Ist das Licht aus?


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stand-by.


© WWF
Ökologischer Frühjahrsputz


von Janine
31.01.2011
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Das neue Jahr hat gerade erst begonnen. Neues Jahr, neues Glück - das denken wir uns, und räumen erstmal die Bude auf, um den Start ins Jahr richtig genießen zu können.
In den letzten Monaten hat sich schon wieder ziemlich viel Dreck angesammelt. Das Spülbecken hat Schlieren, auf dem Boden häufen sich die Wollmäuse und die Badewanne ... ja, wann wurde die eigentlich das letzte mal geschrubbt? Egal, denn heute ist ja endlich Frühjahrsputz angesagt!

Die Besenkammer steht schon offen - warum brauchen wir eigentlich so viele Reiniger? Einen für's Klo, einen für die Fenster, zwei für den Boden, ein Kalkreiniger ist auch dabei.. Puh, so viele Chemiekeulen. Die Wohnung mag nach dem Putzen glänzen. Was aber passiert, nachdem das Putzwasser samt Saubermacher in der Toilette oder im Waschbecken verschwindet?
Das Abwassersystem beherbergt ein ganz eigenes Ökosystem. In ihm befinden sich zum Beispiel Mikroorganismen, die in der Lage sind, verschmutztes Wasser zu reinigen. Diese Mikroben sind allerdings anfällig für allerlei Haushaltsmittel, die wir zum Reinigen verwenden. Zudem steigt mit dem Verbrauch von chemischen Reinigern die Trinkwasserbelastung. Durch die Kombination verschiedenster Reinigungsmittel entstehen hochgiftige Gemische, die letztendlich in Bäche, Flüsse und dann ins Meer münden.

Eine australische Firma hat vor ca. einem Jahr einen Werbespot herausgebracht, in dem die Problematik klar wird:


Hinzu kommt, dass sich in vielen Wasch- und Reinigungsprodukten Tenside befinden. Das sind Stoffe, die vor allem aus Erdöl gewonnen werden und so die Ölproduktion fördern. Sie sorgen dafür, dass sich zwei Substanzen miteinander vermischen, die das eigentlich gar nicht gerne tun - wie Wasser und Öl.
Um das alles zu vermeiden, wird dieses Jahr statt der Chemie- die Ökokeule geschwungen!

Hier ein paar Tipps zum umweltfreundlichen Frühjahrsputz!

Fangen wir einfach mal im Badezimmer an. Um den Kalk von den Wänden zu lösen, verwenden wir zum Beispiel Essig. Der kann einfach mit einem feuchten Lappen auf Fliesen und Keramik aufgetragen werden. Auch Zitronensaft löst Kalk von den Oberflächen. Zum Putzen sollte man einen ordentlichen Schuss Zitronensaft in warmes Wasser geben.

Ein weiterer Feind von Kalk ist Kartoffelstärke. Auch Metalloberflächen, wie Edelstahl, können nach der Kartoffelanwendung in neuem Glanz erstrahlen! Hierzu nimmt man ein paar Kartoffelschalen und fährt mit ihnen wie mit einem Schwamm über die Oberflächen. Im Anschluss mit einem Tuch alles trocken reiben - fertig!

Damit wir den Blumen im bevorstehenden Frühling beim Wachsen zusehen können, wollen wir auch die Fenster reinigen. Auch hier kommt uns der gute alte Essig zur Hilfe. Er wird auf das Glas aufgetragen. Aber anstelle eines Lappens verwenden wir Zeitungspapier, um die Fenster richtig rein zu wischen. Man mag es kaum glauben, aber von Geschmiere ist da keine Spur! Der Vorteil an Zeitungspapier ist der, dass man es nach Gebrauch nicht auswaschen muss und so Wasser sparen kann!

Fettspuren können wir ebenfalls mit Zitronen, oder auch Orangen entfernen. Dazu muss der Fruchtsaft wieder in warmes Wasser gegeben werden. Anschließend werden die fettigen Flächen gereinigt.

