Ist das Licht aus?


Good bye


stand-by.


© WWF
Der Öko-Check: Wie viel Umweltschutz gibt es im deutschen Fußball?


von MarcelB
12.11.2011
9
0
100 P

„Samstagnachmittag, 15:30 Uhr. Bundesliga. Wie ist die Lieblingsmannschaft drauf? Stimmt die Leistung? Hat der Gegner einen spektakulären Neuzugang? Solche Fragen beschäftigen Fußball-Fans. Aber Energieverbrauch? Nachhaltigkeit? CO2-Fußabdruck?“


Mit diesen einleitenden Worten betitelt die Internetseite GEO.de einen ihrer neusten Artikel in dem Bereich Ökologie mit dem Überschrift „Grüner kicken“, doch wie steht es denn eigentlich um die deutsche Bundesliga? Im Folgenden soll anhand einzelner ausgewählten Indikatoren: Wärmedämmung, Strom, Abfall und Verkehr geschaut werden wie die Öko-Bilanz für den beliebtesten deutschen Sport ausfällt. Doch zuerst einige Fakten die man für die Bewertung berücksichtigen muss:
    >In Deutschland gibt es in fast jeder kleineren Ortschaft einen Fußballplatz. Je größer die Siedlungen werden, desto aufwendiger sind auch die Stadien gebaut (Mehr Flutlichter, größere Scheinwerfer, Rasenbeheizung, etc.).
    >Das größte Stadium Deutschlands, der Signual Iduna Park, steht in Dortmund und hat Platz für 80.000 Besucher und verbraucht im Spielbetrieb bis zu 3,5 Megawatt. Das entspricht etwas mehr als ein kleines Halbleiterfabrik, zum Vergleich 8 MW entspricht der Antriebsleistung eines ICEs
    >In der letzten Saison fuhren durchschnittlich 42.000 Menschen zu den Spielen der Bundesliga, insgesamt gab es 17,4 Millionen Besucher (ca. 20% der deutschen Gesamtbevölkerung)
    >Während der Wintermonate werden die Rasenflächen der 1., 2. und zum Teil der 3. Liga durch die energieaufwendige Rasenheizung eisfrei gehalten.
- Die Frauenfußball WM dieses Jahres verursachte schätzungsweise 41.000 Tonnen Treibhausgas Emissionen

Fußball also zum wohle des Klimaschutzes verbieten?

Die Zahlen würde dafür sprechen...aber nicht so voreilig! Tatsächlich gibt es erstaunliche Näherungen vom Deutschen Fußball Bund (DFB) und vielen anderen Vereinen gegenüber dem Klima- und Umweltschutz.


Doch warum spielt so plötzlich die Klimaneutralität im Fußball eine so große Rolle?
Man könnte zuerst denken, dass sich die Stadienbetreiber und Vereine in der Verantwortung sehen. Wer viele Zuschauer anlockt sollte auch für mehr Nachhaltigkeit sorgen. Die Anreise und der durch die Spiele entstehende Abfall könnte die Verantwortlichen zur Vernunft gebracht haben. Doch alles nur Schein: Der ökologische Aspekt ist nur ein ökonomischer. In einer Zeit wo die Energiekosten steigen müssen die Vereine aufrüsten. Umso mehr lässt sich das mit ökologisch freundlicher Aufschrift vermarkten. 

 

Quelle: http://www.spiegel.de/images/image-78898-panoV9-ibxw.jpg

Hier ein paar Beispiele an denen im normalen Sportbetrieb klimabewusster gekickt werden kann:

Wärmedämmung: Keines Wegs sollte das negativ betrachtet werden, wer seine Heizkosten möglichst gering halten will setzt auf gute Dämmung und die sorgt dafür, dass weniger Energie „nutzlos“ verbraucht wird. Mein Favorit für die perfekte Dämmung sind die Wärmeschutzgläser die auf die Dächer montiert werden. Im Sommer sorgen sie geschlossen für die Wärmespeicherung, im Winter können sie die Sonnenstrahlen auf die Rasenfläche durchscheinen lassen und natürlich den Rasen erwärmen ohne, dass zusätzlich von unten künstlich gewärmt werden muss. Bei diesem modernen Verfahren geht keine Wärme verloren. Die beste Heizung lohnt sich also!
Wer schon einmal Abends in einem großen Stadium war, kennt sie, die gigantischen Flutlichter die den Platz bestrahlen. Auf vielen alten Plätzen werden noch Glühbirnen oder Halogenstrahler benutzt. Sie setzen nur 10 bis 15% der Energie in Licht um. Wer schon mal eine Glühbirne ausgewechselt hat und sich dabei die Finger verbrannt hat, kennt das. Viel günstiger sind hier die kompakten Leichtstoffröhren. Sie leben länger und verbrauchen 80% weniger Strom!

