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Das neue Fairphone


von Sarah25
02.08.2015
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Ein Smartphone, das fair produziert wird - das ist mein Traum. Ich möchte ein Handy besitzen, bei dessen Anblick ich kein schlechtes Gewissen bekomme, weil andere Menschen dafür leiden mussten. Die niederländische Firma Fairphone hatte auch diesen Traum. Mit dem Smartphone namens Fairphone haben sie versucht, die Produktion von Handy fairer und vor allem transparenter zu machen. Nicht nur mir hat das gefallen, sondern auch circa 61000 anderen Menschen, die ein Fairphone gekauft haben. Ab November soll nun das Fairphone 2 ausgeliefert werden. Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten es zu dem „alten“ Fairphone gibt, erfahrt ihr hier.

Die Inhaltsstoffe

Wie auch schon beim Fairphone der ersten Generation, versucht die Firma Rohstoffe zu verwenden, deren Abbau nachvollziehbar ist. In jedem unserer Handys kommen 40 verschiedene Metalle für unterschiedliche Zwecke zum Einsatz! Das ist kaum vorstellbar, aber wahr! Fairphone bezieht drei dieser Metalle – Wolfram, Zinn und Tantal – aus Minen, die nachweisbar mit ihrem Gewinn keine Konflikte unterstützen. Unter anderem diese drei Minerale werden als Konfliktminerale geführt, d.h. dass durch den Erlös ihres Abbau in Konfliktzonen,wie zum Beispiel in der Demokratischen Republik Kongo, durch den Einkauf von Waffen die Konflikte unterstützt werden.

Fairphone bezieht Wolfram aus einer Mine in Ruanda, das Zinn und Tantal aus der Demokratischen Republik Kongo (DRC). Es gibt auch außerhalb von DRC Minen, die „konfliktfreies“ Zinn anbieten. Fairphone vertritt jedoch die Meinung, dass es gerade wichtig sei in Regionen mit Konflikten, den Abbauch von Metallen zu unterstützen. Diese Metalle dürfen jedoch nicht der Geldhahn für die Konflikte sein, sondern sollen die regionale Bevölkerung unterstützen. Ohne diese Einkommen würden die Gebiten wirtschaftlich noch schlechter darstehen. Deshalb ist Fairphone auch Teil der Conflict Free Tin Initiative (CFTI).Das dritte Metall, Tantal, wird aus Koltan gewonnen. 80% des weltweiten Koltanvorkommens liegen in DRC. Fairphone arbeitet hier mit Solutions for Hope zusammen, um konfliktfreies Tantal zu beziehen.

             Eine Reise nach Ruanda und in die Demokratische Republik Kongo

Drei von 40 Metallen aus nachvollziehbar fairer Produktion mag erschreckend wenig klingen, doch ist es sehr schwer Metalle aus transparenten Transportwegen zu bekommen. Fairphone selbst gibt dabei zu, dass es eine Utopie ist, ein 100% faires Handy zu produzieren. Aber es ist wichtig, das zu ändern was im Moment im Rahmen des Möglichen liegt. Und vor allem ist es wichtig transparent zu sein, so dass Kunden wissen, was in ihrem Smartphone steckt.

Neuheiten

„If you can't open it, you don't own it!“ - Dieser Spruch auf eine Postkarte gedruckt, lag meinem Fairphone 1 bei, als ich die Verpackung öffnete. Klar ist es schön, dass ich mein Handy öffnen und den Akku entnehmen kann. Jedoch hatte ich diese Möglichkeit auch bei anderen Handys und habe diese Eigenschaft vorausgesetzt. Daher fand ich es etwas übertrieben, diese Funktion als nachhaltig zu vermarkten. Ein richtiger Vorteil war jedoch, dass das Fairphone ohne Ladekabel geliefert wurde!

Beim Fairphone 2 hat sich nun einiges geändert. Es gibt sieben Module im Handy, die der Besitzer selbst austauschen kann. Eines davon ist altbekannt der Akku, es kommen jedoch die Hülle aus Gummi, das Display, die Basiseinheit mit Prozessor und Speicher, die Hauptkamera und das Mikrofon plus Lautsprecher hinzu. Das kling vielversprechend! Dazu gibt es eine Anleitung mit deren Hilfe jeder Laie innerhalb weniger Minuten die Module auswechseln kann. Wer sich auskennt, kann sogar die Module öffnen und dort Einzelteile austauschen, Laien ist dies jedoch nicht zu empfehlen! Mit diesen Austauschmöglichkeiten soll das neue Fairphone eine Lebensspanne von mindestens fünf Jahre haben.

