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Palmöl - Unvermeidbares Teufelszeug? Ein Blick über den Tellerrand.


von midori
17.02.2015
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Palmöl - wirft man diesen Begriff in eine lockere Gesprächsrunde, die aus umweltbewusst lebenden Menschen besteht, so erntet man dafür unverständliche Blicke und ebenso viel Empörung, als hätte man gerade auf den Verbrauch von Plastiktüten hingewiesen. Aber warum ist das so? Warum hat Palmöl einen derart schlechten Ruf und ist es wirklich das Teufelszeug, für das es viele halten?

Fangen wir mit der Beantwortung dieser Frage klein an. Was genau ist eigentlich Palmöl? Die Ölpalme (Elaeis guineensis) stammt ursprünglich aus den Regenwäldern Westafrikas. Sie wird dort seit Jahrhunderten als Nahrungs- und Heilmittel geschätzt. Mittlerweile wachsen Ölpalmen in allen Tropenregionen. Zum Wachsen braucht die Ölpalme viel Licht, eine durchschnittliche Lufttemperatur von 26°C, genügend Wasser und gute, lockere Erde. Ölpalmen können etwa 120 Jahre alt werden. In den Plantagen ersetzt man sie meist nach 25 bis 30 Jahren, weil ihr Ertrag nachlässt. Die Palme trägt erstmals nach drei Jahren Früchte und produziert dann jährlich etwa 15 Fruchtstände aus unzähligen Einzelfrüchten. 

Die einzelne Frucht der Ölpalme ist länglich und etwa so groß wie eine Zwetschge. Das weiche, faserige Fruchtfleisch ist bis zu zehn Millimetern dick und gelb. In der Mitte der Frucht, befindet sich der Stein. Aus dem Fruchtfleisch wird das orangerote Rohpalmöl gepresst. Aus den Samen wird das festere und farblose Palmkernöl gewonnen.


Die Früchte der Ölpalme  © Markus Radday / WWF

So weit, so gut. Aber wo wird Palmöl eigentlich überall verwendet? Palmöl ist mit einem Anteil von einem Drittel am globalen Gesamtverbrauch das weltweit wichtigste Pflanzenöl. Denn Palmöl ist billig und vielseitig verwendbar. Margarine, Schokolade, Kuchen, Kekse, Chips, Teig und Brötchen, Suppen, Saucen, Pommes Frites und Fertiggerichten, in all dem steckt Palmöl. Dazu kommen zig Kosmetika, wie Cremes, Seife, Waschmittel, Shampoos, Lippenstifte, etc. Palm- oder Palmkernöl ist zudem in Schmiermitteln, Kerzen, Farben und Lacken enthalten. Fünf Prozent der Palmöl-Ernte werden weltweit als Rohstoff für die Strom- und Wärmeproduktion und als Biokraftstoff genutzt – mit steigender Tendenz. Vor allem in den bevölkerungsreichen Staaten Asiens – Indien und China – decken viele Menschen ihren täglichen Fettbedarf mit Palmöl.

Alles klar, auf Palmöl zu verzichten wird also alles andere als einfach. Aber warum ist Palmöl denn nun angeblich so böses Teufelszeug? Mit dem Einkauf von Produkten, in denen Palmöl steckt, entscheiden wir zugleich auch über Regenwälder und Artenschutz. Die stetig wachsende Nachfrage auf dem Weltmarkt führt dazu, dass für Palmölplantagen in großem Stil tropische Wälder gerodet werden. Angebaut wird die Ölpalme heute hauptsächlich in Indonesien und Malaysia, aber auch in Südamerika und Afrika. Seit 1990 hat sich die Fläche für Ölpalmen weltweit verdoppelt, in Indonesien sogar verzehnfacht. Palmölplantagen bedecken weltweit inzwischen zwölf Millionen Hektar Fläche. Das ist etwa ein Drittel der Bundesrepublik Deutschland. Die Liste der Naturschäden ist lang: Riesige Monokulturen bedrohen die biologische Vielfalt und rauben Arten wie Orang-Utan und Tiger den Lebensraum.

