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Grünes Gold


von Akari1994
10.09.2012
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Grünes Gold - handelt es sich dabei um eine neue Modeerscheinung dieser Saison? Nein, ganz und gar nicht! Aber worum handelt es sich dann? Wird das Metall jetzt seit Neustem grün gefärbt, um den Wert zu steigern? Oder hat man herausgefunden, dass es auch grünfarbenes Gold gibt? Leider auch falsch. Bei grünem Gold handelt es sich um eine ökologisch sinnvolle Alternative zum herkömmlichen Gold. 

"Aber was ist denn so schlecht an herkömmlichen Gold?" Diese Frage wird manchen von euch jetzt durch den Kopf schießen. Lasst es mich mal so sagen: Ist das Gold erst einmal an einem Ort abgebaut, kann niemand mehr dort leben - und das Jahrhunderte lang! Aber wie kommt es dazu? Vor etwa einhundert Jahren wurde die Cyanidlaugerei erfunden. Das funktioniert in etwa so: Das Gestein, in dem sich das Gold befindet wird zerkleinert und dann aufgehäuft. Dann werden diese Steine mit Zyanid, also Blausäure, ausgelauft. Blausäure ist extrem gifitg und löst winzigste Teile von Gold aus dem Gestein. Das Gift sammelt man dann danach in großen "Becken". Das Wort "Becken" habe ich bewusst in Anführungszeichen gesetzt, da man sie kaum Becken nennen kann. Tatsächlich bestehen sie nur aus Erde, die aufgeschoben wurde. Jedes Jahr brechen zahlreiche dieser Becken zusammen.

 

Die Konsequenzen sind fatal: Die Blausäure dringt durch das Grundwasser in Flüsse ein und verseucht damit riesige Gebiete, die dann Jahrhunderte lang unbewohnbar werden. Beispiele sind die fälle aus den USA von 1990, Guayana 1995, Rumänien 2000, Ghana und China 2001. Trotz des Risikos gilt bereits ein Goldvorkommen von nur 1 Gramm (!!!) je Tonne Gestein als rentabel (d.h. es lohnt sich das Gold auszugraben). Neben des hohen Risikos gibt es aber noch andere Nachteile: 725 Millionen Tonnen giftigen Sondermülls pro Jahr zum Beispiel. 

Eine andere Alternative ist der sogenannte konventionelle Abbau. Der ist aber auch sehr schädlich. Dieser bedient sich der "traditionellen" Verfahrensweise aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Heute benutzt man es nur noch in den Ländern der Dritten Welt. Bei dieser Methode benutzt man Quecksilber (ebenfalls extrem giftig), um Goldstaub zu gewinnen. Das Quecksilber verbindet sich mit dem Goldstaub zu dem sogenannten "Amalgarn". Dieses erhitzt man dann, das Quecksilber verdampft und das Gold bleibt zurück. Allein im Amazonasgebiet gelangen so 100 Tonnen Quecksilber in die Gewässer. Dazu kommt noch das Quecksilber, das durch das Verdampfen in die Luft gerät. Das ist für die Natur, aber auch die Menschen dort ein riesiges Problem. Neben Quecksilbervergiftungen gibt es noch das Problem, dass das Gold zum Billigpreis weiterverkauft werden muss und man damit kaum eine Familie ernähren kann. 
 

Aber zu all dem kommen noch weitere Gründe, die gegen das "normale" Gold sprechen. Wenn irgendwo erst einmal Gold entdeckt wird, passiert (fast) überall auf der Welt das gleiche: Große Firmen besorgen sich die Genehmigungen dafür in diesen Gebieten graben zu dürfen. Im "besseren" Fall werden die Anwohner zwangsumgesiedelt, also dazu gezwungen woanders hinzuziehen. Im schlechten Fall heißt es, dass sie mit militärischen Mitteln vertrieben werden, was zu brennenden Dörfern und Toten führen kann. Jedes Jahr werden so schätzungsweise 100.000 Menschen vertrieben. 15.000 bis 20.000 sterben jährlich durch den Goldbergbau. 

 

Jetzt mal ehrlich: Wollt ihr einen Ehering oder anderen Schmuck tragen, der auf diese Weise "gewonnen" wurde? 

 

Zum Glück gibt es eine andere Alternative: das grüne Gold. "Grün" heißt in diesem Zusammenhang einfach nur umweltschonend. Vor vier Jahren in etwa entstand eine Initiative im Westen Kolumbiens. Dort haben sich die Dörfer des Choco-Regenwaldes mit Menschenrechts- und Umweltschutsorganisationen zusammengeschlossen, um etwas zu verändern. Tatsächlich schaffen es die Ureinwohner dieser Gegend Gold seit jetzt über 600 Jahren umweltfreundlich abzubauen! 

