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Essay zu "Ist der Kapitalismus unser Schicksal"


von Cosima
11.07.2013
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In der ZEIT gab es ein Philosophiebeiheft mit alten und neuen Fragen/Themen, die die Menschheit seit langem oder erst seit kürzerer Zeit beschäftigen.
Innerhalb des Ethikunterrichts sollten wir uns einen Text aus suchen und unserer Gedanken dazu in ein Essay packen. Meine Wahl fiel auf den von Lisa Herzog verfassten Text
„Ist der Kapitalismus unser Schicksal?“


Sie spricht in ihrem Text die Aspekte des Lehrbuchkapitalismus an. Alles könnte so schön funktionieren, da der Antrieb des Kapitalismus die Ideen sein sollten. Der Markt, das Angebot und der Konsum regulieren sich selber. „Diese Ideen sind als Treibstoff des Kapitalismus viel wichtiger als Öl, Gas und Kernenergie, von denen er derzeit abhängt.“

Hier wird schon deutlich, dass leider nicht alles so schön funktioniert wie es vielleicht könnte. Denn der Kapitalismus in der heutigen Welt baut nicht auf fairen Wettstreit der Ideen, sondern auf unfaire Ausbeutung rohstoffreicher Regionen und Arbeitskräften.
In ihrem Text verwendet sie den Vergleich des Kapitalismus mit einem Liebespaar. „Eine Therapie wäre überfällig.“ Eine erfolgreiche Partnerschaft, wie erfolgreicher Kapitalismus sind angewiesen auf passende Rahmenbedingungen, auf ein bewusstes Handeln jedes Einzelnen und auf ein ausgeglichenes Machtverhältnis aller Beteiligten. In Deutschland sind diese Bedingungen zum Teil erfüllt. Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben Möglichkeiten auf einander Einfluss zu nehmen, z.B. durch Streiks oder Kündigung. Doch in Ländern wie Bangladesch ist es z.B. in der Textilindustrie verboten eine Gewerkschaft zu gründen, um Arbeitsbedingungen oder Löhne zu verbessern. Allerdings sind die Hauptabnehmer, der dort hergestellten Textilien, westliche Länder. Dies bedeutet wir sind in der ausbeutenden Machtposition und zwar jeder Einzelne, der durch den Kauf eines T-Shirts „Made in Bangladesh“ das „Angebot-Nachfrage-Prinzip“ anfeuert.

Lisa Herzog macht auch deutlich, dass diese Probleme durchaus bekannt sind, aber schon fast als normal angesehen werden. Ich habe schon öfter erlebt, wie Leute sagen „Es ist mir egal, wenn Kinder in andern Ländern für mich arbeiten.“ oder „Wir können eh nichts ändern.“ Diese Denkweise ist schlichtweg falsch. Angebot und Nachfrage regulieren sich von selbst. Keine Nachfrage mehr, kein Angebot mehr. Bei diesen Aussagen glaube ich fast, jemand hat im Wirtschaftsunterricht nicht aufgepasst. Dass es jemandem egal sein könnte, dass Kinder für ihn arbeiten, zeigt in welchem Verhältnis wir zu diesen Problemen aufwachsen. Man kauft Klamotten für das eigene Kind, welches man liebt und beschützen will. Doch dass diese Klamotten andere Kinder, die genau den gleichen Anspruch auf Liebe und Schutz haben, unter menschenunwürdigen Bedingungen genäht haben, wird dabei außer Acht gelassen oder verdrängt, um ein schlechtes Gewissen zu vermeiden.
Es gibt bereits für viele Produkte, die die Ausbeutung unterstützen, eine faire Alternative, wie z.B. das „fairphone“, welches eine Wahlmöglichkeit gegenüber einem ursprünglichen Smartphone darstellt. Handys enthalten viele Metalle, wie Gold, welches im Kongo abgebaut wird. Billige Arbeitskräfte und Ausbeutung der Natur! Dagegen möchte das „fairphone“ ein Zeichen setzen.
Auch sind diese Produkte nicht nur etwas für den „Alternativen-öko Lebensstil“ sondern sie sind für die breite Masse gedacht.

Wachstum! Auch das wird bei uns propagiert. Doch Wachstum funktioniert nur bis zu einem gewissen Grad, so wie es jetzt läuft. Ohne nachhaltige Strategien kann kein Langzeitwachstum gesichert werden und eine Krise folgt der anderen. Es ist ein Wunder, dass sich der Kapitalismus solange auf den Beinen halten konnte. Doch wo werden wir in Zukunft stehen?
Die Welt muss auf Nachhaltigkeit setzen, was Lisa Herzog auch in ihrem Artikel betont. Die Freiheit seine Idee anzubieten und auf eine Nachfrage zu hoffe, ist ausschlaggeben für die zu erreichende „win-win-Situation“. Die Ideen, Innovationen und Alternativen sind vorhanden und müssen genutzt werden.

Deswegen: Nein, der Kapitalismus ist nicht unser Schicksal, wie ich glaube. Wir haben es in der Hand, in welchem System wir leben wollen.
Was denkt ihr?

Quellen: ZEIT Ausgabe Juni 2013

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Kommentare (2)
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Sortieren nach Aktualität:
12.07.2013
Taki hat geschrieben:
Ja dazu fehlt nur die Demokratie
11.07.2013
Sunlight hat geschrieben:
Ich sehe das ganz genauso wie Du: Es ist unsere Entscheidung, wie wir in die Zukunft gehen. Es ist unsere Zukunft und der Weg der Nachhaltigkeit ist meiner Meinung nach für die Erhaltung eines lebenswerten Planeten elementar!
Insgesamt ein richtig schöner Artikel und vielen Dank für die Mitteilung deiner Gedanken! :)
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