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© WWF
Erdbeeren gefährden spanischen Nationalpark!


von midori
08.07.2013
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Das mag auf den ersten Blick recht absurd klingen. Aber es ist die bittersüße Wahrheit, die die spanischen Erdbeeren mit sich tragen. Der großflächige Anbau der roten Früchte in Spanien alarmiert nun sogar die UNESCO. Aber was ist so gefährlich an den Beeren, dass sogar die Internationale Gemeinschaft aufhorcht?

Für den Anbau der Erdbeeren unter der heißen Sonne Spaniens wird sehr viel Wasser benötigt. Aber das lebensnotwendige Gut ist natürlich nicht im Überfluss vorhanden. Deshalb wird es von den Erdbeerbauern abgezapft. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass das Wasser also an anderer Stelle fehlt. Aber wo?

In Südspanien befindet sich der Doñana-Nationalpark. Ein Paradies für Vögel, die dort rasten und auch ihre Jungen aufziehen. Lagunen und Sumpfgebiete formen eine für Südeuropa einmalige Landschaft. Aber dieser wunderschöne Park könnte schon recht bald auf der Liste für bedrohte Welterben erscheinen.

Rund die Hälfte des Wassers für die landwirtschaftlichen Felder wird ohne Genehmigung dem Grundwasser entnommen, lautet das Ergebnis einer Studie vom WWF. Die Auswirkungen auf die Feuchtgebiete sind verheerend. „Der Wasserspiegel ist so weit gesunken, dass die Lagunen an der Küste mittlerweile selbst in sehr regenreichen Jahren austrocknen“, berichtet die für Wasser zuständige WWF-Biologin Eva Hernández. Eine Studie zeige, dass Doñana in Sachen Wasser heute, nach mehreren niederschlagsreichen Jahren, schlechter dastehe als 1995, dem letzten Jahr der jüngsten länger anhaltenden Trockenperiode.

© Michel Gunther / WWF


In der Nähe des Nationalparks sammeln fleißige Helfer die reifen Erdbeeren. © Michel Gunther / WWF

Gegen die illegale Wassernutzung anzukämpfen, erweist sich als schwierig. Das Geschäft mit den roten Früchtchen boomt - bis zu 400 Millionen Euro werden im Jahr erwirtschaftet. Die meisten Früchte werden nach Mittel- und Nordeuropa geliefert. „Wir haben bereits vor längerem bei den Verbrauchern und bei den großen Abnehmern eine Aufklärungskampagne gestartet“, erklärt Hernández. Mit Erfolg. Einige Supermarktketten wie die deutsche Rewe oder die Schweizer Coop und Migros kaufen nur noch Erdbeeren, bei denen sie die Wasserwirtschaft nachvollziehen können. „Wir sind uns im Klaren darüber, dass wir das Problem nicht von heute auf morgen lösen können, aber die Behörden müssen endlich einen langsamen Wandel einleiten“, mahnt Hernández.

Insbesondere wir als Verbraucher haben großen Einfluss auf das Geschehen. Erdbeeren wachsen und reifen derzeit ebenso unter der Sonne Deutschlands. Kauft man die Beeren aus der Region, haben sie einen wesentlich geringeren CO2 Verbrauch und schmecken zudem viel aromatischer. Noch dazu sind sie sehr gesund - sie enthalten viel Vitamin B, Pholsäure und wertvolle Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Phosphor und Eisen. Also ran an die roten Beeren und schmecken lassen! :o)

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Quelle:
TAZ, Wandler, Reiner, Spanischer Nationalpark Donana. Ein paar Früchtchen zu viel, zuletzt aufgerufen am 08.Juli 2013.

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Kommentare (12)
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Sortieren nach Aktualität:
21.11.2013
Himbaerchen hat geschrieben:
Wir haben selber Erdbeeren im Garten :)) Die schmecken total gut!
22.10.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
26.07.2013
SarahU hat geschrieben:
Ein weiterer großer Wasserverbraucher ist die Fleischindustrie.
Um 1kg Fleisch zu erzeugen, benötigt man bis zu 20.000l Wasser mehr, als für die Erzeugung von 1kg Obst oder 1kg Gemüse.
26.07.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
26.07.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
09.07.2013
AliceimWunderland hat geschrieben:
Gut das ich gegen Erdbeeren allergisch bin..Spaß bei Seite.
Das ist sooo trauig aber die Erdbeeren in Spanien sind nur eines von Massen dieses Raubs an Grundwasser. Aber anscheindend haben die Behörden noch nicht die brenzlige Trinkwasserlage wahrgenommen,.... wir in Westeuropa ist ja noch weit genug weg!
09.07.2013
Morgentau hat geschrieben:
Vielen, vielen Dank, dass du uns das erzählst!!!

Erdbeeren vom anderen Ende der Welt schmecken wirklich nie - gerade deswegen finde ich es auch so bitter, im Winter Erdbeeren zu kaufen und dann Zucker drüberzuschütten weil sie anders nicht schmecken. :o(
09.07.2013
midori hat geschrieben:
@Urmeli

Nun - es geht nur schleppend voran. Wie so oft steht Profit klar vor Umweltschutz :/
09.07.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Jetzt mal ehrlich, Erdbeeren aus Spanien schmecken in den seltensten Fällen. Meistens sind die einfach nur wässrig und geschmacklos. Heimische Früchten schmecken - und zwar meistens richtig gut.

Handeln die spanischen Behörden denn gar nicht? Bleibt der Wasserklau komplett ungestraft??
08.07.2013
Chamaeleonmuetze hat geschrieben:
Die Erdbeeren aus dem eigenen Garten sind doch sowieso die Besten ;D
08.07.2013
Zerschmetterling hat geschrieben:
Kann man bei Erdbeeren auch getrost NICHT-Bio kaufen? Oft ist man ja auch bei Obst gut beraten, die Bio-Variante zu nehmen.
Und gut finde ich, dass du einen Supermarkt (REWE) genannt hast, bei denen man beruhigt(er) Erdbeeren einkaufen kann. - Danke! :)
08.07.2013
Niiura hat geschrieben:
Selber Pflücken macht eh viel mehr Spaß ;D
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