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Die Bank deines Vertrauens?


von Peet
24.02.2011
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Tags: Banken, Geld

Du gehst zu einem der vielen Bankautomaten und ziehst dir 10 Euro. Schwupps, da sind sie. Herrlich, wie einfach das geht und das Konto verwalten läuft mittlerweile online. Du bist wahrscheinlich Kunde bei der Volksbank, Targobank, Commerzbank oder sonstige. Es gibt so viele von ihnen und alle versprechen dir unheimlich viele Vorteile. Sei es ein kostenloses Girokonto, eine üppige Verzinsung deines Spar- oder Tagesgeldkonto oder eben eine tolle Kundenberatung. Der Kunde ist König und der Bank vertraust du dein Geld an.

Doch hast du dir einmal Gedanken gemacht, was die Bank mit deinem Geld so alles treibt? Herkömmliche Banken wollen Geld verdienen. Viel Geld, das weiß man spätestens seit der Finanzkrise 2009. Dort wurde zum ersten Mal richtig klar, auf welch dubiose Weise Banken Produkte verkaufen und wie sie so den Kunden irreführen. Ganz zu schweigen von den Anlagen, in denen Banken finanzieren. Denn das meiste Geld geht fließt in andere Unternehmen. Sei es durch Kredite oder Anlagepapiere die so geschnürt werden, dass am Ende niemand mehr den Überblick hat. Und dabei orientieren sich die Banken oftmals an der wirtschaftlichen Lage des jeweiligen Unternehmens.

Als Beispiel lässt sich die Deutsche Bank nehmen. Sie erwirtschaftete 2010 im ersten Quartal rund neun Milliarden Euro. Das sind 24 Prozent mehr als im vergangenen Jahr, und das unmittelbar nach der Krise. Wie also entstehen solche Summen? Wo wird investiert und wer zählt bei der Deutschen Bank am meisten?

Fest steht auch hier, das größte Geschäft machen die Banken mit dem Investment! Eine Bank muss immer Gewinn erzielen, sie muss wirtschaftliche sein. So die Regeln der freien Marktwirtschaft. Aber warum kann eine Bank nicht einfach eine Bank sein? Eine Bank, bei der es nicht darum geht, so viel Geld wie möglich zu erwirtschaften und dabei die Leute um ihr zu Erspartes bringen. Denn immer öfters werden Kunden von Bankberatern hinters Licht geführt und somit um ihr Erspartes gebracht. Im Falle von "Lehman Brothers" ging es sogar soweit, dass das Kartenhaus vollständig zusammenbrach und millionen Menschen ihr Geld verloren. Ganz zu schweigen von der Welle des Bankenzusammenbruchs innerhalb der USA sowie international. Mit den Folgen kämpfen wir noch heute. Ganze Staaten, die sich diesen abenteuerlichen Geschäften ohne Bedenken angeschlossen hatten, schwanken nun. Gerettet werden müssen sie schließlich vom Steuerzahler, als uns allen.

Aber es gibt auch Banken, und das ist den meisten unbekannt, die gewisse Werte und Vorsätze haben. Die den Menschen und die Natur in den Vordergrund stellen und nicht den Gewinn. Diesen Banken geht es nicht um die maximale Gewinnoptimierung und auch nicht um den maximalen Nutzen aus einem Geschäft. Bei diesen Banken gibt es ethische und moralische Werte. Deutschlandweit sind das gerade einmal vier Banken. Die Umweltbank, die GLS Bank, die Ethik Bank und die Triodos Bank. Diese vier können auch als Exoten bezeichnet werden.

Aber was machen diese Banken anders, als andere?

Ganz einfach, sie investieren vor allem in Branchen wie erneuerbare Energien, Naturkosthandel oder nachhaltige Immobilien. Aber auch durch solche Investitionen werden kaum Gewinne gemacht. So betrug der Gewinn der GLS Bank 2010 nach Steuern gerade einmal 202.000 Euro. Trotz dieser Investments stehen der Mensch und die Natur immer im Vordergrund. Natürlich müssen auch die Banken wirtschaftlich handeln, jedoch bleiben diese bodenständig und berufen sich auf ihre Prinzipien.

