Um die 100 Millionen Handys sind derzeit in Gebrauch. Das würde bedeuten, dass ca. 22 % der Deutschen zwei Handys parallel nutzen.
Sagt mal ehrlich: Wie viele Handys besitzt ihr eigentlich? Der Markt steht nie still, ständig werden noch modernere Geräte angeboten mit noch mehr neuen und besseren Funktionen. Und der nach Neuem strebende Verbraucher greift regelmäßig zu. Alle zwei Jahre bekommen Vertragskunden umsonst ein neues Handy. Und das alte? Wird vorsichtshalber mal aufgehoben als Ersatz, falls das neue mal nicht funktionieren sollte. Das hat man sich bei den vorhergehenden auch schon gedacht und so wandert es zu den fünf weiteren alten Handys in die Tiefen der Schränke. In ganz Deutschland sind das ca. 83 Millionen alter Geräte, die nur noch als Staubfänger dienen.
Muss das sein? Diese Frage haben sich die Grünen auch gestellt und kamen auf die Idee einen Pfand für mobile Telefone einzuführen. 10 Euro pro Handy. Sicherlich erhöht das den Anreiz für die Verbraucher, die Handys zum Recycling wieder zurück zu bringen. 80 % der Materialien im Handy können wiederverwendet werden und es steckt ein kleines Vermögen darin. Pro Jahr benötigen die Handyproduzenten weltweit 400 Tonnen Silber, 38 Tonnen Gold und 14 Tonnen Palladium. Das entspricht bei 41 Mobiltelefonen so viel Gold wie eine Tonne Erz. Dieser Schatz muss gehoben werden., sagt die umweltpolitische Sprecherin der Grünen Dorothea Steiner. Wichtige Metalle wie Lithium, Gallium oder Seltenerdmetalle werden zunehmend knapp, sodass es unverantwortlich wäre, sie wegzuwerfen.
Der Pfandzwang ist jedoch stark umstritten. Während kommentierfreudige User über die Grünen herziehen und die Idee als lächerlich bezeichnen, hat der IT-Branchenverband Bitkom ein konstruktives Argument. Viele karitative Organisationen profitieren von Spenden, die sich aus den eingesendeten Handys ergeben. Es handelt sich um Millionenbeträge, die Umweltorganisationen, soziale Einrichtungen oder weiteren Hilfsprojekten somit verloren gehen würden.
Zudem kommt noch der immense bürokratische Aufwand, der erforderlich ist, weil Handys erst nach 3-4 Jahren oder sogar noch später ausrangiert werden. Der Verwaltungsaufwand steigt bis ins unermessliche und ob das noch unter umweltfreundlich zu verstehen ist, stellt sich als äußerst fraglich heraus. Dazu kommt noch, dass ein Pfand ab sofort die 83 Millionen bisherigen alten Handys auch nicht zurück bringen wird. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder befürchtet außerdem, dass 10,00 Euro für viele Handysammlern nicht motivierend genug seien, um dafür den Weg in den Handyshop anzutreten. Den bequemen Verbraucher sollte umweltbewusstes Handeln so angenehm wie möglich gemacht werden. Bei der Idee des Pfandpflicht stehen Aufwand-Nutzen also nicht auf einer Ebene.
Auf der anderen Seite dümpeln nach wie vor noch millionen Handys in deutschen Haushalten vor sich hin. Bisher wurden sie also auch durch das kostenlose Einsendeverfahren von verschiedenen Unternehmen nicht zurück geführt. Viele Handys landen trotzdem im Müll und werden an Entwicklungsländern verkauft nicht immer haben gemeinnützige Organisationen also etwas vom Einsendesystem und somit gehen Deutschland hochgeschätzte Rohstoffe verloren.
Zwei verschiedene Meinungen mit jeweils guten Argumenten. Ende April werden wir sehen, wie der Umweltausschuss entschieden hat. Läuft der Handypfand gut an, soll das Pfandsystem noch mit folgenden Elektrogeräten wie Notebooks oder Spiele-Konsolen erweitert werden. CDU, CSU und FDP sind gegen eine Konzentration auf Recycling und setzten sich schon Oktober 2011 durch.
