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Nullenergiehaus - Wohnen der Zukunft?


von Franzi
07.08.2009
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Mein Onkel plant seit neustem in Berlin ein Haus zu bauen, welches absolut Klimaneutral ist, sprich keine Kohlendioxid Emissionen mehr verursacht. Wir haben unser Haus schon so weit es geht umweltfreundlich gemacht, aber null Emissionen? Wie ist das möglich?

Nun, es gibt verschiedene Arten von Energiesparhäusern, da dies ein ziemlich weit gefasster Begriff ist. Er bedeutet zunächst einmal einmal nur, dass dieses Haus unter dem normalen Verbrauch an Strom und Öl liegt. Es gibt Passivhäuser, von denen wahrscheinlich jeder schon einmal gehört hat. Sie haben Dämmungen von bis zu 40 cm Dicke, sowie spezielle Fenster und Türen, die Wärme undurchlässig sind. Obwohl es Wärme durch die in ihm lebenden Personen sowie Haushaltgeräte erhält, reicht dies natürlich nicht aus um ein ganzes Haus zu heizen. Die Heizkosten betragen in einem Passivhaus jedoch nur 10-25 Euro pro Monat. Der Heizwärmebedarf liegt unter 15kWh/m². Somit ist das Passivhaus schon sehr umweltfreundlich. 

Dann gibt es das sogenannte Niedrigenergiehaus. Der Heizwärmebedarf darf dort höchtens 70 kWh betragen oder umgerechnet 7 Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr Primärenergie verbrauchen (Primärenergie ist die Energie, die durch natürliche Energievorkommen zur Verfügung steht, so z.B. Kohle, Gas oder Wind).

So weit ich das verstanden habe denkt mein Onkel jedoch an ein Nullenergiehaus. Dies ist ein Gebäudetyp, der keine Energie von außen bezieht, sprich kein Gas oder Öl benötitgt. Notwendige Energie wird im Haus selbst erzeugt, z.B. durch Solaranlagen. So wird mit diesen Heißwasser und die Wärme im ganzen Haus erzeugt. Überschüssige Wärme wird im Boden und in den Wänden gelagert, was durch spezielle Ziegel möglich ist. Durch Fenster dringt ebenfalls Wäre ein, kann jedoch nicht wieder ausdringen, überschüssiges wird wieder gespeichert. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung ist durch sie ebenfalls möglich. Körperwärme sowie Wärme von Haushaltsgeräten wird wiederrum gespeichert (Glühlampen z.B. geben enorm viel Wärme ab) . Es gibt außerdem eine Wärmepumpe zur Warmwasser Nachheizung, die durch die im Fußboden gespeicherte Wärme betrieben wird. Wärmeverluste entstehen durch gute Dämmung ebenfalls nicht. Strom wird im Haus selbst hergestellt (wie genau, dazu habe ich leider noch nichts gefunden). Der Punkt ist, dieses Haus wäre vollkommen klimaneutral. Einen Haken gibt es jedoch: das Haus benötigt eine Energierücklaufzeit von 12 Jahren, das heißt die Energie, die zum Bau des Hauses benötigt wurde ist erst nach dieser Zeit "wieder ausgeglichen".

Was haltet ihr davon? Wird in ein paar Jahren ganz Deutschland voller Nullernergiehäuser sein? Es gibt ja schon Umweltstandards denen neue Häuser entsprechen müssen, aber soweit geht kaum jemand, was daran liegt, dass es noch sehr teuer ist. Glaubt ihr dass es rechtzeitig billig genug sein wird sich so ein Haus zu kaufen um noch etwas zu bewirken?

