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Kleidung spenden, sinnvoll oder Förderer der Armut?


von MarcelB
08.10.2010
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 Überall stehen sie, die riesigen, hässlichen Container die unsere alten Klamotten wollen. Fast wie ein großes, stilles Monster, mit einem großen Mund was alles schluckt was ihm in die quere kommt. Der Nutzen dieses Kleidercontainer ist vom Prinzip her sehr sinnvoll, den Leuten in armen Ländern der Welt Kleidung zukommen zu lassen. Eine Geschenk soll es sein und uns Leute im Industrieland die Gewissheit geben, dass wir „helfen.“ Gespendete Kleidungsstücke, wie deutsche Abi-T-Shirts, oder Trikots von Kreisklasse-Fußballteams, gesponsert von irgendeinem Getränkehändler werden verschifft und direkt in der Bevölkerung verteilt.
Warum soll dies also schlecht sein?
Eine monokausale Deutung, das bedeutet eine Rückführung auf nur eine Ursache, ist kaum möglich. Es handelt sich um eine Mischung verschiedener Ursachen. Einerseits werden noch gut erhaltende Kleidungsstücke nicht nach Afrika oder Asien transportiert, sondern bleiben hier und werden uns in second hand shops verkauft. Zudem spielt die Übersättigung der Klamotten eine große Rolle für die lokale Wirtschaft. Die Textilindustrie ist völlig eingefroren, die Produktion von heimischen Klamotten ist teurer als die Spende der reichen Industrieländer. Somit ist für heimische Textilläden das Geschäft äußerst unökonomisch. Heutzutage gibt es in Afrika kaum mehr Färbereien, Nähereien oder eine eigene Mode. Um sich aus der Armut zu retten, benötigen die Menschen eine Existenzgrundlage an der sie verdienen. Es muss ein Markt geschaffen werden, ihre Existenzgrundlage wird ihnen somit beraubt. Nun müssen wir uns die moralische Frage stellen, ob wir uns dieser Verantwortung stellen, oder zulassen das wir weiterhin noch mehr Armut schaffen.

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Kommentare (12)
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25.03.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Oh, Gott. Tut mir leid für die ganzen Schreibfehler O.o die Müdigkeit greift um sich...
25.03.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Und wiedermals ein guter Artikel. Hier in meinem Heimatdorf standen auch einige Zeit solche Kleidungscontainer, mittlerweile sind sie jedoch (auf mysteriöse Weise) verschwunden.
Ich finde es ist eine ziemlich zwiespältige Angelegenheit - aber nicht im Sinne von alle Klamotten an Afrika oder nur ein Teil und der Rest in den Secind Hand Shop, sondern im Sinne von alles wegscmeißen oder gibt es eine andere Alternative? Ich wäre voll und ganzn dafür, dass man die alten Klamotten recycelt oder Caritas gibt o. ä. und ich bin absolut dagegen diese ganzen Klamotten nach Afrika zu verfrachten. Klar, die Leute haben was zum Anziehen, aber würden die Industrieländer diese nicht so ausnutzen, bzw. etwas unternehmen, was wirklich helfen würde - z. B. lokale Schneidereien, Fäbereien o. ä. unterstützen, wär sowas gar nicht nötig. Wir zerstören die Wirtschaft der Länder, die eh schon genug Probleme haben und reißen vielen den Boden unter den Füßen weg.
Aber wie du schon geschrieben hast: viele denken über darüber gar nicht nach und fühlen sich gut, weil sie ja "geholfen" haben.
23.10.2010
MarcelB hat geschrieben:
http://www.wdr.de/tv/servicezeit/familie/sendungsbeitraege/2010/1020/02_altkleiderspende.jsp

Hier ist dazu n guter Beitrag, ich weiß nicht mehr genau welche Organisationen. Die waren alle auf einer "Fairwertungs"-liste aufgeführt. Im Bericht wird das auch gut beschrieben. Ich gebe zu der Bericht ist nicht Ideal. Stellt nämlich wieder die Problematik da, dass die in Afrika beispielsweise nichts von haben. Immerhin, und das finde ich gut an der Sache, geht jeder Cent in etwas Soziales. So kann man auch hier in Deutschland den armen helfen.
23.10.2010
MarcelB hat geschrieben:
"Nunja es gäbe alternativen. Man könnte sich mit einheimischen Designern zusammensetzen und die Mode mit den Spenden kombinieren, zudem gibt es kleinere Organisationen die Kleidung "richtig," dass heißt sinnvoll ohne Probleme spenden. Hierzu muss man auf ein Fairwertungssiegel achten. Außerdem können auch wir öko-sowie ökonomisch sinnvoller einkaufen, dass bedeutet Kleidung mit besserer Qualität und längerer Lebensdauer kaufen."

wie bereits gesagt.
23.10.2010
snowyowl hat geschrieben:
Wir schmeißen monatlich alte Klamotten in solche Kontainer,wohin denn sonst?
Dann müsste man ja eigentlich alles in einen "schlechten Zustand" bringen,damit die 2-handshops die Klamotten nicht bekommen und alles auch wirklich in arme Länder geschickt wird,oder?
Man sollte sich vielleicht dafür einsetzen,dass auch die "guten Kleidungsstücke" in ärmere Länder geschickt werden...ich wüsste nämlich nicht wohin die Sachen sonst hingebracht werden können.
19.10.2010
MonaR hat geschrieben:
hm, guter Bericht, der einen zum Nachdenken anregt... ;)
10.10.2010
MarcelB hat geschrieben:
meinen Beitrag haste aber schon gelesen, oder?
10.10.2010
Ariane hat geschrieben:
Ich stimme Gakje zu. Es ist doch besser als die Klamotten einfach weg zu schmeißen. Denke dass sich trotz allem einige Menschen über die Kleidung freuen würden.
09.10.2010
MarcelB hat geschrieben:
Nunja es gäbe alternativen. Man könnte sich mit einheimischen Designern zusammensetzen und die Mode mit den Spenden kombinieren, zudem gibt es kleinere Organisationen die Kleidung "richtig," dass heißt sinnvoll ohne Probleme spenden. Hierzu muss man auf ein Fairwertungssiegel achten. Außerdem können auch wir öko-sowie ökonomisch sinnvoller einkaufen, dass bedeutet Kleidung mit besserer Qualität und längerer Lebensdauer kaufen.
08.10.2010
LaLoba hat geschrieben:
Gut zu wissen! Danke fuer die Infos!
08.10.2010
MarcelB hat geschrieben:
Jo! Das ist dann wieder dieser typische Eigennutz, von wegen Provitmaximierung des eigenen Unternehmens. Trotzdem zerstören Kleiderlieferungen, vor allem aus Deutschland, den lokalen Kleidermarkt. Das ist hier das schlimme, wie ich finde.

Quelle: ne alte 3sat Doku, sowie ne Salzburger Zeitung. Falls jemand fragt.
08.10.2010
Morgan hat geschrieben:
Bei uns stehen auch solche Kästen rum...Ist ja blöd,das es in Second-Hand-Shops kommt.
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