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© WWF
Firmen mit Verantwortung - Teil I


von Maide
25.04.2010
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Umweltschutz beginnt zu Hause. Mehr eine Lebenseinstellung als ein einfacher Satz. Aber wer weiß schon, ob der Supermarkt von nebenan genauso an die Umwelt denkt, wie man es selber tut?! Und welche Firmen sind so aufrichtig und tragen Verantwortung gegenüber der Natur? In dieser achtteiligen Serie stellen wir mal die größten Konzerne unter die Lupe und durchleuchten, was sie so in Sachen ‚Umweltschutz‘ erbringen. Chronologisch von A bis Z, von Aldi bis Zara.


A wie Aldi (Süd)


Der internationale Discounter Aldi Süd verantwortet sich seit Jahren für den Schutz der Umwelt und setzt sich für den Erhalt natürlicher Ressourcen ein. Im Jahr 2008 bekam der Einzelhandel sogar den Energiemanagement Award. Und das macht Aldi Süd für eine grünere Zukunft:


Kühltruhen:
Aldi besitzt 20.000 moderne Kühltruhen, die den Energieverbrauch im Gegensatz zu herkömmlichen Truhen um 20% reduzieren. Diese arbeiten mit dem Kältemittel Propan, die nicht zum Treibhauseffekt beiträgt und auch keine ozonschädigenden Stoffe absondert. Aldis grüne Kühltruhen wurden 2007 auf Grund ihrer Umweltfreundlichkeit von der Umweltinitiative Pro Cool als Testsieger im Bereich Umweltverträglichkeit und Innovation ausgezeichnet. Rechnungen zufolge konnte man dadurch alleine im Jahr 2008 13.500 Tonnen CO2 einsparen, soviel wie 6.000 Haushalte in Deutschland durch Strom verursachen.


Beleuchtung: An Beleuchtung benutzen die Filialen moderne Leuchtstofflampen, die im Vergleich bis zu 35% weniger Energie verbrauchen. Sie besitzen einerseits eine sehr hohe Lebensdauer, so dass man Elektromüll reduziert, und auch beinhalten die Lampen ein Minimum an Quecksilber, sodass die auch umweltfreundlicher als andere Leuchtstofflampen sind. Die Bilanz: pro Jahr verringert Aldi ihren CO2 Ausstoß um fast 20.000 Tonnen (= 8.500 Haushalte)


Energie: Zurzeit haben 59 Filialen in Mitte- und Süddeutschland und 26 Logistikzentren eine Solaranlage auf dem Dach. Bilanz: 17.300 Tonnen an gesparten CO2


Heizen: Die Abwärme der Kühlsysteme werden als Heizenergie in den Filialen genutzt. Dadurch kann der Energiebedarf auf 30-50% reduziert werden


Darüber hinaus fahren die Aldi-LKWs mit der geringsten Schadstoffklasse und die Tüten bei Aldi sind aus recyceltem Biokunststoff und sind sogar kompostierbar.

 

B wie BMW


Als einer der größten Hersteller vom Klima-Killer schlechthin macht es sich die Bayrische Motoren Werke AG zur Aufgabe, auch bei der Herstellung von Autos ihren Teil zum Umweltschutz beizutragen. Ihr Schwerpunkt liegt dabei beim Recycling von Altfahrzeugen.


Bei ausgewählten Partnerprogrammen des BMW kann daher der Recycling Service genutzt werden, wo man versucht, möglichst alle Teile optimal wieder zu verwerten, entweder durch Entsorgung oder durch den Weiterverkauf von Einzelteilen.


Die zu Entsorgenden Schrottteile werden auf eine ökonomisch, aber auch ökologisch Art und Weise wieder in den Produktionskreislauf gebracht, um die Umwelt zu entlasten
(Gesetzlich müssen von 100 kg eines Altfahrzeugs 85 kg wiederverwertet werden). Dabei werden die Teile im Shredder zerkleinert und dann weiterverarbeitet. Vor der Demontage werde jegliche Chemikalien, beispielsweise Benzin, Öl, Bremsflüssigkeit etc., abgepumpt und zu speziellen Betrieben gebracht, um dort wieder verwendet zu werden.


Durch das Projekt „Design for Recycling“ arbeiten Ingenieure schon vor dem Bau eines BMWs an sein Ende. Vor allem in der Innenausstattung des neuen BMW 7ers wird viel Wert auf recyclingbare Stoffe gelegt.


Obwohl das mit dem Recycling schon gut klingt, darf man nicht vergessen, dass es sich hier immer noch um ein Auto handelt, dass auch CO2 abgibt und Benzin benötigt. Besser als ein umweltfreundliches Auto wäre also allemal überhaupt nicht oder nur bedingt das Auto zu nutzen.
Trotzdem, für all die, für die ein Auto unverzichtbar ist, hier eine Liste von BMW Karosserien mit Kraftstoffverbrauch und CO2-Emission.

