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Ökostrom - Fragen und Gespräche


von Gallina
01.07.2014
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Schon lange drehen sich einige Debatten und Gespräche in der Politik um das Thema Ökostrom und Ökostromförderung.


Aber was ist eigentlich Ökostrom?

Was ist das EEG? Wad sind EEG-Umlagen?

Und was gibt es da noch zu diskutieren?


Ökostrom bezeichnet eigentlich Strom, der der Umwelt Nutzen birngt.
Dabei stammt der Strom aus Eneuerbaren Energien oder nur zu gewissen Teilen aus hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung auf Erdgasbasis. Die Energie lässt sich dabei optimal ausnutzen und die CO2-Emissionen sind vergleichsweise gering. Doch einen Umweltnutzen hat Ökostrom nur, wenn er Kohle- oder Atomkraftwerke vom Markt verdrängt. Also sollte der Kauf von Ökostrom dazu führen, dass Erneuerbare Energien ausgebaut werden können. Dabei stammt er nur aus regenerativen Kraftwerken, die Umweltkriterien erfüllen – z.B. keine Wingkraftanlagen in Naturschutzgebieten.

Doch der Begriff „Ökostrom“ ist nicht geschützt, so kann jeder Anbieter sein Produkt so nennen.
Es kommt zu Ökostrom, der eigentlich keiner ist, da es „normaler“ Strom ist, der lediglich als Ökostrom gehandelt wird oder Strom ist, der nur teilweise aus Erneuerbaren Energien stammt. Mit dem Gedanken, der Umwelt zu liebe „grünen Strom“ zu kaufen, werden Kunden so häufig ausgenommen, denn sie zahlen höhere Preise.

Es ist wichtig darauf zu achten, ob der Stromanbieter unabhängig oder abhängig von großen Energiekonzernen ist. Unabhängige Ökostromanbieter haben keine Verpflechtungen mit den großen Atom und Kohlenstromkonzernen. Kauft man also ökologischen Strom bei unabhängigen Anbietern trägt man nicht dazu bei, dass solche Unternehmen weiter an Bedeutung gewinnen und man verändert tatsächlich nachhaltig die Verteilung am Strommarkt.

Es ist wichtig zu berücksichtigen, ob konventioneller Strom eventuell zu Ökostrom umettiketiert wurde, aus welchen Erzeugungsarten sich der Strommix des Anbieters zusammen setzt und mit welchen Zertifikaten oder Gütesiegeln das Stromprodukt ausgeezeichnet ist.

Also, wenn ihr noch zuhause wohnt, dann fragt doch mal eure Eltern, ob ihr bereits Ökostrom bezieht oder woher euer Strom kommt und inwiefern man den Stromanbieter vielleicht wechseln könnte.


Ökostrom Zertifizierungen sind z.B.:

Grüner Strom 

 

ok-power 

 

TÜV-Nord

 

TÜV-Süd

 

RECS

 

 Informationen zu den jeweiligen Labels findest du z.B. hier: 

www.oekostrom-anbieter.info/oekostrom-zertifizierung.html

 

 

Einige Menschen haben sich bereits entschieden, von dem Markt Abstand zu nehmen und selbst Strom zu erzeugen, beispielsweise mit Solarmodulen auf dem Dach.

Doch an dieser Stelle ist das EEG anzubringen, das Erneuerbare-Energie-Gesetz. Es trat bereits im April 2000 in Kraft und ist dazu gedacht, klimafreundliche Stromerzeugung zu fördern.


Hier einige Punkte, um den Inhalt verständlicher zu machen:

→ Die Betreiber von Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung erhalten für die Dauer von in der der Regel 20 Jahren einen festen Vergütungssatz pro Kilowattstunde.
→ Dabei richtet sich die Höhe der Einspeisevergütung nach der Art der Stromerzeugung, nach Standorten und nach der Größe der Anlagen.
→ Die Betreiber der Anlagen haben  Anspruch auf unverzüglichen und vorrangigen Anschluss ihrer Anlage an das Stromnetz.


Ursprünglich wurde das EEG entwickelt, um die regenerativen Energien zu förden und Schritt für Schritt zur Marktreife führen.
Mit diesem Gesetz sind in Deutschland relativ stabile Rahmenbedingungen geschaffen worden, die Investitionssicherheit bieten. Somit wurde der Erneuerbare-Energie-Branche ein Fundament für ihre weitere Entwicklung geschaffen.

 

Seit 2000 gab es jedoch Überarbeitungen des Gesetzes und einige Diskussionen zu dem Thema.


Derzeit wieder im Gespräch sind die EEG-Umlagen.

