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Wie teuer ist Bio wirklich?


von JohannesB
06.05.2012
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Bio-Lebensmittel sind im Kommen. Immer öfter greifen die Konsumenten zu ökologisch hergestellten Produkten. Und die Bio-Kundschaft wäre, so darf man annehmen, noch viel größer, wenn die zertifizierten Lebensmittel nicht so viel teurer wären als „normale“ Produkte. Aber wie groß ist der Preisunterschied tatsächlich? Wie teuer ist Bio wirklich?

Um diese Frage zu klären, habe ich in den letzten Tagen eine Stichprobe gemacht und die Preise von neun beliebten Lebensmitteln bei vier Lebensmittelhändlern notiert: Auf meiner Liste standen Apfelsaft, Bananen, Butter, Eier, Kartoffeln, Margarine, Mehl, Milch und Nudeln und damit ging’s dann zu Alnatura, Bio Company, Edeka und Lidl. Bei Edeka und Lidl gibt es nicht alle genannten Produkte in Bio-Qualität, aber trotzdem lassen sich folgende Ergebnisse festhalten:

- Wenig überraschend sind die No-Name-Produkte von Edeka, Lidl und Co. unschlagbar günstig. Besonders deutlich ist der Preisunterschied bei Margarine. Diese kostet Bio das drei- bis vierfache als das Discounterpendant. Im Schnitt kostet der Bio-Warenkorb knapp das Doppelte.

- Deutlich enger wird das Preisrennen zwischen Bio und Nicht-Bio wenn man im konventionellen Bereich die Markenprodukte wählt. Hier können die Öko-Lebensmittel preislich durchaus mithalten. Bei meiner Stichprobe waren die Bio-Produkte durchschnittlich etwa ein Fünftel günstiger. Markantestes Beispiel sind Nudeln, hier gibt man für die Markenspaghetti von Barilla doppelt so viel wie für Bio aus.

- Wo man am besten bzw. günstigsten Bio einkauft lässt sich nicht anhand meiner Ergebnisse nicht klar sagen. Tendenziell sind die Biomärkte teurer als Edeka und v.a. Lidl. Etwa sechs Prozent mehr gibt man durchschnittlich für Bio im Biomarkt aus, verglichen mit den konventionellen Handelsketten. Es gibt aber auch Ausnahmen: So gibt’s die günstigste Bio-Pasta im Test bei Alnatura. Außerdem ist zu bedenken, dass man die größere Bio-Auswahl natürlich im Biomarkt vorfindet. Ob Zufall oder nicht: Ausgerechnet Margarine, ein Produkt mit sehr deutlichem Preisabstand zwischen Bio und „Normal“, findet man bei Edeka und Lidl nicht in Bio-Qualität.

Was bleibt nun als Fazit? Klar, wer Bio essen will, zahlt mehr als für die konventionellen Eigenmarken. Wer allerdings gerne zu Markenprodukten greift, kann mit Bio-Produkten oft sogar Geld sparen.

Und? Was landet bei Euch im Einkaufswagen?
Nur Bio? Doch lieber die bekannte Marke? Oder ist der Preis das Hauptkriterium und No-Name setzt sich durch?