 

C wie Coca Cola


Die Coca Cola GMBH engagiert sich nach eigenen Angaben nicht nur sozial an vielen Projekten, auch in Sachen Umweltschutz könne sie viel vorweisen:


Zusammen mit dem WWF führt Coca Cola beispielsweise Analysen über den Energieverbrauch einzelner Standorte durch.
Dieses Projekt „Energy Saver“ untersucht genau, wo man bei der Produktion eventuell Energie einsparen könnte und umfasst ebenfalls die Durchsetzung dieser Verbesserungen. Bis jetzt konnte dadurch der Energieverbrauch um 1.5% gesenkt werden. Ziel bis 2015 sind 20%.


Auch bei der Kühlung ihrer Getränke zeigt sich Coca Cola von ihrer grünen Seite:
Ein speziell von Coca Cola hergestelltes Steuergerät zur Kühlung namens ‚EMS 55‘ passt exakt die benötigte Energie an, sodass keine verloren geht. Dadurch konnte der Stromverbrauch um 35% gesenkt werden. Bei der Kühlung an sich entwickelte Coca Cola zusammen mit Greenpeace und UNEP einen Kühler frei von dem klimaschädlichen FKW (Fluorkohlenwasserstoff), von denen es auch schon einige hier in Deutschland gibt. In diesem Sinne wurde Coca Cola im Jahre 2006 vom FIFA dazu beauftragt, 12 WM-Stadien mit diesen neuartigen Kühlern auszustatten, was nach Ansicht des FIFA dazu führte, dass die WM 2006 das "weltweit erste klimaneutrale Sport-Großereignis" war.


In puncto Wasserknappheit macht sich Coca Cola ebenfalls Gedanken:
Bis zu diesem Jahr wollten sie sich bemühen, wasserneutral zu produzieren, d.h. also Wasser einsparen, gebrauchtes Wasser neu einsparen und verbrauchtes Wasser ersetzen. Dazu unterstützt Coca Cola auf internationaler Ebene viele regionale Projekte zum Erhalt der Süßwasserressourcen. Es wird zum Beispiel aus den städtischen Wasserwerken und Brunnen nur so viel Wasser entnommen, wie es die Natur verträgt. Auf der anderen Seite werden dann aber lokale Projekte zur Auffüllung der Wasserreserven unterstützt. Beim Wassersparen entwickelt The Coca Cola Company in Zusammenarbeit mit dem WWF das Projekt „Water Saver“. Auch hier wird wie beim Projekt „Energy Saver“ eine Analyse des Wasserverbrauchs durchgeführt, um dann ohne Verlust von Wasser weiterzuarbeiten.


Doch trotzdem müssen die Getränke zum Verkauf verpackt werden. Liegt hier nun die Lücke des grünen Systems?


Nicht unbedingt. Natürlich ist der Verzicht auf eine Verpackung nicht möglich. Jedoch hat Coca Cola für die Herstellung der Verpackungen drei (grüne) Grundsätze: Materialeinsparung, Gewichtsreduzierung und (folglich auch) geringerer Ressourcenbedarf. Zum Beispiel wurde das Gewicht der bekannten Cola-Glasflaschen um 38% reduziert, genau wie bei den Einweg PET Flaschen, die zu 25% aus recycelten Material besteht und auch vollständig recycelbar ist. Dadurch muss auch nicht zu viel Material hergestellt werden, Altes fließt automatisch wieder zurück in den Kreislauf.

 


Die dunkle Seite der Konzerne


Denn es ist nicht alles Gold was glänzt…


Zu welchem Preis sind wir bereit, umweltschonender zu leben? Obwohl sich Aldi und Coca Cola auf ihrer eigenen Website über ihr Engagement in Sachen Umweltschutz lobpreisen, muss das nicht unbedingt bedeuten, dass es auch stimmt. Denn was im inneren einer glänzend-roten Cola-Dose ist, ist nicht immer so zuckersüß…


Aldi beschäftigt ca. 190.000 Menschen, davon aber nur 50.000 in Deutschland. Aktionswaren, die es jede Woche neu im Sortiment gibt (wie Billig-Computer) werden laut einer Studie unter menschenverachtenden Bedingungen in China hergestellt. 40% und damit ein Großteil der Angebote werden in China hergestellt.


Dort pfeife man auf Arbeits- und Frauenrechte.
Beispielsweise arbeiten Frauen über 90 Stunden die Woche, bekommen dafür einen kargen Lohn, wovon sie kaum leben können, so Ingeborg Wick, eine Wissenschaftlerin des globalisierungskritischen Unternehmens Südwind. Darüber hinaus bekommen die Frauen in den Betrieben weder Mutterschutz, noch die Möglichkeit, eine Gewerkschaft zu gründen. Bei 90 Wochenstunden herrscht ein so enormer Arbeitsdruck, dass kleinste Fehler mit Geldbußen bestraft werden.

