Fair, sozial, umweltbewusst!


Shop till


you drop


© WWF
Firmen ohne Gewissen? Teil 5


von Carina
06.02.2011
10
0
79 P

H wie…

Hennes & Mauritz AB (H&M)

Gewinn (2008): 1,5 Milliarden Euro
Beschäftigte: 73.000

H&M kauft Bekleidung und andere Produkte von etwa 700 Lieferanten, die ihrerseits Sublieferanten haben. Insgesamt sind etwa 2700 Produktionsstätten und Hunderttausende von Angestellten bei der Herstellung der Produkte involviert. Ungefähr 60 Prozent aller Artikel, die wir bei H&M kaufen können, werden in Asien hergestellt. Der Konzern rühmt sich seiner Mitgliedschaft bei der „Fair Labour Association“, die die dortigen Arbeitsbedingungen kontrollieren soll. Tatsächlich dient diese Organisation aber nur dazu, sich ein sauberes Image zu verpassen – wirklich unabhängige Kontrollen sind kaum möglich, weil H&M die vollständige Liste seiner Lieferanten nicht bekannt geben will. Dadurch, dass H&M die Preise so massiv drückt, sind die Lieferfabriken gezwungen die Löhne der Arbeiter so minimal zu halten, dass sie einen kaum ernähren können.

In den Kleidern von H&M ist außerdem Baumwolle verarbeitet, die in Usbekistan mithilfe von Kinderarbeit geerntet wurde. Die Jüngsten davon sind gerade einmal sieben Jahre alt.

Nach zahlreichen Berichten über diese Ausbeutung von Arbeitern und Kindern, kündigte H&M allerdings an, etwas dagegen zu unternehmen und außerdem mehr Biobaumwolle zu verwenden. Die Internetseite www.oeko-mode.info schreibt dazu: „Dies ist sicherlich zu begrüßen, Veränderungen sind auch nicht von einem Tag auf den anderen zu erreichen. Es macht auch wenig Sinn, einfach Lieferanten zu wechseln, solange diese dann bei Beibehaltung ihrer miesen Arbeitsbedingungen einfach an andere liefern können. Sinnvoller ist es, die Bedingungen gerade in den kritisierten Betrieben zu ändern. Das braucht sicherlich Zeit. Wie Ernst das Bemühen auf Dauer ist, wird man erst in einigen Jahren sagen können.“

K wie…

Kraft Foods Inc.

Gewinn (2008): 3 Milliarden Euro
Beschäftigte: 100 000

Kraft Food ist der drittgrößte Lebensmittelkonzern der Welt und unter anderem Hersteller der beliebten Milka-Schokolade.

Doch die wenigsten wissen, dass der Kakao für eben diese Milka-Schokolade an der Elfenbeinküste unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert wird. Denn in dem westafrikanischen Land arbeiten Tausende Kinder wie Sklaven und viele von ihnen wurden sogar aus den Nachbarländern auf die Erntefelder verschleppt, wo sie unter grausamen Bedingungen und nahezu ohne Bezahlung zu Schwerstarbeit gezwungen werden.

Als die Schokoladenhersteller deswegen 2001 in Verruf gerieten, kündigten sie den Kampf gegen die Kinderarbeit an. Tatsächlich hat Kraft Food Anstrengungen in diese Richtung unternommen, doch laut einem Bericht des International Labour Rights Forum ist noch keine Besserung in Sicht.

Die Firmen profitieren nun mal davon, dass die Weltmarktpreise so niedrig wie möglich gehalten werden, sodass die lokalen Produzenten oft gar keine andere Wahl sehen, als auf Ausbeutung und Gratis-Arbeitskräfte zu setzen. „Die großen Schokoladenkonzerne wissen seit Jahren von diesem Problem, aber solange der Rohstoff Kakao billig ist, unternehmen sie nichts dagegen“, kritisiert Helmut Adam, Geschäftsführer der Südwind-Agentur. Uns dasselbe gilt leider für den Kaffee, der auch zu den Produkten von Kraft Foods zählt.