Es ist ein völliges Missverständnis, dass Banken Geld verdienen müssen, so die Auffassung dieser Banken. Geld für die Menschen aufbewahren und Kredite auszugeben sei das Kerngeschäft. Diese Banken gehen sogar noch einen Schritt weiter und verpflichten sich selber auf Anlagekriterien. So verteilt die Ethik Bank keine Kredite an Unternehmen, die Militärwaffen herstellen oder vertreiben, Atomkraftwerke besitzen oder betreiben, Pflanzen oder Saatgut gentechnisch verändern und noch vielen mehr. Genaueres könnt ihr unten bei den Quellen nachlesen.

Doch halt, läuft man Gefahr auf etwas verzichten zu müssen oder gibt es Mehrkosten, wenn man wechselt?

Auch hier gibt es eine große Überraschung. Ich habe mich durch die Internetseiten der Banken geklickt sowie bei etlichen Banken telefonisch nachgehakt! Hier bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die angebotenen Konditionen sich kaum von den herkömmlichen Banken unterscheiden oder sogar noch einen Schritt weiter gehen.

Aber eine Sache bleibt für mich weiterhin interessant… Ist es möglich, leicht seine Bank zu wechseln und halten die Banken auch ihre Versprechen und ihre Werte?

Das werde ich in den nächsten Wochen erfahren. Dann, wenn ich gewechselt habe und natürlich werde ich dich auf dem Laufenden halten.

Quellen:

http://www.ethikbank.de/die-ethikbank/anlagekriterien.html

http://www.gls.de/

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,694795,00.html

Bild: Edward Parker / WWF-Canon
 

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Kommentare (14)
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28.03.2011
Jolly hat geschrieben:
Das mit dem Geld gehandelt wird, müsste jedem Klar sein. Keine Internationale Bank ist so ehrenhaft, als das sie dieses Geld nicht anfässt, das ihnen zur verfügung steht. Das wissen wir, das haben wir schon längst akzeptiert und es geht eigentlich nur darum: Das wir es zurück bekommen. Das Entscheidende ist aber wirklich, was mit diesem Geld gemacht wird. Fängt es schon tatsächlich bei der Bank an, wo wir nun auf Öko aufpassen müssen? Ist das nicht ein bisschen abstrakt und katastrophal? Auch interessant wäre zu wissen, ob man bei der Bank sich genehmigen lassen kann, dass mein Geld nicht für solche Dinge verwendet wird. P.S: Interessanter Bericht :)
04.03.2011
micah hat geschrieben:
um das rätselraten zu beenden: die umweltbank bietet tatsächlich keine girokonten an, deswegen braucht man ein girokonto bei einer herkömmlichen bank, das als referenzkonto benutzt wird. das heißt, wenn ich geld von meinem umweltbankkonto haben will, kann ich mir das nicht auszahlen lassen und nicht auf andere konten überweisen, sondern nur auf mein referenzgirokonto bei der anderen bank. das macht alles einfach etwas sicherer. wählen kann man da aber nicht, das ist automatisch so. rechnungen usw. kann man natürlich von dem umweltbankkonto nicht bezahlen, aber deswegen ist es ja auch kein girokonto.

es "bringt", dass das geld nicht bei einer konventionellen bank ist, die damit eventuell atomkraftwerke finanziert, sondern bei der umweltbank, die damit in alternative energien investiert. die herkömmliche bank profitiert kaum, denn ihr leihe ich nur das geld das auf meinem girokonto ist, auf das was bei der umweltbank ist kann sie ja nicht zugreifen.
26.02.2011
UnsereGeneration hat geschrieben:
Toller Bericht. Danke schön dafür!!
Ich bin auch der Meinung, dass eine Bank einfach eine Bank sein sollte und nicht noch millionenfach Gewinn machen muss, denn dann geht der eigentliche Sinn verloren!!!

