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Die geplante Obsoleszenz


von ClaraG
20.02.2012
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76 P


 

Die Geschichte der Obsoleszenz

Der 24.Oktober 1929 ging als "Schwarzer Freitag" in die Geschichte ein.
In den vorherigen Jahrzehnten waren die ersten Wegwerfartikel (z.B. Taschentücher) auf dem Markt gekommen und wegwerfen galt als modern, Geiz als unmodern.
Dies änderte sich nun schlagartig während der Großen Depression.
Die Menschen sparten und die Nachfrage sank. Es wurde auf Wegwerfartikel verzichtet und nur in haltbare Artikel investiert.
Eine Katastrophe für die Wirtschaft.


1932 formulierte Bernard London den Vorschlag alle Dinge per Gesetz zu Wegwerfartikeln zu machen, so dass die begrenzte Lebensdauer die Menschen dazu zwingen würde ständig neue Gegenstände zu kaufen.
Dieser Vorschlag wurde zwar nie durchgesetzt aber trotzdem begannen die Hersteller Sollbruchstellen in ihre Waren einzubauen.
Im so genannten "Phöbuskartell" schlossen sich die Unternehmen zusammen und legten für alle Gegenstände eine bestimmte Lebensdauer fest.
1941 flog dieser Pakt auf - die Lebensdauer verlängerte sich trotzdem nicht.

 

Die geplante Obsoleszenz


Beispiel 1: Die Glühbirne

Ihre Lebensdauer würde mit dem Phöbuskartell auf 1000 Stunden beschränkt.
Wir sind daran gewöhnt ständig neue Glühbirnen kaufen zu müssen, da der Glühdraht regelmäßig durchbrennt.
Merkwürdig ist nur, dass seid den 1920er Jahren immerwieder realisierbare Entwürfe für Glübirnen entstanden, die weit länger halten könnten, die aber allesamt in der Versenkung verschwanden.
Glühbirnen mit einer erstaunlichen Lebensdauer gab es zum Beispiel in der DDR.
Der Glühbirnenhersteller Narva  brachte Glühbirnen heraus, die teilweise heute noch funktionieren. Klar - in der Planwirtschaft gab es keine Verschwendung und damit keine Obsoleszenz.
Hier kann man übrigens live die Glühbirne in der Feuerwehr Livermore sehen:
http://www.centennialbulb.org/photos.htm


Beispiel 2: Drucker

Man möchte etwas ausdrucken und plötzlich die Meldung: " Wartung notwendig" - der Drücker druckt nicht mehr.
Aber was wenn der Drücker noch gar nicht alt ist?
Im Internet nachschauen lohnt sich.
In vielen Druckern ist ein Seitenzähler eingebaut. Nach einer vom Hersteller festgelegten Anzahl von gedruckten Seiten wird das Gerät lahmgelegt.
Bei HP sind es z.B. 2000 Seiten.
In diesem Fall muss man dann den Drucker zum Hersteller schicken, was selbstverständlich nur eine Kleinigkeit kostet.
Die dortigen Mitarbeiter drücken dann einfach eine bestimmte Tastenkombination, mit der der Seitenzähler wieder auf Null gesetzt wird.
Wenn man lange genug im Internet sucht findet man diese auch dort.


Beispiel 3: Handys und Computer

Hier sind die Schwachstellen meist das Netzteil, der Kühler, die Schwarniere (wenn es sich um einen Laptop handelt) und das Display.
Meistens dauert es nur 2-3 Jahre und das Handy/ der PC/ der Laptop ist kaputt.
Besonders bekannt für geplante Obsoleszenz ist Apple.
Die Geräte der Firma sollen lieber ausgetauscht, statt repariert werden, oder warum sonst kostet es bei einem iPod shuffle mehr, die Batterie zu wechseln (56 Euro) als einen neuen zu kaufen (50 Euro)?
Die übliche Batterieklappe ist zusammen mit dem iPhone verschwunden.
Aber auch andere Hersteller sind nicht besonders benutzerfreundlich und bauen in ihre Handys einen Mechanismus ein, der Akkus fremder Hersteller erkennt und sabotiert.
Der Kunde muss nun also einen neuen teureren Akku vom Hersteller selbst kaufen


Die psychologische Obsoleszenz

Die Frage ist: Warum beschweren sich so wenige?
Das liegt einfach daran das wir viele Waren gar nicht so lange behalten.
Die Hersteller reden uns ein, dass wir immer das neueste und modischste Produkt brauchen.