Übrigens: Februar letzten Jahres waren auf einmal in deutschen Supermärkten folgende Aufkleber auf den Produkten von Kraft zu finden und sorgten für reichlich Unruhe in der Konzernzentrale:



M wie…

Mattel

Produkte, Marken: Spielwaren, z.B. Barbiepuppen, Fisher Price, Big Jim, Masters oft he Universe etc.
Gewinn (2008): 542 Millionen Dollar
Beschäftigte: 30.000

Mattel ist der größte Spielwarenproduzent der Welt und Hersteller der berühmten Barbiepuppe.

Die Produkte von Mattel werden in Billiglohnländern in Südostasien hergestellt. 2002 veröffentlichte die US-Menschenrechtsorganisation „The National Labor Committee“ einen schockierenden Bericht über die Zustände in einer chinesischen Fabrik, die Spielwaren für Konzerne wie Mattel, Disney, McDonald’s und Wal-Mart herstellte. ArbeiterInnen hätten dort fünf Monate geschuftet, ohne einen einzigen freien Tag zu haben, 13 bis 16 Stunden täglich. Ihr Stundenlohn habe lediglich 11 Cent betragen.

Fünf Jahre später berichtete dieselbe Organisation über eine andere chinesische Fabrik, die für die gleichen Konzerne produzierte und bei der die Verhältnisse noch um einiges schlimmer standen. Mattel lehnte zunächst die Verantwortung für die Zustände in der Fabrik ab, versprach aber dann, die Vorfälle von einem Beobachterteam untersuchen zu lassen.

Im Herbst 2007 geriet Mattel auch bei uns in die Schlagzeilen, weil der Konzern millionenfach in China hergestelltes Kinderspielzeug verkauft hatte, das bleihaltige Farben und Magnetteile enthielt. Da diese von Kindern leicht verschluckt werden konnten und Blei Gehirnschäden verursachen kann, musste die Firma etwa 19 Millionen Produlte zurückkaufen. Sie entschuldigte sich öffentlich und gestand ein, dass sie dafür verantwortlich war und nicht die chinesischen Lieferanten.

Quellen:
Klaus Werner-Lobo: „Uns gehört die Welt“
http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=4039780/80hm8d/index.html
www.oeko-mode.info
http://www.hm.com/at/unternehmerischeverantwortung/arbeitsbedingungeninderlieferkette__supplychain.nhtml
http://unsdiewelt.com/2010/02/schokoguerrilla-wieder-unterwegs-und-kraft-foods-ist-sauer/
http://www.software-systems.at/php/fer_sensible_werte_detail.php?id=109
http://www.focus.de/finanzen/news/spielwaren_aid_69803.html
http://www.michael-schade.dreipage2.de/link_64848593.html


 

Weiterempfehlen

Kommentare (10)
Um einen Kommentar zu schreiben einfach registrieren oder einloggen.
Sortieren nach Aktualität:
11.08.2011
Hanja hat geschrieben:
ich bin auch total schockiert!!
auch in meinem Kleiderschrank befinden sich viele H&M Klamotten.
bei uns in der nähe soll bald ein neuer H&M Laden aufmachen, anfangs hab ich mich noch gefreut, aber jetzt?!... dort werde ich bestimmt nicht mehr soo... viel einkaufen wie früher, leider werde ich dort nicht ab und an einkaufen müssen, einfach wegen des Geldes!! Leider..

und dass mit Milka... ehrlich gesagt, hätte ich es nie gedacht und mir wird leicht schlecht, weil ich zwar nicht oft milkaschokolade esse, aber es trotzdem erst vor ein paar tagen getan habe!!!
19.07.2011
Rae hat geschrieben:
Oh, ich bin wirklich erschüttert, was H&M angeht..o.O
70 % meines Kleiderschrankes stammt von da.. Entweder ich war blind, oder ich wollts nicht wahr haben ._____.

