Ist das Licht aus?


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© WWF
Was für ein Wirbel!


von Franzi
25.04.2013
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Back to the roots! Zurück zu den Anfängen! Denn die Idee von der ich spreche, ist keinesfalls neu, sie wurde nur wieder entdeckt. Sie klingt simpel und man ist trotzdem skeptisch, ob es klappen kann. Denn, ist es wirklich möglich, aus Wasserwirbeln Strom zu gewinnen?!

Der Techniker Franz Zotlöterer aus Österreich hat ein kleines Kraftwerk entwickelt, was das möglich macht. Das Prinzip ist relativ einfach, denn im Grunde funktioniert es wie in einer Badewanne: Der Fluss wird in eine große Betonschale geleitet, welche am Boden ein Loch hat. Durch dieses fließt das Wasser nun langsam ab, sodass ein Wirbel entsteht. Die Drehung des Wassers treibt nun einen großen Rotor an, welcher mit einem Generator verbunden ist, der elektrische Energie produziert.

Im kleinen Ort Schöftland entstand das erste Kraftwerk dieser Art in der Schweiz.
Der Fluss, die Suhre, wurde zweigeteilt, wobei ein Teil über eine Fischtreppe abfließt und der Rest in den Bottich geleitet wird.
Da sich der Rotor nur sehr langsam mit ca. 20 Umdrehungen pro Minute dreht, können Fische auch problemlos durch den Wirbel durchschwimmen, ohne sich zu verletzen oder gar getötet zu werden, wie es bei den herkömmlichen Flussschwellen der Fall ist. An den Böschungen wachsen Weiden mit ihren weit überhängenden Ästen und schützen den Boden vor Erosion und seltene Arten wie die Geburtshelferkröten, Steinkrebse und Eisvögel haben sich wieder angesiedelt. Somit ist das Wirbelkraftwerk in Schöftland auch zu einem kleinen Biotop geworden.
Die Befürworter sehen in den Kraftwerken die perfekte Vereinigung von Renaturierung und Stromgewinnung.

Doch es gibt auch skeptische Stimmen, unter anderem von Thomas Ammann vom WWF. Er findet die Technologie zwar im Grunde sympathisch, oft stehe sie aber einer wirklichen Renaturierung der Flussgebiete im Weg. „Und betrachtet man nur die Standorte, die aus ökologischer Sicht unproblematisch sind, bleibt das Potenzial sehr klein“, sagt er.
Tatsächlich ist der Wirkungsgrad der Minikraftwerke bis jetzt sehr klein, nach einigen Nachbesserungen liegt er in Schöftland nun bei 42%. Ein neuer Rotor soll bald helfen, das zumindest auf 50% anzuheben. Momentan produziert es ca. 100.000 Kilowattstunden im Jahr, das reicht für ca. 25 Haushalte. Vergleichbare kleine Kraftwerke mit herkömmlichen Turbinen können dagegen einige tausend Familien versorgen.
Auch dass die Fische das Kraftwerk ungehindert passieren könnten, sei bis jetzt noch nicht belegt.

Heidi Zumstein und ihr Partner Andreas Steinmann, die Betreiber des Schweizer Kraftwerks, haben jedoch noch nie einen toten Fisch an ihrer Anlage gefunden. Auch die scheinbare Ineffizienz stört sie nicht.
„Wasserwirbelkraftwerke sollen besonders naturverträglich sein und nicht besonders effizient, das ist doch ihr Witz“, sagt auch ihr Erfinder, Franz Zotlöterer.
Und die Idee gewinnt immer mehr Fans! Im Februar gingen die ersten Anlagen dieser Art in Chile und Thailand ans Netz, Japan ist schon fleißig an der Planung von gleich 40 Wasserwirbelkraftwerken.

Unterm Strich muss man wohl sagen, dass die kleinen Kraftwerke nicht für die Produktion von unglaublich viel Strom geeignet sind. Dazu müssten sie erst noch weiterentwickelt und ihr Wirkungsrad deutlich erhöht werden. Aber ob sie dann noch sie naturverträglich wären? Sehr fraglich. Die Idee ist aber allemal gut und besser klein als gar nicht, oder?

 

Quelle:

DIE ZEIT N° 15, 4. April 2013, S. 36

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Kommentare (6)
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19.06.2013
Monamona hat geschrieben:
Tolle Idee!
19.06.2013
Monamona hat geschrieben:
Tolle Idee!
09.06.2013
AnnaGreen hat geschrieben:
sehr interessant! weißt du wie viel es ungefähr kostet so eine anlage zu bauen? ich finde diese art der stromerzeugung könnte sich gut für kleinere dörfer in flussnähe in entwicklungsländern eignen.. vorrausgesetzt die kosten sind nicht so hoch, dass der bau unrealistisch wird..
09.06.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
27.04.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Ach, der Wirkungsgrad ist für ein Elektrizitätskraftwerk doch eigentlich ganz gut ... im Vergleich zu gängigen zumindest.
Ich halte die Idee dennoch für ziemlichen Käse, weil der Einbau einer solchen Badewanne in einen Fluss einen ziemlich großen Eingriff darstellt und ohnehin nur an ganz bestimmten Stellen möglich ist. Beispielsweise wird sehr viel Wasser benötigt, um einen Strudel zu erzeugen, der ausreicht, um eine Turbine anzutreiben.
Für die Fische mal ein Vergleich: Windräder drehen sich mit 5-20 Umdrehungen pro Minute - und da regen sich alle über die vielen toten Vögel und Fledermäuse auf ...
25.04.2013
Helen1698 hat geschrieben:
Interessante Idee! Nur ob das bei so kleinem Wirkungsgrad dann so sinnvoll ist, ist wirklich fraglich. Und bei "Der Fluss wird in eine große Betonschale geleitet" mach ich mir auch ein bisschen Gedanken...
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