Ist das Licht aus?


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stand-by.


© WWF
ReCYCLING Power


von SimonL
11.07.2013
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Will man unterwegs elektrische Energie erzeugen, hat man eigentlich eine Fülle an Möglichkeiten: Man kann sich mit einem Solarpanel in die Sonne setzen oder den Nabendynamo vom Fahrrad mit einem passenden Adapter ausstatten. Bislang sind diese Lösungen leider teils sehr kostspielig und verbrauchen neue Ressourcen. Zusammen mit einem Freund habe ich daher zwei einfache Lösungen gebaut.

Bei dem ersten Gerät handelt es sich um eine Konstruktion, die die Spannung vom Nabendynamo von üblichen 5 Volt auf 110 bis 240 Volt hochtransformiert. Wir haben dazu den Transformator aus einem alten Radio ausgebaut, der normalerweise dafür sorgt, dass die Bauteile im Radio mit niedrigerer Spannung versorgt werden, anstatt mit der aus der Steckdose. Diesen Transformator haben wir umgekehrt an den Stecker vom Nabendynamo gelötet. An die andere Seite kam eine Mehrfachsteckdose, an welcher wiederum ein Messgerät und ein Radio mit einem weiteren Transformator, der schwankende Spannungen zwischen 110 und 230 Volt verarbeiten kann. Das alles haben wir dann an einem Fahrrad befestigt, mit dem Nabendynamo verbunden und sind losgefahren. Durch das Messgerät am Lenker hatten wir Geschwindigkeit und Spannung stets im Blick. Und das Beste: Das Radio lief! Und zwar ziemlich laut! Bei Geschwindigkeiten zwischen 20 und 25km/h konnte man es einschalten, wurde man kurzzeitig langsamer, haben die Kondensatoren im Radio und die Transformatoren diese Lücke aufgefangen. Theoretisch könnte man also jeden beliebigen Kleinverbraucher einfach an die Mehrfachsteckdose anschließen.

Die zweite Recycling-Idee basiert zu Teilen auf der ersten. Diesmal fertigten wir Rotorblätter aus Bastelholz in einer vorher entwickelten Form, die man ohne Werkzeug oder Klebstoff fest zwischen die Speichen klemmen kann. Sie halten so gut, dass sie selbst bei böigem Wind nicht verrutschen. Trotzdem kann man sie leicht ein- und ausbauen. Nachdem also alle Rotorblätter ausgesägt und eingebaut waren, war der größte Teil der Arbeit schon getan. Wir haben danach bloß noch das Rad an eine alte Gabel montiert und diese mit einer provisorischen Stütze verbunden.

Anschließend ging es mit Windrad, Messgerät und der Aparatur von dem Fahrradexperiment nach draußen auf ein kleines Häuschen. Mit dem Wind hatten wir Glück; ein Gewitter stand bevor und es gab schon recht kräftige Böen. Spannungen von bis zu 12 Volt haben wir direkt am Nabendynamo gemessen, hinter dem Transformator waren es bis zu 80 Volt. Man könnte mit der Spannung am Nabenymo mit einem geeigneten Ladegerät ein Smartphone oder Tablet-PC laden. Vorausgesetzt der Wind weht beständig. Das finde ich persönlich sehr beeindruckend, da ein solches System in Ländern ohne (beständige) Stromversorgung für den Betrieb kleiner Geräte sorgen kann. Sei es nun für das Licht zum Lesen oder sogar für den Zugang zum Internet, aus recycelten Materialien kann man auf einfache Weise Strom erzeugen.

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Kommentare (12)
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21.07.2013
RichardParker hat geschrieben:
Richtige coole Sache! :D Meinen Respekt so eine Idee muss man erstmal haben!!
16.07.2013
SimonL hat geschrieben:
Wow, vielen Dank für die rege Rückmeldung! :)

Schaltpläne oder Anleitungen haben wir leider nicht erstellt, aber ich könnte euch ein Foto der Schablone schicken... Bei Interesse einfach eine PN an mich. ;) Und zu den elektrischen Bauteilen kann ich euch dann auch noch mehr erzählen.
Kleinere Solarpaneele für iPhone&Co. bietet zum Beispiel "Solargorilla" an. Günstig sind die aber nicht! :D
Theoretisch könntest du natürlich auch dein iPad oder iPhone mit Ladegerät direkt in die Mehrfachsteckdose stecken, die wir an den Transformator gelötet haben. Es ist dann aber extrem wichtig, dass der Ladestrom und die Leistung immer der gleiche ist, denn ansonsten geht der Akku deines Gerätes sehr schnell kaputt! Ich würde in diesem Fall dann entweder vor dem Anschließen einen Fachmann auf deine Konstruktion werfen lassen oder auf ein Gerät von einem vertrauenswürdigen Hersteller zurückgreifen.
Hoffe, das hat euch weitergeholfen! :)
15.07.2013
Niiura hat geschrieben:
Nicht schlecht;) Die Idee zu haben ist das eine, aber die wenigsten setzen es um;D
14.07.2013
Chamaeleonmuetze hat geschrieben:
Richtig genial!! :D
13.07.2013
Morgentau hat geschrieben:
Genial.
Könntest du bitte bitte bitte eine genaue Anleitung zum Nachbauen veröffentlichen?
12.07.2013
Carina hat geschrieben:
Echt beeindruckend. Ich könnte sowas wahrscheinlich nicht mal mit Anleitung nachbauen! :D
11.07.2013
Taki hat geschrieben:
Klasse Idee, bitte veröffntiche mal Schaltpläne von den Sachen. Bitte auch eine Versoin für ein Smartpfon und ein Tablet PC zum Outdoor gebracht. Danke. Wobekommt man günstige Solarpanele.
11.07.2013
Sunlight hat geschrieben:
Wow, echt geniale Ideen bzw. geniale Umsetzung!! ;) Auf den Markt damit ;D
11.07.2013
SimonL hat geschrieben:
:D Manchmal fragt man sich das wirklich, aber in diesem Fall hatten schon andere die Idee. Die Umsetzung ist jedoch so weit ich weiß neu...
Vielen Dank! :)
11.07.2013
LSternus hat geschrieben:
Geniale Ideen eigentlich.
Warum da nicht eher eine drauf gekommen ist?
11.07.2013
Ronja96 hat geschrieben:
Die Idee ist wirklich super. Da sieht man mal, was man mit alten Sachen, die man vielleicht gar nicht mehr verwendet, noch so machen kann =)
11.07.2013
Jonas_Kittel hat geschrieben:
Hallo Simon,

echt eine tolle Idee, die ihr da hattet. Einfach alte Materialien, die schon da sind zu nutzen und sie zu einer Stromquelle umzufunktionieren. Ladegeräte fürs Fahrrad gibts ja schon, da kann man dann bequem das Handy aufladen auch bei geringen Geschwindigkeiten. Die Idee mit den Rotorblättern finde ich auch gut.
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