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Deutschland - eine Wüste?


von Terranostra412
13.08.2009
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Morgens - halb zehn in Deutschland...

Wer am Frühstückstisch sitzt, ahnt nichts Böses. Einen großen Becher Kaffee zum Wachwerden, man muss den Tag ja schließlich irgendwie überstehen, dazu ein gekochtes Ei, eine Scheibe Brot mit Marmelade... so sieht für viele vielleicht der perfekte Start in den Tag aus. Und da die Deutschen schließlich Weltmeister im Wassersparen sind, wird nach dem Frühstück sicherlich umweltgerecht abgewaschen: Dank sparsamer Armaturen, Haushaltsgeräten der Energie-Effizienzklasse A++. Das gute Gewissen ist also beruhigt. Vorerst.

Anthony Allan, englischer Geograf, sieht die Sache ein wenig anders. Er erhielt 2008 den "Stockholmer Wasserpreis" verliehen, da er sich seit 40 Jahren mit dieser Ressource beschäftigt und einen besonderen Begriff geprägt hat: Den des Virtuellen Wassers. Unser "verborgener" Wasserkonsum bezeichnet die Menge an flüssigem Nass, das gebraucht wird, um ein bestimmtes Produkt bzw. den Rohstoff herzustellen. So zum Beispiel die Menge an Wasser, die man benötigt, um ein Frühstücksei zu produzieren. Nicht nur die Aufzucht des Huhns, die Haltung, das Futter spielen für den Wasserverbrauch eine Rolle, auch der Transport und Verkauf tragen ihren Teil dazu bei, dass man letztendlich für ein Ei 135 Liter Wasser verbraucht. Auch bei der Scheibe Brot und dem Becher Kaffee sieht die Rechnung vergleichsweise nicht besser aus. Ein Kilo Brot benötigt von der Getreideproduktion bis hin zum Verkauf 1300 Liter Wasser, eine Tasse Kaffee 140 Liter. Dem einen oder anderen bleibt bei solchen Zahlen der Bissen beim Frühstück vielleicht im Halse stecken. Nicht umsonst titeln Zeitungen in den letzten Wochen damit, dass entgegen der 130 Liter Wasserverbrauch am Tag - durch Duschen, Waschen etc. - eigentlich 4.000 Liter Wasser auf das Konto eines jeden Bürgers schlagen! Und das liegt am virtuellen Wasser.

Wie kann ich meinen "Wasserfußabdruck" also verringern? Den Fußabdruck, den ich durch mein Konsumverhalten beeinflussen kann. Aufklärung ist sicherlich eines der entscheidenden Dinge, die hier vorerst weiterhelfen. Denn mit dem bloßen Wissen darüber, dass in einer Tasse Kaffee eigentlich mehr als der schwarze Inhalt steckt, ist es nicht getan. Es ist wichtig zu ergründen, welche Nahrungsmittel (zu) viel Wasser verbrauchen und vor allem: Wo sie angebaut werden.

Deutschland ist ein regenreiches Land. Aber Deutschland ist ebenfalls ein Wasserimportland. Das heißt, es importiert Produkte aus dem Ausland, in denen viel virtuelles Wasser enthalten ist. Würde Deutschland für seinen gesamten virtuellen Wasserbedarf selbst aufkommen, wäre es eigentlich ein Wüstenstaat. Denn jeder Tropfen würde für den Anbau von Rohstoffen verbraucht werden. Das heißt also, dass unser Land auf Kosten anderer Länder lebt - denn es importiert Produkte, die den Wasserhaushalt anderer Länder strapazieren. Und das sind vor allem Länder, in denen Wassermangel herrscht und sich die Konflikte um dieses lebenserhaltende Medium immer weiter verschärfen.

Tomaten aus Spanien, Orangen aus Israel, Weizen aus Syrien und besonders auch der Baumwollanbau in niederschlagsarmen Gebieten belasten des Wasserhaushalt dieser Länder deutlich. Es kommt zu großen regionalen Missständen. Nicht zuletzt der bei Deutschen so begehrte Kaffee, ohne den bei vielen das Frühstück nicht zu denken wäre, kommt zum Teil aus Ländern in Südostasien und Afrika, die unter beträchtlichem Wassermangel leiden - eben auch, weil sie dieses knappe Gut zur Bewässerung von Kaffeeplantagen verwenden. Welches Fazit kann man also aus diesem Wissen ziehen?

