Ist das Licht aus?


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© WWF
Der selbst erzeugte Strom - ein Trainingsziel der besonderen Art


von Franzi
20.03.2012
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78 P
Tags: Strom

Es ist ein wunderschöner Tag, die Sonne lacht und es ist keine einzige Wolke zu sehen. An so einem Tag fällt es bestimmt nicht so schwer sich die Laufschuhe anzuziehen oder sich aufs Fahrrad zu schwingen, um eine Runde im Park zu drehen. Frische Luft tut schließlich gut, und wer will bei schönem Wetter schon im Zimmer hocken?!
Aber leider gibt es eben nicht nur diese Art von Tagen, sondern auch die „Es-regnet-in-Strömen-und-es-ist-bitterkalt“-Tage, an denen man sich eigentlich am liebsten im Bett verkriechen will. Ich muss ehrlich zugeben: an solchen Tagen bin ich nicht zum joggen zu bewegen. Da ist es schon angenehm wenn es eine Alternative zum Sport im Freien gibt: ein Fitnessstudio.

Warum ich euch das alles erzähle? Nun, die Idee die ich euch vorstellen möchte ist eigentlich gar nicht so neu und auch nicht besonders weit hergeholt, aber sie hat ihren Reiz. Es handelt sich um die Frage ob es möglich ist, bestimmte Geräte im Fitnessstudio ans Stromnetz anzuschließen und den Sportler damit zur Energieerzeugung zu nutzen.
Und die Antwort lautet ganz klar: JA, das geht!

Ein durchschnittlich trainierter Mensch kann beim Ausdauertraining zwischen 100 und 200 Watt elektrische Leistung erzeugen, das ist gar nicht mal so wenig! Viele der neueren Trainingsmaschinen nutzen bereits die erzeugte Energie um den eigenen Bildschirm und die Funktionen weitestgehend in Betrieb zu halten, aber ein Fintessstudio in Berlin geht noch einen Schritt weiter: in der „Gold’s Gym“ können Trainierende auf Fahrrädern und Cardiogeräten mit der selbst erzeugten Energie ihre Handys, iPods oder MP3-Player aufladen!
Auch in den USA und China gibt es bereits ähnliche Ansätze.

Würden also nur 10 Leute täglich 5 Stunden in einem Fitnessstudio trainieren und dabei jeder um die 100 Watt Leistung erbringen, so käme man schon auf 1825 kWh im Jahr. In Anbetracht des durchschnittlichen Stromverbrauchs eines 2-Personen Haushalt in einem Jahr von ca 2700 kWh ist das doch schon ziemlich viel!
Im Moment gibt es allein in Deutschland ca. 2.500 Fitnessstudios. Also, wenn da mal nicht ganz ordentlich was zusammen kommen würde!
Auch für Zuhause gibt es bereits Geräte, die die aufgewandte Energie in Strom umsetzten, der dem Benutzer zur Verfügung steht.

Wenn man noch einen Schritt weitergeht und davon ausgeht, dass der erzeugte Strom ins Netz geführt wird, könnten Trainierende mit ihrem Sport ein richtiges Geschäft machen und sich zumindest einen Teil der Gewinne auszahlen lassen. Ob sich diese Idee für die Fitnessstudio Betreiber wirklich rentiert ist natürlich eine andere Frage. Und mal ganz davon abgesehen würde mir völlig das gute Gefühl des "Selber Strom Erzeugens" reichen!

Aber natürlich gibt es auch eine Kerhseite der Medaille... Bei beispielsweise Trainingsfahrrädern ist es nämlich so, dass der Stromverbrauch umso höher ist, je größer der eingestellte Widerstand ist. Trainiert man also härter ist es auch der Stromverbrauch größer und „frisst“ fast die gesamte erzeugte Watt Leistung wieder auf.

Und natürlich darf man auch nicht vergessen, dass Fitnessstudios an sich schon sehr viel Strom verbrauchen, z.B. für die Beleuchtung, Klimaanlagen, Musik und Fernsehen, sowie Schwimmbäder.

Dennoch, was haltet ihr von dieser Idee? Handelt es sich eurer Meinung nach nur um eine Spielerei, die keine tatsächlichen Auswirkungen auf unseren Stromverbrauch hätte?
Oder ist es mithilfe technischer Innovationen vorstellbar, dass die Trainingsoasen unserer Zukunft ihren gesamten Stromverbrauch durch die Trainierenden decken?