Ein weiterer Freund des ökologischen Putzmarathons ist das Backpulver. In der Fachsprache nennt man es auch Natriumhydrogencarbonat. Wenn beim Putzen das Backpulver zum Einsatz kommt, sollte darauf geachtet werden, dass es ausschließlich in Reinform verwendet wird - also ohne Zusatzstoffe wie beispielsweise Salz.
Durch seinen hohen pH-Wert wirkt das Pulver wie Seife. In Verbindung mit Essig eignet es sich vor allem für die Säuberung von Abflussrohren. Und das nicht nur durch seine reinigende Wirkung, sondern auch durch seine Geruchs neutralisierenden Eigenschaften. Deshalb wird es auch gerne im Kampf gegen Muffgeruch in Thermoskannen verwendet, oder auch für Holzbesteck, das anfällig für Fremdgerüche ist.
Auch Kalk und angebrannte Speisereste lassen sich mit einem Backpulverwassergemisch gut entfernen.

Es gibt neben diesen Hausmittelchen auch eine ganze Reihe von ökologischen Reinigern. Produkte von ECOVER beispielsweise basieren auf pflanzlichen und mineralischen Rohstoffen. ECOVER achtet bei der Produktion auf die Umwelt und geht verantwortungsbewusst mit unseren Ressourcen um. Die Firma stellt neben Reinigungsmitteln auch Wasch- und Geschirrspülmittel und auch sonst allerlei Haushaltsprodukte her.
Zwar werden auch in Naturprodukten Tenside eingesetzt, aber viele ökologische Firmen, die Naturputzmittel herstellen, gewinnen ihre Tenside unter anderem aus Mais- oder Kartoffelstärke, die aus ökologischem Anbau stammen und nicht aus dem Ölgeschäft.

Auch von Raumduftmitteln sollte abgesehen werden. Die ersetzen wir am besten durch eine Schale mit Nelken, Zimt, oder Kräutern. Hier können wir kreativ werden und unsere ganz eigene Frühlingsluft komponieren.

Nachdem wir in unseren vier Wänden jetzt alles soweit auf Touren gebracht haben, wollen wir uns noch kurz im Garten umsehen, oder auch auf dem Balkon.
Eine Aschelauge hilft unseren Metallmöbeln wieder zu glänzen. Hierfür eignet sich zum Beispiel Zigarettenasche. Wenn eure Eltern zu Hause irgendwo einen Aschenbecher stehen haben, dann vermischt die Asche einfach mit heißem Wasser und reibt das Metall mit der Lauge ein. Nach einem Tag wird die Ascheschicht durch ein feuchtes Tuch von den Metalloberflächen entfernt.
Holzmöbel sind dankbarer über eine Speiseölmassage. Das Öl sollte ein paar Stunden einwirken, dann wird mit einem weichen Lappen nachpoliert.

Auch unsere Kleidung fühlt sich in einem Aschebad sehr wohl! Für die Wäsche eignet sich vor allem Buchenholzasche. Sie wird in einen Bottich mit Wäsche gegeben und im Anschluss mit warmem Wasser übergossen. Dann wird alles durchgemengt und durchgeknetet. Diese Methode ist vor allem für all diejenigen interessant, die einen Kamin besitzen.

Sehr schön! Nun ist endlich alles sauber! Ein Problem bleibt uns aber noch - wohin mit unseren alten Gewohnheiten? Die Reinigungsmittel aus der Besenkammer können wir ja nicht einfach in der Toilette verschwinden lassen. Zur fachgerechten Entsorgung sollten wir die alten Mittelchen zu Recycle- oder Wertstoffhöfen bringen. Die gibt es eigentlich überall und sie sind ganz leicht im Internet zu finden.

Die Wohnung ist jetzt sauber und das Gewissen rein! So lässt es sich doch wunderbar ins Jahr starten!

Habt auch ihr Tipps, wie man sein Haus sauber halten kann, ohne dabei die Umwelt zu belasten?