Regenwälder auf Torfmoorböden sind gigantische Kohlenstoffspeicher. Sie enthalten bis zu 50 mal mehr Kohlenstoff als eine gleichgroße Fläche „normalen“ Regenwaldes. Tropische Torfmoorwälder gibt es vor allem in Indonesien, meist in tiefliegenden, küstennahen Gebieten auf Sumatra, Borneo und Neuguinea. Werden sie bei der Einrichtung von Palmölplantagen trockengelegt, werden Treibhausgase frei. Indonesien ist dadurch zum drittgrößten Treibhausgas-Emittenten der Erde geworden.

Ohje - scheint so, als Palmöl wirklich nicht das Gelbe vom Ei. Und was nun? Ist es wirklich sinnvoll und überhaupt realistisch, auf Palmöl zu verzichten? Immerhin fällt es dem Konsumenten seit diesem Jahr wesentlich leichter, Palmöl überhaupt als solches zu erkennen. Denn seit 2015 muss Palmöl als Bestandteil von Produkten gekennzeichnet sein und zwar direkt als solches und nicht unter ominösen Schlagwörtern, wie etwa  'pflanzliches Öl'. Aber Palmöl steckt nicht ohne Grund in zahlreichen Lebensmitteln und Kosmetika! Es ist günstig herzustellen und vielseitig zu verarbeiten. Der Rohstoff Palmöl kann bei bei der Nahrungsmittelindustrie auch wegen seiner Fettsäurezusammensetzung punkten: Anders als die von Natur aus weicheren und damit flüssigeren Pflanzenöle muss das feste Palmöl für viele Anwendungen nicht erst gehärtet, also chemisch umgebaut werden. Bei dieser Fetthärtung (Hydrierung) entstehen sogenannte Transfettsäuren, die als gesundheitsschädlich eingestuft werden. Palmöl dagegen enthält relativ große Mengen an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Letztere senken das Risiko für koronare Herzkrankheiten wie beispielsweise einen Herzinfarkt.


Palmölnutzung weltweit 2011 © Palmöl-Check, WWF, S.2

Ein Boykott von Palmöl scheint demnach nicht besonders sinnvoll. Das hat mehrere Gründe. Zum einen gibt es bereits zahlreiche engagierte Bio-Bauern, die Palmöl genauso herstellen, wie es hergestellt werden sollte - nämlich ökologisch, nachhaltig und sozialverträglich. Viele dieser Bio-Bauern nutzen Flächen, die schon vor dem Anbau von Palmöl landwirtschaftlich verwendet wurden. Ein Boykott von Palmöl würde auch diese Bauern strafen, deren Lebensunterhalt direkt vom Anbau des Palmöls abhängt. Also keine gute Idee!

Grund Nummer zwei ist die Anbaufläche für Palmölplantagen. Klar, für diese Planatagen wird Regenwald abgeholzt und niedergebrannt, Lebensraum zerstört, Arten sterben aus und Menschen müssen ihre Heimat verlassen. Das große Aber - Palmöl ist grundsätzlich kein schlechtes Öl! Mit Palmöl kann auf vergleichsweise geringer Fläche ein großer Teil des weltweiten Bedarfs an Pflanzenölen gedeckt werden. Die Infografik erklärt genauer, wie Palmöl im Vergleich mit anderen herkömmlichen Pflanzenölen abschneidet, wenn es um die Anbaufläche geht...

Es ist unverkennbar und lässt sich nicht bestreiten - wir brauchen Pflanzenöle in vielfältiger Art und Weise und hinsichtlich seines Flächenverbrauchs ist der Anbau von Palmöl dafür die effektivste Wahl!

Doch wie bei fast allem kommt es auch bei Palmöl auf das Wie der Produktion an. Die Herstellung muss anders werden, als sie heute größtenteils ist – nämlich ökologisch, ökonomisch und sozial verträglich. Davon sind die meisten Produzenten von Palmöl noch weit entfernt. Einen Mindeststandard für den Anbau von Palmöl bietet der Runde Tisch für Palmöl (RSPO), an dem der WWF mitarbeitet.

Weil die wachsende Nutzung von Palmöl zur Rodung tropischer Wälder beiträgt, hat der WWF 2004 den Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) ins Leben gerufen. Die Mitglieder sind auf verschiedene Weise in die Palmölproduktion involviert oder von ihr betroffen: Palmöl-Anbauer, Händler, Konsumgüterhersteller, Banken sowie Nichtregierungsorganisationen wie der WWF und Oxfam. Ziel des Runden Tisches ist es, möglichst viele zur Einhaltung der Mindeststandards zu bewegen.

