Ist das Licht aus?


Good bye


stand-by.


© WWF
Styropor - Mit Pilzen gegen den Umweltkiller?


von Maide
27.01.2011
10
0
54 P

Styropor ist überall um uns herum! 25 Prozent der Mülldeponien bestehen aus Styropor. Um einen Würfel Styropor herzustellen, beispielsweise als Verpackung, benötigt man 1,5 Liter Benzin, die man nach kurzer Zeit einfach wegschmeißt. 1,5 Liter Benzin landen also praktisch im Müll.

Nun könnte aber diesem Feind der Umwelt endlich Einhalt geboten werden. Und zwar - Achtung! - durch Pilze, einer natürlichen Recyclinganlage der Erde. Die Zellen des Pilzes, die unter der Erde sind, haben nämlich dieselbe Beschaffenheit wie synthetische Stoffe wie Styropor oder Plastik.

Myzel ist die Antwort auf das Styroporproblem. Myzel sind die weißen fadenförmigen Zellen der Pilze, die dieselben Eigenschaften wie Styropor aufweisen: Sie sind feuerfest, wasserfest, dunstabweisend und wirken isolierend, bestehen aber nicht aus Benzin, sondern wachsen in unseren Wäldern.

Und wie soll Myzel Styropor ersetzen? Ganz einfach: Der Pilz kommt in eine 'Form', etwa eine Zylinderform, um beispielsweise einen Myzel-Kaffebecher herzustellen. Es kann aber auch jede erdenkliche andere Form produziert werden. Noch ein bisschen Nahrung für den Pilz, zum Beispiel welke Blätter, und nach fünf Tagen hat man einen Natur-Kaffebecher, der zu 100 Prozent biologisch abbaubar ist!

Der Vorteil des 'Myzel-Styropors' ist enorm. Man kann ihn nämlich überall auf der Welt züchten. In einer großen Fabrikhalle oder selber zu Hause, in Deutschland oder in den abgelegensten Orten der Welt. Außerdem bleibt am Ende nicht Müll übrig, sondern Kompost. Darüber hinaus ist es um einiges kostengünstiger, da man keine teuren und seltenen Rohstoffe braucht und dieser Styroporersatz nicht hergestellt werden muss, sondern sich selber herstellt. Und: Du könntest 'Myzel-Styropor' nach dem Gebrauch sogar essen! Es schmeckt nur etwas bitter…

Styropor ist überall. Sogar in uns. Nicht nur Verpackungen, sondern auch Schaufensterpuppen, Burgerschachteln, Surfboards und vieles mehr bestehen aus Styropor. Und der kann tausende von Jahren verweilen, ohne seine krebserregenden Stoffe zu verlieren. Wird er nicht vernünftig entsorgt, kann er sogar seinen Weg über den Ozean in unsere Atemluft, und demnach auch in uns, finden. Deshalb ist es wichtig, für eine grünere Zukunft auf solche Materialien zu verzichten.

Und deshalb wäre das ‚Myzel-Styropor‘ die angemessene und umweltfreundliche Alternative zu dem weißen Gift. Eine kleine amerikanische Firma namens 'ecovative design' forscht seit einiger Zeit an dieser Alternative und versorgt sogar einige Möbelhersteller mit ihrem Styroporersatz. Für mehr Infos: www.ecovativedesign.com

Bild: Michael Hamburg 69 / flickr

Weiterempfehlen

Kommentare (10)
Um einen Kommentar zu schreiben einfach registrieren oder einloggen.
Sortieren nach Aktualität:
18.11.2011
KatharinaM hat geschrieben:
Geniale Sache ! (: Weißt du eventuell, wo man die Pilze kaufen kann, sodass man sie zu Hause selber 'groß zieht'?
06.02.2011
UnsereGeneration hat geschrieben:
Wäre echt ne tolle Sache.
Fände ich echt super cool, wenn das bald alles aus Pilz statt aus Styropor wäre.
Vor allem finde ich toll, dass er sich selbst herstellt, ohne den Verbrauch von Benzin oder Energie.

Unsere Generation
29.01.2011
Stoffie hat geschrieben:
das ist ja total cool! :)
danke für den bericht maide!
29.01.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Finde ich total faszinierend. MarcelB hat recht: Es gibt schon alles in der Natur, was wir brauchen. Wenn die Menschen das doch endlich begreifen würden ^^
28.01.2011
MarcelB hat geschrieben:
da merkt man wieder, dass sich der Mensch alles nur aus der Natur abguckt. Wenn er mal was selber macht, geht's schief, in dem Fall Styropor. Gott sei Dank aber, hilft die Natur.
Lang leben Pilze! :D
28.01.2011
midori hat geschrieben:
Supergeil! Hoffentlich wird das bald der Renner! :D Aber kleine Nebenfrage.. kann man das dann mehrmals benutzen? Oder ist das quasi nur Einweg?
28.01.2011
Janine hat geschrieben:
Coolio! Ich stelle mir aber die gleiche Frage wie Nivis. Warum gibt es denn das Pilzstyropor nicht längst auch hier? Wenn es so günstig in der Produktion ist, dann sollte es doch möglich sein umzusteigen? Oder liegt es daran, dass die Technik noch relativ neu ist? Ich hatte neulich auch ziemlich viel Mycel in einem Topf mit Spaghetti, der einen Tag lang in der Küche stand - sah aus wie Zuckerwatte, als ich es weggeworfen habe ;o)
28.01.2011
JohannesB hat geschrieben:
Hört sich vielversprechend an. Vielleicht wird das ja in Zukunft tatsächlich das herkömmliche Styropor ersetzen.
Auch wenn ich jetzt nicht unbedingt scharf drauf bin, dieses Myzel-Styropor zu essen ;)
28.01.2011
Nivis hat geschrieben:
Klingt echt hochinteressant....aber warum ist man denn nicht längst schon auf die Alternative umgestiegen? Noch nicht genung erforscht???
28.01.2011
lolfs hat geschrieben:
Echt interessant!
Login
E-Mail


Passwort


Kostenlos registrieren
Mitglied werden
Könnte dir auch gefallen
Handy aus
  Kurzer Hinweis vorab: Das ist mein erster Bericht. :-)   Ich saß gera... weiter lesen
Die WWF Jugend gegen den Abfallwahnsinn – Restlos glücklich
Die WWF Jugend gegen den Ab...
Meist denken wir beim Abfallwahnsinn an Plastik, unnötig gestaltete Verpackungen von Leben... weiter lesen
Deine Ansprechpartner
Marcel
Marcel Gluschak
WWF Jugend Community Manager
zum Profil
Luise
Luise Neßler
WWF Jugend Community Moderatorin
zum Profil
MarcelB
Marcel Brüssow
WWF Jugend Redaktion
zum Profil
Ronja96
Ronja Post
WWF Jugend Aktionsteamer
zum Profil
HannahFee
Hannah Fesseler
hilft dir bei technischen Fragen
zum Profil
AndreaRentschler
Andrea Rentschler
hilft dir bei Fragen zur WWF Jugend Mitgliedschaft
zum Profil
NicoleB
Nicole Barth
hilft dir bei Fragen rund um die WWF Jugend Camps
zum Profil