Fair, sozial, umweltbewusst!


Shop till


you drop


© WWF
I pull on my Jeans and I feel alright!?


von Evergreen
15.09.2009
17
0
19 P

When I wake up in the morning light, I pull on my jeans and I feel alright...

...diesen Oldie ("Blue Jeans") kennt man vielleicht von aus dem Radio, aber ich muss gestehen, dass ich mich nicht mehr so "alright" fühle, wenn ich frühs in meine Jeans schlüpfe. Nicht dass die Jeans nicht gut aussieht... ;-) Aber die Jeans hang ja nicht schon immer so fertig im Laden. Bis dorthin legt sie normalerweise ca. 20 000 km (oder sogar 50.000 km!) zurück und hat somit einen echt weiten Weg, auf dem so allerhand passiert.

Die ganze Geschichte beginnt in Ägypten mit der Baumwollproduktion. Diese wird in Monokulturen angebaut, wodurch ein hoher Einsatz von Düngemitteln nötig ist, da der Boden einseitig belastet wird. Auch an Pflanzenschutzmitteln wird nicht gespart - ein Baumwollstrauch wird bis zur Ernte ungefähr 25 mal gespritzt! Die Gifte können ungehindert in das Grundwasser oder benachbarte Getreidefelder gelangen.

Die Baumwolle wird nach China transportiert und dort in Fabriken inmitten Staub, Lärm und Chemie verarbeitet. Die Arbeitsschutzmaßnahmen sind dort viel lockerer als z. B. hier in Deutschland. So kommt es dazu, dass die Arbeiter und Arbeiterinnen unter sehr schlechten Bedingungen arbeiten müssen und an Weberhusten leiden, der durch eingeatmete Baumwollfasern ausgelöst wird. Damit die Fäden die Belastung der mechanischen Webstühle aushalten, werden sie mit biologisch nicht abbaubaren Chemikalien behandelt und dann werden die Pflanzenschutzmittel und Chemikalien aus Ägypten ausgespült und verschmutzen in China die Umwelt.

Weiter geht die Reise auf die Philippinen. Hier werden die Garne und Stoffe mit chemischer Indigofarbe gefärbt. Nicht wenige der Farbstoffe und Hilfsmittel enthalten Schwermetalle oder sind krebserregend. Außerdem benötigt man für das Färben von einem Kilo Baumwolle hunderte Liter Wasser. Das Abwasser ist wegen seinen ganzen giftigen Inhaltsstoffen kaum mehr klärbar. Die Flüsse in der Nähe der Färbereien sind meist tot, die verseuchten Abwässer trotzdem einfach in sie geleitet werden.

In Indien werden die Stoffe durch giftige Chlorbleiche heller gemacht. Die Stoffe, die für das Bleichen verwendet werden, sind schädlich für Haut, Augen und Atemwege und sie gelangen ja auch wieder ins Abwasser.

Im New Mexico in den USA werden große Flächen durch den Abbau von Vulkansteinen zerstört. Diese braucht man, um eine stoned-washed Jeans herzustellen (daher der Name). Dazu wird die Jeans in einer Trommel mit diesen Steinen gewaschen, die anschließend als Sondermüll entsorgt werden müssen. Danach wird der Stoff mit formaldehydhaltigen Verbindungen, die krebserregend sind behandelt, damit die Jeans in der Waschmaschine nicht einläuft, und mit sonstigen Chemikalien, damit sie feuer- uns schmutzabwehrend ist.

Die Jeans muss nun noch zusammengefügt werden: Man schicke Schnittmuster und Design in eine Fabrik in Taiwan, nehme Washinglabel aus den USA, füge Knöpfe und Nieten aus Italien hinzu und nähe dann alles in Taiwan zusammen, wo die Frauen unter schlechten Arbeitsbedingungen und zu geringen Löhnen bis zu 70 Stunden pro Woche an der Nähmaschine sitzen.

Endlich ist die Jeans fertig und wird nach Deutschland transportiert, wo sie dann chemisch gereinigt und gebügelt letztendlich auf den Ladentisch kommt. Durch den Transport zwischen den ganzen Produktionsorten ensteht ein hoher Ressourcenverbrauch, z.B. durch das Flugzeug-Kerosin. Dazu kommen noch die CO2-Emissionen, die zum Klimawandel beitragen und nicht zu vergessen das ganze Verpackungsmaterial für den Transport.

Der Weg einer Jeans ist in Deutschland womöglich aber noch nicht zu Ende. Wenn sie nämlich irgendwann in die Altkleidersammlung wandert, geht ihre Reise weiter. Zum Beispiel erst nach Holland zu Sortierung und dann mit dem Schiff nach Afrika, wo sie wieder verkauft wird. Dieser Altkleiderverkauf schadet aber wiederum den dortigen Textil- und Handelsfabriken und die Leute verlieren ihren Arbeitsplatz.