Ein Beispiel dafür sind die beiden Autohersteller Henry Ford und General Motors:
Henry Fords Modell T, war das erste seriengefertigte Auto am Anfang des 20. Jahrhunderts. Es war zuverlässig und haltbar und so gesehen den Autos von GM eindeutig überlegen.
Aber: Diese Autos waren nicht so schick wie die von GM.
Denn General Motors brachte ständig neue Modelle in neuen Farben heraus, die zwar technisch nicht besten waren, aber einfach besser aussahen, und da regelmäßig neue schickere Modelle herauskamen wurden immer wieder neue Autos gekauft.
GM gab damals sogar bereitwillig zu, dass das Ziel von GM war, die Obsoleszenz weiter zu beschleunigen.
Genau das gleiche Prinzip kennen wir alle von Handys und iPods.
Es muss immer das neuste Handy, immer der neste iPod sein.

 

Das Problem:

Durch die Unmengen an Elektromüll, der dadurcj jedes Jahr entsteht, wachsen die Müllberge in den Schwellenländern immer weiter an.
Viele der dort lebenden Menschen verbrennen den Müll um Kupfer und Stahl daraus zu gewinnen und diesen zu verkaufen.
Diese haben aber natürlich keine Schutzkleidung und durch die entstehenden giftigen Dämpfe werden viele Menschen krank.

 

Was kann man tun?

Wir müssen versuchen Hersteller zu unterstützen, die haltbarere Waren herstellen, oder unsere Geräte selbst zu reparieren.
Im Internet findet man viele Anleitungen dazu - auch wie man den Akku eines Apple Geräts wechselt.
--> http://www.ifixit.com/
 

Un wen das Thema besonders interessiert:




Quellen:
Greenpeace Magazin 2.12
http://www.youtube.com/watch?v=tI798T2tRrQ
http://farm4.staticflickr.com/3040/2615963311_2265766f14_z.jpg?zz=1
http://www.centennialbulb.org/photos.htm

 

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Kommentare (10)
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24.02.2012
ClaraG hat geschrieben:
danke erstmal für die positiven kommentare :-)
des weiteren finde ich es toll von denjenigen, die weitere links zu informationsquellen oder weiteren"reparier-seiten" (mir ist kein anderer name eingefallen) gepostet haben.
ich finde das thema sehr wichtig und finde es gut das anscheinend so viele meiner meinung sind :)
23.02.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Herzlichen Dank für den coolen Bericht. Vielleicht macht ihr ja auch hier http://www.murks-nein-danke.de mit?
23.02.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Gerade bei Autos und Elektrogeräten - Handys, Fernseher etc - ist es mir schon oft extrem aufgefallen. Es wird kaum etwas verändert, aber die Hersteller "reden uns ein", dass wir das neueste Gerät unbedingt brauchen, weil das Alte Schrott ist.......und die Masse läuft und kauft.....

Ein guter und schön geschriebener Bericht :) Danke!
23.02.2012
ursugurke hat geschrieben:
Echt ein wichtiges Thema!! Das ist so abartig wie alle nur auf Profit aus sind...
Ich hab noch eine tolle Seite dazu gefunden:
http://www.storyofstuff.org/movies-all/story-of-stuff/
Da ist der ganze Zusammenhang nochmal sehr anschaulich erklärt :)
21.02.2012
Carina hat geschrieben:
Vielen Dank für diesen Bericht! Da muss auf jeden Fall ganz dringend das Denken der Menschen geändert werden - weg von Obsoleszenz und hin zu Cradle-to-Cradle. Ich persönlich kaufe nie etwas, um das Neuste oder Schickste zu haben, aber wenn die alten Sachen kaputt gehen, hat man halt keine Chance. Da kann ich mich echt schwarz ärgern, wenn ich daran denke, dass der Hersteller das extra so inszeniert hat...!
20.02.2012
Cookie hat geschrieben:
Toller Bericht, Clara!
Ich hab den Film auch vor Kurzem im Fernsehen gesehn und war auch ziemlich schockiert. Das ist einfach nur krank! Und irgendwie bekommt man auch ein schlechtes Gewissen, weil man selbst auch schon so viele Sachen gekauft hat, obwohl die alten noch gut waren, nur, um das Neuste, "Coolste" zu haben... :S
20.02.2012
Cedric hat geschrieben:
Das ist echt ein sehr wichtiges Thema! Aber leider kann man als Kunde nur sehr gering dagegen ankämpfen...
Danke für den Bericht ;D
20.02.2012
tada86 hat geschrieben:
sehr guter text! sehr cool auch ifixit.com - das ist echt mal sinnvoll ^^
20.02.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Schöner Bericht :)
Ich frag mich auch immer was mit dem ganzen Müll passieren soll =O
20.02.2012
FlowerMary hat geschrieben:
Schöner Bericht :)
Vor zwei Wochen gab es bei "Hart aber fair" auch eine Sendung darüber, wo über dieses und ähnliche Themen diskutiert wurde :
http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/561146_hart-aber-fair/9458394_20-59-uhr-sind-wir-doch-bloed-warum-geiz-sehr?buchstabe=H
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