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© WWF
Kein Palmöl ist auch keine Lösung


von Seni
06.09.2016
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Auf den ersten Blick, haben Fertigpizza, Lippenstift und Nutella vielleicht nicht wirklich viel gemeinsam. Doch liest man die Inhaltsstoffe fällt eine Sache auf. Alle drei Produkte enthalten die eine Zutat, um die sich im Moment alles dreht: Palmöl.
So wie mittlerweile fast jedes zweite Lebensmittel aus dem Supermarkt. Deutschland ist dabei weit vorne mit einem Verbrauch von 1,8 Millionen Tonnen Palmöl im Jahr, wobei wir das meiste davon für Biodiesel oder für Nahrungs- und Futtermittel nutzen. Es ist erstaunlich, in welchen Produkten das Öl überall zu finden ist. So fließt zum Beispiel unser restlicher Verbrauch in die Pharmazie oder in Reinigungsmittel.
Weltweit werden jährlich 60 Millionen Tonnen Palmöl produziert, welche 17 Millionen Hektar einnehmen. Eine Fläche, die halb so groß ist wie Deutschland.

Aber wusstest du auch, was für eine Auswirkung das auf den Mensch und die Natur hat? Die Palmölgewinnung führt zur Rodung der Regenwälder, welche wiederrum Tiere wie den Orang-Utan oder den malaysischen Tiger vertreiben und somit die biologische Vielfalt schrumpfen lässt.

Der WWF hat dazu die Studie „Auf der Ölspur“ ins Leben gerufen, welche nachgeforscht hat was passieren würde, wenn Deutschland das Palmöl komplett ersetzen würde (vor allem durch heimische Öle wie Raps- oder Sonnenblumenöl). In der Theorie würde das zwar das weltweite Leiden der Artenvielfalt verringern, aber leider haben wir für den Anbau der Ersatzöle lange nicht genug Platz und somit würde dieser Austausch das Problem sogar verschlimmern! Denn die Palmölpflanze erzielt viel mehr Erträge, als jede andere Ölpflanze, fast fünf Mal so viel wie Raps-, Kokos- und Sonnenblumenöl.

Uns bleibt daher nur eine Lösung: Wir müssen auf Palmöl als Biokraftstoff verzichten und unseren Konsum von Süßigkeiten, Knabberzeugs, Fertiggerichten und Fleisch drastisch reduzieren. Dadurch könnten wir ganze 50% des Ölverbrauchs einsparen. Das würde nicht nur der Umwelt gut tun, sondern auch unseren Körpern. Und falls irgendwo Palmöl drinsteckt, dann darauf achten, dass dieses RSPO zertifiziert ist oder einfach für die Bio-Variante entscheiden, dadurch ist die Belastung für die Umwelt noch geringer.

 

Quelle: http://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/produkte-aus-der-landwirtschaft/palmoel/auf-der-oelspur/

Arbeit auf einer Palmöl-Plantage © Audra Melton / WWF US

Die Ölpalme ist die ertragreichste Ölpflanze © James Morgan / WWF

Titelbild © James Morgan / WWF-International

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Kommentare (5)
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08.09.2016
Gangsterhunnie hat geschrieben:
Ich hätte echt nicht gedacht, dass wenn wir auf andere Öle umsteigen einen noch größeren Schaden anrichten...
07.09.2016
silberlocke hat geschrieben:
... wusste ich's doch: So toll wie Nutella immer tut - isst sie nicht!!!
:-)
06.09.2016
Papillon hat geschrieben:
Es ist wirklich interessant, dass wir mit dem völligen Verzicht auf Palmöl sogar Schaden anrichten würden.
06.09.2016
LeJoFr hat geschrieben:
Interessanter Bericht

Ich denke wenn sich jeder ein bisschen bewusster wird was er isst und wie viel, dann würde sich auch der Verbrauch von Palmöl schon stark verringern. Außerdem ist Palmöl natürlich wesentlich billiger als andere Öle, eben weil es ja mehr Erträge bringt.
06.09.2016
RichardParker hat geschrieben:
Vielen Dank für deinen interessanten Bericht! Und herzlich Willkommen :)

Ich habe mir schon gedacht, dass die Umstellung auf andere Öle schwierig wird, a) wegen der Vielfalt der Dinge in denen es zu finden ist und b) der Kostenpunkt, beziehungsweise die dadurch entstehenden Einbußen. Aber ich hätte nicht gedacht, dass es sogar riskanter wäre auf andere Öle umzusteigen!
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