Handypfand ja oder nein? Ein guter Ansatz, aber doch nicht die ökologischste und ökonomischste Idee? Was meint ihr? Was gibt es noch für Alternativen? Wie wäre es mit der orangenen Wertstofftonne, die den Berlinern bereits zur Verfügung steht? Und die Wertstoffhöfe gibt es ja auch noch.
Eure Meinung ist gefragt. Diskutiert mit!
Quellen:
http://süddeutsche.de/wirtschaft/recycling-von-elektronik-gruene-fordern-zehn-euro-pfand-auf-handys-1.1303438
http://silicon.de/technologie/hardware/0,39044013,41562911,00/bitkom_gegen_pfand_auf_handys.html
http://www.flickr.com/photos/jm999uk/182318534/ (Bild bearbeitet)
















Vielleicht sollte man Handypfand nicht festsetzen, denn manche Handys sind bestimmt weniger wert, als 10 Euro, besonders wenn sie schon ein paar Jahre, irgendwo rumgelegen haben.
Ansonsten finde ich Pfand fürs Handy eine gute Idee. :-)
Somit bin ich FÜR ein Pfand auf verwertbare Elektroartikel.
Denn man bekommt beim Pfand ja sein Geld zurück ;)
@Urmeli: Nein, eben nicht. Das ist ja das Problem. Wenn das Pfand-System eingeführt wird, betrifft das nur die Geräte, die am diesem Zeitpunkt verkauft werden. Das meine ich in Absatz fünf. Ein Sammelbehältnis in Einkaufszentren fände ich eine super Sache! Das ist noch besser, als die Wertstofftonnen für jeden Haushalt bzw. jede Straße, weil die Plaste-Tonnen ja auch Produktionskosten verursachen und Ressourchen verschwenden. Einkaufen geht jeder. Wenn in jedem zweiten Center so eine größere Tonne stehen würden, wäre das richtig sinnvoll!
@Jutta: Erkunde dich am besten mal bei deinen nahe gelegensten Handyshop, ob du vor Ort das Handy abgeben kannst oder ob der Laden diese Tüten hat. Wie gesagt: Telekom ist hier dauerhaft engagiert. Da kannst du kostenlos die Einsendetüten bestellen. http://handy.t-online.de/handy-ruecknahme-mehr-alte-handys-in-deutschland-als-einwohner/id_48312084/index
Die Umschläge kannst du dir z.B. in Fillialen abholen oder kostenlos zuschicken lassen. Oder du packst bei 7 Handys einfach ein Päckchen und schickst es ohne Schwierigkeiten ab. So viel kostet ein Päckchen-Versand gar nicht - auf jeden Fall seit ihr die alten Dinger dann los. :)
Natürlich kannst du auch versuchen sie zu verkaufen. Wenn sie nicht zu alt sind, stell sie doch einfach mal bei ebay rein. Den Rest schickste dann an die Telekom.
Der Text ist auch noch ganz interessant - grade erst gefunden: http://handy.t-online.de/handy-ruecknahme-mehr-alte-handys-in-deutschland-als-einwohner/id_48312084/index
Vielleicht könnten wir ja hier mal so eine Aktion starten???? Man müsste halt einen Sponsor finden, der für jedes Handy einen gewissen Betrag für ein WWF-Projekt spendet. Irgendein Handyhersteller oder so..
Problematisch würde es mit der Ausführung dann werden, wer geklärt werden müsste, ob das auch für die alten Handy gilt, oder erst ab einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft.
Für die alten Handys, die jetzt in Schubladen verrotten wurde noch kein Pfand gezahlt. Bekommt man trotzdem welchen zurück? Wenn nicht, würde ja keiner sein Handy zurückbringen. Wenn ja würden die Firmen pleite gehen.
Rückgabeaktionen oder -möglichkeiten müssten in meinen Augen viel mehr beworben werden. Oft bekommen die Leute es gar nicht, dass und wo man die alten Handys abgegeben kann.
Sammbelhälter in Einkaufscentren, Innenstädten etc. wären auch eine gute Lösung.
http://www.wwf-jugend.de/leben/energie-sparen/handyschrott--ressourcenverschwendung;3717
Durch die Wiederverwertung von Handys würden die afrikanischen Wälder geschohnt werden.