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Zukunft oder Hype? Das E-Book


von heikoko
08.10.2010
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Großes Thema auf der buchmesse: Das E-Book. Die technologischen Fortschritte der letzten Jahre sind immens. Dabei spielt, zumindest teilweise, auch die Umweltverträglichkeit elektronischer Produkte eine Rolle. Nun macht die technologische Entwicklung auch vor dem klassischen Buch nicht Halt.

Ebooks sind ein Trend, der sich mehr und mehr durchzusetzen scheint. Bisher macht der Buchhandel nur 1 Prozent des Umsatzes über Ebooks, doch kann man davon ausgehen, dass diese Zahl steigen wird.

Will man ein Ebook auf gleiche Weise lesen wie ein Buch, das heißt gemütlich auf der Couch oder draußen im Garten und nicht vor dem Bildschirm am PC, braucht es ein entsprechendes Lesegerät, einen Ebook-Reader. Diese Ebook-Reader werden zurzeit auch verstärkt auf der Frankfurter Buchmesse ausgestellt und angepriesen. Ein dabei immer wieder auftauchendes Argument für die Ebook-Reader im Vergleich zum gewöhnlichen Buch ist die CO2 Bilanz.

Eine von der Cleantech Group durchgeführte Studie soll demnach zu dem Schluss gekommen sein, dass die im Laufe des Lebenszyklus eines Ebooks* (d.h. Produktion, Gebrauch und Entsorgung) entstehende Menge an CO2 von ca. 168 kg nach einem Jahr Nutzung bereits wieder eingespart wird. Die Cleantech Group geht dabei von 22,5 gelesenen Büchern pro Jahr aus. Jedes weitere Jahr, in dem ein Ebook-Reader im Einsatz ist, würde somit die Emission weiterer 168 kg CO2 verhindern.

Bei etwas mehr als 1 Millionen verkauften Geräten bis zum August 2009 haben die Ebook-Reader laut Cleantech Group noch keinen großen Effekt auf die Umwelt. Für das Jahr 2012 wurde jedoch bereits eine Zahl von 14,4 Millionen verkauften Geräten vorhergesagt, sodass sich dies bald ändern könnte.

Dies lässt die Ebook-Reader als Buch-Ersatz zunächst in einem guten Licht dastehen. Bei meinen Recherchen habe ich jedoch auch an die, für die Herstellung von Kameras, Flachbildschirmen oder Handys benötigten, seltenen Metalle wie Tantal denken müssen.

Manche dieser Metalle sind bereits so selten, dass ihre Reserven nur noch für wenige Jahre reichen sollen. Weil sie so selten sind, werden die Metalle auch in den entlegensten Regionen der Erde, wie zum Beispiel in den Lebensräumen der Gorillas im Kongo, abgebaut. Was das zur Folge hat, kann sich vermutlich jeder denken – die ohnehin bedrohten Gorillas sehen sich einer weiteren Bedrohung gegenüber. Zwar haben ich keine 100%ige Quelle gefunden, jedoch gehe ich davon aus, dass Metalle wie Tantal, die zur Herstellung möglichst kleiner und handlicher, elektrischer Geräte benötigt werden, auch in den Ebook-Reader zum Einsatz kommen.

An dieser Stelle stellt sich mir dann die Frage, ob wir nicht einfach auf gewisse Geräte wie den Ebook-Reader verzichten können, ohne uns zu sehr einschränken zu müssen, damit der Natur nicht noch mehr Lasten aufgeladen werden.

*getestet wurde der Ebook-Reader „Kindle“ von Amazon

Quellen:

Cleantech Group
http://cleantech.com/news/4867/cleantech-group-finds-positive-envi

FAZ
http://www.faz.net/s/Rub68A2FB838B0C423DB5734236A5FFC821/Doc~E9574FE652FEC4FB299DB66BC270DFADF~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Welt Online
http://www.welt.de/wirtschaft/article1494571/Seltene_Metalle_fuer_Handys_werden_knapp.html