Die Fakten

Das neue Fairphone ist mit knapp 530€ wesentlich teurer als das Vorgängermodell (330€). Die Kamera hat nach wie vor eine Auflösung von 8 Megapixeln. Der interne Speicher hat hat nun eine Größe von 32 Mb gegenüber 16Mb vom Faiphone 1. Zudem kann man den Speicher durch eine MicroSD-Karte erweitern. Weitere technische Daten hier im kurzen Überblick:

Display: 5-inch, Full HD LCD display Gorilla® Glass 3

Betriebssystem: Android™​ 5.1 (Lollipop)

Akku Kapazität: 2420 mA

Verbindung: 4G LTE/3G/2G Wi-Fi (802.11 b/g/n/ac) Bluetooth® 4.0 LE, GPS

Ich denke das neue Fairphone ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung! Ich finde es sinnvoll, dass Einzelteile für jeden austauschbar sind. Ich finde ein Fairphone eine unterstützenswerte Alternative zu den herkömmlichen Smartphones. Meiner Meinung nach sollte man diese faire und transparente Entwicklung in der Handybranche fördern. Jedoch bleibt es am ressourcenschonendsten das alte Handy weiter zu verwenden bis es kaputt geht. Was denkt ihr darüber? Ein Fairphone kaufen und so die Entwicklung unterstützen oder lieber das alte Handy weiter verwenden? Glaubt ihr das neue Fairphone ist besser als das erste? Und was denkt ihr könnte man noch verändern? Ich bin gespannt auf eure Ideen und Meinungen! :)

Werbevideo Fairphone 2:

 

Titelbild: Fairphone Webseite Copyright

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Kommentare (5)
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08.08.2015
Sunlight hat geschrieben:
Mir ging es ganz genauso wie Anni...
Nachdem mein Samsung Blue Earth (was ja vor dem Fairphone das mehr oder weniger nachhaltigste war) sich zunehmend geweigert hat, sms zu empfangen, war mir klar, dass mein nächstes Handy ein Fairphpone werden sollte...
Doch dann ist mir eingefallen, dass einige in meinem Freundeskreis noch ihre "alten" Handys in der Schublade liegen haben müssten und eigentlich behagte mir der Gedanke auch nicht, das für mich "neue" Rohstoffe abgebaut wurden, ob nun fair oder nicht...
Gesagt, getan, habe ich jetzt das ehemalige, zwei Jahre "alte" Smartphone meiner besten Freundin und bin damit nach einem Akkutausch überglücklich :) (obwohl ich sie natürlich noch lieber davon überzeugt hätte, sich gar nicht erst ein neues zu kaufen, wenn das alte noch funktionsfähig ist...).
04.08.2015
Marielle hat geschrieben:
Das mit dem Akku austauschen wird aber leider immer seltener. Mittlerweile kann man ja nur noch die wenigsten Handys selbst öffnen oder die Komponenten werden so miteinander verbunden, dass man sie selbst nicht austauschen oder reparieren kann. Von daher ist das, was Fairphone in dieser Richtung macht mehr als nachhaltig. Ich sehe es aber ähnliche wie Anni. Ich habe eigentlich immer die alten Handys von meiner Tante oder meiner Schwester benutzt, bis ich mir dann vor 1 ½ Jahren ein Smartphone gönnte. Altes weiterbenutzten ist wie ich finde die beste Methode nachhaltig mit Rohstoffen umzugehen.
03.08.2015
anni95 hat geschrieben:
"Das fairste Handy ist jenes, das nicht produziert wurde."
Ich hatte überlegt, mir ein Fairphone zu kaufen, als der Akku meines treuen Klapphandys sich aufblähte und mir damit unauffällig mitteilte, dass es nach über 6 Jahren Nutzung nun Zeit zum Austauschen war.
Nicht, dass ich mir die 530€ hätte leisten können. Aber wenn ein Smartphone, dann dieses, dachte ich mir. Klar, Fairness hat seinen Preis, aber 530€ habe ich einfach nicht. Jetzt habe ich das gebrauchte Arbeitshandy der Mutter einer Freundin bekommen, damit bin ich mehr als glücklich. Ich finde, alte Handys weiter zu benutzen besser als ein Neues zu kaufen. Ja, die Inhaltsstoffe sind nicht so fair produziert wie die im Fairphone. Aber es ist schon fertig. Es werden keine neuen Materialen (die ja endlich sind) gebraucht.
03.08.2015
Jonas_Kittel hat geschrieben:
Ich hab mir das erste fairphone gekauft, weil ich die Idee gut fand und auch auf die Versprechen der Entwickler vertraut habe. Leider bin ich mittlerweile recht enttäuscht von der Tatsächlichen Umsetzung. Schon beim ersten hieß es, man könne es leicht reparieren, allerdings nicht alle Komponenten. Viele sprechen von defekten Akkus und USB Anschlüssen (auch bei mir). Den Akku kann man auch tauschen, aber für recht viel Geld, obwohl seine Bestandteile nicht fair gefördert wurden.. Den Stromanschluss kann man aber als Laie nicht reparieren.. Ist irgendwie doof versteckt in der Platine drin. Hätte ich mir anders vorgestellt.
Den Größten Minuspunkte sehe ich aber darin, dass das Betriebsystem nicht frei wählbar ist. Man hat zwar durch den standardmäßigen root Zugriff die Möglichkeit, mehr aus dem Phone heraus zu holen, wenn man allerdings Google&Co kritisch gegenüber steht hat man wenig bequeme Alternativen, um sich davon ab zu koppeln. Ich hab das meiste vom phone entfernt, kann aber nun teilweise wichtige Funktionen nicht mehr nutzen..
Zum normalen "Standartgebrauch " kann man es sich schon anschaffen, aber zum viel& unabhängig nutzen ist es nichts.
03.08.2015
MarcelB hat geschrieben:
Sehr coole VIdeos! Danke für den Überblick über Technik, Neuheiten und Co. - Hoffentlich bewegt der Artikel, dass sich noch mehr Leute ein Fairphone kaufen! :)
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