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Kommentare (11)
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27.02.2011
Sindthia hat geschrieben:
Also ich finde die Plusenergiehäuser wären besser.
01.10.2009
Lisa1092 hat geschrieben:
ich finde auf jeden fall die idee schon mal sehr interessant, nur brauchen solche meistens ganz schön zeit bis sie sich durchsetzen. es gibt schon solange solarzellen und trotzdem haben verhältnismäßig wenig leute sowas auf ihrem dach. deswegen denk ich dass es vielleicht nicht gleich boomt, aber sicher wird es öfter vorkommen.
01.10.2009
Schmusetigerle hat geschrieben:
Ich finde das Prinzip dieser Häuser sehr gut, doch selbst wenn die Häuser in den nächsten Jahren sehr viel billiger werden sind es Neubauten. Soll man alle alten Häuser abreißen und neue darauf stellen?!
Überall gibt es dass Problem das hier schon beschrieben wird. Es gibt unendlich viele Neubauten, doch in ein paar Jahren werden eine Menge älterer Häuser leerstehen. Also was tun?
07.09.2009
HannaS hat geschrieben:
Das ist bei uns in der Region auch so.... In Ostfriesland ist Bauland sehr billig, daher wird viel gebaut - gleichzeitig ziehen aber auch mehr Leute weg als her. Das bedeutet, dass in Zukunft viele Häuser (natürlich gerade die der alten Leute, die nicht gerade auf dem neuesten baulichen Stand sind) leerstehen werden. Es wäre schön, wenn es gute Anreize zum Renovieren alter Häuser gäbe - dass würde den Flächenverbrauch durch (überflüssige) Neubauten stoppen und den Energieverbrauch der alten Häuser verringern.
Vorausgesetzt, es ist nicht denkmalsgeschützt, wie das Haus, in dem wir wohnen - da kann dann leider nur wenig bis gar nichts gemacht werden (frag nicht nach Sonnenschein, was die Heizkosten angeht :-(
02.09.2009
SilkeH hat geschrieben:
An sich ist das eine prima Idee, nur leider gibt s mittlerweile so viele Neubauten (zumindest ist das bei mir in der Gegend so), die leer stehen aufgrund von Scheidungen o.Ä., dass nur sehr wenig Häuser gebaut werden, was meiner Meinung auch ziemlicher Blödsinn wäre. Die Bauindustrie sollte sich Gedanken machen, wie man ein normales Haus, das z.B. im Jahre 2000 gebaut wurde, zu einem Nullenergiehaus preiswert umrüsten lassen kann, denn nur so könnte die breite Masse von der Idee eines Nullenergiehauses profitieren.
31.08.2009
Libero hat geschrieben:
Wow. Das ist ja spitze. Wenn ich groß bin, wär das mein Traumhaus. Denkst du man könnte die 12 Jahre auch irgentwie reduzieren? Denn wenn ganz Deutschland aus so Häusern bestehen würde, wäre das so genial :].
24.08.2009
Fredi hat geschrieben:
Ich finde die Idee auch super. Ich wusste gar nicht, dass so ein Nullenergiehaus möglich ist. Hoffentlich wird diese Idee schnell weiter entwickelt, so dass in absehbarer Zeit viele Menschen in so einem Haus leben können! Das wäre nämlich wirklich ein Traum...!
10.08.2009
UnsereGeneration hat geschrieben:
Ich finde diese Idee auch klasse. Da macht das wohnen dann schon gleich viel mehr Spaß.
Aber was ist mit den neuen Stoffen, die dann dafür gebrauch werden. Extraziegel und wärmeundurchlässiges Glas,...
Ich denke, dass das sehr teuer werden kann und das diese Produkte vielleicht hinterher schwer zu entsorgen sind.

Hoffe trotzdem, dass es klappt ist nämlcih ne klasse idee!!!
07.08.2009
Franzi hat geschrieben:
Vielen Dank für eure Kommentare. @Tilman, ja, das befürchte ich auch.... das ist leider das Problem mit solchen fortschrittlichen Ideen, sie sind meistens zunächst sehr teuer, genau wie mit Wasserstoffzellen betriebene Autos etc. Meine Hoffnung bleibt aber dass sich die Technologie so weiterentwickelt dass sie aus immer preisgünstigeren Dingen besteht und so auch an sich billiger wird.
Und an Izabela, ja, sowas hätte ich auch gerne=) Ich war tierisch begeistert als ich von seinem Plan gehört habe =). Und dass mit der Energie aus Nachhaltigen Quellen ist ja echt toll, wusste ich gar nicht! Wir machen Fortschritte =)
07.08.2009
Izabela hat geschrieben:
So ein nachhaltiges Haus ist mein Traum: ein Null-Energie-Gebäude gepaart mit ökologischen Baustoffen, einem eigenen Garten und eigenem Wasserkreislauf. Eins großer Lob für deinen Onkel, dass er beim Bauen keine Kompomisse schließen will. Ich glaube, mehr und mehr Menschen achten darauf, wie sie wohnen. Wenn so ein Haus noch nicht sehr teuer in der Erstellung wäre bzw. mit staatlicher Förderung ko-finanziert werden könnte, dann ist der kommerzielle Erfolg vorprogrammiert. Zu mindest in Berlin, wo viele Leute ähnlich denken.

BTW: Ich habe gehört, dass neue Bauvorhaben in Berlin ein Teil der Energie aus Nachhaltigen Quellen nachweisen müßen.

Deinem Onkel viel Erfolg!
07.08.2009
TilmanFCC hat geschrieben:
hey, das is wirklich interessant, allerdings hab ich da meine zweifel das so ein haus "preiswert" ist. jetz auf keinen fall und ich denke in der zukunft auch nicht. ich denke aber das es von der regierung aus in zukunft sicher noch einige zuschüsse für solche bauten ohne emmisionen geben wird (ich würde mir das zumindest wünschen). doch für eine normale mittelstands-familie wäre ein solches haus sicher nicht finanzierbar...
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