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Müllsammler


von Atalanta
24.08.2013
4
0
20 P

 Wie schon mein vorhergehender Bericht ist das hier wieder mehr eine Kurzgeschichte als ein sachlicher Artikel. Ich möchte so versuchen, solche Situationen lebendiger und gegenwärtiger zu machen, damit sie die Leser berühren. Ob mir das gelingt, müsst ihr selbst beurteilen.

Die Luft flimmerte vor Hitze. Erbarmungslos brannte die Sonne vom Himmel herab und beleuchtete das Schauspiel in klarem, hellen Licht, das das Schauspiel schonungslos offenbarte. Gebückte Gestalten wühlten in den Bergen von Müll, stopften mühsam erbeutete Reste in Tüten.
In der Stille des Mittags hörte man das Brummen eines Lastwagens schon von ferne. Ein paar Gestalten richteten sich hoffnungsvoll auf. Viele verharrten nicht einmal. Mit immer den gleichen, mechanischen Bewegungen gruben sie weiter, ihre Hände blank und schutzlos scharfen Kanten und giftigen Flüssigkeiten ausgesetzt.
Der Geruch war bestialisch. Die Sonne erwärmte die Massen an Müll noch und steigerte den Gestank um das Zehnfache. Schweiß, Dreck und Abfall mischten sich in der Luft, gaben einen ekelerregenden, widerwärtigen Geruch von sich.
Der Lastwagen kam näher. Ohne auf die Leute zu achten, hielt er und die hintere Klappe öffnete sich. Ein weiterer Berg voll Dreck. Wie hungrige Wölfe stürzten sie sich alle auf den frischen Müll. Ein kleiner Junge schlängelte sich durch ihre Beine durch und kämpfte sich nach vorn. Mehrmals wurde das Kind zurückgestoßen. Sein Gesicht glänzte vor Schweiß und immer wieder schüttelten Hustenkrämpfe seinen kleinen, ausgemergelten Leib. Seine eine Hand wies Spuren von Säure auf. Dort, wo sie die Haut getroffen hatte, war die Haut weggeätzt und schlecht vernarbt.
Ein Fund erregte Aufsehen und Neid. Jemand hatte eine ganze Glasflasche aus dem Müll gezogen. Rasch barg er sie in seiner schlechten Tasche und wühlte rasch weiter.
Ein paar hundert, vielleicht tausend Kilometer weg lagen sie auf ihren Liegestühlen. Ein Kind jammerte. Die Mutter reichte ihm Schokolade und stöhnte darüber, dass es im Hotel sonntags keine Kinderbetreuung gab. Der Vater meckerte über das schlechte Essen im Restaurant, dass sie am Abend zuvor in sich hinein geschaufelt hatten. Für ein Vier-Sterne-Restaurant war die Qualität einfach nicht genügend. Der Sonnenschirm schützte sie gegen die Sonne, die vom Himmel herab brannte. Die Luft flimmerte vor Hitze und der große, blaue Pool bot kühle Erfrischung, genau wie die Shakes und Cocktails, die geschäftige Bedienungen zwischen den Liegestühlen herumtrugen.

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Kommentare (4)
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15.10.2013
gelöschter User hat geschrieben:
super Geschichte :) sehr spannend und alles nur die Wahrheit
26.08.2013
Chamaeleonmuetze hat geschrieben:
Ich kann Makanie nur zustimmen
25.08.2013
Makanie hat geschrieben:
Diese Welt ist ein Ort der Gegensätze, und nicht immer im Positiven. Und ich bewundere die Menschen, die nichts haben und trotzdem mit unermüdlicher Kraft weiterleben wollen. Manche sind schon viel zu abgehoben und verwöhnt, als dass sie das noch begreifen könnten. Schade eigentlich.
25.08.2013
vince hat geschrieben:
Oh ja, eine wahre Geschichte... das ist zwar nichts neues für mich, trotzdem war die Geschichte spannend geschrieben bis zum Ende... ja ist dir auf jeden Fall gut gelungen...
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