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Kleinbauern unterstützen


von Lautlos
02.10.2012
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Heute möchte ich mit einem sehr persönlichen Thema an euch heran treten. Immer mehr Kleinbauern stehen am Rand ihrer Existenz. Grund hierfür ist die europäische Agrarpolitik, welche mehr auf den globalen Markt setzt als auf heimische Produkte, obwohl nur etwa 7 % der 700 Millionen Tonnen Milch 2008 auf dem Weltmarkt gehandelt werden. Weil aber der Weltmarktpreis viel niedriger liegt als die heimischen Produktionskosten, ist die Milcherzeugung für europäische Bauern kaum mehr rentabel.Subventionen vom Staat gibt es nur für Großviehalter, damit Arbeitsplätze eingespart und die zur Verfügung gestellte Fläche "optimal" genutzt wird. Dies begünstigt nicht nur die Massentierhaltung, es unterdrückt auch die anderweitigen Aufgaben, die ein normaler Kleinbauer wahrnimmt: Pflege von Kulturlandschaften wie zum Beispiel Streuobstwiesen oder Weiden, den Erhalt traditioneller Nutztierrassen, die der Artenvielfalt dienen, und auch Hochwasservorbeugung.

Hinzu kommt, dass die Niedrigpreisnahrungsmittel in Entwicklungsländern mit den heimischen Produkten konkurrieren, dort die Bauern in immer größere Armut treiben und den Aufbau einer eigenen Milchwirtschaft verhindern. Wenn die Bauern dann ganz verarmt sind, werden sie von ihrem Land vertrieben, damit bspw. Soja angebaut werden kann. Für? Genau, für die großen Milchviehbetriebe bei uns als billiges Futter. Ein ewiger Teufelskreis. Kleinbauern sind also nicht nur wichtig für die Pflege und Erhaltung von Landschaften und Streuwiesen, in denen zahlreiche Tiere nisten,  sondern auch um eine gesunde, regionale, nachhaltige und ausgewogene Ernährung zu schaffen. Davon abgesehen sind landwirtschaftlich genutzte Flächen, die richtig bewirtschaftet werden, große Kohlenstoffspeicher. Schon heute werden laut Weltagrarbericht 12 % des biogenen Kohlenstoffs im Weideland gespeichert, und anders als der Wald liegt hier eine fast unbegrenzte Sättigungsleistung vor. Somit ist das Argument, Vieh produziere zu viele Treibhausgase auch größtenteils entkräftet, denn natürlich werden die Weideflächen von Großrindhaltern oft ausgenutzt oder zu Äckern umgewandelt, womit die Gase wieder freigesetzt werden.


Ich zitiere zum Schluss noch einen Absatz aus einem Artikel von Germanwatch (www.germanwatch.org) :

Statt die europäische Agrarproduktion am Weltmarkt auszurichten und dazu alle Möglichkeiten der Kostensenkung und des Wachstums auszuschöpfen, sollte die verlässliche Versorgung des europäischen Binnenmarktes im Vordergrund stehen. Die Konzentration auf regionale Ressourcen schafft nicht nur Arbeitsplätze bei uns. Sie bietet auch die besseren Chancen, ökologische und klimafreundliche Kreisläufe zu schaffen, und vermeidet die künstlich subventionierte Konkurrenz mit Kleinbauern in den Entwicklungsländern.

 

Wie kann ich also helfen?

Regionale und saisonale Produkte kaufen, euer Fleisch beim heimischen Metzger kaufen und Milchprodukte, die die Bauern hierzulunde unterstützen, bevorzugen! Damit vermeidet ihr lange Transportwege, garantiert euch Qualität und unterstützt die heimische Landwirtschaft.