Spiegel Online
http://www.spiegel.de/netzwelt/mobil/0,1518,549781,00.html
 

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Kommentare (19)
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16.05.2011
gelöschter User hat geschrieben:
So oder so sollte man alternativ denken. Für die Arbeit kann ich es mir durchaus praktisch vorstellen. Und wenn ich an meine 10 kg schweren Uni-Bücher denk - puh. Sonst: Bibliotheken, booksharing und give and take - ist besonders toll, wenn man auf Reisen ist. Man kann auf alles möglichen Sprachen lesen, freut sich, wenn mal etwas in der eigenen Muttersprache dabei ist und wer weiß, vielleicht findet man sein eigenes, einmal in einem anderen Land eingetauschtes Buch plötzlich ganz woanders wieder
17.11.2010
SirLovealot hat geschrieben:
manchmal nicht ganz, Naturtier. Der Kindle der 3. Generation hat eine Akkulaufzeit von etwa 3 Wochen. Also trifft "selten" wohl eher. (:
16.11.2010
Naturtier hat geschrieben:
Bei meinen Büchern wird auch nie der Akku leer, ist bei nem E-Book wohl schon manchmal der Fall, oder? ;D
22.10.2010
heikoko hat geschrieben:
Hier noch eine kleine Ergänzung zu meinem Artikel - dabei geht es um die besagten seltenen Metalle, die zur Herstellung von Monitoren und kleinster Elektronik benötigt werden:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,724405,00.html
18.10.2010
Philipp hat geschrieben:
Ich lese selber lieber aus Büchern
Das tolle an Büchern ist das zur Zeit immer mehr Bücher das FSC-Mix Siegel haben
18.10.2010
FelicitasVulkanisiert hat geschrieben:
Interessanter Bericht:)
Bücher gehören für mich zu den wertvollsten Dingen,die man besitzen kann, allerdings bin ich noch nicht ganz von der Ökobilanz überzeugt, denn für Bücher wird auch z.B. häufig Tropenholz verwendet, soweit ich weiß und dies zerstört schließlich auch massiv die Natur. Für viele Menschen sind die e-books eine gute Möglichkeit und auf längeren Reisen ist durchaus praktisch und wird für meinen Computer nicht auch Tantal benötigt? Und wieder kann ich im Kopf ein weiteres ökologisches Problem hinzufügen-Tantal!
17.10.2010
MonaR hat geschrieben:
Guter Bericht! ;)
Also ich finde diese E-Books einfach unnötig! Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein elektronisches Gerät umweltfreundlicher als ein Buch sein soll. Außerdem bin ich auch ein Mensch, der lieber ein richtiges Buch in der Hand hält, als so ein elektronisches Ding! :)
17.10.2010
Lolo hat geschrieben:
Eine gute Frage...ich bin aber auch eher die, die das Buch lieber in der Hand hält...ich leihe mir viele Bücher aus und schenke sie weiter, wir haben im Ort so eine Büchertelefonzelle. Das ist supergut, denn so werden Bücher nicht weggeworfen, sondern bekommen noch eine Chance!
@Ini: ich stimm dir voll und ganz zu!
17.10.2010
Taki hat geschrieben:
Ich finde das Klassische Buch auch viel sinnvoller. Um noch mehr die Umwelt zu schonen leihe Ich mir die Bücher die ich in meiner Freizeit lese von Bookcrossing.com Hat den Vorteil das ein Buch von Vielen Leuten gelesen wird. Somit wird die Umwelt geschont. Wenn viele Leute ein Buch lesen werden weniger Bäume gefällt das spart jede menge CO2. Kosten werden auch gespart da Bookcrossing.com kostenlost ist. Auf der Arbeit nutze ich aber immer für meine Fachliteratur ein E-book Reader da mir das schleppen merer Dicke Bücher ab 40mm Buchrücken Dicke einfach zu schwer ist. Mache ich mal Urlaub hole ich mir ein Buch von Bookcrossing.com Somit brauche ich keine Bücher mit zum Urlaubsort mitnehmen. Das Spart bei mir gewicht und Platz im Koffer. Kostensparend ist es dazu auch noch, da man sich ja nicht jedes Buch kaufen muß. Somit tue ich was zum Umweltschutz ohne verlust an Lebensqualität. Ich bin begeistertes Mitglied bei bookcrossing.com
16.10.2010
Marielle hat geschrieben:
ich mag e-books auch nicht. das gefühl ein buch in der hand zu halten ist einfach besser. allein der geruch, wenn man ein neues buch aufschlägt, die tinte - herrlich! =) ausserdem finde ich es total schön, wenn man bücheregale voll stehen hat mit büchern. in unserem wohnzimmer haben wir 4 stück jeweils 2 1/2 meter hoch. das ist so geil wie in einer kleinen bibliothek. wir haben ein smart-pad (ähnlich wie ein ipad), auf dem man auch e-books legen kann und darauf auch zwei bücher. aber es ist total doof zu lesen. manchmal scrollt die seite von alleine weiter, oder man blättert statt nur eine seite gleich drei nach vorne. Das einzigste was ich mit dem ding lese sind leseproben von büchern.
klar ist es auf reisen und so bestimmt angenehmer mit nem e-book reader oder mit nem Ipad, smartpad (nenne man es wie man wolle^^) bücher zu lesen, da man eben nicht 5 stück mit sich rumschleppt. ersetzen kann ein e-book ein echtes buch aber nicht. ich denke es ist eher eine art erweiterung zu dem klassischen buch.

