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Mission Bayer


von Bienenkoenigin
02.02.2011
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86 P

Datum:
Donnerstag, 27 Januar 2011

Geheimagent der WWF-Jugend: Bienenkönigin

Ausrüstung:
Notizblock, Bleistift, Radiergummi, 0,5 Wasserflasche, eine Brotdose mit Bio-Gurken u. Bio-Tomaten, Bio-Dinkel-Kekse und ein Brot.

Ablauf:

10:34 Uhr.
Ich befinde mich kurz vor dem Grundstück des Großunternehms Bayer in Leverkusen. Nur noch ein Schranke trennt mich davon einem der Fünf größten Pestizid und andere bösen Dinge-Hersteller mal hinter die Fassaden zu blicken.

10:35
Ich hab es geschafft, bin nun in dem Konzern, nun gibt es kein zurück mehr. Die Mission kann beginnen.

Stopp ein mal, ich glaub bevor ich mein Protokoll weiterführe, sollte ich euch erst ein mal erklären, wer Bayer ist und was genau ich da will.

Bayer ist ein riesiges Unternehmen der chemischen und pharmazeutischen Industrie, die ihren Sitz in Leverkusen hat. Sie besteht aus ca. 110.00 Mitarbeitern und ist auf der ganzen Welt vertreten. Mit anderen Worten über dieses Unternehmen könnte man mehrere Bücher verfassen. Und da ich weiß, dass ihr alle ein bisschen lese faul seit und ich keine Lust habe mehrere Bücher jetzt für euch zu schreiben, dachte ich mal, dass wir uns mit einem kleinen Teil beschäftigen → Bayer CropScienceAG.
Die Bayer CropScience AG zählt mit einem Jahresumsatz von ca. 6,5 Mrd. EUR zu den weltweit führenden, innovativen Crop-Science-Unternehmen mit den Tätigkeitsbereichen Pflanzenschutz (Crop Protection), Schädlingsbekämpfungsmittel für den nicht-landwirtschaftlichen Gebrauch (Environmental Science) sowie Saatgut- und Pflanzenbio-Technologie (BioScience).“ so beschreibt sich Bayer auf seiner Homepage.

Klingt doch ganz nett, denkt ihr wahrscheinlich grade, doch hinter den Begriff „Pflanzenschutz“ steht z.B. das große Bienensterben 2008 und hinter dem Begriff Saatgut- und Pflanzenbio-Technologie steht z.B. Gen-Reis, mit dem Bayer in Entwicklungsländern Kohle macht.

So zurück zur Mission:

10:40 Uhr:
Eine nette Frau begrüßt meinen Chemiekurs und mich in einem großen, hellen modernen Raum mit großen Fenstern und einer großen Leinwand an der Wand, auf der ein Werbefilm für Bayer abgespielt wird.

10:45 Uhr:
Nachdem wir unsere Jacken an die Garderobe gehängt haben und jeder einmal auf die modernen Toiletten gehen konnte geht es in den ersten Raum der Führung. Dort wird uns mit modernen schnicknack wie einem riesigen Fernseher und automatisch verschiebbaren Wänden die Geschichte des Unternehmens gezeigt. Alles erinnert eher an ein modernes Museum, als an eine Konzernbesichtigung. Das Gebäude in dem wir uns befinden ist denke ich ausschließlich für Werbezwecke gedacht.