Der RSPO ist also kein Öko-Label. Er signalisiert, dass auf den Plantagen freiwillig mehr für Naturschutz und Menschenrechte getan wird, als gesetzlich vorgeschrieben. Was nicht viel klingt, ist in Entwicklungs- und Schwellenländern wie Indonesien und Malaysia ein wichtiger erster Schritt. Welche Mindeststandards beim RSPO erfüllt werden müssen, wie dieser funktioniert und welche Rolle der WWF dabei spielt, könnt ihr in diesem Video sehen!

Der Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl ist noch lange nicht perfekt. Je mehr Beteiligte ihre Interessen durchsetzen wollen, umso schwerer wird es, einen Konsens zu finden. Der RSPO wird von verschiedenen Umweltorganisationen kritisiert. Er sei zu schwach, um Regenwaldrodungen zu verhindern. Außerdem wird einigen Mitgliedern vorgeworfen, nur einzelne Vorzeigeplantagen nach den Standards zu zertifizieren, während sie an anderen Orten gegen RSPO-Kriterien verstoßen. Klar ist, dass die Kriterien des RSPO verschärft werden müssen. Daran arbeitet der WWF intensiv. Einige wenige Unternehmen gehen weiter und erzeugen ihr Palmöl beispielsweise nach Biostandard in Kombination mit den RSPO-Kriterien.

Okai, und was schlägt der WWF nun vor? Wie könnte der Anbau von nachhaltigem Palmöl verbessert werden? Oder müssen wir eine ganz andere Stellschraube drehen? Der WWF fordert alle deutschen Unternehmen auf, zusätzlich zu RSPO-zertifiziertem Palmöl weiterführende Anforderungen bei seinen Lieferanten einzufordern. Gekauft werden sollte nur noch Palmöl von Produzenten, die bestätigen, dass ihre Plantagen nicht auf Torfwäldern angelegt werden, die sich verpflichten auf gefährlichen Pestizide zu verzichten, und die Treibhausgasemissionen ihrer Plantagen und Ölmühlen öffentlich machen sowie Reduktionsziele ausweisen. Zur Zeit liegt der Anteil an RSPO zertifiziertem Palmöl nämlich gerade mal bei 10% weltweit - da geht noch was!

Aber wie halten es deutsche Unternehmen eigentlich mit ihrer Einkaufspolitik hinsichtlich Palmöl? Der WWF hat nachgefragt (Stand 2013)! 157 deutsche Unternehmen wurden befragt - davon verweigerten sich 43% einer transparenten Einkaufspolitik oder sind noch nicht einmal Mitglied des RSPO. Doch es gibt inzwischen auch zahlreiche Positiv-Beispiele. REWE erreichte als einziges deutsches Unternehmen die höchstmögliche Wertung (12 Punkte), dicht gefolgt von EDEKA, Haribo und dem Schokoladenhersteller August Storck (jeweils 11 Punkte). Mit weniger als zwei Punkten fanden sich am untersten Ende der Skala Aldi Nord, Tengelmann und Rossmann wieder.

Die vom WWF geforderten Zusatzkriterien, wie ein Umwandlungsverbot von kohlenstoffreichen Torfböden und ein Verzicht auf Pestizide, werden sogar nur von einer Handvoll Unternehmen nachgefragt. Positiv festgestellt wird jedoch, dass immer mehr Unternehmen zertifiziertes Palmöl nutzen oder dabei sind, umzustellen. Langsam und zögerlich entsteht die nötige Transparenz. Im 'Palmöl-Check' erfahrt ihr konkret, wie die Situation aussieht.

Manchmal hilft auch ein klein wenig Druck auf die Hersteller, wie die Organisation 'SumOfUs' eindrucksvoll zeigt. Der US Hersteller von Dorito Chips hatte nämlich eigentlich versprochen, bis 2015 zu 100% auf RSPO zertifiziertes Palmöl herzustellen. Zwei Jahre zuvor lag der Anteil aber gerade einmal bei 17%. Ein bisschen Motivation kann also nie schaden! ;o)

Aber welche Chance habe ich eigentlich als Verbraucher, um auf die weitere Entwicklung von nachhaltig angebautem Palmöl einzuwirken? Wie so oft hilft auch hier ein Siegel weiter, dass beim Einkauf versichert, dass das entsprechende Produkt zertifiziertes Palmöl nach Kriterien des RSPO enthält. Damit könnt ihr leichteren Gewissens einkaufen und den Unternehmen zeigen, dass ihr als Verbraucher viel Wert darauf legt, woher das Palmöl stammt und wie es angebaut wird.