Strom: Auch bei den Flutlichter ist die moderne Technik nicht vorbeigegangen. Heutzutage werden neue Planflächenstrahler genutzt. Sie sind heller, folglich kommt man mit weniger Lampen aus. Über mehrere Spiegel wird das Licht optimal auf das Spielfeld gelenkt, also da wo es hin soll.
Abfall: Ein weiterer Punkt der sich in der Öko-Bilanz wiederspiegelt ist der Abfall. Nicht nur, dass die Vereine viel Geld in die Müllentsorgung stecken und sich die Müllpreise deutlich erhöht haben, nein die Entsorgung erzeugt auch eine Menge Co2-Emissionen. Für die Vereine lohnt sich eine Eigenkompostierung von Grünflächen und den Rasenschnitt deutlich mehr als einen 2000-l-Container bereit zu halten.

Verkehr: Der wohl wichtigste und letzte Punkt in unserer Kriterien Tabelle ist der Verkehr. Immer noch gehören Fußball und Auto untrennbar zusammen. Viele Sportler und Zuschauer fahren mit dem Auto zum Spiel anstatt Mitfahrgelegenheiten oder das gut ausgebaute Fahrradnetz zu benutzen. Wie man an dieses große Problem rangehen soll, weiß man noch nicht.
 

Man kann anhand der ausgewählten Kriterien erkennen, dass klimaneutraler Fußball ein auf rein ökonomischer Vorteile gebaute Möglichkeit geworden ist die deutliche Erfolge nach sich zieht. Greenpeace hat eine Übersichtstabelle erstellt die zeigt wie „grün“ der Sponsor und die Partner der einzelnen Fußballvereine in der ersten Bundesliga im Vergleich sind:

Quelle: http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=6563

 

Wie die Vorteile umgesetzt werden sieht man auch besonders gut am Bremer Weserstadion die ihre Fassade aus vielen Photovoltaik Anlagen zusammengebaut haben. Die erzeugte Energie reicht um 300 Haushalte mit erneuerbaren Strom -oder die stadioneigene Rasenbeleuchtung mit Strom zu versorgen.


 

Quelle: http://www.werder.de/thumbs/middle//media/images/importierte_galerien/weserstadion20010.jpg

Auftrieb für die deutsche Fußball-Klimaschutzbewegung soll auch eine, im Februar 2012, anlaufende Umwelt-Kampagne des DFB bringen. Was genau von der DFB Nachhaltigkeitskommission geplant wird ist noch nicht bekannt.
Sicher ist, dass der Öko-Check überwiegend positiv ausfällt, wenn noch mehr in die klimafreundliche Technik investiert wird. Wir halten fest: Klimaschutz im Fußball ist möglich, in manchen Vereinen sogar sehr stark vertreten und daher keine Hürde mehr, der entscheidende Schritt in Erneuerbares muss nun von den Vereinen und Investoren gemacht werden.
 

Quellen:
http://www.geo.de/GEO/natur/oekologie/69856.html?p=3
http://www.dfb.de/index.php?id=508272

Weiterempfehlen

Kommentare (8)
Um einen Kommentar zu schreiben einfach registrieren oder einloggen.
Sortieren nach Aktualität:
16.11.2011
MarcelB hat geschrieben:
@Girty: Tu das! Und wie haben sie reagiert? :D
@Urmeli: Ganz deiner Meinung! Und es gibt positive, grünere Veränderungen im Sport, weiter so! :o wann hat man denn schon die Chance sein Hobby auch noch ökologischer zu gestalten!?
14.11.2011
Girty hat geschrieben:
Total interessanter und informativer Artikel, auch wenn ich persönlich nicht so gerne Fußball schau. Aber davon werd ich meinen Eltern (heißherzige Fußballfans) gleich mal erzählen ;D
14.11.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Die Flutlicher sind leider nicht nur im Dunkeln an. Sondern bei allen vorgeschriebenen Flutlichtspielen. Der Grund: Die Beleuchtung muss auf dem gesamten Feld gleich sein. Es dürfen keine Schatten o. ä. geworfen werden, welche zB den Schiri optisch beeinflussen könnten. "Das Tor wurde aufgrund eines fragwürdigen Schattens nicht anerkannt".......geile Schlagzeile!

