Ist das Licht aus?


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© WWF
"Knabbern statt mähen"


von MaRyLoU
29.01.2012
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In den USA macht eine etwas ungewöhniche Art den Rasen zu mähen die Runde. Das Geschäft boomt - ob im bzw. für Naturschutzgebiete oder auf Fabrikgelände. Die biologische Unkrautbekämpfung hat einen neuen Hoffnungsträger gefunden - es ist die Ziege! 

Normalerweise wird gegen Unkraut in Mengen mit Chemie gekämpft. So werden oftmals zum Beispiel Herbizide (eine Art von Pestiziden gegen Unkräuter) eingesetzt - Substanzen die störende Pflanzen abtöten sollen. Doch wird diese Chemie in Mengen und auf Dauer eingesetzt hat Folgen. In Deutschland ist es so, dass es bundesweit  sogar zum Schutz von Menschen, Tieren und der allgemeinen Natur, insbesondere auch aus Gründen der Vorsorge des Schutzes von Grund- und Oberflächenwasser, verboten ist, chemische Unkrautbekämpfungsmittel (Herbizide oder einfache "Hausmittel" wie Kochsalz oder Hausreinigungsmittel) auf  Nichtkulturland (= Wege und Plätze, Kleingärten, [Garagen]einfahrten, gewerblich genutzte Flächen und Verkehrsflächen, etc.) einzusetzten. Alleine die Bekämpfung von Unkraut mit mechanischen oder thermischen Verfahren ist überall zulässig. Eine Missachtung davon kann eine Geldstrafe von bis zu 50.000,- Euro nachsichziehen, was auf dem Pflanzenschutzgesetzt basiert. Auf landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich und gärtnerisch genutzten Flächen ist es jedoch noch erlaubt. Abgesehen vom ökologischen Landbau.

Es ist nunmal so, dass damit sich z.B. Getreide gut entwickelt, möglichst wenig Unkraut vorhanden sein sollte. Doch der Einsatz von Herbiziden hat Folgen. Der Einsatz führt zu einem Verlust der Flora und Fauna. Dadurch, dass diese Begeleitflora (Wildkräuter) verloren geht, verlieren viele Insekten und andere Tiere ihren Lebenraum, was sich dann wiederrum auf die Nahrungskette auswirkt. Weiterhin belasten Rückstände von diesen "Schutzmitteln" das Trinkwasser und den Boden, da sie ihn ihn gelangen, mal ganz zu schweigen von den Pflanzen auf den Äckern, die später auf unseren Teller landen werden. Die Natur verändert sich. Klatschmohn und Kornblume wurden eigentlich bildlich und gedanklich mit goldenen Stoppelfeldern voller Getriede verbunden- dank den Herbiziden sind sie in vielen Teilen Deutschands dort ganz verschwunden. Und die Natur "rächte" sich dadurch, dass dort nun Pflanzen wachsen, die kaum mit mechanischen Mitteln zu bekämpfen sind, also hartnäckiger geworden sind.

Da jedoch die Folgen der chemischen Unkrautsbekämpfung bekannt sind, sucht man nach Alternativen für den Pflanzenschutz - die biologische Unkrautbekämpfung. In den USA übernimmt jetzt die Ziege diesen Posten. Ziegen lieben Giftefeu, Wüstensalbei, Wolfsmilch und weitere lauter Gewächse die dem Menschen ein Dorn im Auge sein können, da sie als invasive Einwanderer heimische Pflanzen verdrängen, offene Flächen zuwuchern oder in Dürrephasen der Auslöser bzw. Ausgangspunkt von Buschbränden sein können. Die mechanische Ausrottung wäre sehr teuer und um eben die chemiesche Bekämpung mit schädlichen Nebenwirkungen zu vermeiden, werden nun natürliche Unkrautvernichter eingesetzt. Auch Schafe eignen sich für diesen Job, obwoh Ziegen eben den größeren Appetit haben und auch effizienter eingesetzt werden können, da sie auch an steileren Hängen einsetzbar sind. In den USA kann man momentan Herden von Ziegen oder Schafen tageweise ausleihen. Für umgerechnet 150€ pro Tag.

150€ oder die schädlichen Gefahren für Natur oder Mensch sollten eigentlich eine nicht sonderlich schwere Entscheidung sein?! Oder was meint ihr dazu?