Wichtig ist, dass jeder Mensch, dem die Umwelt und Nachhaltigkeit am Herzen liegt, beginnt, darüber nachzudenken, welche Folgen unser Konsumverhalten hat. Und zwar vor allem hinsichtlich der Länder, in denen die Rohstoffe dieser Güter produziert werden. Ein bewussteres Einkaufen und Konsumieren kann dazu beitragen, den "Wasserstress", der bereits in einigen Ländern herrscht, abzubauen. Durch den Kauf von mehr regionalen Produkten, Kleidungsstücken aus Bio-Baumwolle und dem bewussten Gebrauch dieser Güter (Kleidungsstücke aus Baumwolle also nicht nach einem halben Jahr wegzuwerfen, nur weil sie vielleicht nicht mehr modisch genug sind) können wir dazu beitragen, Wasser dort zu sparen, wo es wirklich auf jeden Tropfen ankommt.

Was ist eure Meinung zu diesem Thema? Könnt ihr euch vorstellen, euren Konsum soweit umzustellen, dass ihr wasserintensive Produkte meidet bzw. bewusster damit umgeht? Oder haltet ihr eine Verwirklichung von mehr Nachhaltigkeit im Alltag für schwierig?

Hier ein Link zu einer Produktgalerie, auf der der virtuelle Wasserhaushalt ausgewählter Produkte zu sehen ist: http://www.virtuelles-wasser.de/372.html

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Kommentare (3)
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14.08.2009
TilmanFCC hat geschrieben:
ich glaub es is au nich nur der kaffe. .. sicher, ich will au nich auf meinen frühstückskaffe verzichten, aber man kann auf sein konsumverhalten achten und es teilweise einschränken : man muss doch nicht mitten im winter tomaten, erdbeeren und birnen kaufen, da is doch klar das die irgendwo wasseraufwendig in nem gewächshaus produziert wurden. deshalb denke ich es hilft schon viel einfach auf regionale und saisonale produkte beim einkauf zu achten um ein großen schritt zu machen virtuelles wasser zu sparen. aber ein kleines bisschen verzicht ist natürlich auch immer dabei, dann kann es eben nicht alle obstsorten geben, doch das ist doch noch das kleinere übel...
ps: mein kaffe is fairtrade, also wenigstens vom geld her gerecht und einigermaßen umweltschonend
14.08.2009
StrongBad hat geschrieben:
Also ich glaube ja kaum, dass die Deutschen auf ihren kaffee verzichten würden ;)
Auch wird es schwer sein, die ganzen Südfrüchte hier in Deutschland anzubauen...
13.08.2009
UnsereGeneration hat geschrieben:
Also ich finde diesen Artikel interessant. Habe aber eine Sache zu bezweifeln.
Ich denke, dass ich ohne Güter aus anderen Ländern - also mit dem, was wir selbst hie rin Deuschland anbauen- gut leben könnte. Aber wir brauchen auch Wasser für den Anbau von Tomanten. Und für Fleisch. Okay man könnte Vegetarier werden, oder auf Fleischkonsum achten. Aber keine Gemüse und Obst, dass geht gar nciht. also wie das Problem lösen. Ich denke, dass amn vor allem nciht vesuchen sollte, da in der Wüste sachen an zu bauen, wo nichts ist. Ich bin auch dafpr u schonen une von virtuellem Wasser habe ich auch schon gehört, was ich echt schlimm finde. Doch wie ändern???
Wenn Deutschland für sich selbst anbauen würde bräuchten wir trotzdem Wasser.
Aber du hast recht, wenn du schreibst, dass es nicht geht, aus Ländern Wasser zu holen, in denen selbst Wassermangel herscht. Wir sollten nicht egoistisch nur an uns denken.

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