja selten die üblichen Kunden dieser Firmen. Wie erreicht man also die Leute mit den großen Papiertüten??? Denn wenn man beginnt, von Konsumwahnsinn und Überflussgesellschaft zu erzählen, wird an meistens eh als "radikaler Öko" oder so abgestempelt und einem hört keiner mehr wirklich zu.
Übrigens: Das mit den eingenähten Hilferufen soll wahrscheinlich ein Fake gewesen sein, den Menschenrechts-Aktivisten dort platziert haben. Meint ihr, das ist sinnvoll als "Warnschuss"?
26.05.2016
vince hat geschrieben:
Ich war einmal drin, es stinkt wirklich übelst nach Chemie (@Johannes). Abgesehen von den schlechten Arbeitsverhältnissen für die Produkteure ist auch die Qualität von Primark-Textilien ziemlich schlecht, sie sind geradezu dafür gedacht, nur 1-2 mal getragen zu werden.
25.05.2016
Orcara hat geschrieben:
Es ist wirklich schlimm. Primark ist für manche Leute tatsächlich dazu da, sich JEDEN TAG etwas neues zum Anziehen zu kaufen! Und das von Gestern? Ach, das wird einfach weggeschmissen!

Ich finde das so schrecklich!
25.05.2016
johannesS hat geschrieben:
Top Bericht: Vielen Dank!

War noch nie in einem Primark-Laden. Riecht es dort wirklich nach Chemie?! Das wäre wirklich komisch: Wenn die Menschen schon beim Preis nicht skeptisch werden, dann doch, weil es dort aussergewöhnlich riecht: Naja,- Geld scheint "blind" zu machen.

Leider die Wahrheit: Stand mal am Bahnhof Essen (vor einigen Wochen): Zwei junge Mädchen haben zwei große Primark-Taschen dabei und schauen sich das, was sie gekauft haben nochmal an. Najaaa,- und nach hin und her, hat ein Mädchen ein Kleidungsstück einfach in den Mülleimer geworfen. Ich habe es nicht gehört, was der Grund war. Sah auf jeden Fall neu auf. Und hoffe nicht, dass es ein Kleidungsstück aus einer der Tüten ist.

Durch Primark geht, denke ich, bei einigen Menschen das Gefühl für den wirklichen Wert des Kleidungsstückes verloren. Wirklich schade: Schlecht für alle Seiten: Umwelt und Mensch.
24.05.2016
RichardParker hat geschrieben:
Danke für diesen interessanten Bericht :)

Das ist wirklich schlimm, manche Menschen denken wirklich überhaupt nicht nach...
Ich meine klar, auch teure Sachen können unter unmenschlichen Bedingungen produziert worden sein, aber das ist doch weniger wahrscheinlich als bei T - Shirts und Co. für 5 €.
Ein Shirt für 50 Cent?? Oje, was hat deine Freundin denn da gekauft?
Ich denke jeder hat das eine oder andere günstigere Produkt dem teureren vorgezogen, das Geld fällt schließlich auch nicht vom Himmel, aber ich finde es kann kein Dauerzustand sein, immer nur das Billigste vom Billigsten zu kaufen...

Ich finde es toll, dass du dich gleich informiert hast und das mit uns teilst! Ich freue mich schon auf die nächsten Teile :)
23.05.2016
MarcelB hat geschrieben:
Kann mich den anderen nur anschließen, durch die Anmerkungen unten hast du das ganze differenziert dargestellt! Freu mich auf die anderen Teile, gerne wieder mit schönen, selbstgemalten Bildern. :)
23.05.2016
Orcara hat geschrieben:
Danke für das Kompliment :)
Zum Thema dass das nicht auf den T-shirts steht: es ist wirklich schlimm wie die Unternehmer das vertuschen! Es gibt im Internet auch Angaben dass Hilferufe von Näherinnen in die Waschzettel der T-shirts genäht wurden. Darüber werde ich im 2. Teil berichten
23.05.2016
TaraWon hat geschrieben:
Schöner Artikel und du hast natürlich komplett recht! Es ist nicht vorstellbar wie diese Mneschen leben und arbeiten. Aber du hast schon einen sehr großen Schritt gemacht, du bist wieder gegangen und hast dich informiert. Das ist sehr viel mehr als andere Menschen tun! Kleine Preise locken doch sehr und es steht ja auch nicht auf den T-Shirts drauf, unter welchen Bedingungen sie etstehen. Meinen Respekt ! :) freue mich auf den zweiten Teil
23.05.2016
Orcara hat geschrieben:
Ich freue mich sehr dass Dir der Artikel gefällt :) ich arbeite noch an den anderen Teilen, doch ich weiss noch nicht wann ich fertig werde, denn ich habe momentan auch viel für die Schule zu tun
23.05.2016
Greenlife hat geschrieben:
Danke für diesen tollen Artikel:-) Ich bin genau deiner Meinung und finde es menschenverachtend so billige Kleidung zu kaufen. Ich freue mich auf deinen dritten Artikel, denn für mich ist es oft sehr schwierig Alternativen zu finden.
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