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Lebend gerupfte Gänse - vielerorts Realität


von HannaS
07.07.2009
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Als ich am Sonntag mit der Bahn nach Hause gefahren bin, habe ich einen Blick in die Bild am Sonntag geworfen und einen ziemlich erschreckenden Artikel über die Prozedur des Gänselebendrupfes gelesen.

Da die Bild am Sonntag vielleicht nicht gerade die sachlichste Informationsquelle ist, habe ich heute noch ein bisschen im Internet recherchiert und es stimmt anscheinend wirklich: In vielen Ländern, u.a. China, Ungarn oder Polen, gibt es große Gänsefarmen, auf denen die Gänse zunächst mehrmals "abgeerntet" und zum Schluss mit ziemlich ekelhaften Methoden gemästet werden, um die große Nachfrage nach Daunenfedern und nach Gänsestopfleber befriedigen zu können. (Nebenbei bemerkt ist es schon komisch, dass ein krankes Organ wie eine Fettleber eine solche Delikatesse ist...)

Für eine Daunendecke benötigt man ungefähr die Menge von 200 Gänsen! Zwar ist das Lebendrupfen gegen die zumindest europaweit geltenden Tierschutzbestimmungen, aber trotzdem wird das Verfahren anscheinend noch ziemlich häufig angewandt. Auch in Deutschland entdeckte ein Tierschützer von "Vier Pfoten" bei verdeckten Ermittlungen eine Gänsefarm, auf der den Tieren bei lebendigem Leibe mit einer Maschine die Federn ausgerissen wurden - mit teilweise tödlichen Folgen für die Tiere.

Und daran wird sich so lange nichts ändern, bis es überall schärfere, unangekündigte Kontrollen gibt und vor allem: bis die Nachfrage nach Daunen sinkt. Leider gibt es (noch) kein Siegel, dass zeigt, ob die Daunen von toten oder von lebenden Tieren stammen - der globale Markt ist außerdem ziemlich undurchsichtig.

Das Gute ist: Niemand muss Produkte mit Daunen kaufen, denn es gibt genug synthetische Alternativen mit vergleichbarer Qualität. Sagt das ruhig weiter, denn ich wusste nicht, dass Daunen eine solch schmutzige Geschichte haben können...

Es ist gut, dass es Medien gibt, die solche Dinge aufdecken, denn dadurch kann einiges bewegt werden. So wird sich die EU nach dem Bericht eines schwedischen Fernsehsenders mit dem Thema auseinander setzen, damit künftig die Tierschutzgesetze in ganz Europa besser eingehalten werden...

Man wird sehen, was daraus wird. Der sicherste Weg ist wie gesagt, gar keine echten Daunen mehr zu kaufen.

 

Wer noch weiterlesen will:

http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/11/02/gaense-hoelle/arbeiter-reissen-gaense-federn-vom-lebendigen-leib.html

http://www.abendblatt.de/region/harburg/article1086732/Zuechter-quaelt-Gaense-mit-einer-Rupfmaschine.html

http://www.vierpfoten.at/website/output.php?id=1171&idcontent=2360&language=1

 

