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Dixi 2.0 - Goldeimer, die Komposttoilette


von Cosima
06.02.2015
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Gummistiefel an, Klopapier in der Hand, und Desinfektionsgel in der Tasche. Die typische Ausrüstung, wenn man auf einem Festival aufs Klo geht. Jetzt noch die Luft anhalten und die Oberschenkelmuskeln stärken. Dann ganz schnell alles hinter sich bringen und erleichtert aus der Plastikbox namens Dixi steigen.
Soweit der Eigenanteil, doch um das Ganze zu reinigen wird jede Menge Chemie in die Dixis gepumpt.

Malte, einer der Jungs von der Goldeimer Crew, hat sich nach einer Projektreise mit Viva con Agua nach Burkina Faso, in seiner Bachelorarbeit mit dem Potential von Komposttoiletten auf deutschen Open Air Veranstaltungen beschäftigt.

Da witterten die Kieler Studenten ihre Chance, um diese Klokultur auf Großveranstaltungen zu revolutionieren. Sie haben beim Ideenwettbewerb yooweedoo mitgemacht und einen Prototypen ihrer Komposttoilette entworfen und umgesetzt.
Die Jungs haben eine Klobox aus Holz gebaut.
Reingehen, sein Geschäft erledigen, ein Kloselfie machen, Sägespäne ins Klo streuen und fertig. Die Inhalte der Schüssel werden dann nach einiger Zeit zu Humus und zwar ganz ohne Chemie.


Diese Art von Klohäusschen ist umweltschonend und gut für unsere eigene Gesundheit, da die Fäkalien nicht künstlich durch Chemikalien zersetzt werden, sondern der Humus, der entsteht wieder in den Kreislauf der Natur mit eingebracht werden kann. So schließt sich der Nährstoffkreislauf.
Denn wie auf der Internetseite von Goldeimer erklärt: „Mit jeder Spülung vermischen wir den Nährstoffkreislauf der Natur mit dem Wasserkreislauf. Nachgeschaltete Kläranlagen sorgen mit viel Aufwand und dennoch niemals vollständig dafür, dass die vermischten Kreisläufe wieder voneinander getrennt werden. Übrig bleibt verunreinigtes (Trink-)Wasser und die Reste unserer Fäkalien als ein Abfallprodukt, das nicht weiter nutzbar ist.“

 

Dagegen setzten die Jungs, Malte, Hannes, Jan und Jojo ein Zeichen und zwar ein Kreatives.
Ihre Komposttoiletten sind nicht einfach nur Holzplatten zusammen genagelt, sondern sie sind persönlich, lustig und bunt gestaltet.

2013 starten die Kieler dann mit ihren ersten Komposttoiletten auf die Festivals Melt, Splash, Apple Tree Garden und das skandalös-Festival. 5 Wochen lang versuchen sie den Besuchern ein neues Toilettenerlebnis zu bescheren. Dank des guten Feedbacks der Veranstalter und Klogänger sind die Jungs motiviert weiter zu machen und 2014 gründen sie ihr Social Businnes Goldeimer GmbH. Durch Crowdfunding finanzieren sie ihre nächsten Klohäusschen.





In manchen Ländern ist das Wasseraufbereitungssystem nicht gut genug, um solche Dinge wie Hormone, Antibiotika und andere Chemikalien aus dem Wasser zu entfernen. Auch bei uns ist das wie oben erwähnt nicht immer vollständig gegeben. Bei der Komposttoilette gelangen diese Stoffe nicht ins Wasser. Ein wertvoller Beitrag zu reinem Trinkwasser. Da ihnen das unter anderem besonders am Herzen liegt hat Goldeimer eine Kooperation mit Viva con Agua. Die Erlöse aus ihrem Social Buisness gehen an Sanitärprojekte von Viva con agua und der Welthungerhilfe, um allen Menschen, weltweit einen würdigen Zugang zum Stillen Örtchen zu ermöglichen.

Ich hoffe ich werde auch mal das Vergnügen haben auf eine der Komposttoiletten zu gehen.
Weitere Informationen zu Goldeimer findet ihr auf der
Website oder ihrer Facebookseite.
Spenden für Goldeimer könnt ihr auf Starnext.

Text by Cosima und Amalia
Fotos ©  by goldeimer.de 
Titelbild  © by kl4819 at flickr

 

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Kommentare (9)
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Sortieren nach Aktualität:
09.12.2015
HelptheWorld hat geschrieben:
Eine richtig tolle Idee von den Studenten . Ich finde es immer super wenn sich Leute etwas neues einfallen lassen um die Welt ein Stückchen besser zu machen. Ich hoffe das es diese Toiletten weit schaffen und mehr verwendet werden. Viel Glück an die Jungs aus Kiel.
13.02.2015
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Echt eine coole Idee! :-D
07.02.2015
FranziL hat geschrieben:
Ich kannte die Idee schon, allerdings nicht von einem Festival. Zur Ökofete in Leipzig gab es letztes Jahr auch solche Komposttoiletten. Aber ich kann die positive Meinung dazu nur unterstützen, denn solche Dixis sind einfach praktisch und das tolle ist auch, dass sie nicht stinken!
07.02.2015
Luke24 hat geschrieben:
mich würde es mal interessieren, wie lange es so dauert, bis aus einem Kilogramm "Geschäft" richtiger Humus entstanden ist ;-)
06.02.2015
Cookie hat geschrieben:
Klasse Sache! Danke für den Bericht! :)
06.02.2015
Theprotest hat geschrieben:
Echt eine tolle Idee! Diese Goldeimer sehen auch viel besser aus als die hässlichen Dixihäuschen!
06.02.2015
Ronja96 hat geschrieben:
Super Projekt! Ich finds klasse, dass es diese schon auf einigen Festivals gab =)
06.02.2015
Minzessa hat geschrieben:
Cool! Werde bei einem Festival darauf achten ob irgendwo so ein "Klohäuschen" steht!
06.02.2015
Anais hat geschrieben:
Das Konzept der Komposttoiletten kannte ich schon, aber nicht Goldeimer. Ziemlich cooles Projekt und auch mega nice, dass sie sogar schon auf großen Festivals damit waren :))
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