11 Uhr bis 13 Uhr
Wir folgen der netten Dame von einem Raum in den Nästen, in den Bayer seine Produkte darstellt und sich damit gleichzeitig als lebensnotwendig für die Menschheit erklärt. Alles ist hoch modern, so ist dort ein Auto -simulator, oder Tische, für chemische Vorführungen, die aus dem Boden automatisch herausfahren. Auch super sozial und als Lebensretter der Entwicklungsländer stellt sich Bayer vor. So ist ein ganzer Raum ausschließlich einem Projekt einer Fußballschule in Brasilien gewidmet und begeistert können wir ein kleines Torschießduell Jungen gegen Mädchen machen. Mein Lehrer ist ziemlich enttäuscht, da die nette Dame, die nur für das Marketing von Bayer zuständig ist, kaum Chemisches-wissen vorzuweisen hat und so frage ich sie erst gar nicht die super Fragen, die ich für euch vorbereitet hatte. So bin ich ziemlich enttäuscht euch nicht mit spannenden Hintergrundinformationen füttern zu können, aber ich versuch mein bestes den Artikel trotzdem hinzubekommen.

Missions-Urteil:
Bayer hat es aus irgendwelchen Gründen nötig so viel Geld in den Marketing-Bereich reinzustecken. Aber warum? Gehen wir dem Grund nach.

Naja, schwer ist das nun nicht. Da wären Pestizide, die unsere schönen Böden und alles was auf diesen Böden lebt vergiftet und da wären genmanipulierte Produkte, die sie verkaufen, obwohl kein Mensch weiß, was das für Auswirkungen auf unser Umfeld hat. Weiter informiernen könnt ihr euch hier.

Interessant finde ich da eher wieder, wie Bayer trotzdem Versuch, obwohl die Produkte der letzte Mist sind, Werbung damit zu machen. So findet man auf der Homepage unter Nachhaltigkeit & Engagement in der Hauptleiste unter dem Punkt „Umwelt und Natur“ tatsächlich dieses Video.

 

Ich bin gespannt auf eure Meinungen. Ihr könnt ja mal zu Hause schauen, wo ihr überall Produkte von Bayer findet.

 

Quellen:

http://www.bayer.de

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Kommentare (9)
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07.03.2011
KimBeere hat geschrieben:
ich finde deinen Artikel gut.
Der Vater einer ehemaligen Freundin von mir ist Chef von Bayer oder irgendein Unterchef.
Auf jeden Fall verdient der ganz schön viel Geld, was man auch an der Wohnung und Auto etc. sieht, und dann finde ich es schon ganz schön blöd dass er damit sein Geld verdient, wenn das dann auf die Umweltverschmutzung zurückgeht.
Ich kenn mich jetzt zwar nicht so gut aus, aber trotzdem finde ich es schon ganz schön unverschämt.
Vor allem wenn man sich doch für die andere Seite stark machen könnte, und zwar zum Schutz der Umwelt.
18.02.2011
TaniaTukan hat geschrieben:
@StrongBad: Find ich völligen Quatsch dieses Argument, Pharmakonzerne würden ! Abesehen davon, dass hier wahrscheinlich jedem klar ist, dass es keinem dieser Unternehmer oder Manager oder was auch immer um Menschenleben geht - sondern nur um Profit.
Wenn man sich mal auf der Zunge zergehen lassen würde, wie viele Patente erpresserisch zurückgehalten werden, die für Gesundheit auf natürliche Weise sorgen, wie diese Lobby Naturheilkunde und Heilpraktiker wegschließt, um ihren Pfusch zu verkaufen, dass sie im Labor ständig Krankheiten herstellen müssen (ich sag nur AIDS oder Schweinegrippe), um mit "Medikamenten", die keiner braucht ihre Gewinne mal wieder um paar Milliarden zu steigern - dann wird einem so SCHLECHT!
Und gut es mag sein, dass viele Medikamente zahlreiche private Tragödien verhindert haben. Aber auch nur von den "guten" Menschen. Die "wertvollen" Menschen dürfen weiterleben. Dass zig Afrikaner jeden Tag an AIDS sterben, nur weil das PATENT des Medikaments, welche den Ausbruch der Krankheit um 20, 30 Jahre hinauszögert, in der Schublade eines westlichen Konzerns liegt... wer will das schon wissen?
Es gibt ein cooles Lied von den Wise Guys zum Thema. Allerdings - Nachfragen auf eigene Gefahr. Wer einmal weiß, was so alles für nachweislich auf den Körper toxisch wirkende Mittelchen drin sind, traut sich vielleicht nicht mal mehr zur nächsten Wundstarkrampfimpfung.
http://www.youtube.com/watch?v=CtUgRqJduWg
17.02.2011
KatevomDorf hat geschrieben:
@StrongBad: klar steerben menschen, aber das war schon immer so. und sie regelrecht künstlich am leben zu erhalten.. sieht man doch wo es hinführt zu na schönen überbevölkerung. und wer in bio aufgepasst hat kennt auch die populationskurve nach LOTKA und VOLTERRA, die Räuber-Beutebeziehungen darstellt.
Demnach hat ein anstieg der Beutepopulation verzögert einen anstieg der Räuberpopulation zurfolge. und daraus resultiert wiederum ein zeitliches verschobenes absinken der beutepopulation.
es wirken dann eben in dieser "hochentwickelten" Gesellschaft logischerweise auch noch sher viele und differenzierte faktoren mit hinein, aber wir zögern das unvermeindliche hinaus, anstatt uns wieder in den "normalen" kreis des lebens ein zugliedern und nicht so egoistisch sein und zu glauben wir MÜSSTEN länger leben um es erfüllt zu haben. unser "auftrag" ist damit erfüllt uns reproduziert zu haben... und nicht sekundäre oder tertiäre bedürfnisse zu befriedigen...
02.02.2011
StrongBad hat geschrieben:
Leute, ohne Firmen wie Bayer würden jeden Tag tausende Menschen sterben, und Millionen Menschen hätten es mit ihren Krankheiten viel schwerer.

