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Get-neutral - CO² freier Konsum?


von Jonpackroff
03.06.2012
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 Ich glaube die meisten von euch haben noch nie etwas von "Get-neutral" gehört. Ich möchte euch jetzt kurz schildern, worum es dabei geht und ob es funktioniert.

Kennengelernt habe ich Get-neutral - das klingt jetzt villeicht ein bisschen blöd - durch Facebook-Werbung. Diese Seite/App wirbt damit, den "Konsum klimaneutral zu machen". Man muss einfach nur den Barcode eines Produktes scannen und auf "Neutralisieren" klicken, schon ist der CO²-Verbrauch ausgeglichen. Klingt leicht. Zu leicht. Mein Interesse hatte es aber geweckt.

Es funktioniert also so: Sobald man sich anmeldet hat man ein "CO²-Guthaben". Nun kann man, sobald man ein Produkt kauft oder konsumiert, mit der iPhone oder Android App den Barcode scannen oder den Zahlencode online auf get-neutral.de eingeben. Das Produkt wird dann erkannt und es wird angezeigt wie viel CO² durch die Produktion ausgestoßen wurde.

Klickt man dann auf "Neutralisieren" wird das CO² neutralisiert - und zwar durch ein Klimaschutzprojekt, z. B. ein Aufforstungsprojekt oder eine Windkraftanlage (Diese beiden Beispiele nennt Get-neutral auf seiner Homepage). Das Geld dafür geben Unternehmen, welche ihr Image aufpolieren möchten oder einfach so etwas gutes für die Umwelt tun möchten.

Wenn ich etwas neutralisiere kostet es mich automatisch CO²-Guthaben. Im Gegenzug bekomme ich "Klimapunkte", deren Sinn ich ehrlich gesagt noch nicht ganz verstanden habe ;)

Logischerweise ist mein CO²-Guthaben irgendwann mal aufgebraucht. Dann muss ich, um neues Guthaben zu bekommen, auf "Aktionen" gehen, mir dort irgendein Partnerangebot durchlesen, auf welches ich zu 99% sowieso nicht eingehen werde und muss danach auf "Guthaben abholen" klicken, und schon habe ich mehr Guthaben. Hinter diesen "Partnerangeboten" stecken genau die Firmen, die an Get-neutral spenden und so ihr Image verbessern möchten (s.o.).

 

Alles verstanden? Gut. Dann kommen wir jetzt zur eigentlich wichtigen Frage: Kann dieses System funktionieren?

Da bin ich mir nicht so ganz sicher. Es klingt irgendwie zu einfach, zu schön um wahr zu sein. Irgendwie muss dieses Unternehmen, die Get-neutral GmbH, sich (und die Facebook-Werbung) ja auch finanzieren und auch noch irgendwo einen Gewinn herausholen.

Selbst wenn wir davon ausgehen, dass es sich nicht um einen Betrug handelt, bleiben noch offene Fragen. Zum Beispiel was mache ich wenn mein Guthaben alle ist und keine Partnerangebote zum Aufladen mehr übrig sind? Ganz klar: Weiter Milch/Wasser trinken, Essen, und so weiter, nur halt ohne CO² Ausgleich. Das kann ja nicht im Interesse der Erfinder sein.

Außerdem: Ist dem Klima überhaupt geholfen, wenn mein CO²-Ausstoß irgendwo anders in der Welt "ausgeglichen wird?

Wieso spenden die Unternehmen nicht einfach so für Klimaschutzprojekte?

Und so weiter, und so fort...

 

Ich glaube Get-neutral ist im Grunde eine gute Sache, es bleiben aber so viele Fragen übrig dass ich mich frage, ob es wirklich einen Unterschied macht, wenn ich ab jetzt jedes Wasser scanne bevor ich es trinke.

Wie seht ihr das? Ist Get-neutral sinnvoll oder nur Greenwashing der "Partnerunternehmen"?

 