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Kommentare (21)
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29.05.2012
BioApfelKaetzchen hat geschrieben:
Ich finde die vielen ökologischen Vorteile bei einem Bio-Produkt sind es wert ein wenig mehr zu zahlen. Klar können das nicht alle, aber man kann z.B. auch Geld sparen, wenn man mehr Sachen kauft, die an sich billiger sind. Z.B. kosten Spargel einfach mehr als Karotten oder Fisch ist teurer als Tofu ^-^
Ich kann mich nur eurer Meinung anschließen. Regional, saisonal, bio und fair, wo möglich.
29.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
29.05.2012
zeemzee hat geschrieben:
Fairtrade ist natürlich auch keine Garantie (http://www.guardian.co.uk/environment/2012/may/28/fair-trade-food), aber eingesunder Menschenverstand kann vieles bewirken. Wir kaufen eine Kombination aus Bio und Regio (die Möhren im Allnatura am Samstag waren zwar Bio, kamen aber aus Italien), womit die Biolandwirtschaft als auch die lokal Wirtschaft gefördert werden :)
29.05.2012
MaRgIt hat geschrieben:
Ein sehr interessanter Test Johannes. Ich hätte jedoch kein anderes Ergebnis erwartet. Es ist kein Wunder das Bio etwas teurer ist, da Biobauern teilweise geringere Erträge erwirtschaften können. Ich wohne selbst wohne auf dem Land und habe den direkten Vergleich. Es ist wichtig dass für biolebensmittel mehr verlangt wird sonst können die Bauern nicht überleben. Insgesamt sind die Lebensmittel eigentlich zu billig, den es kommt viel zu wenig beim Bauern an, sonst würden sich vielleicht mehr Betriebe überlegen auf Bio umzurüsten. So denken nur alle daran größer zu werden und mehr zu produzieren.
WIr zu hause haben einen kommerziell bewirtschafteten kleinen Nebenerwerbshof.Bio würde sich nicht lohnen, da der Hof zu klein ist. Jedoch ist unser eigener Garten und die Obstbäume Bio. Ich bin froh dass wir die meisten Lebensmittel aus eigener "Produktion" haben. So weiß ich woran ich bin und in wie weit die Lebensmittel Bio sind und in wie weit nicht. Außerdem muss man sich über den Preis keine großen Gedanken machen ;)
29.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
28.05.2012
Anais hat geschrieben:
Grundsätzlich bevorzuge ich auch Bio-Produkte, aber vielen ist das oft nicht möglich und dann wird doch eher zu den Billig-Produkten gegriffen. Mir geht das auch so. Es ist mir wichtig, deshalb achte ich drauf, aber kann es leider nicht immer umsetzen. Gutes Beispiel wäre Fleisch - viele sagen es wäre in Ordnung fleisch zu konsumieren, wenn es Bio-Fleisch ist und ein "schönes" Leben hatte, aber wenn man nicht ausreichend verdient um sich den Luxus eines reinen Gewissens leisten zu können? Ich ernähr mich vegetarisch, deshalb betrifft mich das nicht direkt - aber ich finde es ist ein gutes Beispiel. Trotzdem hast du natürlich Recht, JohannesB: Bio ist zwar im Vergleich zu Massenprodukten teurer, jedoch kann man im Vergleich zu unnötigen Markenprodukten oft sogar noch deutlich sparen.

Mal was ganz anderes zum Thema Preisvergleich von Nahrrungsmitteln: ist euch mal aufgefallen, dass Produkte von der selben Marke oft je nach Pakung im Kilo-Preis variieren? Man würde annehmen, dass eine größere Verpackung mit mehr Inhalt aufs Kilo gerechnet im Vergleich zu einer kleineren Packung weniger kostet - da der Kunde möglichst viel vom Produkt kaufen soll und gleichzeitig Verpackungskosten eingesparrt werden. Oft ist es jedoch andersrum und man zahlt sogar mehr. Also immer den Kilopreis vergleichen ;-)
28.05.2012
Primavera hat geschrieben:
ich finde es auch nicht schlimm mehr für BIo oder Fairtrade Produkte zu bezahlen. Man lernt damit auch das Essen wieder mehr zu schätzen, denn wenn es günstig ist kauft man deutlich mehr als man veilleicht braucht.
So denkt man vor dem Kauf noch ein zweites Mal nach, bevor man etwas kauft.
27.05.2012
Wasserjunge hat geschrieben:
Danke für deinen kleinen Test ;).
Ich kaufe auch immer öfter BIO-Lebensmittel, z.B. Gemüse und auch mal etwas Süßes :)).

Meine Mum, meint dann oft zu mir, warum ich das kaufe, es sei doch viel teurer als normales. Ich sag dazu fast immer das gleiche "stimmt nicht immer, aber man kann sich sowas ja auch einreden lassen. :P"