Außerdem ist es immer sinnvoll, möglichst frisch einzukaufen und weniger Fertigprodukte in den Einkaufswagen wandern zu lassen, denn die enthalten im Gegensatz zu Obst und Gemüse nahezu immer Palmöl. Auf diese Weise schützt ihr also nicht nur Natur, Tiere und Menschen, sondern sorgt zugleich für eure eigene Gesundheit.


Was kann ich beim Einkauf beachten? © Richard Stonehouse / WWF

Fassen wir also zusammen! Palmöl steckt in vielerlei Produkten, weil es viele gute Eigenschaften vereint. Der hohe Bedarf an Palmöl ist jedoch kritisch, denn um es anzubauen, werden Regenwälder gerodet und Tiere und Menschen verlieren ihren Lebensraum, zudem wird der Klimawandel angefacht. Andererseits hat die Palmölpflanze im Vergleich zur Anbaufläche den höchsten Ertrag und steht damit effektiv an Platz eins der weltweit angebauten Ölpflanzen. Das Problem besteht in der Art und Weise, wie Palmöl angebaut wird - das muss dringend verbessert werden. Hin zu einer ökologisch, nachhaltig und sozialverträglichen Anbauweise. Der Runde Tisch für Palmöl (RSPO) bemüht sich durch verschiedenste Mindeststandards darum, dass auf den Plantagen mehr für Umweltschutz und Menschenrechte getan wird. Ihr könnt dieses Vorgehen unterstützen, indem ihr Produkte kauft, die das RSPO Siegel tragen und damit nachhaltig zertifiziertes Palmöl ausweisen.


Eine Palmölplantage in Malaysia © Mazidi Abd Ghani / WWF Malaysia


Auch wenn schwere Maschinen die Früchte transportieren... © Mazidi Abd Ghani / WWF


... geerntet werden sie zum Großteil noch von Hand © Mazidi Abd Ghani / WWF


Und wo früher mal Regenwald stand... © Juan Carlos Munoz / WWF


... werden heute Tonnen dieser wichtigen Früchte geerntet. © Mazidi Abd Ghani / WWF

Ihr seht schon - so einfach ist das mit dem Palmöl nicht. Wie alles im Leben hat es seine guten und schlechten Seiten. Es schlichtweg als Teufelszeug zu deklarieren, würde seiner Bedeutung nicht gerecht werden. Letztendlich liegt es an uns, die für uns so dringend notwendige Ressource nachhaltig zu gestalten, damit sowohl Industrie, Verbraucher als auch Natur und Menschen vor Ort davon profitieren können.

Wenn ihr noch weiterreichende Fragen zu Palmöl und zur Arbeit des WWF hinsichtlich Palmöl, RSPO, etc. habt, dann könnt ihr euch über die WWF Dialogplattform an die zuständige Mitarbeiterin Ilka Petersen wenden. Sie ist Projektleiterin und arbeitet für eine Verbesserung der RSPO Kriterien, damit wir in Zukunft nur noch zertifiziertes Palmöl in unseren Einkäufen finden! ;o)

 

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WWF, Agrarprodukte und Zertifizierungen, Palmöl - Was ist das?
WWF, Agrarprodukte und Zertifizierungen, Palmöl - Segen oder Fluch?
WWF, Agrarprodukte und Zertifizierungen, Palmöl-Check 2013 - Firmen unter der Lupe
WWF, Agrarprodukte und Zertifizierungen, Runder Tisch für Palmöl

Für alle, die es nochmal ganz genau wissen wollen:
WWF Deutschland (Hrsg.), Kurzfassung. Palmöl: Fluch oder Segen? Wie ein Rohstoff Klima und Regenwald bedroht und dennoch auf eine grünere Zukunft hoffen lässt, Berlin 2012.