[Ob man die meckernden Unkrautbekämpfer auch in der Landwirtschaft einsetzten könnte? Oder wäre da eher die Ernte verloren? :) ]

 

 

>Quellen<                                                                                                                                                 Autor: Mary-Lou [Titel von National Geographic]                                                                                  Textquellen: National Geographic/Januarausgabe 2012 & http://www.was-wir-essen.de/abisz/brot_erzeugung_pflanzenschutz.php                                                                      Bilderquellen: Titelbild , Feld mit Mohnblumen, Fressende Ziege (c) NG , Pestizide die versprüht werden

 

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Kommentare (11)
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05.02.2012
Fritzi24 hat geschrieben:
Die Idee finde ich echt gut! Man muss es einfach ausprobieren ob es langfristig was bringt und die Ziegen nicht das Getreide oder ähnliches wegfressen ;))
01.02.2012
gelöschter User hat geschrieben:
die idee ist doch schon mal gut :D
31.01.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Ha ha :) das nenne ich doch mal einen Traumjob für die Ziege :)
Super Idee und defintiv fördernswert :)

@Oekojule: Ja leider muss damit rechnen......es würde mich auch nicht wundern, wenn bereits experimentiert wird, um die neue Super-Ziege zu züchten.... :/
31.01.2012
Babbuina hat geschrieben:
Das erste Bild mit der Ziege ist ja goldig. :-) :D
Warum sprechen alle eigentlich immer von Unkraut ?! Für mich exestiert kein Unkraut ! ^^
30.01.2012
Seestern99 hat geschrieben:
Ich denke das es seinen könnte dass das der Landwirtschaft Schaden könnte , aber es könnte auch klappen . Ich finde dass das eine gute Alternative ist !!!!!!!!!! Man könnte es ja in einem Projekt versuchen und den Bauern falls die Ernte ausfallen sollte helfen . Ich denke dass das eine sehr gut Idee sein kann und ich hoffe das noch viele andere Leute gute Ideen haben werden .
LG Seestern
30.01.2012
MaRyLoU hat geschrieben:
Die Frage ist was man dann in der Landwirtschaft einsetzten könnte...Irgendetwas müsste es doch geben, was nicht der Umwelt schadet
30.01.2012
LSternus hat geschrieben:
Ich find die Idee super, ehrlich gesagt bekomme ich auch ein Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.

Von der Idee mit der Ziege habe ich vorher noch nie gehört. ;)
30.01.2012
Oekojule hat geschrieben:
Das habe ich mich auch gefragt. Auf die Landwirtschaft kann man die Ziegen bestimmt nicht los lassen, obwohl sie da echt gebraucht werden würden, wenn das ginge. Hoffentlich kommt keiner auf die Idee an den Ziegen war zu genmanipulieren, damit sie nur etwas bestimmtes fressen. Man muss ja heutzutage mit allem rechnen...

Ich finde den Bericht super. Es beweißt mal wieder, dass es einen Kreislauf gibt, den der Mensch nur mit seinen Chemiekram durchbricht, weil damit irgendwas schneller geht und mehr Profit gibt...
30.01.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Cool :D So eine Ziege sollte ich mir vielleicht auch zulegen,denn Unkraut jäten ist echt so eine doofe Sisyphusarbeit
30.01.2012
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Super Bericht! Ich glaube aber in der Landwirtschaft wird das nicht klappen...die werden nix stehen lassen :D Es sei denn es gibt Ziegen, die ganz bestimmte Pflanzen nicht leiden können, aber ob das der Fall ist...ich kenne einige Ziegen persönlich und ich glaube die futtern alles...für nicht-landwirtschaftliche Flächen natürlich eine super Idee! Pestizide kosten ja auch was und dazu schaden sie der Umwelt und den Menschen. Und die Ziegen können soagr noch gleichzeitig den Boden düngen ;-)
30.01.2012
Viveka hat geschrieben:
ich bin auf jeden fall für die 150 euro! ich bin richtig glücklich darüber, dass man jetzt nach anderen methoden zur beseitigung von giftefeu etc. sucht.
aber ich hoffe, dass das nicht nur ein trend in den USA bleibt, sondern auch nach europa kommt...
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