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Kommentare (8)
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28.07.2014
Silberdistel hat geschrieben:
Einen interessanten Bericht über das Sterben der Kleinbauern gibt es auch unter http://www.zeitenschrift.com/news/bauern-sterben-wir-sterben-mit#.U9X-uLFX6Vo
28.07.2014
Silberdistel hat geschrieben:
Tausende kleine Bauernhöfe schliesen jedes Jahr ihre Türen für immer. Die schönsten Höfe werden von Immobileinmaklern teuer verschachert, so dass keiner, der sich Landwirtschaftlich betätigen will, eine Chance hat, so einen Hof zu kaufen oder zu pachten. Das Feld wird unter wenigen großen Betrieben aufgeteilt. Die meisten kleinen Bauern müssen sich eine Arbeit suchen, weil der Bauernhof schon lange nicht mehr zum Leben reicht. Daher heist das Nebenerwerbslandwirtschaft. Und wegen dem sieht man auch viele Bauern, die bis in die Nacht hinenein auf ihrem Traktor sitzen oder auf dem Feld sind, weil sie tagsüber keine Zeit haben. Ich hab mir das lange angeschaut. Bin mal zu verschieden Höfen in der Nähe gegangen und hab gefragt, ob man irgendwas helfen kann. Drausen zu arbeiten gefällt mir besser wie immer nur drinnen im Büro zu sein. Am Anfang waren die Bauern etwas skeptisch und fragten warum und was ich den kann. Ich hab einfach gesagt, ich möchte drausen was arbeiten und nicht dauernd am TV sitzen. Mittlerweile kann ich Zäune flicken, Isolatoren auswechseln, die vom Wild oder von herunterfallenden Ästen beschädigt werden. Wassergräben, die langsam zugewachsen sind, aufmachen, Gebüsch mit einer Astschere entfernen und auf einen Haufen schmeisen. Später wird das verbrannt oder wenns nicht auf dem Feld stört, für die Tiere als Unterschlupf gelassen. Ich kann bei der Heueernte oder Apfelernte helfen. Ich kann den Stall ausmisten und die Spinnweben wegmachen. Den Kälbern das trinken beibringen. Die Hühner füttern und die Eier einsammeln. Der Bäuerin im Garten das Unkraut jäten und die Schnecken entfernen. Und wenn ich ihr einen schönen Blumenstrauß vom Feld mitbringe, freut sie sich so sehr, dass sie manchmal Tränen in den Augen hat. Dann sagt sie nur, "oh wenn ic.h dich nicht hätt".
Auf jedenfall hab ich frische Luft gehabt, ne gesunde Hautfarbe bekommen ohne an den Strand zu liegen, und am Abend das Gefühl, ich hab was sinnvolles getan, bin müde und kann gut schlafen.
Schaut euch doch mal bei euch um. Vielleicht gibts da auch noch Kleinbauern, die Hilfe brauchen oder schaut mal bei http://www.wwoof.de vorbei, da gibt´s auch immer was zu tun.
Was nutzt uns die große Agrarindustrie mit ihren unüberschaubar vielen, hochgezüchteten Tieren, die ohne Medikamente nicht mehr Leben können. Nur im kleinen Bereich haben wir die Möglichkeit die Tiere so zu betreuen und zu pflegen, dass es ihnen gut tut. Und die entwickeln mit der Zeit ein grenzenloses Vertrauen in dich. Du wirst auch unter den Tieren Freunde bekommen.
13.10.2012
Nivis hat geschrieben:
Ein ganz wichtig Thema, wie ich finde.
Und danke nochmal für den Denkanstoss. Ich schau zwar immer, dass ich Produkte aus Deutschland kaufe und kaufe auch nur Bio Produkte (zumindest die Milch enthalten oder eben Eier), aber das mit der Metzgerei im ort und dem Bauern ist tatsächlich mein nächstes Ziel!
04.10.2012
Fini33 hat geschrieben:
Der Hof bei mir in der Nähe hat auch demeter. Und der Bauer hält sich einfach an die strengen Richtlinien, weil er weiß, dass er den Tieren etwas gutes tut.
Das finde ich super.
03.10.2012
LSternus hat geschrieben:
Ich kenn fast nur Kleinbetriebe. Mit 150ha ist man hier (Fulda/Rhön) schon ein Großbetrieb. Bei uns im Dorf haben viele Landwirtschaft. Klein bertieb zu unterstützen ist für mich selbstverständlich, auch weil ich viele Bauern selbst kenne.
02.10.2012
neongruenerengel hat geschrieben:
Wir holen usere Milch vom demeterhof in der nähe (ok soo nah ist das auch schon wieder nicht, aber der Bauer der ein Dorf weiter Kühe hatte hat die Milchwirtschaft aufgegeben lohnt sich für so einen Kleinbauern einfach nicht mehr !!! =( )
02.10.2012
Lautlos hat geschrieben:
Schön, dass es noch Menschen gibt, die mit anpacken =) Bei uns wird leider immer mehr Wiese am Dorfrand als Baugrund verkauft, weil keine Bauern mehr da sind, die sie nutzen. Wir verkaufen inzwischen auch schon nach und nach unsere Kühe, weil es sich nicht mehr lohnt. Die Wiesen verpachten wir an andere Bauern, die mehr Vieh haben, allerdings unter der Bedingung, dass sie so bleiben wie sie sind und nur zur Heugewinnung genutzt werden. Davon abgesehen kann man in unserem hügeligen Gelände gar keine guten Äcker anlegen, was manche nicht davon abhält.
Danke für deinen Beitrag =)
02.10.2012
Fini33 hat geschrieben:
Du hast recht. Bei mir in der Gegend gibt es eigentlich fast keine Kleinbauern mehr. Zwar gibt es welche, aber diese haben dann so viele Tiere, dass es keine Kleinbauern mehr sind. Außerdem pflanzen sie nur noch Futtermais für das Vieh an.
Ich selbst helfe regelmäßig bei einem Kleinbauern. Er besitzt viele Weiden und treibt sein Vieh jeden Tag aus.
Zwar verlangt er etwas mehr Geld für die Milch, als die Milch im Supermarkt kostet, aber dafür geht es dem Bauern gut und den Tieren dazu, sie haben viel Platz.
Es ist sogar ein Bio- Bauernhof, da kann man seine Milch dann ohne schlechtes Gewissen trinken...
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