Eigentlich ist es doch egal, warum der Sport grüner wird. Hauptsache er wird es! Ich freue mich zuhause ja auch, wenn die Nebenkostenabrechnung ein dickes Guthaben für mich ausweist. Das ist dann die Belohung fürs Heizung auslassen :)

Es sollte viel mehr in den Vordergrund gerückt werden, dass das mal positive Veränderungen sind. Vielleicht ziehen dann noch mehr Vereine und Sponsoren nach. Grüne Werbung ist schließlich die beste Werbung überhaupt.

@Peet: Nix nur der BVB, siehste doch, dass sie absteigen :p
14.11.2011
MarcelB hat geschrieben:
Danke Julia! :) Peet du unterstützt Kohlekraftwerke, wenn du zum BVB Spiel gehst, na na na! :P
14.11.2011
Peet hat geschrieben:
NUR DER BVB! :) ;)
13.11.2011
Juliaaa hat geschrieben:
Sehr interessanter Bericht auch für keine Fußball-Fans ;)
13.11.2011
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
13.11.2011
MarcelB hat geschrieben:
An sich geht es ja bei der Tabelle auch "nur" um das Engagement der Sponsoren für Erneuerbare. Sunpower wirbt stark für Solarkraftwerke, deswegen wurden sie wohl nach oben gepackt.
Zu Evonik hab ich auch mal ein wenig auf deren Internetseite gesucht und geguckt. Es sieht alles wirklich sehr schön verpackt aus. Viele Bilder von Erneuerbaren Anlagen, prüft man allerdings bei Wikipedia nach, so stellt man fest, dass die Tabelle tatsächlich recht hat: 8 Kohlekraftwerke in NRW! Bitterer Nachgeschmack!
Ich finde das mit den Photovoltaikanlagen hat ein riesiges Potential! Das Stadion nimmt so viel Platz ein, endlich wir das mal effektiv genutzt! Ich hab auch schon von Verfahren der Geothermie (als der Erdkrustenwärme) gelesen. Da wird mit Hilfe von Erdwärmeder Boden für den Winter frostfrei gehalten. Völlig natürlich...unglaubliche Sache!
Login
E-Mail


Passwort


Kostenlos registrieren
Mitglied werden
Könnte dir auch gefallen
Die WWF Jugend gegen den Abfallwahnsinn – Restlos glücklich
Die WWF Jugend gegen den Ab...
Meist denken wir beim Abfallwahnsinn an Plastik, unnötig gestaltete Verpackungen von Leben... weiter lesen
Unterschreibt die DIVESTMENT Petition für Erneuerbare Invesitionen!
Unterschreibt die DIVESTMEN...
Spätestens nach dem Pariser Klimaabkommen ist klar: Wir müssen die Nutzung fossiler E... weiter lesen
Wir sind fast am Ziel unserer Longboardtour!
Wir sind fast am Ziel unser...
Tag 7 der Longboardtour - Zeit für ein Zwischenfazit. So langsam merken wir echte Erm&uum... weiter lesen
Einfach stark! Das Umweltfestival 2016 in Berlin!
Einfach stark! Das Umweltfe...
Mit grandiosen Sonnenschein startete der Tag . Bei der parallel stattfindenden Sternfahrt (eine... weiter lesen
Unsere Longboardtour gegen die Wilderei!
Unsere Longboardtour gegen ...
Pascal und ich starten in genau einer Woche, am 16.07.2016, unsere Longboardtour für den ... weiter lesen
Deine Ansprechpartner
Marcel
Marcel Gluschak
WWF Jugend Community Manager
zum Profil
Luise
Luise Neßler
WWF Jugend Community Moderatorin
zum Profil
MarcelB
Marcel Brüssow
WWF Jugend Redaktion
zum Profil
Ronja96
Ronja Post
WWF Jugend Aktionsteamer
zum Profil
HannahFee
Hannah Fesseler
hilft dir bei technischen Fragen
zum Profil
AndreaRentschler
Andrea Rentschler
hilft dir bei Fragen zur WWF Jugend Mitgliedschaft
zum Profil
NicoleB
Nicole Barth
hilft dir bei Fragen rund um die WWF Jugend Camps
zum Profil