@Anne: ich denke das kommt noch dazu, da man ja die ganze zeit in helles licht schaut. das ist beim klassischen buch natürlich nicht so.
13.10.2010
midori hat geschrieben:
Ich bin bei dem Thema EbookReader total zwiegespalten. Das passiert mir selten! *G* Ich habe davon erfahren, weil mein Freund als Technikfreak davon geschwärmt hat. Es hat eben alles seine Vor- und Nachteile.

Ich habe es zwar noch nie ausprobiert, aber ich denke, mein Lesecomfort würde stark darunter leiden, wenn ich keine echten Seiten umblättern könnte. Ständig auf diesen Bildschirm zu starren ist eben nicht das gleiche. Dass der EbookReader kein Papier verbraucht finde ich gut, aber wenn man wieder andere Seiten betrachtet, weiß ich nicht, wie das Verhältnis sich nun auswirkt. Das einzige, was mich absolut begeistern würde, ist das Gewicht. Das würde ich mir manchmal wünschen, wenn ich 10 Bücher aus der Bibliothek heimschleppe und mir fast der Arm abfällt vor Schmerzen.. :D
09.10.2010
SirLovealot hat geschrieben:
Ich lese fast nur noch E-Books, außer wenn mir ein Krishna-Typ ein Buch gibt. Aus dem einfachen Grund des Platzes. Zu Hause habe ich einen extra Raum für meine Bücher gebraucht, nun habe ich eine 2,5" Festplatte und meinen Kindle. Ist beim Reisen dann auch um einiges angenehmer, da ich etwa 876543 Tonnen Gewicht spare. Denn auf einer längeren Reise kommt man mit einem Buch nunmal nicht weit!
Und ich fühle mich um einiges wohler mit ein paar Gramm Tantal in meinem Kindle als mit hunderttausenden oder gar millionen Seiten Papier.
08.10.2010
LaLoba hat geschrieben:
Das Ganze ist doch ein Teufelskreislauf! Dann doch lieber richtige Buecher mit FSC-Siegel!
08.10.2010
sternchen1 hat geschrieben:
also so schlecht wie ihr sie macht, sind die ebooks nicht. ich war am anfang auch stark dagegen eingestellt, aber meine mutter ist ein großer fan davon und deshalb haben wir auch einen ebook reader zuhause. ich muss zugeben, man kann sich damit auch gemütlich auf die couch legen und problemlos entspannen. außerdem haben sie den vorteil, das man bei einigen ein wörterbuch installieren kann und somit fremdsprachige bücher wirklich besser lesen kann. der hauptvorteil ist aber meiner meinung nach, dass man einfach ziemlich viel platz spart, wenn man bücher nur noch als datei hat.
recycling papier in büchern ist natürlich auch eine gute idee, aber warum nicht beides?
08.10.2010
Morgan hat geschrieben:
E-Books?Nee,ich verzichte.Echte Bücher sind besser.
08.10.2010
lolfs hat geschrieben:
Ich habe noch nie so ein E-Book-Reader genutzt. Interessieren würde es mich schon, aber dann sitzt man eben wieder vor einem Monitor.
08.10.2010
annelie hat geschrieben:
nichts geht doch über ein normales(!) buch, mit dem man es sich auf der couch gemütlich machen und die seiten noch umblätten kann. :)
ich finde mit einem e-book ist es nicht mehr das gleiche. außerdem pumpen autos täglich so viel CO2 in unsere umwelt, dass die senkung durch die e-books keinen großen unterschied mach würden.
08.10.2010
Cata hat geschrieben:
Hey,
ich finde auch so, dass die E-Books einem irgentwie das Gefühl wegnehmen ein tolles Buch in der Hand zu haben, was einen in eine Welt versetzt, und vielleicht (je nachdem wie alt es ist) auch ein bisschen seine eigene geschichte erzählt. diese super alten wervollen bücher würde es dann nichtmehr geben!
08.10.2010
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Ich halte von Ebooks gar nichts. Selbst wenn es angeblich weniger Co2 produziert ... Papier kann schnell verrotten, aber Elektromüll braucht Jahrtausende, bis er abgebaut ist. Außerdem würde es mir keinen Spaß machen, es mir zum Lesen irgendwo mit einem technischen Gerät bequem zu machen...
Man sollte einfach dafür werben, dass die Verlage Recyclingpapier benutzen, anstatt irgendwelches "hochwertiges" Papier, für das extra Bäume gefällt wurden.
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