 

 

Quellen:
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima/tid-12546/umwelt-koennen-die-geraete-im-fitnessstudio-strom-produzieren_aid_348290.html

http://www.energie-bewusstsein.de/forum/index.php?action=vthread&forum=5&topic=399

http://www.neidgruen.de/2010/03/18/golds-gym-grunes-fitness-studio-erzeugt-strom-selber-video/

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Kommentare (13)
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Sortieren nach Aktualität:
07.04.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Und wenn die fitnessstudios auch nur für sich selbst Strom erzeugen würden, wäre es ein positives Ergebnis. Außerdem wäre es sicher ein Ansporn zu wissen wie viel Strom man erzeugt hat.
27.03.2012
Oekojule hat geschrieben:
Hey cool. Mein Artikel vom Energy Harvesting passt hier auch gut zum Thema. http://www.wwf-jugend.de/leben/energie-sparen/wie-man-den-menschen-erntet;3380

Also die Erfindung ist natürlich nicht der Wahnsinn, da müsste mehr dabei rauskommen, aber immerhin ein Anfang. Die Erfinderwelt ist schon auf dem richtigem Wege. ;)
22.03.2012
JohannesB hat geschrieben:
@Franzi: Schöner Bericht! :)
Die Einspeisung ins Netz lohnt wohl wirklich kaum, aber die Studios könnten ja zumindest ihren eigenen Bedarf damit (teilweise) decken.

@Momo: Handball wird da auch nicht so arg viel bringen, oder? :P
21.03.2012
ursugurke hat geschrieben:
ich hätte voll gern selber so ein Ding um meinen eigenen Strom zu erzeugen :)
Dann würde man vielleicht elektr. Energie mal schätzen lernen, wenn man selber dafür strampelt! ;)
21.03.2012
MJ1499 hat geschrieben:
@Urmel: Okay, wenn ich ins Fitnessstudio muss, dann heißt das eher an die Hanteln -.-
21.03.2012
gelöschter User hat geschrieben:
@Momo:
Ich wohne schon fast auf dem Fahrrad oder Crosstrainer. Den "Rest" mache ich auch häufig genug, aber da würde garantiert einiges an Strom zusammenkommen :)
20.03.2012
LSternus hat geschrieben:
Die Idee ist super. Sicher noch ausbaufähig, aber sie gefällt mir gut. Ich mache gerne Sport, aber da es in den Ferien kein Trainig gibt wäre so etwas genial.
20.03.2012
MJ1499 hat geschrieben:
@Anne und Urmeli: Ihr müsst aufpassen, was für Sport ihr macht. Energie-Erzeugung, die sinnvoll wirkt, ist lediglich bei zyklischen Bewegungen, die gegen einen künstlichen Widerstand ankämpfen und eine relativ hohe Wiederholungszahl haben sinnvoll. Sprich: Fahrradfahren bringts, Sit-ups gar nicht. Auf dem Laufband laufen zum Beispiel auch nicht, der Crosstrainer ginge schon wieder. Aber wenn man sich da wirklich dran setzt, könnte man was entwickeln :)
20.03.2012
gelöschter User hat geschrieben:
@Anne95:
Ich bin auch 3-4 x die Woche beim Sport und würde mich auch sehr freuen, wenn ich dabei sogar noch was Gutes tun wurde :)
20.03.2012
Anne95 hat geschrieben:
Ich fände sowas super, ich treibe sehr gerne Sport :)
Wäre cool wenn man daraus was machen könnte.
20.03.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Die Idee ist wirklich super und sollte definitv weiterverfolgt werden. Selbst wenn jeder Sportler nur seinen eigenen Stromverbrauch selbst erzeugt wäre das ein Erfolg. Die Stuidobetreiber dürfte es auch freuen und der Sportler hat ein doppelt-gutes Gewissen.
20.03.2012
MJ1499 hat geschrieben:
Ich meine mal eine Löwenzahn-Sendung gesehen zu haben, in der sie das Prinzip vorgestellt haben. Die erzeugte Energie hatte aber nicht gerade einen großen Einfluss, ich meine, dass er damit gerade mal seine Glühbirne zum leuchten bringen konnte. War aber auch nur ein normales Fahrrad mit Dynamo.

Für eine Einspeisung ins Netz halte ich die Energie, die da erzeugt wird für zu gering. Schließlich muss man noch rechnen, dass das Ganze erst noch in Hochspannung umgewandelt werden muss und dass das auch wioeder Energie verbraucht. Ich vermute (kein Wissen!), dass das die Energie schon fast komplett auffressen würede. Aber die Fitnessstudios selber könnten damit ihren Energieverbrauch deutlich senken, da dann die komplizierte Umpolung und Frequenzerzeugung wegfiele, oder? Das wäre doch mal ein guter Ansatz, vor allem rentiert sich das dann auch für die Studios...und der Strampler müsste weniger Beitrag zahlen, weil Stromkosten gestrichen werden. WIe hört sich das an?
20.03.2012
lolfs hat geschrieben:
Ich finde es einen interessanten Ansatz, den man umzusetzen könnte.
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