Mit der EEG-Umlage werden die Förderkosten der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien auf die Stromendverbraucher verteilt, also umgelegt. Die EEG-Umlage ist keine Steuer, aber sie ist ein Bestandteil des Strompreises für Endverbraucher. Sie muss von allen Stromkunden gezahlt werden, auch von denen, die keinen Ökostrom beziehen.

Seit 2010 existiert diese Abgabe in aktueller Form.

Hier eine Grafik, die es vielleicht verständlicher macht und auch Zahlen konkret darstellt:

Die Grafik zeigt in der dunkelgrünen Linie die Ist-Werte der Umlage von 2010 bis 2014. Die gestrichelte, hellgrüne Linie spiegelt einen korrigierten Verlauf wider. Wie sich 2013 herausstellte, lag die Prognose 2012 weit unter dem benötigten Wert. Die Umlage hätte im Jahr 2012 schon um 0,67 ct/kWh höher liegen müssen, also bei 4,26 ct/kWh. Entsprechend hätte die Umlage 2013 um 0,67 ct/kWh niedriger bei 4,61 ct/kWh gelegen. Bei den anderen Linien handelt es sich um Prognosen.

 

Seit einigen Tagen gibt es bereits Gespräche zu einer Reform des EEG.
Bisher waren Haushalte und kleine Betriebe, die selbstproduzierten Ökostrom verbrauchen, von der Umlage ausgeschlossen. Doch seit Montag letzter Woche sollen nun auch diese zahlen müssen. Lediglich Kleinsterzeuger wie Ein- oder Zweifamilienhäuser mit Photovoltarikanlagen sind davon ausgenommen. Dabei bleiben auch Betreiber bereits bestehender Anlagen ab 2017 nicht verschont.


Die Eigenstromerzeugung ist für Betriebe und Haushalt eigentlich deshalb so interessant, weil sie darauf keine Umlagen, das EEG, die Mehrwertsteuer und andere Förderungen für den Netzbetrieb zahlen müssen, die sonst geleistet werden müssten. Damit können hohe Geldsummen gespart und die Investitionskosten schnell wieder beglichen werden.

 

Doch nun kam es, dass die Förderung von Ökostrom für steigende Strompreise für alle sorgt. Und dieser Effekt soll abgemildert werden. 

Es gibt anhaltend Gespräche zu dieser Reform des EEG. 

 

Wer mehr erfahren oder das Thema weiter verfolgen möchte kann sich z.B. hier belesen:

www.oekostrom-anbieter.info/oekostrom/erneuerbare-energien-gesetz.html

www.eeg-aktuell.de/das-eeg/

www.ok-power.de/kriterien-fuer-oekostrom.html

www.tagesschau.de/inland/eeg-reform-102.html

 

oder einfach die Nachrichten aufmerksam verfolgen.... :)

 

 

 

 

 

Textquellen: 

www.oekostrom-anbieter.info/oekostrom/oekostrom-einspeisung.html

www.oekostrom-anbieter.info/oekostrom/erneuerbare-energien-gesetz.html

www.ok-power.de/kriterien-fuer-oekostrom.html

www.eeg-aktuell.de/das-eeg/

www.wie-energiesparen.info/fakten-wissen/eeg-umlage-bestandteile-prognosen-ab-2014/

www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/eeg-umlage-koalition-kassiert-strom-eigenerzeuger-ab-13008319.html

 

Bilder:

www.oekostrom-anbieter.info/oekostrom-zertifizierung/gruener-strom-label.html

www.oekostrom-anbieter.info/oekostrom-zertifizierung/ok-power-label.html

www.tintko.com/TUEV_NORD-Siegel.gif

www.ökostrom.info/img/userfiles/tuev.jpg

www.kwh-preis.de/wp-content/uploads/images/logos/recs.gif

 

 

 

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Kommentare (3)
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Sortieren nach Aktualität:
05.07.2014
Zweitagsfliege hat geschrieben:
Vielen Dank für diesen Bericht!
02.07.2014
somebodywholovesourearth hat geschrieben:
Super Bericht, man konnte ihn echt gut lesen und du hast das
Thema gut erklärt. :) (ich hatte zu erst keine Lust ihn zu lesen, weil er mir so lang erschien, habe es aber natürlich doch getan, weil mich das Thema interessiert. )
02.07.2014
LSternus hat geschrieben:
Ja, ja das EEG. War letztes Jahr auch bei mir in der Schule Thema.
Ich finde es persönlich verantwortungslos gegenüber den Verbrauchern Ökostrom (vom Label her) nicht zu schützen.
Da sollte wie bei Lebensmitteln gelten: Was drauf steht sollte auch drin sein.
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