 

Coca Cola muss aber im Gegensatz zu Aldi mehr Kritik einstecken. Bereits in 10 Universitäten in den USA wurde nämlich die süße Brause boykottiert. Die Boykottwelle trifft nun auch auf europäische Unis. Man unterstellt Coca Cola nämlich massive Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien und Umweltverschmutzung in Indien.


Der Organisation „Corporate Accountability International“ zufolge wurden im Zuge von Protestaktionen gegen die Abfüllanlagen von Coca Cola in Kolumbien zwischen 1989 und 2002 sieben kolumbianische Mitglieder der Gewerkschaft ‚Sinaltrainal‘ getötet. Darüber hinaus sollen andere Gewerkschaftsmitglieder zum Austritt gezwungen worden sein, Gehälter seien extrem gekürzt worden (von 380$ auf 130$), Kündigungsschutz und Krankenversicherung wurden gestrichen, so Ray Rogers, Direktor der Arbeiterrechtsorganisation "Campain to Stop Killer Coke".

Die Reaktion des Konzerns darauf: Es gäbe keine Hinweise auf eine „Mitschuld des Abfüller-Managements an Gewalt gegen Gewerkschaftsführer".


Monatelange Massenproteste in Indien sind die Folge von Umweltverschmutzungen, verursacht durch Coca Cola.
Seit März 2004 haben Dorfbewohner beispielsweise eine Fabrik im südindischen Plachimada stillgelegt. Nach Berichten der britischen Zeitung ‚The Guardian‘ und des BBC und der "India Resource Center" soll Coca Cola den Bauern von über 50 verschiedenen Dörfern die Wasserressourcen beraubt haben und das noch wenig übrig gebliebene Grundwasser durch Pestizide verseucht haben. Zur Entlastung der Bauer habe Coca Cola ihnen Düngemittel verkauft, in denen nichts weiter enthalten war als der chemische Abfall der Cola-Produktion, wodurch sich die Lage der Bauern nur noch verschlechterte. Ein weiterer Vorwurf: Die Cola, die letztendlich auf dem indischen Markt landet, sei selber von Pestiziden und anderen giftigen Chemikalien verseucht.

Auch dazu äußerte sich Coca Cola. Von der angeblichen Umweltverschmutzung Indiens trage man nicht die Verantwortung. Demnach halten deren Abläufe weltweite Umweltstandards und das Werk in Kala Dera habe sogar eine eigene Regenwasser-Auffanganlage, die dreimal so viel Wasser liefere, wie man benötigt.


Wie hoch hier der Wahrheitsgehalt liegt, bleibt trotzdem offen…

 


Nächsten Sonntag am 02.05. dann Teil II der Umweltbewussten Konzerne, wo dm, Edeka und Frosch in Sachen Umweltschutz unter die Lupe genommen werden.

 


Quellen:

http://verantwortung.aldi-sued.de/verantwortung/html/umwelt.htm
http://www.bmw.lu/lu/de/general/environment/jump_page_new.html
http://www.coca-cola-gmbh.de/nachhaltigkeit/umwelt/index.html
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/342/457004/text/
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,393574,00.html

Titelbild:
© Hilde Voigtländer (pixelio.de)
 

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Kommentare (4)
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26.04.2010
HannaS hat geschrieben:
Guter Bericht!
Echt wahnsinnig schwierig, die Unternehmen richtig einzuschätzen. Was bringt es schon, wenn sie hier den großen Umweltfreund markieren und sparsame Tiefkühltruhen aufstellen, während die Waren aus umweltschädlichen und menschenunwürdigen Produktionsstätten kommen...
Bin gespannt, was noch für Unternehmen vorgestellt werden.
26.04.2010
Apfelsine hat geschrieben:
hey, ja sehr interessant! ich find es auch sehr schwierig anständig einzukaufen. wenn man bedenkt durch wieviele hände die waren gehen und wie weite strecken sie zurücklegen bevor wir sie kaufen können erscheint es kaum möglich das sie bei den preisen fair und umweltbewusst hergestellt wurden! und bei diesen initiativen der firmen muss man auch sehen das sie selber einen enormen vorteil haben, es ist energiekosten sparender und sehr publicity effektiv beim heutigen trend. eigentlich find ich sollte es eine selbstverständlichkeit sein die effektivste technik zu nutzen.
25.04.2010
midori hat geschrieben:
Toll und informativ! Ich freu mich auf den nächsten Bericht! :)
25.04.2010
Linda hat geschrieben:
Toll dass du dir so viel Mühe machst so viele Konzerne unter die Lupe zu nehmen.
Es ist ziemlich schwierig so umweltbewusst wie nur möglich einzukaufen weil heutzutage eben nichts mehr so ist wie es zunächst scheint. Es ist zwar gut dass z.B. Aldi energiesparende Gefriertruhen verwendet aber so billig wie dort alles ist muss man sich auch im klaren sein dass die Produkte sehr wahrscheinlich weder umweltfreundlich noch sozial hergestellt wuden.
Danke für den interessnaten Bericht ich bin schon sehr gespannt auf die nächsten.
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