Ist das Licht aus?


Good bye


stand-by.


© WWF
Mal rein "plastik" betrachtet


von LenaSofie
12.12.2011
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Plastik ist der Kunststoff unserer Zeit. Er ist allgegenwärtig und scheinbar unabkömmlich.
 

Unsere Kinder spielen mit Plastikspielzeug, wir trinken Wasser aus Plastikflaschen, wir transportieren unsere Einkäufe in Plastiktüten, wir verzieren unsere Körper mit Plastikgeschmeide, wir essen unterwegs von Plastiktellern, wir halten unser Essen in Plastikdosen frisch, füllen unser Putzwasser in Plastikeimer,wir setzten uns auf unsere von Plastikfasern durchzogene Couch, und stecken unsere Füße im Sommer in luftige Plastikschuhe.
 

Forscher haben festgestellt, dass sich Plastikpartikel bis in die Körper der Menschen durchgeschlagen haben und ihre Bahnen in unserem Blutkreislauf ziehen.
Auf dem Meeresboden sammelt sich so viel Plastikmüll, dass der gesamte Planet damit sechs mal umwickelt werden könnte.
 

Es lässt sich ohne weiteres sagen, dass wir nicht nur mit sondern in Plastik leben. Und selbst wenn die Produktion neuer Plastikprodukte heute eingestellt werden würde, es würde sich sobald nichts daran ändern, dass wir von Plastik umgeben sind. Denn der herausragende Kunststoff hat keine Halbwertszeit.Er zersetzt sich nur so lange, bis man ihn mit bloßem Auge nicht mehr sehen kann.
 

Plastik stellt eine Bedrohung für die Gesundheit der Menschen dar und wie sooft erschien der schönste Weg mit diesem Problem umzugehen, lange der zu sein, das Plastik im Meer zu versenken, es auf Mülldeponien zu lagern oder es tief unter der Erde zu vergraben - nach getaner Arbeit die Augen brav zu verschließen und weiter Plastik als universell einsetzbaren Kunststoff in den Himmel zu heben.
 

Doch es gibt neue Ansätze, aus dem falschen Freund einen guten Partner zu machen.
Eine Umweltorganisation will in Nigeria Häuser aus Plastikflaschen bauen. „Leben in Plastik, mal anders.“ Es klingt erstmal utopisch, ganze Gebäude aus alten Plastikflaschen zu erzeugen, die ein sicheres Heim darstellen können. Doch der Plan könnte bald Realität werden. Gerade in Afrika, wo Nachhaltigkeit und Umweltschutz in den Gedanken der Menschen nicht äußerste Priorität haben, ist dieses Projekt enorm sinnvoll.
 

In Afrika entstehen riesige Müllberge, Straßen, Kanäle und Rinnsteine werden von Plastikflaschen verschmutzt. Dieser Müll könnte durch den Bau von Plastikhäusern recycelt werden.
 

Gleichzeitig könnte das Projekt die Wohnungsknappheit, die vielerorts in Afrika herrscht, bekämpfen. Einen Prototyp des Plastikflaschenhauses gibt es schon. Es steht am Rande des Dorfes Sabon Yel. Von den anderen Häusern unterscheidet es sich äußerlich nicht in besonderem Maße, doch es birgt Geheimnisse, die nur bei genauerem Hinsehen entdeckt werden können. Statt aus Steinen bestehen die Wände aus mit Sand oder Schutt befüllten Plastikflaschen. Lehm und Zement verbinden die einzelnen Teile miteinander. Die Häuser sind Kugelsicher und widerstandsfähig gegen Naturkatastrophen wie Erdbeben. Des Weiteren speichern sie Wärme. In tropischen Gebieten herrschen in ihnen relativ konstant angenehme 18°C.
 

Und das beste Argument, um auch Kritiker zu überzeugen : Der Preis. Das Baumaterial ist mehr als erschwinglich, es wird einem quasi hinterhergeworfen. Plastikhäuser kosten daher gerade mal ein Viertel des für ein konventionelles Wohnhaus veranschlagten Preises.
 

In Krisenzeiten, können Plastikhäuser schnell errichtet werden. Die Plastikteile werden ineinander gesteckt, eine Plane dient als Dach, fertig ist die Notunterkunft. Handwerkliches Know-how ist hierfür nicht erforderlich.
 

Das Projekt scheint tatsächlich zukunftsträchtig zu sein. Man mag es als Symbol dafür sehen, was mit Kreativität und Verantwortungsbewusstsein erreicht werden kann. Und wer weiß, vielleicht ist es ein kleiner Schritt in eine neue, gute Zukunft.

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Kommentare (6)
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30.12.2011
MaRgIt hat geschrieben:
Ich finde das Projekt klingt super. So kann plastik sinnvoll weiterbenutzt werden und wird nicht einfach ins Meer geworfen. Viele Menschen würden die leeren Plastikflaschen auf den Straßen einsammeln um ihr Haus bauen zu können oder sie erst gar nicht weg werfen.
Es ist aber wichtig, dass man beim recyceln bleibt und nicht Plastik zum Häuser bauen produziert, sonst würde das eintreten was Iolfs befürchtet und die Situation würde nur noch schlimmer werden.
13.12.2011
Carina hat geschrieben:
Ich glaube, dass diese Idee durchaus sinnvoll ist, aber man darf durch solche Projekte nicht aus den Augen verlieren, dass es trotzdem unheimlich wichtig ist den Verbrauch von Plastik zu reduzieren.
13.12.2011
lolfs hat geschrieben:
Ich finde die Idee, Häuser aus Plastik zu bauen schwachsinnig. Ich denke, dass dadurch noch mehr Plastik-Müll produziert wird, anstatt ein Umdenken zu beginnen und nach Alternativen zu suchen.
12.12.2011
LaLoba hat geschrieben:
Tolle Idee und super geschriebener Bericht! Unser ganzer Plastikverbrauch ist echt beängstigend. Da wird einem teilweise schon schlecht, wenn man darüber nachdenkt, was wir uns damit selbst antun. Zu den Plastikhäusern aber nochmal eine kurze Frage: Wenn Plastik für unsere Körper schädlich ist, wäre es dann nicht auch keine so gute Idee in einem ganzen Haus davon zu leben? Naja fürs Plastik recyceln ist die Idee aber natürlich einwandfrei. Hoffen wir mal, dass die Nigerianer den Wert dieser billigen Häuser verstehen und den Bau gut unterstützen!
12.12.2011
MarcelB hat geschrieben:
Im Pazifik sammeln die Meeresströmungen den Plastikmüll der Küsten und treiben in an kleine Inseln mitten im Ozean, die dann völlig zugemüllt sind. Plastik ist einfach gefährlich. Durch so kleine Sachen wie dem einpacken von neu gekauften Sachen in einen mitgebrachten Stoffbeutel, kann man soviel zu einer umweltfreundlichen Welt beitragen.
Erst wenn die Menschen realisieren, wie schlimm das Plastik ist das uns umgibt wir sich etwas ändern.

Du schreibst genau richtig, wie Leben nicht mit sondern in Plastik. Perfekter hätte es wohl keiner treffen können! :) Danke für diesen schönen, mitreißenden Einblick!!
12.12.2011
Nugua hat geschrieben:
Ja, von dem Projekt habe ich auch schon gehört.
Ich finde die Idee toll und hoffe, dass sie auch umgesetzt wird.
Danke für den Bericht.
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