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Energiewende auch beim Wohnen Teil II - Interview mit Expertin Annette Paul


von clarawest
19.01.2012 - 09:21h
61 P

Wie wäre es, wenn Dein Haus sich Dir anpasst und nicht umgekehrt? Wie können ältere Gebäude klimafreundlicher werden? Zu diesen und und anderen Fragen gab uns die Architektur-Expertin Frau Prof. Paul Antwort.

Clara West: Guten Tag, liebe WWF-Jugend-Community, mein Name ist Clara West und ich begrüße ganz herzlich Frau Prof. Annette Paul von der Fakultät für Architektur der Universität Wuppertal, Lehrstuhl „Bauen im Bestand und Entwerfen“. Frau Professor Paul, wozu forschen Sie?

Frau Prof. Paul: Ich arbeite im Fachgebiet „Bauen im Bestand“ und beschäftige mich dort mit Bestandsstrukturen in unterschiedlichen Größenordnungen, die von unterschiedlichen kontextuellen Faktoren beeinflusst sind und die Transformationsprozessen unterliegen. Dass heißt, es sind zum Teil Gebäudestrukturen, die sowohl aus energetischer Sicht als auch aus bautypologischer Sicht in die Jahre gekommen sind und zu denen neue intelligente Lösungen entwickelt werden müssen.

Clara West: Sie haben ja gerade von neuen intelligenten Lösungen gesprochen. Beim 2°Campus geht es ja darum, dass der Klimawandel dadurch gestoppt wird, damit die Erderwärmung auf 2°C begrenzt werden soll - wie trägt Ihre Forschungsarbeit dazu konkret bei?

Frau Prof. Paul: Die Forschungsarbeit trägt dazu bei, dass die Gebäude- oder die Bestandsstrukturen auch energetisch saniert werden. Aber mir ist es dabei ein Anliegen, dass das nicht nur energetisch passiert, sondern, dass immer auch das Zusammenspiel mit den gestalterischen Aspekten bedacht wird. Ich denke, dass die gebaute Umwelt, die uns umgibt einen starken Einfluss auf unser Wohlbefinden hat und zwar über das räumlich Ästhetische als auch über technischen Aspekte, die damit zu tun haben. Und deshalb ist mir - in Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Voss – wichtig, dass wir eben beides - sowohl die gestalterischen als auch die energetischen und technischen Aspekte - betrachten.

Clara West: Mal angenommen, Ihnen wären jetzt überhaupt gar keine technischen Grenzen gesetzt: Was würden Sie gerne noch erfinden in Ihrem Bereich?

Frau Prof. Paul: Also ich würde ganz gerne intelligente Architektur erfinden. Vielleicht eine intelligente Hülle oder eine intelligente Raumkonfiguration, die sich dem Bedarf des Nutzers anpasst. Die vielleicht sogar mitwächst und die auch veränderungsfähig ist, so dass sie immer den Bedürfnissen des Nutzers entsprechend reagiert und der Nutzer darin leben kann.

Clara West: Zu guter Letzt: Sie machen ja auch selber beim 2° Campus als Forscherin mit. Da können Jugendliche u.a. zum Thema Wohnen und Klimaschutz forschen und mit Ihnen diskutieren. Warum denken Sie, sollten Jugendliche bei dem Projekt mitmachen?

Frau Prof. Paul: Also ich glaube, dass die gebaute Umwelt uns täglich beeinflusst, und dass wir sehr stark davon geprägt sind. Sie hat sehr starken Einfluss auf unser Wohlbefinden. Dabei geht es sowohl um technische, aus typologische und gestalterische Aspekte. Dieses Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Bereichen interessiert mich ganz besonders. Und die gilt es positiv zu entwickeln, damit wir und auch die Jugendlichen, die davon umgeben sind, praktisch ihre Lebensqualität verbessern und das Lebensumfeld für die Allgemeinheit verbessert wird , da wir ja alle in der gebauten Umwelt leben.

Clara West: Frau Prof. Paul, herzlichen Dank für das Interview!

Weitere Infos zum 2°Campus und mit wem man dort forschen kann findet Ihr unter: www.2-grad-campus.de

Foto: Thomas Haugersveen / WWF-Canon

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