Ist das Licht aus?


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Die gelbe Revolution


von Killari
23.07.2010
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Hi, liebe Community! Ich möchte euch auf einen Artikel aufmerksam machen, der vorgestern auf spiegel.de erschien (die Überschrift hab ich da übrigens geklaut).Der Artikel behandelt kritisch das deutsche Mülltrennungssystem und stellt Alternativen vor. An manchen Stellen war ich echt erstaunt, z.B. was den Grünen Punkt angeht. Ich bin gespannt, was ihr dazu sagt.

Bisher haben wir versucht, Wertstoffe zu recyclen, indem wir Verpackungen aus Plastik, Metall oder Verbundstoffen in den Gelben Sack, bzw. die Gelbe Tonne geworfen haben. Nun heißt es aber im Artikel, dass gar nicht alle dieser Verpackungen in die Gelbe Tonne gehören, sondern nur die, deren Hersteller beim DSD (Dualen System Deutschland) angemeldet sind. Außer Plastikverpackungen können das beispielsweise auch Flaschen aus Steingut sein.
Der Grüne Punkt, auf den ich mich bisher immer verlassen habe, ist auch nicht besonders hilfreich, da er nur aussagt, dass der Hersteller für die Entsorgung bezahlt hat. So tragen auch Glas- oder Papierverpackungen den grünen Punkt, obwohl sie nicht in den Gelben Sack gehören.
Das komplizierte System scheint nicht nur mich zu irritieren, denn laut dem Artikel beträgt die "Fehlwurfquote" mitunter 50%.
Weitere Probleme sind, dass das Mülltrennungssystem in Deutschland nicht einheitlich ist, dass viele Hersteller ihre Verpackungen nicht beim DSD anmelden, und dass natürlich viele Menschen, vor allem in Großstädten, sich überhaupt nicht die Mühe machen, ihren Müll zu trennen, sondern gleich alles in die Restmülltonne stopfen.

Nun stellt der Artikel Alternativen zu unserem bisherigen System vor. Die erste Möglichkeit wäre die Wertstofftonne/ Gelbe Tonne Plus, in die neben Verpackungen auch "stoffgleiche Nichtverpackungen" wie Quietscheentchen, Bratpfannen oder kleine Elektrogeräte gehören. Ein Vorteil wäre, dass mehr recyclebare Abfälle wiederverwertet würden und man für einen kaputten Fön nicht extra zum Recyclinghof fahren muss. Der Nachteil an der Sache ist jedoch, dass auch hier die Menschen dazu bewegt werden müssen, mitzumachen und ihren Müll gewissenhaft zu trennen. Ein weiteres Problem wäre die Finanzierung.

Alternative Nr. 2 ist das Projekt Nass/Trocken, das den Müll nach seiner Feuchtigkeit trennen will. Trockener Müll würde recyclet, nasser zur Energiegewinnung genutzt. Der Vorteil des Projekts: auch hiermit könnten mehr Wertstoffe recyclet werden und man hätte weniger Mülltonnen vor dem Haus. Im Grunde sollte dieses System die Mülltrennung also wesentlich einfacher machen, wobei ich mich jedoch frage, wie es mit kompostierbaren Bioabfällen aussieht. Hinzu kommt, dass auch hier die Beteiligung der Bürger gefragt ist.

Die dritte Alternative stellt das Projekt "Gelb in Grau" dar. Hier trocknen Mikrobakterien den Müll, bevor die Materialien dann voneinander getrennt werden. Das Kunststoffgemisch, das aus dem Müll gewonnen wird, sei zu 97% rein, so die Betreiber dieses Versuchs. Der Vorteil: Menschen müssten ihren Müll nicht mehr selbst sortieren und vor dem Haus hätte man weniger Tonnen. Der Nachteil: da viele Kunststoffe schnell Gerüche annehmen, würden die Wertstoffe zu stinken anfangen.

All diese Projekte wurden regional in Hamburg, Leipzig, Kassel und Trier getestet und scheinen sich nach Angaben der Betreiber jeweils bewehrt zu haben. Allerdings bringen sie auch alle Nachteile mit sich. Was ich beispielsweise am Projekt "Gelb in Grau" bedenklich finde ist, dass Menschen überhaupt nicht mehr angehalten würden, sich für die Umwelt zu engagieren. Nach dem Prinzip "Aus den Augen aus dem Sinn" würden sie wahrscheinlich gar nicht mehr darüber nachdenken, wieviel Müll sie eigentlich produzieren. Auf der anderen Seite ist das System einfach und überschaubar und von daher vielleicht am effektivsten.

Was meint ihr?

Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,699781-3,00.html

Bild: http://www.badische-zeitung.de/ortenaukreis/der-gelbe-sack-wird-dicker

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Kommentare (3)
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27.07.2010
LaLoba hat geschrieben:
Bei der Mülltrennung hab ich noch nie durchgeblickt ... Mir würde eigentlich schon eine Liste, auf der draufsteht, was man worein werfen muss, helfen. Das aktuelle System ist auf jeden Fall zu kompliziert. Man könnte ja auch auf die diversen Verpackungen ein Symbol machen, das dem Verbraucher zeigt, in welche Tonne es muss. Das würde in meinen Fall helfen ;-)
24.07.2010
Killari hat geschrieben:
Ich glaube die gehören als "Verbundstoffe" tatsächlich in die gelbe Tonne, so wie Tetrapacks und so.
24.07.2010
midori hat geschrieben:
Hab ich's doch gewusst! Ich hab mich gestern für ein klein wenig irre erklärt, weil auf der Papier(!)verpackung der Milchschnitte ein grüner Punkt war!! Ich hab es trotzdem in die blaue Tonne gesteckt. Aber es gibt auch Dinge, wie Suppentütenverpackungen oder Milchpackungen, die zwar aus Papier sind, aber innen nochmal beschichtet. Wo gehören die denn hin?
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