Sumatratiger © WWF
Kleinbauer ©  James Morgan / WWF International

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Kommentare (17)
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31.01.2016
Hummelelfe hat geschrieben:
Habe mal gehört, dass RSPO nicht immer nachhaltig ist. Kann das sein oder hab ich mich da verhört?
20.10.2015
Sarah25 hat geschrieben:
@Tarja_H und midori:

Ich stimme Tarja auf jeden Fall zu. Unsere Wälder hier sind auch sehr schön, aber es ist auf jeden Fall wichtiger die Regenwälder der Tropen zu erhalten, da dort die Biodiversität von Spezies um ein Vielfaches höher ist als in irgendeinem Wald hier in Deutschland!
Deswegen stört es mich auch das Palmöl als das effizientes Öl zu loben.
Für Sonnenblumen- und Rapsöl gibt es viel mehr potentielle Anbauflächen als für Palmölplantagen. Da bringt es wenig, dass das Palmöl einen höheren Ertrag pro Hektar hat, wenn man es an viel weniger Orten anbauen kann, ohne dort die Biodiversität zu zerstören...
02.03.2015
Affen.Brot.Baum hat geschrieben:
Wow, was für ein guter und informativer Bericht. hat mir sehr weiter geholfen. Leider kenne ich das Symbol absolut nicht und habe es auch noch nie gesehen. Werde mal mit noch offeneren Augen durch den Edeka gehen. (;
02.03.2015
Ivonne hat geschrieben:
Danke für den sehr interessanten Bericht, Midori. Ein Thema, dass mir auch immer wieder Kopfzerbrechen bereitet. Z.B: wenn ich beim veganen Backen auf Butter verzichte, dafür aber zur Margarine mit einem hohen Anteil von Palmöl greife...hm. Einen Tipp finde ich besonders wichtig: auf verarbeitete Produkte zu verzichten, macht viel aus.
28.02.2015
luisa2412 hat geschrieben:
Total interessant!!! Ich persoenlich habe dieses RSPO Siegel noch nie gesehen geschweige denn darauf geachtet, was ich aber jetzt defintiv beim Einkaufen tun werde!
Der Werbespot mit den doritos gefaellt mir besonders gut und hat hoffentlich viele Menschen die ihn gesehen haben positiv beeinflusst!
25.02.2015
Killari hat geschrieben:
Interessant. Von dem RSPO Siegel hatte ich echt noch nie gehört, aber ich werde in Zukunft mal drauf achten. :)
23.02.2015
Isjaki hat geschrieben:
Super Bericht! Wollte mich schon länger über Palmöl informieren und dieser Bericht schneidet echt jedes Thema an. Von dem Siegel wusste ich vorher gar nichts, aber jetzt kann ich ja darauf achten. :)
20.02.2015
midori hat geschrieben:
@Tarja_H

Ich kann das genauso unterschreiben, wie Du gesagt hast. Am allerbesten wäre es, wenn für die Produkte keinerlei Form von Pflanzenölen nötig wären, denn dann hätten wir das Problem nicht. Deshalb denke ich auch, dass die Produktentwicklung vor allem in dieser Richtung weiterforschen sollte, denn nur weil es die Nachfrage gibt, brauchen wir das Angebot. Wenn sich die Produkte aber von den Bestandteilen her verändern würden, sähe wahrscheinlich die Welt schon wieder ganz anders aus.
20.02.2015
Tarja_H hat geschrieben:
@midori

Du hast natürlich Recht. Lebensraumzerstörung ist überall eine Bedrohung und man sollte hier nicht differenzieren. Ich würde niemals behaupten, dass ein Tiger mehr wert ist als eine Maus. Wenn das so rübergekommen ist, dann tut mir das Leid, denn so war es ganz sicher nicht gemeint.

Dein Bericht ist wirklich sehr gut, weil du Vor- und Nachteile betrachtest, und du hast schon ganz Recht, dass man mit einer puren Anti-Einstellung nicht weiterkommt. Um sich wirklich eine Meinung über das Thema zu bilden, muss man sowohl Vor- als auch Nachteile in Betracht ziehen und darf auch wenn einem ein Thema emotional wichtig ist nicht den Bezug zur Realität verlieren. Ich denke, dass du auch das mit deinem Bericht irgendwie ausdrücken wolltest, stimmt's? Und ich stimme dir zu. Das fällt vielen, auch mir, manchmal schwer, über den Tellerrand zu schauen und sich mal alles zunächst objektiv anzuschauen und die Argumente der Gegenseite ernst zu nehmen.