Bei der Jeansproduktion entstehen wirklich allerhand Umweltprobleme, auf die man im ersten Moment gar nicht kommen würde. Immerhin verbraucht eine Jeans 6000 Liter Wasser bei der Produktion!!! Außerdem sind die ganzen Chemikalien ja immernoch in den Stoffen, wenn sie bei uns daheim im Schrank liegt. Die Gifte gelangen somit über die Haut in den menschlichen Organismus und viele Menschen reagieren allergisch auf die Stoffe. Außerdem sind sie krebserregend.

Natürlich kann die Jeans bei der Herstellung auch einen anderen Weg gehen. Die hier beschriebene ist nur eine Möglichkeit der langen Reise einer Jeans. Fakt ist, dass die Baumwolle nur in warmen Ländern wächst und dort verarbeitet wird, wo es am wenigsten kostet, also wo beispielsweise die Arbeitskräfte am billigsten sind. Es kann auch sein, dass in der Jeans, obwohl sie Tausende Kilometer zurückgelegt hat, "Made in Germany" steht. Dann wurde einfach das Firmenlabel in Deutschland angenäht. Und weiter ist sicher, dass man davon ausgehen muss, dass bei der Herstellung einer Jeans in der Regel leider nicht auf die Auswirkungen auf die Umwelt geachtet wird.

Die erschreckenden Fakten über die Jeans gehen mir morgens, wenn ich eine schöne Jeanshose aus meinem Kleiderschrank hole, blitzschnell durch den Kopf...

...I pull on my jeans and I feel alright???

 

Fotos:  Evergreen

Quellen:  Arbeitsblatt aus der WR-Unterricht in der 10. Klasse; http://www.praxis-umweltbildung.de/dwnl/kleidung/info_jeans.pdf

Weiterempfehlen

Kommentare (17)
Um einen Kommentar zu schreiben einfach registrieren oder einloggen.
Sortieren nach Aktualität:
08.10.2009
marisar hat geschrieben:
Klasse Bericht ! eine günstigere methode die umwelt zu schonen wäre beispielsweise ein secondhand shop.Ist zwar keine so gute lösung wie öko-jeans kaufen, aber auf die art unterstützt man zumindest diese konzerne nicht !!
04.10.2009
Evergreen hat geschrieben:
@mellihase und fuds: ich bezweifle sehr dass mein lehrer uns das erzählt hat, weil er nachdenklich ist. wahrscheinlich stands im lehrplan. leider nur so. die meisten leute interessierts ja gar nicht. uns eben schon ;-) lg
02.10.2009
ClaraG hat geschrieben:
cooler bericht...
war mir gar nicht richtig bewusst das jeans SO viel wasser verbrauchen..
ich wusste das es viel ist aber das sind astronomische mengen..
mit diesem wasser bräuchten tausende familien nicht zu vedursten..
und der CO2 verbrauch auch noch..
ich glaub in zukuinft überleg ich mir zweimal ob ich wirklich eine neue jeans brauche
23.09.2009
sternchen1 hat geschrieben:
echt ein sehr guter bericht. das eine jeans so viel schaden anrichtet hätte ich nicht gedacht
22.09.2009
fuds hat geschrieben:
guter bericht..wir haben sowas leider nie in der schule gehört. schön, dass es "nachdenkliche" lehrer gibt
21.09.2009
MJ1499 hat geschrieben:
schon schrecklioch, dass so etwas passiert, ohne dass irgendwer was davon mitbekommt..aber ich muss ehrlich zugeben, ich habe auch fast nur Jeans und wusste das vorher nicht...
21.09.2009
LisaD hat geschrieben:
ach und noch was: eigentlich müsste jeder WWFler das wissen, da es auch öfters mal in berichten erwähnt wird, oder WWF selber werbung dafür macht: die Marke armedangels verkauft nur klamotten, die 1. fairgetraded sind und 2. aus biologisch korrekt angebauter baumwolle hergestellt wurde. ihr könnt ja mal auf deren internet seite gehen, und außerdem gibts das auch schon im P&C (in köln zumindestens) zu kaufen.
"öko" klamotten, die die fairness dieserw elt unterstützen und auch echt gut aussehen.
21.09.2009
LisaD hat geschrieben:
toller bericht, auch mit dem zusammenhang mit dem lied!
und ich fins toll, dass du auch den sogenannten "virtuellen wasserverbrauch" erwähnt hast. den unterschätzen bzw. vergessen viele meistens, wenn sie auf die langen transportwege von produkten, vor allem von lebensmitteln, hinweisen. immer wird von dem klimaschädlichen gas CO2 geredet, was natürlich aktuell für den klimawandel besonders schlimm ist, dabei ist doch wasser das elixier des lebens.
in spanien streiten sich mitllerweile die einzelnen "bundesländer", wenn man das mal so nennen kann, wer wie viel wasser aus welchem fluss abzweigen darf, und auch in der türkei (so hat es zumindestens unsere erdkunde lehrerin erzählt) gibt es heftige streitereien um das wasser der flüsse.
20.09.2009
angelofearth hat geschrieben:
erstma muss ich sagen guter bericht!! da haste letztes jahr gut aufgepasst :) ...es is echt schade dass die umweltverträglichen jeans so teuer sind, des kann ma sich als normalo echt net leisten aber wenn wenigstens die reicheren leute solche jeans kaufen würden wär scho was getan nur des is ja meistens net der fall, denen is des of egal.
19.09.2009
Evergreen hat geschrieben:
ja hele du hast recht, das geht mir genauso deswegen hab ich auch schon ein ganz schlechtes gewissen. es ist ja auch ganz logisch dass es teurer ist, aber so teuer? :-(
18.09.2009
easii hat geschrieben:
echt hart
ich glaube das die jeans kein einzelfall ist und dass dann für andere kleidungsstücke im prinzip ähnlich ist.
70 stunden die woche man überlege sich mal wie lange das ist!
ein 12 stunden tag von montag bis samstag!!
17.09.2009
Bienenkoenigin hat geschrieben:
omg... irgendwie kann mann gar nicht mchen/kaufen usw. ohne das man irgendwas gruenvolles für die Umwelt tut.... was ist nur los mit und??? das da kaum jemand rücksicht draufnimmt (ich mein jetzt vor allem die Hersteller usw.)... ich wusste das vorher nicht und ich glaube, wenn ich alle schüler in meiner schule befrage, weiß viell. gerrade ma einer davon, was so ne Jeans alles anrichtet...
17.09.2009
franzi94 hat geschrieben:
Ohje ... ich habe fast nur Jeans :( Wenn man das hier so hört ... ich glaube ich mag meine Jeans nicht mehr :( Aber was kann man denn dagegen tun? Keine Jeans mehr kaufen ist ja auch irgendwie schwachsinnig. Wär mal gut zu wissen.
16.09.2009
Tim94 hat geschrieben:
Brutal. Das heißt, meine Jeans kann mich vergiften, mir Krebs zufügen und schadet zusätzlich noch der Umwelt?!?! Ich glaub ich muss mal ein ernstes Wort mit meiner Jeans reden :-) Ne Spaß bei Seite. Das ist ja echt übel. Hab ich gar nicht gewusst....
16.09.2009
Fredi hat geschrieben:
oh. ich wusste gar nicht, dass eine jeans so belastet ist...
16.09.2009
straetsi hat geschrieben:
@tasha