 

Der Choco-Regenwald reicht von Panama nach Equador entlang der Pazifikküste. Für unseren Planeten ist er eines der wichtigsten Gebiete. Zudem verfügt er über eine riesige Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren. Durch den "normalen" Goldbergbau kam es in den letzten 150 Jahren zu Regenwaldrodung und Umweltverschmutzung. 

 

Das Projekt "Grünes Gold" soll den Schaden der vergangenen Jahre wieder gut machen. Rund 1400 Familien von Ureinwohnern, also 13.000 Einwohner, sind an diesem Projekt beteiligt, um eine Alternative zum "normalen" Gold zu schaffen. Das Projekt lässt sich in sieben Merkmale untergliedern: 

1: Schulungen der Familien und ihre Ausrüstung.

2: Anstelle der Billigpreise, bekommen sie den vollen Welktmartkpreis für ihr Gold. 

3: Biologen und Ingenieure müssen die Orte, an denen gegraben werden soll, zuerst genehmigen. Der Abbau findet nur mit Zustimmung der Dörfer statt!

4: Giftige Substanzen sind ausdrücklich verboten

5: Es gibt keine Waldrodung. Zudem wird die Belastung der Umwelt regelmäßig kontrolliert, damit es sich in Grenzen hält.

6: Um die Regeln einzuhalten, wird alles ständig kontrolliert.

7: Das grüne Gold wird teurer als das normale Gold weiter verkauft, um in Projekte zu investieren, die den zerstörten Wald wieder aufbauen sollen und zudem in Schulen und Krankenstationen fließen.

Meiner Meinung nach eine gute Sache. Und das ist doch auch ein wenig Geld mehr wert, oder? Vor allem, da Gold ja eine langfristige Investition ist. Was meint ihr? 

Mehr Infos unter: www.fairtrademinerals.de/projekte/gruenes-gold.html

 

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Kommentare (10)
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16.09.2012
Akari1994 hat geschrieben:
@Chrissi96: danke sehr :)

@PaulaTvD: finde ich eine gute Sache!
16.09.2012
PaulaTvD hat geschrieben:
echt ein sehr interessanter Bericht...:)
Ich wusste teilweise das Gold unter total schlechten Bedingungen und mit giftigen Stoffen gewonnen wird, aber dass ist doch heftiger als ich gedacht habe...
Ich stehe generell nicht so auf Gold, aber wenn dann würde ich auf jeden Fall ein bisschen merh Geld für das grüne Gold ausgeben!
15.09.2012
Chrissi96 hat geschrieben:
echt ein guter bericht :)
12.09.2012
Akari1994 hat geschrieben:
@sarahsolaika: danke schön :) ich bin auf jeder fall deiner meinung. irgendwie müsste man es schaffen, dass noch bekannter zu machen

@Puma: auf der Internetseite, die ich oben angegeben habe sind alle Juweliere in Deutschland aufgeführt, die das grüne Gold verkaufen :)
12.09.2012
Puma hat geschrieben:
man hat ja nicht schon so probleme wie klimawandel oder so....nein,jetzt müssen auch noch vergiftete grundwässer (wird das so geschrieben??) dazukommen!!!aber wenigstens gibt es auch noch vernünftige menschen.Ich würde das grüne gold auf jeden fall kaufen!ist das bei den produkten iwie vermerkt außer im preis?
11.09.2012
sarahsolaika hat geschrieben:
ein sehr interessanter bericht, finde ich!
ich persönlich wusste von den fatalen folgen des goldabbaus nicht u muss sagen, dass es echt erschkreckend ist, wodurch die umwelt sinnlos belastet wird. bei so vielen sachen, die auf umweltschonendem weg passieren könnten, wendet man die zerstörerischen, billigen varianten an. wie kann den menschen die natur nur so egal sein.. :/
daumen hoch für das projekt "grünes gold"! warum das nicht gleich so funktionieren kann, ist echt fraglich..
11.09.2012
Akari1994 hat geschrieben:
@LauraaSo: ja, das kann ich auch nicht verstehen :/

@Punky: Ja, das hat mich auch schockiert!
11.09.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
11.09.2012
Punky hat geschrieben:
1mg pro Tonne? :O das ist echt hart...
11.09.2012
gelöschter User hat geschrieben:
das ist wirklich eine gute alternative. ich wusste ja das gold nicht unbedingt umweltfreundlich abgebaut wird, aber dass das so schlimm ist ... ich kann die menschen die so was machen einfach nicht verstehen ...
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