Ist das Licht aus?


Good bye


stand-by.


© WWF
Cradle to Cradle


von Franzi
01.01.2010
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78 P

Recycling.... jeder von uns kennt dieses Wort und wir alle freuen uns, dass es so etwas gibt. Denn wenn etwas was wir kaufen "recycelbar" ist, haben wir gleich ein besseres Gewissen, es ist umweltfreundlich. Aber ist es das wirklich....?

Genau diese Frage hat sich Michael Braungart auch gestellt, und kommt zu einem niederschmetternden Ergebnis: er ist der Meinung, dass in Deutschland bezüglich Umweltschutz noch viel zu wenig getan wird und gerade das recyceln oft eine große Lüge ist. So freuen sich zwar alle, dass Papier anscheinend "wiederverwertet" werden kann, dass bei diesem Vorgang aber riesige Mengen giftige Papierschlämme entstehen, die verbrannt werden müssen und reich an Schwermetallen sind, wird dezent vergessen.

Braungarts Lösung nennt sich "Cradle to Cradle" - von der Wiege zur Wiege. Dabei geht es ihm darum, jedes Produkt so herzustellen, dass es anschließend wieder benutzbar ist, im Grunde also überhaupt kein Müll mehr entsteht. Sobald etwas für unsere Begriffe nicht mehr zu gebrauchen ist, soll es als Nährstoff in einen großen biologischen Kreislauf eingehen und vollständig wieder verwendet werden. "Müll ist Nahrung", ist dabei Braungarts Credo. Der Produzent soll seine Ware also so herstellen, dass sie später wieder auseinandergenommen werden kann, um erneut Verwendung zu finden. Aufwändigere Gebrauchsgegenstände wie Autos, elektronische Geräte oder Möbel, sollen nur noch an den Verbraucher "geliehen" werden. Dadurch wären sie billiger und würden nach einer bestimmten Zeit an den Hersteller zurückgegeben werden, der sie dann "recycelt". Um seinem Konzept mehr Glaubwürdigkeit zu verschaffen, ließ Braungart sein Buch zu diesem Thema, "Cradle to Cradle", in Amerika auf dünne Kunststoffseiten drucken. Die Tinte kann nach der Benutzung mit einfachen chemischen Mitteln zurückgewonnen werden und die Seiten stehen zum erneuten Bedrucken zur Verfügung. Der Nachteil: das Buch ist fast doppelt so schwer wie ein Herkömmliches, da es aus Plastik ist, ist es jedoch auch wasserfest und kann somit sogar unter der Dusche gelesen werden...

Doch sind alle dies Ideen realistisch? Kritiker Braungarts behaupten, sein Konzept wäre zwar durchaus lobenswert, in der Umsetzung jedoch praktisch unmöglich. In der Tat liefert der Chemiker zwar Denkansätze, auf genauere Fragen hat er jedoch auch keine Antworten. Im Prinzip müsste so gut wie jedes Produkt "neu erfunden" werden, damit es vollständig ökologisch abbaubar ist. Es ist außerdem wenig sinnvoll, kompostierbare Waren auf den Markt zu bringen, wenn es kein entsprechendes Verwertungssystem dafür gibt. Andersherum entwickelt niemand ein solches System, wenn die entsprechende Ware nicht vorhanden ist. Eine weitere Idee von Braungart ist, von Babys benutze, abbaubare Windeln in nährstoff- arme gebiete zu bringen, wo sie als Dünger dienen könnten. Klingt genial. Doch wer soll tonnenweise stinkende Windeln in die dritte Welt transportieren und sie dort der einheimischen Bevölkerung unterjubeln?

Im Großen und Ganzen klingt das "Cradle to Cradle" Prinzip sehr vielversprechend, doch wie so oft steckt auch hier der Teufel in den Details... Nichtsdestotrotz wäre doch zu hoffen, dass mit der Zeit zumindest immer mehr Produkte entstehen, die ökologisch weitgehend abbaubar sind:)

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Kommentare (2)
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01.01.2010
Taki hat geschrieben:
Wenn ich mir ein Buch kaufe, was ich recht selten tuhe. Ich bin bei Bookcrossing.com registriert. Da habe ich halt die Möglichkeit mir ein Buch auszuleihen, völlig Kostenfrei. Wenn ich dan das Buch gelesen habe, lasse ich das Buch einfach irgendwo Frei. Wenn ich mal ein gekauftes Buch gelesenhabe lasse ich es auch wieder Frei. Hat halt den Vorteil das Recurcen gespart werden. Wenn viele Leute ein Buch lesen, wird Energie und Holz für das Buch gespart. Also schone ich somit die Umwelt. Den das Buch zum Zweitenmal Drucken ist ja auch mmit einen Arbeitsaufwand also Recurcen verbunden. Plastikbücher na ich weisnicht. Wo läßt man da eigentlich seine Randnotitzen. Da finde ich das mit den Bookcrossing.com doch viel Umweltschonender das ja die Ganze Welt Weltweit mitmacht.
01.01.2010
Franzi hat geschrieben:
Doch, es wird durchaus weiter an der Idee gearbeitet. Braungart hat inzwischen eine eigene Firma, die "Epea", die seine Ideen weiterverfolgt und z.B. Unternehmen Zertifikate ausstellt, die ihnen bescheinigen wie weit sie bei der Umstellung auf nachhaltige Produktion schon voran gekommen sind. Diese Firma kooperiert auch schon mit diversen anderen, die z.B. Shampoos ohne chemische Rückstände, ökologischen Schuhsohlen (von Nike) oder kompostierbare Textilien herstellen (z.B. für die Sitze im Airbus 380). Es wird also schon was getan! Die niederländische Provinz Limburg hat sich sogar offiziell als erste "Cradle-to-Cradle-Region" bezeichnet und will nun dementsprechende Schritte einleiten:)
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