Dennoch bleibe ich dabei, dass der Regenwald in jedem Falle geschützt werden muss. Es geht hier nicht nur um Tiger und Orang-Utans. Es geht auch um einzigartige Amphibien und Insekten, eben um die unglaubliche Artenvielfalt, die Regenwälder beherbergen. Diese Regenwälder sind im Gegensatz zu den Wäldern hier noch unberührt. Die Wälder hierzulande sind größtenteils sehr jung, natürlich vor allem auch wieder durch den Menschen (das kann man in diesem Artikel nachlesen: http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2011-11/entwicklung-waldbestaende-europa ). Natürlich heißt das nicht, dass es nicht wichtig ist, den Wald hier zu erhalten, ich möchte damit nur sagen, dass hier schon lange kein Urwald mehr steht. Das ist tragisch, aber das können wir nicht mehr ändern. Wir sollten den Wald natürlich schützen, auch wenn er nicht so alt ist.
Mein Punkt ist, dass der Regenwald ein einzigartiges Biotop ist. Wenn er weg ist, ist er weg und wir können nicht mehr zurück. Die Natur findet immer Wege, wenn der Mensch sie lässt, aber es dauert. Und die Arten, die wir verlieren würden, sind für immer verschwunden.
Natürlich sollte man nicht rein rechnerisch bloß sagen, dort verlieren wir mehr, also ist das wichtiger. Jeder Lebensraum ist schützenswert. Aber ich denke, da sind wir hier alle einer Meinung.
Ich sage auch gar nicht, dass man die Palmölplantagen, die man sowieso schon hat, nicht nutzen sollte. Es ist toll, wenn man sie verbessern kann, nachhaltiger macht und von den Monokulturen wegkommt. Ich sage nur: wir haben schon genug und brauchen nicht noch mehr. Würde man wieder aufhören, Autos mit Biosprit zu betanken, würde man mit Sicherheit auch viel weniger Öl verbrauchen. Allein in Deutschland soll der Verbrauch an Biosprit noch erhöht werden, bis 2020 auf 2360 Tausend Tonnen (http://www.welt.de/wirtschaft/article13003454/Um-so-viel-wollen-die-Laender-ihren-Biospritverbrauch-bis-2020-erhoehen.html). Natürlich ist die Idee, nachwachsende Rohstoffe zu verbrennen, statt begrenztes Öl, verständlich. Jedoch geht das Prinzip der Klimaneutralität nicht mehr auf, wenn man dafür den Regenwald abholzt und das Klima noch mehr schädigt. Das ist eine erschreckende Entwicklung und meiner Meinung nach sollte man nach Alternativen suchen, die wirklich umweltfreundlicher sind (aber das ist schon wieder ein anderes Thema). Der Punkt hierfür ist, dass ich denke, dass die Politik (oder auch wir) sich lieber einfallen lassen sollte, wo man Öl einsparen kann. Dann braucht man weder Regenwald abholzen, noch hier Unmengen an Raps anzubauen, der nicht mal als Nahrungsmittel verwendet wird.

Entschuldige, wenn es mir schwer fällt, auf den Punkt zu kommen, hier hängt wieder ein Thema mit dem anderen zusammen und ich könnte ewig weiterschreiben. Ich sehe ein, dass das ein schwieriges Thema ist, doch es wäre schön, wenn alle mal inne halten würden, bevor wir den Regenwald weiter zerstören, was jetzt gerade die ganze Zeit passiert, und einfach mal überlegen würden, "brauchen wir das ganze Öl tatsächlich? Oder könnte es nicht auch anders gehen?" Von dem Verbrauch auszugehen und dann zu sagen, okay, im Moment brauchen wir es, und Raps ist auch nicht besser und verbraucht auch noch mehr Fläche im Vergleich.. da macht man es sich halt einfach auch wieder zu einfach, finde ich..

Ich hoffe du hast jetzt verstanden, worauf ich hinaus wollte..
18.02.2015
midori hat geschrieben:
@Tarja_H

Ich muss Dir in Deinem ersten Punkt teilweise zustimmen. Klar, für Palmölplantagen müssen im Gegensatz zu Rapsfeldern Regenwälder gerodet werden. Und das ist schlecht fürs Klima und für die bedrohten Tierarten. Allerdings finde ich selbst es falsch, dem einen mehr Wert beizumessen, als dem anderen. Auch hier werden Tiere vertrieben und verlieren ihren Lebensraum, die intensive Landwirtschaft zerstört Boden und Natur. Warum sollte eine kleine Haselmaus nicht so viel wert sein, wie ein Sumatratiger? Wir legen das für uns einfach so fest, aber ich finde das falsch. Es stimmt schon - für das ganze Weltklima ist der Regenwald wahrscheinlich rein rechnerisch tatsächlich wichtiger. Aber ich finde es nicht richtig, abwägen zu müssen, was zuerst gerettet werden sollte.
17.02.2015
Tarja_H hat geschrieben:
Danke für den Bericht. Ich denke du fasst vieles sehr gut zusammen.

