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Wie weit hat Deutschland den Schalter schon auf erneuerbare Energien umgelegt?


von Timm
09.03.2011
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Erneuerbare Energien sind unbestreitbar auf dem Vormarsch. Die deutsche Regierung hat sich für das Jahr 2050 zum Ziel gesetzt, 80 Prozent des deutschen Stroms mittels erneuerbare Energien zu produzieren. Doch wie weit ist Deutschland auf dem Weg zum Klima-Musterland, in dem hauptsächlich Ökostrom aus den Steckdosen kommt?

Die Antwort hängt davon ab, ob man aus der Vergangenheit oder aus der Zukunft auf die aktuelle Entwicklung blickt. Es ist gar nicht lange her, da lag der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Stromverbrauch in Deutschland bei 4,7 Prozent. Das war 1998. Zwölf Jahre später - also 2010 - waren es schon 17,4 Prozent. Eine rasante Entwicklung, die Deutschland - und der Welt - in vielerlei Hinsicht gut tut.

2009 wurden so 110 Mio. Tonnen CO2 vermieden. Das sind mehr als 10 Prozent des jährlichen Ausstoßes an Treibhausgasen der Bundesrepublik Deutschland. Mehr als 340.000 Menschen arbeiteten 2009 in der Branche der erneuerbaren Energien. Im selben Jahr sparte Deutschland durch den vermiedenen Import von fossilen Energieträgern wie Kohle und Gas einen Betrag von 7,1 Milliarden Euro.

Aus der imaginären Perspektive eines Betrachters in der Zukunft, bietet sich ein etwas anderes Bild des Jahres 2011. Um die verheerenden Folgen des Klimawandels für Mensch und Natur in erträglichen Grenzen zu halten, müssen alle Industrienationen wie zum Beispiel Deutschland ihren Ausstoß an Treibhausgasen bis 2050 auf fast Null senken. Die WWF Studie "Modell Deutschland - Klimaschutz bis 2050. Vom Ziel her denken“ zeigt, dass dies technisch möglich und wirtschaftlich bezahlbar ist. Eine der wichtigsten Maßnahmen dafür lautet: Bis 2050 muss unsere Stromversorgung zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umgestellt werden.

So gesehen liegt vor uns noch ein sehr weiter Weg. Denn noch immer stammen knapp 80 Prozent des Stroms aus klimaschädlichen Kohlekraftwerken und unflexiblen Kernkraftwerken. Leider arbeiten die großen Energieversorger nicht mit Hochdruck an einer Änderung dieser Verhältnisse. Die Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken bietet EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall einen guten Grund, weniger in erneuerbare Energien zu investieren oder diese Investitionen zu verschieben. Mit den abgeschriebenen Kernkraftwerken verdienen sie schließlich deutlich mehr Geld.

Umso wichtiger, dass die Verbraucher Politik und Wirtschaft nicht nur in Umfragen zeigen, dass ihnen Klima und Umwelt am Herzen liegen. Mit dem Wechsel zu einem vom WWF empfohlenen Ökostrom-Anbieter kann jeder etwas dafür tun, dass mehr Windkraft- oder Solaranlagen gebaut und somit fossile Kraftwerke vom Markt gedrängt werden. Also - wechsel jetzt oder überzeug deine Familie und Freunde vom Wechsel!
 

Quellen: BMU – Erneuerbare Energien in Zahlen, Agentur für Erneuerbare Energien, Bundesverband Erneuerbare Energien

Mit diesem Artikel starten wir eine Serie zum Thema Ökostrom. Jede Woche findet ihr auf wwf-jugend.de bis zum Ende unserer Earth Hour Kampagne am 18. April einen neuen Beitrag. Thema in der nächsten Woche: Warum eigentlich beziehen in Deutschland noch so wenig Menschen Ökostrom?

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Kommentare (3)
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27.03.2011
Jolly hat geschrieben:
Es bringt mich zum Schmunzeln, wenn ich mit gutem Gewissen sagen kann: Hey, wir gehören schon zu den Ökostrom-nutzern :)
11.03.2011
gelöschter User hat geschrieben:
ich hab meine eltern auch fast so weit zu wechseln(=
retten wir die welt!!
10.03.2011
Philip89 hat geschrieben:
Netter Artikel, schade nur, dass es bisher trotzdem noch unter 20 % an EE sind :-(
Hoffen wir, dass sich das schnell ändert und vom Staat zusätzliche Fördergelder bereitgestellt werden um den Anteil an erneuerbaren Energien deutlich zu erhöhen!
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