Unsere Generation
25.02.2011
Maide hat geschrieben:
Cooole Sache. Ich geh gleich auf deren Seite! Danke Peet!
25.02.2011
Anais hat geschrieben:
@Peet: Seh ich genau so. Gut moeglich, dass ich auch die Bank wechsel, sobald ich mir mehr ueber die alternativen Banken durchgelesen habe. (:
25.02.2011
Anais hat geschrieben:
@ Gluehwuermchen: Ich hab das ebenfalls nicht ganz verstanden, koennte mir jedoch denken, dass es vielleicht so gemeint ist, dass du im Normalfall dein Geld auf deinem Konto der Umweltbank haelst und wenn dann jemand Zugriff erhalten sollte ist er nur in der Lage das Geld auf dein anderes Konto zu ueberweisen und somit bleibst du im Besitz. Da stellt sich dann die Frage, wie das funktioniert, weil die Tatsache, dass man nur zu seinem anderem Account Ueberweisungen taetigen kann, bedeuten wuerde, dass man beispielsweise zum Bezahlen von Rechnungen erst den noetigen Betrag auf dein bestehendes Konto ueberweisen musst und du dann von der anderen Bank die Uebereisung taetigen kannst. Ich koennte mir jedoch vorstellen, dass dies eine Sicherheitsvorkehrung ist, auf die man nicht zurueckgreifen muss und die man abwaehlen kann.
25.02.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
@Peet: Danke :)
Ich habe micah so verstanden, dass man ein Girokonto bei einer normalen Bak braucht, auch wenn man bei einer Umweltbank ist...und meine Frage war, wo da der Sinn ist. Ich meine, dann profitiert doch die herkömmliche Bank immer noch??? Irgendwie verstehe ich das Prinzip nicht :/
25.02.2011
Peet hat geschrieben:
@Anais: Natürlich gibt es extrem viele Aspekte, die man berücksichtigen muss, die ich hier aber auch nicht stupide aufzählen will. Beobachtet man doch nur einmal den Markt über Jahre, so erkennt man schon gewisse Zusammenhänge aber auf welch perfide Art und Weise Banken mit dem Geld der Kunden umgehen, ist schlicht weg nicht hinzunehmen! Da kann man sagen was man will. Wer eine Rendite von knapp 25% jährlich vorsieht (Deutsche Bank), der muss Opfer bringen. Diese Opfer sind entweder im Bereich der Investitionen zu finden (Frage hier: wo wird investiert - Kriegsgebiet etc.?) oder im Bereich der Kunden, gerade private. Ich will auch gar nicht sagen, dass die alternativen Banken sich nicht der Marktwirtschaft anpassen oder ähnliches. Natürlich müssen diese das machen, aber sie geben sich mehr Regeln und setzen so ein Zeichen. Anders wird es kaum machbar sein. Natürlich haben auch diese Banken Gewinnprognosen etc. doch bleibt es alles bodenständig und bewegt sich nicht in schwindelerregender Höhe! :)
Ich will auch selber ein Experiment wagen. Ich will selber wechseln und schauen, wie leicht wird es einem gemacht. Vor allem aber will ich verfolgen, wie das Geld bei den alternativen Banken eingesetzt wird. Ich bin da selber sehr drauf gespannt. =)
25.02.2011
Anais hat geschrieben:
Ich finde es gut, dass ihr euch mit dem Thema auseinander setzt und ich muss zugeben, dass ich bezueglich der Finanzkrise nicht ganz hinterher bin. Aber wenn mich nicht alles taeuscht lag es an Fehlspekulationen, was immer ein bestehendes Risiko darstellt, wenn man investiert. Kredite zu vergeben ist jedoch ebenfalls ein Investment. (Die Bank investiert "ihr" Geld indem sie es verleiht und bekommt mehr zurueck, aufgrund der Zinsen.) Und ich denke jeder, der investiert ist sich dessen bewusst, dass es schief gehen kann. Was du ja auch schon erwaehntest, aber ich wollte es einfach nochmal verdeutlichen. Wenn also die "Exoten" Kredite vergeben kann es ebenso gut schief gehen. Das darauf gehofft wird dem Kunden moeglichst viel Geld aus der Tasche zu greifen versteht sich von selbst. Ohne jeglichen Gewinn wuerde das Banksystem allerdings nicht funktionieren, denn schliesslich muessen die Angestellte und alle weiteren laufenden Kosten bezahlt werden - ob die Mengen, die die Banken verdienen angebracht sind ist fraglich. Aber ich meine, wenn jemand beispielsweise eine Hypothek aufnimmt, dann ist man sich doch fuer gewoehnlich dessen bewusst, dass es Sinn macht sich das "kleingedruckte" durchzulesen und man sein Haus verlieren wird, wenn man das Geld nicht zurueck zahlen kann. Ich hab mir noch nicht ausreichend Informationen ueber deine vorgeschlagenen Alternativen durchgelesen, deshalb bin ich nicht in der Lage zu beurteilen, was nun besser oder schlechter ist und fuer was man sich entscheiden sollte. Ich wollte lediglich kurz drauf hinweisen, dass das Banksystem in vielen Hinsichten nachvollziehbar ist. Und ich denke, dass Marktwirtschaft grundsaetzlich ein zu komplexes Thema darstellt, als dass sich promt sagen laesst, dass es ein schlechtes System ist (Unabhaengig davon ob ich denke, dass es das ist oder nicht). Es gibt einfach extrem viele Aspekte, die man beruecksichtigen sollte und Fragen, die sich stellen wuerden.

