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Ab auf den Kompost? - Meine Shampoo Flasche ist auf einem Maisfeld gewachsen!


von Cookie
26.03.2011
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Ich bin zurzeit als Gastschülerin in Australien und als mir vor kurzem das Shampoo ausging, habe ich im Supermarkt eine Entdeckung gemacht, die mich ziemlich begeistert hat: Ein Shampoo aus der Reihe „Organic Care“ von Nature’s Organics©.

 

Bei Nature’s Organics© handelt es sich um eine australische Firma, deren Ziel es ist, umweltfreundliche Produkte von bester Qualität zu möglichst niedrigen Preisen zu verkaufen, da die Leute bei Nature’s Organics© keinen Sinn darin sehen, Produkte zum Schutz der Umwelt zu entwickeln, die sich am Ende keiner leisten kann.

Erste Ansätze in Sachen Umweltschutz hatte die Firma schon in den 1950ern und seit den frühen 80er Jahren werden die Produkte stetig weiterentwickelt und die Auswahl vergrößert, sodass Nature’s Organics© inzwischen mehr als 40 Produkte in den Bereichen Wasch-, Spül-, und Putzmittel und Haar- und Körperpflege anbietet. Erhältlich sind diese zu 100% in Australien hergestellten Artikel  in den Hauptsupermarktketten Australiens, aber auch international. In Deutschland wird man sie jedoch wohl leider nicht finden, aber der weite Weg, den die Waren dazu zurücklegen müssten, würde ihre Umweltverträglichkeit ohnehin in Frage stellen.

Nature’s Organics© bemüht sich um einen Ausgleich zwischen den für die Wirkung der Produkte zwingend notwendigen Chemikalien und natürlichen Inhaltsstoffen, wobei versucht wird, den Anteil dieser zu erhöhen, sobald es neue Entdeckungen und Technologien zulassen. Zudem versichert die Firma, dass keines ihrer Produkte an Tieren getestet wurde oder tierische Stoffe enthält.

Das alles an sich ist zwar schön und gut, jedoch allerdings nichts völlig Neues. Schließlich haben wir ja auch zu Hause in Deutschland ein immer größer werdendes Angebot an Naturkosmetik wie z.B. von Alverde und biologisch abbaubaren Wasch- und Putzmitteln. Das besondere an Nature’s Organics© ist, dass die Firma sich zusätzlich bemüht, den durch die Verpackung entstehende Abfall aus nicht erneuerbaren Rohstoffen zu minimieren. Laut eigenen Angaben sind sie die weltweit ersten, die PLA - nachhaltige, kompostierbare Verpackung oder in anderen Worten: Bioplastik – eingeführt haben.

Hergestellt wird dieses sogenannte Bioplastik aus Pflanzen wie zum Beispiel Mais. Dieser wird 30 bis 40 Stunden bei ca. 50°C gekocht, das dazu benötigte Wasser wird später im Prozess oder zur Herstellung von Tierfutter weiterverwendet. Der Mais wird gemahlen und die Stärke, die den bei der Fotosynthese entstandenen Zucker enthält, wird isoliert. Mikroorganismen wandern den Zucker anschließend in Milchsäure um, aus der dann Polylactide entstehen, die zu Plastikpellets weiterverarbeitet werden.

Die erste kommerzielle Anlage zur Herstellung dieses Kunststoffes wurde 2002 von NatureWorks LLC in den USA in Betrieb genommen und bis Mitte nächsten Jahres soll auch in Deutschland eine solche Anlage errichtet werden, nämlich in Guben in Brandenburg.

PLA könnte das Plastik der Zukunft sein, da es ähnliche Eigenschaften wie die herkömmlichen Massenkunststoffe besitzt und sich aufgrund der vorhandenen Anlagen ohne weiteres weiterverarbeiten lässt. Vor allem für kurzlebige Verpackungsfolien, z.B. von Lebensmitteln, bietet es eine umweltfreundliche Alternative zum aus Öl hergestellten Plastik. Bei der Herstellung von 1kg dieses herkömmlichen Plastiks entstehen 3,4kg CO2, bei der Herstellung von PLA nur 0,27kg. Es wird also nicht nur aus nachhaltigen Ressourcen hergestellt, sondern vermindert auch den CO2-Ausstoß um über 90%. Weniger geeignet ist PLA jedoch als Material für Becher, die Heißgetränke enthalten sollen, da der Kunststoff bei Temperaturen von ca. 60°C weich wird, ansonsten ist das Bioplastik allerdings vielfältig einsetzbar. In der Medizin wird es schon länger verwendet, z.B. als Nahtmaterial oder zur Stabilisierung von Knochenbrüchen.

Meine aus Bioplastik bestehende Shampoo Flasche ist also vollständig recycelbar. Sie kann auch in industriellen Kompostanlagen kompostiert werden, auf den Komposthaufen im Garten sollte man sie trotz allem jedoch nicht werfen, da dieser nicht die notwendige Hitze und Feuchtigkeit zum Abbau des Kunststoffes erreicht.

