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© WWF
Afrikas Blumenindustrie gräbt sich selbst das Wasser ab


von zeemzee
21.05.2013
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Euch ist sicher schon aufgefallen, dass europäische Supermärkte ganzjährig frische Schnittblumen im Sortiment haben, oder? Denn dank effizienter Transport- und Kühltechnologien sind Rosen und Tulpen weitgehend saisonunabhängig zu kaufen. Doch wo haben diese Blumen ihre Wurzeln?

Insgesamt landen jährlich etwa 85 Prozent der kenianischen Schnittblumen in europäischen Wohnungen und Hotels. Kenia, im Osten Afrikas, ist Afrikas größter Schnittblumenexporteur und Rosen sind mit Abstand die wichtigste Ware. Das bedeutet für uns Verbraucher: Wer heute in Deutschland eine Rose kauft, kann fast sicher sein, dass sie aus Kenia stammt!

Rosen aus Kenia
Am Anfang dieser globalen Handelskette liegt meist der Naivasha-See im afrikanischen Rift Valley, das sich rund 80 Kilometer von der kenianischen Hauptstadt Nairobi entfernt befindet. Die Region ist ein Hotspot der Biodiversität im Osten Afrikas. Viele Faktoren, u.a. ein gutes Klima, hochwertiges Frischwasser, fruchtbare Böden und eine geeignete Infrastruktur, begünstigen die Produktion.

In dieser Region werden rund 70 Prozent der nationalen Schnittblumen angebaut, geerntet und verarbeitet. Das sind nicht nur viele Blumen, sondern auch ein großer Arbeitgeber: ungefähr 20.000 direkte und eine weitaus größere Zahl indirekter Arbeitsplätze werden geschaffen. Im Ganzen trägt allein der Blumenanbau neun Prozent zu den nationalen Exporteinnahmen bei.

Bewässerung am Lake Naivasha. © Hartmut Jungius / WWF-CanonHoher Wasserverbrauch für Schnittblumen
Seit einiger Zeit gibt es jedoch Bedenken über die Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit der Produktion. Vor allem die lokalen Wasserressourcen geben Anlass zur Besorgnis. Aufgrund des steigenden Bedarfs an Frischwasser für die Schnittblumenindustrie droht der See in Trockenperioden auszutrocknen. Die daraus entstehenden Probleme für die lokalen Ökosysteme, die Landbesitzer und Kleinbauern sind unabsehbar.

Auf lange Sicht ist auch die Schnittblumenindustrie selbst bedroht, die sich im wörtlichen Sinne das Wasser abgräbt. Doch die internationale Gemeinschaft kann die lokalen Anbauer mit dieser Problematik nicht allein lassen – oder gar die Verantwortung dafür auf sie abzuwälzen! Denn die Strukturen und Wege des internationalen Handels von Kenia nach Europa und Deutschland beinhalten viele Akteure, die als Teil der Lieferkette ihren Teil zur Lösung beitragen müssen.

Um dieser Rolle gerecht zu werden, gibt es seit 2010 Treffen zwischen der Regierung, Vertretern der Blumenindustrie, Nichtregierungsorganisationen wie dem WWF und der lokalen Bevölkerung. Gemeinsam wurde ein Plan zur nachhaltigen Nutzung der Wasserressourcen für den Naivasha-See erarbeitet, der nun schrittweise umgesetzt wird. Alle wissen, was auf dem Spiel steht, und sind sich im Klaren, dass die Probleme nur gemeinsam zu lösen sind.

Kritische Konsumenten sind gefordert
Das Beispiel des Naivasha-Sees zeigt, dass die Verantwortung nicht bei einzelnen Gruppierungen liegt. Die Situation ist meist vielschichtiger, als es auf den ersten Blick scheint. Aufgrund der globalen Handelsbeziehungen müssen sich vom Bauern bis zum Konsumenten alle ihrer Rolle bewusst werden. Der WWF fordert Unternehmen daher auf, sich stärker um ihre Risiken und die damit verbundenen Auswirkungen vor Ort und innerhalb ihrer Lieferkette zu kümmern. Weiter muss die Politik Unternehmen und Akteure mit klaren und starken Gesetzen zur Transparenz stärker in die Pflicht nehmen. Aufgabe des Verbrauchers ist es, mehr Transparenz im globalen Geschäft einzufordern, um besser über die Situation vor Ort informiert zu sein.

Bilder: Verarbeitung der Schnittblumen am Lake Naivasha. © Hartmut Jungius / WWF-Canon; Bewässerung am Lake Naivasha. © Hartmut Jungius / WWF-Canon

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Kommentare (1)
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22.05.2013
JeYoNe hat geschrieben:
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