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Kommentare (11)
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16.07.2009
tomander hat geschrieben:
Ist mir schlecht. Ich will keine Daunenprodukte mehr.
09.07.2009
Janine hat geschrieben:
Hey Hanna!
Auch ich habe mir bisher leider noch nicht so viele Gedanken über das Thema gemacht. Da sieht man mal wieder, dass man Einkäufen, die mit Tierprodukten verbunden sind, immer wieder mit Vorsicht und Wachheit gegenüberstehen muss. Es ist echt verzwackt, wie wenig wir der Herkunft unserer Produkte bewusst sind. Ein Siegel würde da bestimmt schnell die Aufmerksamkeit schärfen.
Dass es immer so lange dauert, bis sich in der Politik was tut, liegt daran, dass es immer "wichtigere" Themen gibt, oder solche, die verstärkt auf öffentliches Interesse stoßen. Wenn also die Forderung sich verstärkt im Tierschutz einzusetzen lauter wird, dann sind die Politiker bestimmt ein wenig schneller in punkto Tierschutz. Kaum bekannte Themen müssen sich aber bisher eher hinten anstellen.
@ Pacolino: Wie Hanna schon schrieb - der Vorteil an "Lebendfedern" ist der, dass sie nachwachsen und der Tierverbrauch dadurch nicht so hoch ist. Das führt wiederum dazu, dass das Geschäft billig bleibt.
08.07.2009
HannaS hat geschrieben:
Früher haben die Bauern auch manchmal Gänse lebend gerupft - aber dann wurde Rücksicht auf die sowieso stattfindende Mauser der Gans genommen, was in der Industrie gar nicht der Fall ist.
Die Federverarbeitende Industrie will das Ganze natürlich nicht wahrhaben, aber es ist ja logisch, dass im Sommer kaum Gänse geschlachtet werden und die Daunen dann trotzdem irgendwoher kommen müssen. Ich finde, die Tradition eines verantwortlichen Unternehmertums muss sich noch viel weiter durchsetzen, nicht nur in diesem Bereich. Und das wird auch passieren (über kurz oder lang), denn durch das Internet haben die Verbraucher eine ganz neue Macht bekommen und können so Firmen viel schneller und besser unter Druck setzen - das Wichtigste ist, dass es den Leuten nicht egal ist, welche Geschichten die Sachen haben.
08.07.2009
Gorilla hat geschrieben:
ich weiß nicht wie man oder wie einer so was macht hätte ich denn jenigen gesehen wär ich auf in los gegangen aber gnadenlos
08.07.2009
kate hat geschrieben:
ich verstehe nicht wie man so herzlos den tieren gegenüber sich verhalten kann und im allgemeinen tiere dermaßen quälen kann, finde das abartig:(
bin auch der meinung dass man dagegen etwas unternehmen sollte!
08.07.2009
Esther hat geschrieben:
Ich finde das erschreckend! ich habe vorher auch gewusst, das Gänse total gemästet werden, aber das sie bei lebendigem leib die Federn rausgerissen bekommen, wusste ich nicht! Man sollte unbedingt etwas dagegen tun!
08.07.2009
Anni09 hat geschrieben:
Das ist total schrecklich. Ich wusste das die Gänse gemästet werden ( was ja schon schlimm genug ist) aber das sie auch bei lebenigem Leib gerupft werden ist mir neu.
Ich hab mir mal die Bilder dazu angeguckt und mir fehlen die Worte. Diese Leute die das machen haben weder menschliche Charakterzüge noch irgendwelche Gewissensbisse.
08.07.2009
SilkeH hat geschrieben:
Hey Hanna
Ja sowas stand heute auch bei mir in der Zeitung allerdings ging es da um eine deutsche Firma im Landkreis Harburg. Es wird zum Glück schon gegen diese Firma ermittelt. Aber dem Bericht zu Folge, soll die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" schon vor drei Jahren auf das grausame Verfahren aufmerksam gemacht haben und erst jetzt passiert etwas. Einfach nur schlimm.
08.07.2009
Loba hat geschrieben:
Ach du meine Güte.
Ich hab davon noch nie etwas gehört! Wie weit wollen Menschen für ihren eigenen Profit eigentlich noch gehen?! Ich bin froh, dass es Medien gibt, die so etwas aufdecken und werde immer sauerer auf Politiker, dass sie Gessetze machen, aber leider viel zu selten kontrollieren (lassen), ob sie auch eingehalten werden. Manchmal frage ich mich, ob man überhaupt noch irgendwelchen Produkten trauen kann und was alles hinter der Produktion steckt.

Liebe Grüße & Danke für die Info,
Lisa
08.07.2009
MarkusS hat geschrieben:

hehe, der Zeitungsbereicht scheint dich ja echt beschäftigt zu haben. Sieht man mal was das Camp bewirkt hat ;-).Zum glück hast du mir mehr als den Sportteil gegeben und ich hab den Artikel ja auch gesehen.

Aber da sieht man mal wieder was ein bisschen Info bewirken kann. Beim nächsten Kissenkauf werd ich auf jeden Fall auf den Inhalt achten!

Ps.: Hanna und ich haben die BILD nicht gekauft, die lag im Zug ;-)
08.07.2009
Ellaa hat geschrieben:
Das ist ja schrecklich, es sollte wirklich mehr Kontrollen geben!
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