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Dubai: Die Schattenseiten der Weltmetropole


von Carina
23.05.2010
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Autos brausen durch die Straßen, riesige Wolkenkratzer strecken sich gen Himmel, bunte Reklametafeln machen die Nacht zum Tage – Dubai ist heute eine der größten Metropolen der Welt. Und wohl auch eine der bekanntesten.

Doch das war nicht immer so. Zu ihrem Reichtum und ihrem Ruhm gelangte die Wüstenstadt am Persischen Golf dank der Erdölfunde im Jahre 1966. Diese leiteten den wirtschaftlichen Aufschwung ein und ermöglichten auch die spektakulären Bauprojekte der letzten Jahrzehnte. Zu denen gehört zum Beispiel das 321 Meter hohe Luxushotel Burj Al Arab, das wegen seiner einprägsamen segelartigen Form zum Wahrzeichen der Stadt wurde.

alt


Nicht weniger bekannt sind wohl die drei sogenannten „Palm Islands“, die an der Küste Dubais aufgeschüttet wurden und oft sogar als achtes Weltwunder bezeichnet werden. Und damit nicht genug: Auch dreihundert kleine Inseln in Form der Kontinente wurden im Meer angelegt. Diese sollen nun einzeln an Millionäre verkauft werden.

alt(www.flickr.de user: nasa1fan/MSFC)


Doch was ein Paradies für Touristen ist, ist ein Albtraum für die Umwelt. Die künstliche Aufschüttung all dieser Inseln war ein herber Schlag für die lokale Meeresfauna und -Flora. Mindestens genauso schlimm ist der enorme Wasserverbrauch in Dubai. Der Pro Kopf Verbrauch an Wasser liegt dort bei fünfhundert Litern täglich. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Deutscher verbraucht 129 Liter Wasser pro Tag. Doch der meiste Teil des Wasserverbrauchs in Dubai entfällt an die Großindustrie und Hotellerie. Allein Der Wasserverbrauch für die Bewässerung der Grünflächen liegt bei 3,5 Millionen Litern pro Tag. Und auch beim Stromverbrauch wird erschreckend viel verschwendet. So gibt es zum Beispiel in Dubai (also mitten in der Wüste!) eine Skihalle, die ganzjährig genutzt wird. Auch die Geschäfte sind so stark klimatisiert, dass einige Leute im Sommer die Winterjacken anziehen, wenn sie in Dubai einkaufen gehen wollen. Da wundert es nicht, dass die Stadt 2007 auf Platz eins der vom WWF veröffentlichten Liste der größten Energieverschwender landete.

Doch Dubais Erdölquellen sprudeln nicht ewig. Um genau zu sein werden sie vermutlich zwischen 2015 und 2030 erschöpft sein. Deswegen fördert Dubai schon jetzt verstärkt den Tourismus, um nach dem Versiegen der Erdölquellen nicht völlig hilflos da zustehen. Und darum ist Dubai sein Ansehen in der Welt auch enorm wichtig. Doch der nachlässige Umgang mit dem Umweltschutz kratzt am Ruf der Stadt. Deshalb gelobt Dubai Besserung. Man will jetzt das Tarifsystem für Wasser- und Stromverbrauch reformieren. Soll heißen: Großverbraucher müssen in Zukunft tiefer in die Tasche greifen, wenn sie Wasser und Strom nutzen wollen und sollen dadurch dazu gebracht werden ressourcenschonender zu wirtschaften. Außerdem soll bis 2050 die Hälfte des Energieverbrauchs in Dubai mithilfe von erneuerbaren Energien erzeugt werden.

Hoffen wir, dass diese Ziele erreicht werden und sich nicht als leere Versprechen entpuppen…


Quellen:
http://www.focus.de/reisen/reisefuehrer/arabische-halbinsel/dubai_aid_234011.html
http://www.dubai.de/allgemeines/land_und_leute.html
http://www.dubai-report.de/news/category/energie-und-umwelt/
http://www.bauforum.at/ireds-36667.html
http://www.dubai-report.de/news/241000/dubai-will-strom-und-wasser-verbrauch-verringern/
http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~E64B3AF0E2FD34571AE2B419D4E0E5395~ATpl~Ecommon~Scontent.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Dubai

 

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Kommentare (3)
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29.05.2010
Jessy0905 hat geschrieben:
Alles ziemlich überdemensional, und ein ökologisches Disaster! Dabei hätte Dubai doch genug Geld für Umweltschutz. und könnte dann als Beispiel für eine umweltfreundliche Stadt mit Solarstrom usw. voran gehen. Aber nein, lieber höher, größer, extremer (ein Wolkenkratzer nach dem anderen, künstliche Inseln, Skigebiete mitten in der Wüste) ohne Rücksicht auf die Natur.
26.05.2010
nera8 hat geschrieben:
Es wäre natürlich super, wenn Dubai sich in eine Stadt verwandeln würde, die ein Vorbild für alle anderen Städte werden wäre. Bis dahin sollte man den Tourismus dort natürlich nicht unterstützen, bzw. (wenn es sowas schon gibt) umweltfreundliche Hotels besuchen und damit Intresse am Umweltschutz signalisieren!
26.05.2010
GreenSmarty hat geschrieben:
Sehr schön geschriebener Bericht! Das ist echt übel, wie da nur so auf die Umwelt getreten wird! Man sollte dort keinen Urlaub machen!
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