wenn du jeans kaufen willst die ohne zusätzliche chemikalien produziert werden musst du auf organic cotton achten übersetzt biobaumwolle. die klamotten von armedangels. unserem wwf partner sind ja auch klasse...
16.09.2009
StrongBad hat geschrieben:
"oh nein, kauft bloß keine jeans mehr"
:D
Login
E-Mail


Passwort


Kostenlos registrieren
Mitglied werden
Könnte dir auch gefallen
Wasser - Hahn oder Flasche?
Wasser - Hahn oder Flasche?
Wasser, Wasser, Wasser Wasser ist das wohl wichigste Grundnahrungsmittel des Menschen. Erst... weiter lesen
Regionale Produkte sind besser!
Regionale Produkte sind bes...
Ich wollte mal ein Thema ansprechen, was ich persönlich für sehr wichtig halte. M... weiter lesen
Kein Palmöl ist auch keine Lösung
Kein Palmöl ist auch keine...
Auf den ersten Blick, haben Fertigpizza, Lippenstift und Nutella vielleicht nicht wirklich viel ... weiter lesen
Aktionstag Blauer Engel
Aktionstag Blauer Engel
Letzte Woche wurde ich eingeladen, Teil vom „ Aktionstag Blauer Engel“ zu sein, Einb... weiter lesen
Nachhaltigkeit
Lebensmittel genau studieren weiter lesen
Deine Ansprechpartner
Marcel
Marcel Gluschak
WWF Jugend Community Manager
zum Profil
Luise
Luise Neßler
WWF Jugend Community Moderatorin
zum Profil
MarcelB
Marcel Brüssow
WWF Jugend Redaktion
zum Profil
Ronja96
Ronja Post
WWF Jugend Aktionsteamer
zum Profil
HannahFee
Hannah Fesseler
hilft dir bei technischen Fragen
zum Profil
AndreaRentschler
Andrea Rentschler
hilft dir bei Fragen zur WWF Jugend Mitgliedschaft
zum Profil
NicoleB
Nicole Barth
hilft dir bei Fragen rund um die WWF Jugend Camps
zum Profil