Also macht euch mal Gedanken.
02.02.2011
Schmusetigerle hat geschrieben:
Wie kann man denn bitte schön so verdreht denken, dass man Chemikeulen als umweltfreundlich bezeichnet?!
02.02.2011
midori hat geschrieben:
Da krieg ich direkt das Brechen! Die zeigen in dem Video, wie sich derjenige, der das Gift spritzt, bis obenhin vermummt und behaupten dann, das wäre umweltfreundlich und würde das Ökosystem nicht belasten? Wie bescheuert sind die denn?

ps.: Ich sehe grad.. Janine hat das auch schon bemerkt :D
02.02.2011
Stoffie hat geschrieben:
danke für den bericht! :)
kann man ja verstehen dass euer lehrer enttäuscht war. aber das war ja wohl ziemlich geplant keine fragen stellen zu können
02.02.2011
JohannesB hat geschrieben:
BAYER zählt übrigens auch zu den Unternehmen, die Klimaskeptiker mit Spenden unterstützen (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,725334,00.html)

Ich finde es zwar prinzipiell problematisch, einen speziellen Konzern herauszugreifen und recht pauschal abzuurteilen. Aber dass Konzernen wie BAYER Dreck in vielerlei Hinsicht Dreck am Stecken haben und Greenwashing betreiben, um von ihren Umweltsünden abzulenken, gehört aufgedeckt. Deshalb guter Bericht!
02.02.2011
Janine hat geschrieben:
Fast 17% der Bevölkerung lebt vom Reisanbau und BAYER kauft Maschinen, die die Arbeit übernehmen? Die Arbeit mag hart sein, aber die Menschen wollen ja trotzdem Geld verdienen.
Umweltschonende Pestizide (?!) und dann beim Sprühen in so einen dicken Schutzanzug gepackt?
Und dann mit der Methanmasche alles schön reden? Das stimmt zwar so, aber das Argument wird doch nur als Maske genutzt.
Ich habe eine prinzipielle Abneigung gegen Konzerne wie BAYER.

Schade, dass du deine Fragen nicht stellen konntest. Mich hätte dein Interview sehr interessiert. Hast den Bericht aber cool geschrieben ;o)
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