Ob früher oder später, ich denke das "Bio" sich durchsetzen werden MUSS.
09.05.2012
regentag hat geschrieben:
Toller Vergleich!
Deutschland ist wirklich eines der Länder, in dem die LEBENSmittel am teuersten sind. Und ich finde es überhaupt nicht schlimm, etwas mehr Geld für gute, ökoligische Lebensmittel auszugeben, denn das sind sie wert. Nahrung brauchen wir, auf fast alles andere kann man verzichten, also sollte man eher an Benzin, dem Feuerwerk an Sylvester, dem Urlaub etc. sparen. Und wovon leben eigentlich die Produzenten der billig Produkte? Wenn ich Sachen für 30ct sehe frage ich mich schon manchmal, wie das sein kann.
09.05.2012
Lynxana hat geschrieben:
sehr Interessanter Bericht :) Ich bin aber grundsätzlich der Meinung, dass Lebensmittel in Deutschland oft zu billig sind. Für die wenigsten Menschen macht es noch einen Unterschied, ob etwas 50ct mehr oder weniger kostet. Ich vermute, dass die Meisten einfach nicht genau darauf achten, was sie kaufen.
07.05.2012
Taki hat geschrieben:
Wielviele Produckte sind noch Bio wenn die Umweltbelastung so hoch ist. Manche Zuchtgene können auch Springende Gene sein.
07.05.2012
sophal04 hat geschrieben:
Bio ist mir auf jeden Fall mein Geld wert. Ich kaufe aber direkt beim Bauern da ich das Glück habe auf dem Land zu wohnen :D Ich denke auch, dass man Geld spart, wenn man nur das Nötigste kauft und dann nichts wegwerfen muss.
07.05.2012
Sandsturm hat geschrieben:
Guter Bericht!
Ich kaufe viel Bio, allerdings nicht immer. Was eigentlich schade ist. Wäre da nicht der kleine Preisunterschied , dann ...
07.05.2012
WiwiWirbelwind hat geschrieben:
Ich kaufe viel in Bio-Qualität, aber nicht unbedingt im Supermarkt. Wir wohnen im Speckgürtel von Berlin in einer Art Dorf und kaufen unsere Eier vom Bauern um die Ecke, den Honig direkt vom Imker und unser Obst und Gemüse von unseren Nachbarn. Die sind nämlich ein Projekt vom Bund, eine Berufsschule mit eigenen Gewächshäusern. Die Jugendlichen bauen dort das Obst und Gemüse auch Bio an und verkaufen es auch relativ günstig direkt vor Ort...
07.05.2012
Gluehwuermchen hat geschrieben:
...und natürlich ist die Biomassenware, wie sie in den Supermärkten nun aufkommt, leider qualitativ nicht mehr so gut. Die kaufe ich dann auch eher nicht.
07.05.2012
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Ich kaufe ausschließlich nur bio aus voller Überzeugung. Der Preis ist es allemal wert und Marken interessieren mich nicht.
:)
07.05.2012
lotte98 hat geschrieben:
im supermarkt gibt es bioprodukte ja sehr günstig,was ich nicht gut finde.daher sollte man meiner meinung allgemein bei biobauern kaufen :)
07.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Diese Änderung darf aber keine Subventionierung der BIO-Produkte sein! Vielmehr sollte mehr Aufklärung betrieben werden. Außerdem müssen "sozial Benachteiligte" mehr Geld bekommen. Klar dass sich ein ALG II-Empfänger kein BIO kauft, wenn er jeden Cent zweimal umdrehen muss.

Außerdem bin ich nach wie vor für eine Differenzierung der Siegel. Ich zum Beispiel bin ganz klar für nachhaltiges Wirtschaften und für schonenden Umgang mit der Umwelt. Auf der anderen Seite bin ich aber für den verantwortungsbewussten Umgang mit Pestiziden, Dünger und Gentechnik. Ich lehne eine generelle Verteufelung dieser Dinge ab. Deshalb kaufe ich so selten wie möglich BIO (sondern eher Fairtrade).
07.05.2012
Viveka hat geschrieben:
Ich habe bis jetzt auch immer eher die Erfahrung gemacht, dass Bio teurer ist. Der Preisunterschied ist ja meistens nicht viel, aber für manche Menschen reicht dieser Unteschied schon, um nicht Bio zu kaufen. Das solch eine Entscheidung nur vom Preis abhängt, sollte nicht sein und deswegen sehe ich das wie HannaS: Wir, aber auch die Politik müssen etwas ändern!
07.05.2012
JohannesB hat geschrieben:
@Hanna:
Erstmal danke für Deine Anmerkungen :)
Ich finde aber nicht, dass Bio-Konsumenten "bestraft" werden. Es ist ja jedem selbst überlassen, wie viel Geld er bereit ist, für Essen auszugeben und für Bio ist der Preis halt höher. So ist nun mal die Marktwirtschaft. Aber klar kann die Biolandwirtschaft noch vom Staat gefördert werden, gewissermaßen als "Starthilfe", um sich weiter zu etablieren und die hohe Bio-Nachfrage in Deutschland möglichst auch mit deutschen Produkten zu bedienen.
07.05.2012
HannaS hat geschrieben:
Interessanter Artikel, Johannes! Ich habe auch schon solche Untersuchungen gesehen, da kommt etwas ganz Ähnliches raus wie bei dir. Gegen die Billigprodukte der Discounter kommt Bio natürlich nicht an, gegen Markenprodukte schon.
Wichtig finde ich noch: Es ist zwar schön, dass Bio jetzt fast überall zu finden ist, auch bei Aldi und Co. Das macht Bio auch für mehr Leute erschwinglich. Andererseits erhöht das natürlich den Preisdruck auf die Biobauern.
Fazit aus deinem Artikel ist ja: Bio ist allgemein eher teurer, das heißt wer ökologisch bewusst einkauft wird bestraft. Damit sich das ändert, ist vor allem die Politik gefragt - aber auch wir, denn wir haben schließlich Einfluss auf die Politik.
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