Quelle: www.get-neutral.de

Bilder: Screenshots der Get-neutral Android App

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Kommentare (16)
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06.09.2012
PaulineP hat geschrieben:
Ich find die idee eigentlich auch gut, aber irgendwie auch total sinnlos...
Ich hab mir die app sofort auf mein i pad geladen und werd sie mal austesten. Mal sehn ;)
13.08.2012
Katarata hat geschrieben:
Super Bericht, davon hab ich echt noch nicht gehört und werde mich mal noch mehr darüber informieren. Die Idee find ich ziemlich gut, aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es mit der Umsetzung so toll läuft...
11.07.2012
SandyZ1281 hat geschrieben:
Das ist echt ein interessantes Thema.
Ich für meinen Teil stehe solchen Aktionen allerdings immer sehr skeptisch gegenüber. Das scheint mir irgendwie ähnlich wie dieser Emissionshandel, der - für mein Empfinden - nur Augenwischerei ist. Von der Idee her zwar klasse, Umsetzung allerdings katastrophal...
Was genau macht man denn eigentlich? Statt den CO2-Ausstoß/Verbrauch zu minimieren/reduzieren, schiebt man das CO2 doch eigentlich nur jemand anderem zu. Der zahlt zwar (angeblich) einen Ausgleich dafür, aber löst man so auf lange Sicht wirklich das Problem?
Da ziehe ich es doch vor, CO2-Ausstoß von vorn herein wirklich zu vermeiden, statt hinterher irgendwelche Umweltschutzprojekte zu unterstützen, die u. U. sogar die Folgen meines CO2-Verbrauchs grade bügeln wollen...
01.07.2012
Anais hat geschrieben:
Also ich denke, dass es eigentlich klar sein müsste, dass jedes größere Unternehmen letztendlich immer den Profit an erster Stelle platziert. WIe man den erzielt ist dann eine Frage des Marketing - natürlich ist es eine gute Möglichkeit den Ökotrend zu benutzten um Werbung zu machen, oder zumindestens effektiv. Aber wie hier bereits erwähnt wurde ist es jedem selbst überlassen in wie weit man sich den Werbekram durchliest oder ob man nur interessantes rausfiltert, aber letztendlich werden wir ohnehin tagtäglich manipuliert. Ich denke eine Werbeseite mehr oder weniger macht da wenig Unterschied. Daran lässt sich nichts ändern. Also ob Green-Washing hin oder her, es fließt Geld an Klimaprojekte. Ich würde das Ganze nicht unbedingt "getneutral" nennen, sondern es eher als einen minimalen Schadensersatz für die Umwelt betrachten, aber ist doch trotzdem eine gute Sache. Außerdem denkt der Konsument durch Gebrauch der App vielleicht über seinen Einkauf nach, wenn angezeigt wird wie viel CO² durch das Produkt verursacht werden. Immerhin. Natürlich ist es schön, wenn Unternehmen direkt an die Projekte spenden - aber das tun die Meisten ja auch nur um ihren Ruf zu verbessern. Es gibt sicherlich viele Dinge, mit denen dem Klima mehr geholfen ist, aber als negativ empfinde ich eigentlich nur die Missverständlichkeit des Namen ;-)
05.06.2012
LSternus hat geschrieben:
Also für mich klingt, das ganze nach modernem Ablasshandel. Wie du selbst sagtes: zu leicht. Der CO2-Ausstoß wird ja nicht rückgänig gemacht, sondern Geld in ein Projeckt investiert.
Wenn ich jemanden die Faust ins Gesicht schlage und mich entschuldige, dann hat der immernoch ein blaues Auge!
05.06.2012
midori hat geschrieben:
Also ich habe mich da eben mal angemeldet und meine Pistazien neutralisiert :D

Ich glaube auch weniger, dass am Ende wirklich etwas für Klima- und Umweltschutz rumkommt. Aber es ist sehr interessant zu sehen, wieviel CO2 bestimmte Produkte verbrauchen (falls die Angaben tatsächlich stimmen und nicht frei erfunden sind). Und ich denke, bei den Angeboten der Unternehmen, sind zuweilen auch interessante Sachen dabei. Eben habe ich allmax.de entdeckt - eine Seite, mit der man als Student gut sparen kann! ;o) Und auch Lichtblick Ökostrom wurde vorgestellt.

Es liegt dann eben an einem selbst, wieweit man den Angeboten traut und sich um den Finger wickeln lässt.

