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'Gallenbären - gefolterte Seelen' Teil II


von Nivis
28.02.2011
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79 P

 

- Methoden -

Die Bären sind aneinandergereiht und sitzen eingepfercht in einzelnen, engen Stahlkäfigen, die rundherum mit Eisenstäben versehen sind – somit kann sich der Bär nicht für eine längere Zeit hinlegen und verfällt nicht in seinen Winterschlaf, welcher Gewinnausfälle bedeuten würde. Aufgrund ihrer minimalen Größe werden die Käfige auch „Presskäfige" genannt.
Sie erfüllen den Zweck, dass sich die Bären kaum bewegen können und somit die Gefahr vermindert wird, dass sie sich die im Folgenden beschriebenen ‚Abzapfvorrichtungen’ wieder herausreißen. Üblicherweise wird ein Bär zweimal täglich gemolken.


1.) Latexkatheder:
Operativ wird ein enger Latexschlauch unter die Haut gelegt und mit der Gallenblase verbunden. Das Ende des Schlauches tritt kurz über dem Oberschenkel des Bären aus der Haut, sodass der Farmer dort die Galle entnehmen kann.

Diese Methode wurde auf einigen Farmen weiterentwickelt. Der Latexschlauch wurde mit einer Metallbox verbunden. Diese Box wiederum war fest in einem 10 kg schweren Metallkorsette integriert, welches man dem Bären umlegte und fest fixierte. Die Flüssigkeit tropfte nun einen Flüssigkeitsbeutel, der in der Metallbox lag. Sobald der Beutel vollgelaufen war, wurde er erneuert. Diese Weiterentwicklung sparte dem Farmer Zeit, für den Bären hingegen bedeutet sie neben den schon bestehenden Schmerzen und Infektionen zusätzlich noch Haarverlust und Hautirritationen.

Diese Technik war aber nicht lange in Gebrauch, da sie sehr ineffizient war. Der enge Schlauch verstopfte oft durch eingetrocknetes Gallengranulat und musste erneuert werden. Außerdem begab sich der Farmer bei der Metallkorsette-Methode in zusätzliche Gefahr, da er zum öffnen der Metallbox unter den Käfig kriechen musste.
All diese Probleme führten dazu, dass die Verwendung von Metallkathetern verstärkt zum Einsatz kam.


2.) Metallkatheder
Ein 13 bis 19 cm langer Metallkatheder wird operativ in die Gallenblase des Bären implantiert und ermöglicht die tägliche Abzapfung von Gallenflüssigkeit.

Um die Bären zu melken, werden diese in eine Position gelockt – mit einer Schale Honig oder Futter - in der sie flach mit dem Bauch auf dem Boden des Käfigs liegen. In den meisten Fällen wird zusätzlich von oben ein Quetschgitter auf den Bären gedrückt, sodass er in dieser Position verharren muss und der Farmer den Bären melken kann.
Oftmals wird dieses Quetschgitter nicht einmal mehr entfernt, sodass die Bären Jahre lang in dieser Position verharren müssen.


3.) ‚Frei tropfende’ Technik
Diese seit 1996 vorgeschriebene Methode gilt als ‚human’.
Es wird kein Katheder verwendet, sondern auf brutale Weise eine permanente Öffnung, auch Fistula genannt, in den Bauch und die Galle des Bären geschnitten, aus der die Gallenflüssigkeit dann ‚frei heraustropft’.
Auch hier wird der Bär in eine liegende Position gelockt und mit einem Quetschgitter fixiert. Daraufhin stößt der Farmer einen Schlauch in die Öffnung, durchbricht dadurch die sich gebildete Membran und die Flüssigkeit rinnt durch den Schlauch.

Gelegentlich entdeckt man auch einen Betrug dieser Methode, als Versuch die vorgeschriebene Technik zu umgehen. Hierbei wird ein kleiner Katheder in die Bauchdecke implantiert, sodass er nicht sichtbar ist.
Diese Methode bedeutet für die Bären mindestens die gleichen, wenn nicht noch größere Schmerzen und Schäden.


Ich glaube, ich brauche nicht zu erwähnen, dass diese Quälerei weitreichende Folgen für den Bär hat. Neben körperlichen Schmerzen, Infektionen und Krankheiten leidet eine Vielzahl an seelischen und geistigen Schäden – durch die grausame Behandlung, die Schmerzen, die Einsamkeit, die Dunkelheit.

Aber was kann man dagegen nur tun?

 

-> 'Gallenbären - gefolterte Seelen' Teil III

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Kommentare (4)
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Sortieren nach Aktualität:
20.03.2011
Waldelb3 hat geschrieben:
Oh wei, der Teil ist ja noch schlimmer als der 1.
01.03.2011
Stoffie hat geschrieben:
ich finde es gut das du die methoden so ausfürhlich beschrieben hast!
dann merkt man wie grausam das ist!

grauenhaft 20 jahre in so nen kleinem käfig liegen...
sollte man mal mit den leuten machen die so was grausames anordnen!
01.03.2011
Nivis hat geschrieben:
@Stoffie: Das tut mir leid :/ Ich hab auch wirklich lange überlegt, ob ich die Methoden so ausführlich beschreiben soll und ob ich dann auch noch die Bilder dazu machen soll....mich hat es nämlich auch so umgehauen, wie dich. Aber ich hab mich dafür entschieden, weil ich die ganze Geschichte der Bären erzählen wollte. Ich glaube, das ist man ihnen einfach schuldig! Und vielleicht noch eine kleine Info, die nicht im Bericht steht. Bei einige Bären, die gerettet wurden, hat man noch die Latexkatheder bzw. Korsette-Methode vorgefunden. Und da diese Methoden ganz zu Beginn, also Anfang der 80er Jahre eingesetzt wurde, aber schnell weiterentwickelt wurde, kann man davon ausgehen, dass diese Bären gute 20 Jahre eingesperrt waren.
01.03.2011
Stoffie hat geschrieben:
das ist echt abartig!! mir wird grad richtig schlecht!
aber ich will wissen wie man den bären helfen kann! schnell den nächsten bericht!
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