Was Milka angeht bin ich ebenso schockiert, aber Gott sei Dank, kaufe ich meine Schoki im dritte Welt Laden :)
19.02.2011
Waldelb3 hat geschrieben:
Echt interessant, aber auch sehr schockierend, finde ich.
15.02.2011
Franzi hat geschrieben:
Vielen Dank für deine tolle Berichtreihe Carina, ich habe sie mit Spannung verfolgt. Es ist wirklich erschreckend wie viele Firmen ihre Produkte unter Menschenunwürdigen Bedingungen herstellen lassen... Gut zu wissen welche unter anderem dazugehören, dann kann man beim einkaufen besser darauf achten:)
14.02.2011
YoungPanda97 hat geschrieben:
Die Welt ist echt grausam...
Die Berichte sind sehr gut geschrieben und das Buch "Uns gehört die Welt!" ist auch weiter zu empfehlen. Natürlich kann ein Billig-T-Shirt bei H&M nicht unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt werden. Doch ich glaube, dass auch ein teures Markenshirt in diesem Punkt nicht besser ist. Ich denke, dass da nur die Marke daran verdient.
Genauso mit Milka: Die anderen Schoko-Produzenten aus dem Supermarkt sind bestimmt auch nicht besser.
Aber was denkt ihr?
Eigentlich dürfte man nur im Bioladen einkaufen und Klamotten aus Bio-Baumwolle tragen, wenn man diese schlimmen Sachen wirklich vermeiden will...
12.02.2011
TobiS hat geschrieben:
Interessante Berichtreihe!!!
08.02.2011
Fabia hat geschrieben:
also das mit Milka wusste ich auch nicht .. zum Glück habe ich das nicht sehr oft gegessen ... ;)
08.02.2011
Stoffie hat geschrieben:
der hunger auf milkaschokolade vergeht mir gerade so ziemlich.
07.02.2011
midori hat geschrieben:
Dass mit H&M war mir durchaus bekannt.. aber Milka?! Krass! Und dabei ist diese Tafel Schokolade im Gegensatz zu anderen Anbietern nichtmal billig... Die sollten sich was schämen. Ich finds sehr geil, dass man diese Aufkleber dadrauf gepappt hat! :D
06.02.2011
sternchen1 hat geschrieben:
Es ist immer wieder erschreckend, was manche Menschen für Geld anderen Menschen antun.
Vielen Dank für die tolle Berichtreihe, einige Dinge waren mir vorher absolut nicht bewusst,
Login
E-Mail


Passwort


Kostenlos registrieren
Mitglied werden
Könnte dir auch gefallen
Fairtrade-Schools Fachtagung in Münster
Fairtrade-Schools Fachtagun...
Leben verändern durch Wandel im Handel In Münster fand am 21.4.2016 eine Facht... weiter lesen
Kein Palmöl ist auch keine Lösung
Kein Palmöl ist auch keine...
Auf den ersten Blick, haben Fertigpizza, Lippenstift und Nutella vielleicht nicht wirklich viel ... weiter lesen
Baumfreundlich ins neue Schuljahr starten (und andere Tipps rund ums Papier)
Baumfreundlich ins neue Sch...
Die Schüler in Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen müsse... weiter lesen
Wasser - Hahn oder Flasche?
Wasser - Hahn oder Flasche?
Wasser, Wasser, Wasser Wasser ist das wohl wichigste Grundnahrungsmittel des Menschen. Erst... weiter lesen
Regionale Produkte sind besser!
Regionale Produkte sind bes...
Ich wollte mal ein Thema ansprechen, was ich persönlich für sehr wichtig halte. M... weiter lesen
Deine Ansprechpartner
Marcel
Marcel Gluschak
WWF Jugend Community Manager
zum Profil
Luise
Luise Neßler
WWF Jugend Community Moderatorin
zum Profil
MarcelB
Marcel Brüssow
WWF Jugend Redaktion
zum Profil
Ronja96
Ronja Post
WWF Jugend Aktionsteamer
zum Profil
HannahFee
Hannah Fesseler
hilft dir bei technischen Fragen
zum Profil
AndreaRentschler
Andrea Rentschler
hilft dir bei Fragen zur WWF Jugend Mitgliedschaft
zum Profil
NicoleB
Nicole Barth
hilft dir bei Fragen rund um die WWF Jugend Camps
zum Profil