Aber echt interessant! Danke für den Artikel :o)
05.06.2012
cecyle hat geschrieben:
Ich habe bereits meine Erfahrungen mit Get-Neutral gemacht und es geht hier nicht um den Umweltgedanken sondern ganz klar um "Virales Marketing". Sie gaukeln den Leuten vor das man mit den erwirtschaften CO2 ein Stück Umwelt schützen kann. Von wegen! Durch Freundeseinladungen - anders gehts es fast nicht, erhälst du die Punkte, die für dich eben Punkte sind und für Get-Neutral kostenlose Provision durch Werbung und Anzeigen. Dumm sind die Macher von Get-Neutral nicht, aber der Umwelt hilft man gewiss anders. Ich würde jeden Abraten sich dort anzumelden, denn zugespammt wird man auch noch! Wer der Umwelt helfen möchte, der sollte beim altbewärten bleiben und einen Baum pflanzen.
04.06.2012
Aquene hat geschrieben:
Ich bin zwar ein bisschen mistrauisch aber ich werde das ganze mal ausprobieren. Vielleicht wollen die der Umwelt wirklich helfen villeicht aber auch nicht und die wollen nur Geld machen. Das stört mich generell dass man nie weiß ob die Unternehmen es ernst meinen oder nicht. : (
04.06.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Also wirklich überzeugt bin ich auch nicht. Natürlich ist es eine gute Sache, dass Firmen für Klimaprojekte spenden, aber muss das mit einer Kunden-Datenweitergabe und Werbung verbunden sein...?
Ich persönlich fände es angenehmer wenn die Firmen offen Projekte unterstützen. Damit können sie ja dann gerne Werbung machen, wie zB Alpina oder Krombracher.

Dem Klima wäre wahrscheinlich mehr geholfen, wenn Firmen und Konsumenten mehr auf ihren Verbrauch achten und diesen aktiv reduzieren - ohne eine Gegenleistung der anderen Seite zu verlangen.
04.06.2012
MarcelB hat geschrieben:
Ich würde nicht sagen, dass die Unternehmen 100%ig darauf aus sind, Klimaschutz zu betreiben. Ich denke eher, dass das ne Art Werbung ist. Werbung findet ja auf unterschiedlichsten Plattformen statt. Die freuen sich, dass irgendwelche Ökos sich über ihr Unternehmen informieren und im Gegenzug spenden sie dann an getneutral.
Ist ne tolle Sache, aber so vollkommen transparent ist der Prozess noch nicht. Also bei einmaligen durchlesen, hab ich das noch nicht geblickt gehabt... Danke für den Tipp, Jonpackoff, für Windowsphones gibt es dieses App übrigens noch nicht. ;)
03.06.2012
MJ1499 hat geschrieben:
Im Grunde genommen ist das Ganze ein einfaches System:

Firmen wollen ihr Image grüner machen und neue Kunden gewinnen (deswegen auch die Angebote, die man sich durchlesen muss). Darum bezahlen sie GetNeutral. Die behalten einen Teil des Geldes für sich, einen teil stecken sie in die vermarktung, und der Rest wird (laut ihrer Aussage) für klimafördernde Projekte benutzt. Eine Win-Win Situation, ich seh da nichts schlechtes drin, außer dass ich meine Daten (was ich konsummiere) weitergebe...
03.06.2012
Babbuina hat geschrieben:
Das find ich echt interessant, aber wie gesagt, etwas schwammig was die Glaubwürdigkeit und die Umsetzbarkeit angeht. Ansich finde ich die Idee nicht schlecht. Der Nutzen der Firmen : natürlich ein besseres Image und durch das 'Aufladen' werden, wenn ich es richtig verstanden habe, ihre Produkte gekauft. Ich finde da ist aber wieder eine moralische Frage. Gibt es Kritik, weil die Firmen nur aus werblichen- bzw. Imagegründen den Naturschutz unterstützen oder ist es einfach egal, wie die Firmen die Umwelt schützen. Hauptsache sie tun es ?!
03.06.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
03.06.2012
Punky hat geschrieben:
Echt? okay :D aber die Server, die dafür dann wieder arbeiten müssen, stoßen ja dann ebenfalls wieder CO2 aus, also ich glaube so effektiv ist das nicht. Aber Lob an dich, ist ein interessanter Artikel ;) Ich hab noch nie von sowas gehört :D
03.06.2012
Jonpackroff hat geschrieben:
@Punky Deine Zweifel kann ich nachvollziehen, am Handy scheitert es aber nicht, man kann auch die Zahlen unter dem Strichcode am Computer eingeben. Ist halt nur nicht so praktisch.. ;)
03.06.2012
Punky hat geschrieben:
Also ich für meinen Teil finde das ein wenig unglaubwürdig... und um es so auszudrücken "neutralisiert" wird der CO2 Ausstoß dadurch ja auch nicht. Und dass diese Firmen, die ihren Namen reinwaschen wollen, wie du sagtest, genau dann und so viel spenden, wie man Codes einscannt, kann ich mir auch nicht vorstellen, das hört sich ziemlich schräg an finde ich... nun, wenn das tatsächlich möglich sein sollte und auch so abläuft, was ich mir wie gesagt nicht vorstellen kann :D , dann ist es eigentlich schon sinnvoll, aber mir kann es egal sein, ich habe ein stinknormales Handy, das kann das sowieso nicht :D
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