Quellen: 

http://www.naturesorganics.com.au/index.php
http://www.natureworksllc.com/
http://www.bioplastics24.com/content/view/70/35/lang,de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Polylactide
http://www.productreview.com.au/item/images.html?item_id=54937

 

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Kommentare (10)
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10.05.2011
Hamsti hat geschrieben:
mais ist tierfutter und lebensmittel für leute. die mexikaner haben gegen die verwendung von mais demon´striert, da preise für lebensmittel gestiegen sind. flasche oder essen ist die frage. denke eher essen kommt in frage. da sollte man keine flaschen draus machen.
30.03.2011
KatevomDorf hat geschrieben:
also ich finde es schon einmal total gut, dass du die infos für mich zusammengetragen hast. die 13 seiten über Polyactide führe ich mir morgen früh zu gemüte. habe heute abend schon was vor^^
das englische "poster" ist etwas unübersichtlich...aber auch da werd ich mich reinfinzeln.

ich danke dir für deine mühe! gruß
29.03.2011
Cookie hat geschrieben:
Danke! :) Also ich versuch mal, dir deine Fragen so gut es geht zu beantworten:
1. Leider bin ich net grad en Chemie-Genie un so ganz eingeleuchtet hat mir der Vorgang jetzt auch noch net. Meine Informationen hatte ich von der Hompage von NatureWorks LLC: http://www.natureworksllc.com/The-Ingeo-Journey/Eco-Profile-and-LCA/~/media/The_Ingeo_Journey/EcoProfile_LCA/HowItsMade/Ingeo_plants_to_plastics_poster_pdf.pdf ist allerdings auf Englisch. Bevor ich jetzt versuch, hier ne lange Erklärung über den chemischen Prozess zu schreiben, die dann am Ende doch falsch ist, solltest du, wenn dich das wirklich interessiert, diese lange Abhandlung der Uni Stuttgart durchlesen, die ich grad gefunden hab. Ich habs selbst noch net alles gelesen, aber sieht so aus, als ständ da so ziemlich alles zum Thema drinnen. http://www.uni-stuttgart.de/wechselwirkungen/ww2000/jacobsen.pdf
2. Ich hab leider noch keine eigene Erfahrung mit dem Kompostiern von Bioplastik-Flaschen gemacht und musste mich daher auf die Angaben des Herstellers verlassen, der Kunden bittet, die Flaschen nicht auf ihren eigenen Kompost zu werfen. Aber na ja, vielleicht hats auch einfach noch nie wer ausprobiert...
3. Das is ne intressante Frage un ich hab grad echt ne Weile nach gesucht, die Antwort aber leider net gefunden. Hier is noch ma was, wo ein bisschen genauer über den Bau usw. berichtet wird, deine Frage beantwortet das leider net wirklich. :( http://www.k-online.de/cipp/md_k/custom/pub/content,lang,1/oid,13206/ticket,g_u_e_s_t/~/96_Mio._EUR_f%C3%BCr_PLA-Produktion_in_Guben.html
Auweia, wenn ich mir des jetz noch ma so durchles, war ich nich wirklich im Stande, dir deine Fragen gescheit zu beantworten. :-/ Ich hoff, du kannst wenigstens mit den Links was anfangen...
28.03.2011
KatevomDorf hat geschrieben:
der bericht ist echt klasse. cool fänd ich's allerdings, wenn du (oder jemand anders) mir noch ein-zwei fragen dazu beantworten könnte.
1. aslo ich habe noch nciht ganz verstanden, wie aus Polylactaice PLA wird. mir fehlt da gewissermaßen der technische zwischen schritt. wäre echt lieb, wenn du mir das evlt noch erläutern könntest.
und 2. bin ich der meinung, dass auf einem "guten" komposthaufen/misthaufen solche temperaturen erreicht werden. ich bin mir da sogar ziemlich sicher, da ich hier aus persönlicher erfahrung berichte. bei uns ist das jedes jahr so, dass diverse sachen im haufen durch die somemrhitze zu asche verbrennen. echt kein witz. und es ist auch nicht lustig da dan drin zustehen und das zeug auf den hänger zu laden. laso wenn man die flasche nciht oben aufliegen hat wird das unter garantie was.
3. weißt du, warum genau der standort Guben ausgewählt wurde, oder ist dort einfach nur ein landwirt dazu bereit so eine anlage zu bauen?
danke schon einmal
27.03.2011
Marielle hat geschrieben:
Das ist ja cool. Hoffe das es sowas bald auch in deutschland gibt
.
27.03.2011
Cedric hat geschrieben:
Klingt echt voll gut :) Dann setz dich mal für eine neue Produktionstätte und die Markteinführung in Deutschland ein! ;)
26.03.2011
anni95 hat geschrieben:
Wiiiiie toll.! Bringst du mir sowas mit? ;)
26.03.2011
Puma hat geschrieben:
Schade,dass es das in Deutschland och nicht gibt!!!Ich hoffe,dass kommt bald!!!
26.03.2011
Solveig hat geschrieben:
Siehst du, Anne, da kannst du in Australien doch noch ziemlich viel lernen :-p
Das hört sich echt total cool an!!! =)
26.03.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Das ist ja genial! Ich hoffe, dass PLA auch bald in Deutschland verwendet wird =)
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