 

 


Quellen:
http://www.utopia.de/ratgeber/mein-oekorrekter-fruehjahrsputz?p=2
http://de.wikipedia.org/wiki/Tenside
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/backpulver.html?et_cid=10&et_lid=222143
http://www.wohnen-tipps.de/gartenmoebel.html
http://www.waeschepflegemuseum.at/alauge.htm
http://www.ecover.com/de/de/default.aspx
http://www.youtube.com/watch?v=wiKjHN8omMs

Fotos:
Janine Koch

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Kommentare (15)
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Sortieren nach Aktualität:
07.07.2011
Janine hat geschrieben:
Ich habe die Aschelauge auch noch nicht ausprobiert. Vielleicht ändert sich das aber nach dem nächsten Grillabend ;o)
05.07.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Wow, über das Thema wusste ich kaum was un bin echt geschockt. Danke, danke, tausendmal danke für die Tipps. Einige lassen sich bestimmt beim nächsten Putz umsetzten - auch wen der Frühjahrsputz schon etwas her ist. Aber die Sache mit den Klamotten finde ich etwas unglaubwürdig, mit der Aschenlauge und so. Generell, da meine Eltern nicht rauchen werde ich glaube nicht so leicht an Asche kommen. Aber wiegesagt, die anderen Tipps sind super!
26.05.2011
Delfingirl hat geschrieben:
damit habe ich mal einen vulkan gebaut
05.02.2011
HannaS hat geschrieben:
Cool, vielen Dank für die guten Tipps. Nicht, dass ich so ein Putzfreak wäre, aber ab und zu muss es ja doch mal sein :)
02.02.2011
lolfs hat geschrieben:
Medikamente haben ein Verfallsdatum. Wohin nach Verfall mit den Medikamenten? - Nicht in das Abwassersystem. Denn uch diese Medis zerstören im Klärwerk Bakterien, welche das Wasser säubern sollen.
01.02.2011
Emila hat geschrieben:
hih
01.02.2011
LisaKat hat geschrieben:
Super Artikel! werd' ich mir zu Herzen nehmen! :)
01.02.2011
Janine hat geschrieben:
Ich werde demnächst auch mal ein paar Sachen ausprobieren, die ich bisher noch nicht probiert habe. Der Kartoffelschalenputz war jedenfalls schonmal erfolgreich ;o) Und auch der Fensterputz! Ich würd mich freuen, wenn ihr hier berichten würdet, was bei euch gut und was vielleicht nicht so gut geklappt hat!
@ ferdinandgreen: Falls du jemals deine Wohnung putzt?? xD
31.01.2011
GruenerDrache hat geschrieben:
Hey, toller Bericht!
Vor allem das Video regt sehr zum Nachdenken an finde ich.
Die Tipps sind auch klasse, nachahmen empfolen :)
31.01.2011
ferdinandgreen hat geschrieben:
Sau gute Idee hier mal ein Paar tricks reinzuschreiben...vielen dank dafür.
Falls ich jemals meine Wohnung putze, werde ich mich hier inspirieren lassen:)
31.01.2011
Maikaefer hat geschrieben:
So - wenn dann alle zu Hause mit dem Frühjahrsputz fertig sind, wäre es nett, wenn ihr anschließend bei mir mal den Wind durch die Bude wehen lassen würdet :)
31.01.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Wir benutzen zwar schon weitestgehend Ökoputzmittel, aber diese einfach Tricks wusste ich noch nicht ;-) Finde ich cool. Danke Janine ;-) ich glaube das Problem ist, dass viele glauben, es würde nur sauber werden, wenn es so richtig schäumt...
31.01.2011
Fee hat geschrieben:
Bei uns steht der Putz noch an. :D Vielleicht kann ich Mama ja nicht nur zum Ökostrom überreden, sondern auch zum Ökoputzen. :) Sie wird zwar skeptisch sein und mir schon wieder einiges an den Kopf werfen, aber das ist es mir Wert, wenn diese ekligen Chemiemittel aus dem Haus kommen. :D
Super Bericht. Danke.
31.01.2011
midori hat geschrieben:
Wirklich hilfreich! Super Anleitung! :D
31.01.2011
Peet hat geschrieben:
Sehr interessant. Wenn ich das mal meiner Mutter vorschlage, hagelt es komische Blicke! ;)
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