Danke fuer deinen Beitrag. Von den alternativen Banken hab ich zum ersten mal gehoert. Werde mir demnaechst mehr dazu durchlesen, hoert sich interessant an :)
24.02.2011
Stoffie hat geschrieben:
hey das ist ja ne coole sache!
24.02.2011
Peet hat geschrieben:
@micah: Also am Telefon wurde mir gesagt, die Umweltbank bietet keine Girokonten an...Oder habe ich dich irgendwie falsch verstanden? Wäre ja sehr blöd, mich da hinters Licht zu führen von der Bank! ;)

@Gluewuermchen: Bitte nimm mal diesen Link: http://www.ethikbank.de/die-ethikbank/anlagekriterien.html Dort siehst du, in was bei dieser Bank investiert wird. Bei anderen Banken weiß man teilweise gar nicht, in was für Geschäfte diese verwickelt sind. Klar wurde dies teilweise erst, in der Finanzkrise. Da taumelten die Größten in der Branche aber ganz schön stark. Dort konnte man vermuten, dass das Geld nicht sicher angelegt war.
24.02.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Hmmm...ich muss noch mehr wissen ! Schließlich ist es ja echt blöd, passiv den ganzen Mist zu unterstützen, gegen den man ist. Nur, wenn man mit einer Umweltbank immer noch an eine herkömmliche Bank gebunden ist, dann ist das doch nicht sooo effektiv? Ich habe, muss ich zugeben nicht so arg viel Ahnung davon, aber das würde ich doch jetzt schon gerne wissen!
24.02.2011
micah hat geschrieben:
ich hab schon ziemlich lange ein konto bei der umweltbank und bin damit auch ganz zufrieden. zur sicherheit: bei der umweltbank braucht man generell ein girokonto bei einer "herkömmlichen" bank, und nur dahin kann einem das geld überwiesen werden. falls einer also irgendwie meinen account "hackt" kann er das geld maximal auf mein eigenes girokonto bewegen, was ja nicht so schlimm wäre. Sicherheit im Sinne von dass die Bank nicht Pleite geht hat man ja anscheinend sowieso nicht (siehe Krise 2009...).
Und was den gewinn angeht, also ich bin ganz bestimmt kein experte aber ich hatte bisher den eindruck dass die zinsen mit anderen banken durchaus mithalten konnten bzw. oft deutlich besser waren.
24.02.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Interessant :-) Ich frage mich ja auch immer, was mit meinem Geld passiert :( Was nun mit den "anderen" Banken ist, würde ich echt gerne wissen. Bisher dachte ich, dass die nicht so sicher sind und auch nicht so produktiv ... also dass das Geld, das ich anlege auch genug Gewinn raussschlägt.
Bin jetzt echt gespannt auf deinen nächsten Bericht!
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