Jedoch denke ich, dass man bedenken sollte, dass Ölplantagen nunmal nur in Regenwald-Regionen angebaut werden. Selbst wenn man mit diesen Pflanzen im Vergleich weniger Platz für mehr Öl braucht.. Raps zum Beispiel kann auch hier angebaut werden. Natürlich wäre es auch hier schön, wenn man die Flächen stattdessen für Wälder hätte, aber ein Regenwald würde es nie werden, und den Arten, die man durch den Anbau von Ölpalmen bedroht oder gar ausrottet, hilft das alles wenig.

Mein Punkt ist, nachhaltig angebautes Palmöl ist ein guter Schritt, allerdings denke ich, dass es auch extrem wichtig ist, dass nicht noch mehr für Ölplantagen gerodet wird, seien diese Plantagen nun nachhaltig oder nicht. Ich sehe ein, dass der Ölbedarf groß ist. Doch ist er so gigantisch, dass man immer mehr und mehr benötigt?

Du schreibst, dass ein Boykott wenig sinnvoll ist. Nun, ich denke, ein Boykott ist auch kaum möglich, da es, wie du richtig beschreibst, in fast allem enthalten ist. Weniger Fertigprodukte zu kaufen ist wahrscheinlich tatsächlich das Einzige was man als Verbraucher tun kann. Das ist immerhin etwas, aber ich finde es so schade, dass einem sonst nicht viel Wahl bleibt.

Was das Siegel anbelangt, denke ich, dass die meisten es noch nicht gesehen haben, weil es wirklich nur auf wenigen Verpackungen drauf ist, was daran liegen könnte, dass viele Firmen eben leider (noch) nicht darauf achten. Es ist toll, dass der RSPO versucht, das zu ändern und Einfluss zu nehmen. Auf Nusspli habe ich das Siegel schonmal gesehen.

Dass die Firmen jetzt verpflichtend kennzeichnen müssen, wenn palmöl enthalten ist, wusste ich noch nicht. Das ist ein toller Erfolg.
17.02.2015
Sasha13 hat geschrieben:
Super Bericht! Das Siegel hab ich auch noch nicht gesehen, jetzt werde ich darauf achten :)
17.02.2015
Ronja96 hat geschrieben:
Danke für deinen informativen und interessanten Bericht! Ich finde, dass du sowohl die postiven als auch die negativen Seiten gut dargestellt hast.
So viel über Palmöl habe ich wirklich noch nicht gewusst. Ich werde jetzt aber mal verschärft auf das Siegel achten, was ich leider noch nicht so bewusst wahrgenommen habe =)
17.02.2015
Jayfeather hat geschrieben:
Danke für diesen super informativen Bericht!
Ich hab mich schon seit längerem gefragt, wie nachhaltig nachhaltig hergestelltes Palmöl wirklich ist und ob ich das mit gutem gewissen kaufen kann.
17.02.2015
LSternus hat geschrieben:
Wow, ich muss sagen, ich habe dem Palmöl bislang Unrecht getan. Ich wusste nicht, dass es so viele guten Seiten hat.
17.02.2015
RichardParker hat geschrieben:
Vielen Dank Uli, für diesen ausführlichen Bericht! Um ehrlich zu sein, habe ich vieles, was du hier beschrieben hast nicht gewusst. Allgemein war mir nicht bewusst, dass Palmöl auch viele gute Seiten hat und das es, wie bei vielen Produkten, auf die Herstellung ankommt und gar nicht so sehr auf die Inhalte! :)
17.02.2015
Bjarne2000 hat geschrieben:
Ja, so etwas ähnliches hatte ich auch gewusst, also, dass Palmöl eben auch gute Seiten hat. Dass es jetzt aber sogar ein Siegel für nachhaltig produziertes Palmöl gibt, ist mir neu ;)
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